Overblog Folge diesem Blog
Edit page Administration Create my blog

Seiten

Am 10.Mai 2010 habe ich mich entschlossen, doch noch einen Laufbericht zu schreiben. Es ist eben nicht immer wieder Dasselbe…. Mein erster Ultra war 2008 an gleicher Stelle und ich bin seit dem Wiederholungstäter. Einmal teilgenommen – und schon infiziert. Erklären kann man es nicht, also lass ich´s sein. Probiert es selber aus und ihr werdet schon sehen.
Aber eigentlich sah es im ersten Drittel des Jahres erst mal gar nicht nach einem Ultra aus:
Winter wie schon lange nicht, später Trainingsbeginn, gerade mal 600 km im Vorfeld – und abergläubig wie ich bin, hatte ich mich auch „nur“ zum Marathon angemeldet. Aufrunden kann man ja immer noch –  und das mache ich erst, wenn ich die Wettervorhersage kenne.

Wie es (doch wieder) dazu kam


Die Nagelprobe war der „gesamtdeutsche Rennsteiglauf“ im April über 50 gemütliche Kilometer, fiel die Entscheidung. Einmal in 10 Jahren geht es von Blankenstein nach Neuhaus. Eine kleine Gruppe von 20 Läufern unter liebevollem Coaching von Hans-Georg Kremer war 9 HERRRRLICHE Stunden mit Bildungszuwachs (Erklärungen unterwegs) sowie sehr abwechslungsreicher Verpflegung unterwegs (die übliche Läufernahrung sowie Kuchen/Kaffe/Wein – wie bei Rotkäppchen, es fehlte aber der Wolf).
2 der Mitläufer entpuppten sich unterwegs im Gespräch als interessiert am Neueinstieg auf dem „langen Kanten“ – und in 9 Stunden kann man schon sehr überzeugend sein…
Plötzlich also fand ich Sabine auf der Starterliste (ich selbst war da noch nicht zu finden) und geriet in Zugzwang, weil ich ihr meine Begleitung angeboten hatte. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass sie davon auch noch nichts wusste, das hatte ihr lieber Mann Jürgen schon mal vorbereitet. Manches erfährt man eben aus dem Internet. Der andere Läufer aus Bad Düben stand auch in Eisenach – wie er wohl durchgekommen ist?

Die Entscheidung


So fuhren Ecki und ich also am Freitag nach Eisenach und nicht nach Neuhaus. Als ich dort meine Lieblingsstartnummer 1961 bekam, war eigentlich klar – das kann nur gut werden.
Jetzt noch reinfuttern, was geht, das wird alles auf der Strecke verpuffen. Der Italiener in der Einkaufspassage ist da eine gute Adresse, großer Nudelteller und großer Eisbecher…
Abends Nudelparty.
Was zieht man an? Regnet es? Vorhersage: eher kein Regen, 8° bis 10°C, auf dem Kamm oben aber nur 3°C und Wolkennebel.

Der Tag - Vor dem Start
Aufstehen um 1:50 Uhr (Super geschlafen, nicht mal das 3. Drittel des Eishockey-Eröffnungsspiels Deutschland-USA erlebt). 2:15 Uhr ausgiebiges Frühstück, aufgebackene Brötchen und Müsli. Der Bus fährt um 2:55 Uhr.
Nun saßen wir im Bus. In Schmiedefeld wurde der Bus gefüllt, dann ging es Nonstop nach Eisenach (unterwegs standen wieder große Hirsche an der Straße!!), wo wir fast als Erste gegen 5 Uhr eintrafen.

In Eisenach


Der Markt füllte sich schnell mit Ultras. Es war, im Vergleich zu anderen Läufen, wieder sehr relaxt, ohne viel Tamtam und Getöse – nur die Musikauswahl war etwas seltsam.
Beim Umziehen auf dem Marktplatz entscheide ich mich für Nummer sicher: langärmeliges Unterhemd von Helly Hansen, drüber kurzes Radhemd (hat Reißverschluss und hinten Taschen für Gel und Hygienezeugs), den dünnen Fleecepullover mit anknöpfbaren Handschuhen (kann man zur Not ausziehen und um den Bauch knoten) ne Kniehose. Die ausgelatschten Asics mit Einlagen und die tollen Kompressionsstrümpfe von der Vereinsmeisterschaft hatte ich schon vorher ausgewählt. Dazu die Fettsalbe zum Einschmieren. Im Vorgriff aufs Ergebnis: Super ausgewählt, nicht geschwitzt, nicht gefroren, keine Blasen nix.
Und wo bleibt Sabine? „Wir treffen uns dann auf dem Markt“ – vielleicht ist das bei ca.2000 Startern sowie Begleitern doch nicht so die tolle Idee von mir gewesen … aber da ist sie. Natürlich aufgeregt. So wie ich.

bild 2 bild 1

 


Start


Nach dem Start passieren Sabine und ich bald das Nicolaitor und verlassen die Stadt, jedoch nicht alleine - noch ist es drängende Enge, aber bald zieht sich das Feld auseinander.
Auf dem Inselsberg habe ich die erste Marke gesetzt: nicht schneller als 3 Stunden. Locker anfangen, Anstiege gehen, keine kraftzehrenden Überholmanöver. Oben sehen, wies so ist... 25 km und 700 Höhenmeter sind immer noch kein Spaziergang. Und dann kommen ja noch knapp 50 km.
Aber bis dorthin waren es noch ca. 3:05 h... Erst laufen wir in der frühen Morgenstunde ganz gemächlich über Feldwege mit herrlichen Impressionen. Blick auf das Burschenschaftsdenkmal. Wartburg.


Bergauf – der erste Teil (25 km)


Die erste Getränkestelle Waldsportplatz bei 6,9 km und ca. 120 gewonnenen Höhenmetern. Gut, bis hierher kein Problem, Tempo und Rhythmus sind ok. Wir gehen alle Anstiege... (wobei die Definition von „Anstieg“ sich relativ zur Streckenlänge verhält). Das gehen kann übrigens auch recht flott sein, mitunter kann man damit sogar Läufer überholen.
Dann wieder das allgemeine in-die-Büsche-schlagen (das liegt wohl an dem Andrang auf die Dixies und dem Angstpullern am Start, nicht jeder hat die Zeit). Zum Glück gibt’s ja überall Deckung am Wegesrand, aber mancher schafft´s schon am Anfang nicht mal 3 Schritte weg vom Weg. Fehlt nur noch, dass man was auf die Schuhe bekommt. Also etwas gute Kinderstube darf auch auf dem Rennsteig gezeigt werden. Jedenfalls bis km 50.
Auch ich war in der Zeit 4x im Busch und 3x musste ich Steinchen aus den Schuhen kippen.
Dann km 7,4 an der Hohen Sonne erreichen wir den Rennsteig. Kilometer 10 passieren wir nach 1h13min. Am km 12,6 war die nächste Getränkestelle, Ascherbrück, hier schon bei 530 m Höhe.
Es ist noch recht kalt und kaltes Wasser kommt nicht so gut. Der warme Tee ist ok, aber jedes Mal süßer Tee ist auch nicht mein Ding. Ich schüttle also das Wasser, trinke kleine Schlucke und wärme das Wasser im Mund an.
Wir haben einen guten Rhythmus gefunden und plaudernd, auch mit Mitläufern (Sabine kennt ja Tod und Teufel) geht es stetig bergan.
Nach 2 Stunden sind wir die Verpflegungsstelle Glasbachwiese bei 17,7 km, hier nahm ich den ersten Becher des berühmten Heidelbeerschleims. Nach 2h25min taucht das Schild 20km auf, na bitte, nur noch 53 km.
Irgendwie waren die folgenden 5 km dann recht anstrengend, es ging ganz schon auf und ab... Dazwischen kam der Dreiherrenstein bei 20,6km und 720 Höhenmetern mit Wasser und Teeversorgung. Ich trinke jedes Mal, wenn auch immer recht wenig. An den Verpflegungsstellen nehmen wir uns nur etwas weg und gehen zügig weiter. Jetzt ging es richtig hoch auf den Oberen Beerberg.
Kurze Zeit versuchte ich, ohne Fleecepullover zu laufen, aber das war oben eindeutig zu kalt. Insbesondere wenn es an freien Stellen etwas windig war, kühlte man durch die Feuchte rasch aus. Die Nackenmuskeln verhärteten auch durch die Kälte, aber das merkte ich erst später. Übrigens bekomme ich Muskelkater vor allem in den Bizeps – vom 9h Arme angewinkelt halten… Den Pullover behielt ich an bis ins Ziel, habe sogar am Beerberg mit dem Gedanken an die Handschuhe geliebäugelt – aber das ging dann doch so. Ein Hoch auf den Zwiebellook.
Nach 3h05min waren wir endlich oben!! Von hier an geht es bergab (global gesehen…). Erste Etappe geschafft. Vom Inselsberg ging es dann supersteil abwärts auf ca. 720m. Das war das erste Mal wirklich Gift für die Beine... Ich versuche es mit seitlich laufen und rückwärts… Sabine hält sich klasse – aber bis hier ist das auch zu erwarten. An der Grenzwiese (26,8km) wurde wieder Schleim aufgefüllt und natürlich getrunken.

Bergab – bergauf , der zweite Teil (30km)


Die weitere Grobplanung ist: nicht schneller als 8km/h, gleichmäßiges Tempo laufen, Anstiege gehen. Die nächsten 30 km bis zum Grenzadler lockerbleiben. Dort bis 15 Uhr ankommen, dann kann man ab hier wandern, es sind nur noch 18km und die schaffen wir dann auch. Und Haltungsnote beachten.
Bis zum nächsten Nahziel Ebertswiese (37,4 km) „Halbzeit“, hatte ich erst mal keine Bedenken. Bis dahin sollte es ja gehen, wir zwei sind ja heuer schon die 50 km gelaufen. Wie das Laufgefühl nach 38 km wird – man wird es sehen.
Außerdem hat Sabine den Kyffhäuser-Marathon mitgemacht. Auf meine Frage, was sie denn am Rennsteig schon gelaufen sei (Marathon??) sagte sie: Nichts. - Na, da ist ja der Supermarathon gleich der richtige Einstieg. Ich sag nur: Magnolien aus Stahl…
Km 30 passierten wir nach 3h39min. Jetzt habe ich meinen Trainingsbereich verlassen, länger laufe ich da nicht. Nun wird es ernst. Am Possenröder Kreuz (33,6 km /710 Höhenmeter) kamen die Wanderer auf die Strecke. Es wurde abwechslungsreicher. Unter den Wanderern sehe ich wieder unsere Bekannten aus Hellersdorf.

 „Wir nehmen alles und davon reichlich„


Und schon kündigt sich die Ebertswiese (37,4km/ 700 Höhenmeter) an, Halbzeit in 4:30h. Jetzt futtern, mein Magen knurrt schon seit km 15…
Diät ist das nicht und auch eine seltsame Mischung: Schleim + Wiener Würstchen + 1 Powergel + Banane mit Salz + Zitrone mit Salz und Wasser. Mein robuster Magen nahm alles an, es blieb auch drin nach dem Motto: Wir nehmen alles und davon reichlich.
Das mit der Zitrone und dem Salz war ein Tipp, den ich mal gelesen hatte. Sabine hat es auch getestet und war nicht der Meinung, dass das in die Gourmetfibel aufgenommen werden muss (das ist die nette Umschreibung der Flüche…). Mit dem Hinweis vom Coach, das sei eben notwendig und wir wären ja schließlich nicht zum Spaß hier, setzten wir uns wieder in Bewegung.
Am Wegesrand sah man die ersten ernsthaft erschöpften Läufer in Decken eingewickelt beim Sani sitzen. Unsere Frisur sitzt aber noch und die Lachklammern auch (wenn´s drauf ankommt).
Dann kommt das Stück, das ich persönlich nicht so mag, zwischen 40 und 50km. Das zieht sich hin, die Beine werden schwer und die gefühlten Abstände zwischen den Verpflegungsstellen werden immer länger… Aber diesmal empfand ich das nicht so. Im Gegenteil, das ging so lockerflockig, unheimlich.
Nach der Neuen Ausspanne (40,8km, 4h51min) ging es richtig hoch auf die Schmalkalder Loibe (860 Höhenmeter). Das war echt ein heftiger Anstieg, den wir natürlich walkten. Dann ging es wieder leicht bergab. Inzwischen war der Marathon geschafft und es kamen ja nur noch 30km bis zum Ziel.

Nach dem Marathon - Reue


Km 50 in 6:09:48h. Nun verlassen wir den erprobten Bereich und begeben uns auf neues Terrain (klingt heroisch, fühlt sich aber offenbar anders an, höre ich da Reue heraus...?):
Sabine fiel allmählich durch Selbstgespräche auf… in vornehmer Zurückhaltung gemurmelte Flüche…
„Warum bin ich nicht Marathon gelaufen, da wäre ich jetzt im Ziel… Das nächste Mal wandere ich, die sehen so entspannt aus“… (Das wurde uns übrigens bis ins Ziel auch nachgesagt. Bin ja auf die Bilder gespannt.) Usw.usf.
Aber wer redet hat noch Puste, also ignorieren. Schließlich heißt das Motto
"Ich wandre ja so gerne am Rennsteig durch das Land,...
Ich bin ein lustger Wandersmann, so völlig unbeschwert,
mein Lied erklingt durch Busch und Tann, das jeder gerne hört ..."
Die Wanderer gingen auch nicht auf den Vorschlag zum Startnummerntausch ein. Ich versuchte etwas unterhaltend zu sein mit „Frauenthemen“ gelang das auch vorübergehend. Vielleicht hätte ich´s noch mit „Fressphantasien“ versuchen können, das kommt beim Wandern immer gut.

Getränke fassen am Gustav-Freitag-Stein und weiter ging’s. Und da ist er endlich, die magische Marke!! Grenzadler (54,7km/820m, 6h38min). Ziel der Wanderer.... aber es wollte ja keiner tauschen. Egal, es ist 12Uhr 40 und wir haben alle Zeit der Welt ins bis Ziel.                 Der letzte Schnee

Natürlich sind wir NICHT ausgestiegen. Es lief ja GUT! Keine Blasen, keine Krämpfe, keine harten Muskeln, mental noch gut motiviert und wir hatte einen energieoptimalen Rhythmus bei ca. 8km/h gefunden, die Beine liefen und liefen. Unterhaltsam war’s ja auch (Ob Sabine das auch so sah, habe ich lieber nicht gefragt. Das war auch nicht relevant, sag ich mal salopp).
Schnell noch mal die Schuhe entsteint und aufi geht’s.
Bergauf zum Großen Beerberg, - Jetzt Umkehren wäre blöd
Aber erst mal waren noch 6km anstrengendes Profil bergauf zu laufen, bis auf den Großen Beerberg, dem höchsten Punkt der Strecke. Von da an geht es bergab.
Bis zum Rondell (56,8km/800m), (Foto!!, Lächeln – mein Gott seh ich entspannt aus...) ging es irgendwie schnell. Ich nehme mir Wasser, geschüttelt – nicht gerührt und noch einem Powergel.
Dann kam der Anstieg auf den Beerberg. Kurz vor dem Gipfel konnten wir uns an der Suhler Ausspanne bei km 60,2/910 m nach 7h25min noch einmal mit Getränken stärken, ehe wir den letzten Anstieg nahmen. Wir hatte noch „Schildkröte“ eingefangen, der uns nun begleitete. Sabines Stimmung war jetzt auf der berühmten Talsohle.
„Ich will nach hause, ich will in meinen Sessel, so was mache ich niiiiie wieder, ich will nicht mehr laufen, nie wieder mache ich so was, ich gehe keinen Schritt mehr...
Die Motivationsversuche sahen so aus: Kannst ja umkehren und zurücklaufen (Neiiin!!). Trampel doch ein bisschen oder Schmeiß dich in den Schlamm ... (Grrrh). Heute Abend tanzt Du auf dem Tisch  (Niemals, ich mache GAR NICHTS MEHR)
OK, reden wir am KM70 noch mal drüber...
Der mit 974m höchste Punkt war kurz danach erreicht. Dieser Punkt war bis auf das Schild aber eher unspektakulär hier müssten doch die Fanfaren tönen.
Von da an ging’s bergab. Und wie es bergab ging! Das lief auch erst mal besser als gedacht, da habe ich sonst immer Probleme. Vielleicht macht sich das Gymnastiktraining und Lauf-ABC bemerkbar, das habe ich jetzt doch verstärkt ins Training eingebunden. Meine diversen und z.T. sehr lästigen orthopädischen Probleme bin ich so gut wie los... Die nur 600km Laufvorbereitung werden´s wohl nicht sein. Oder die Kompressionsstrümpfe? Also meine sonst krampfanfälligen Waden sind auch total ok.
An der Schmücke (64km) gab es Powegel und Bier!! Na wenn das nicht die ultimative Turbomischung ist. Schildkröte und Sabine waren da eher skeptisch...
Ich sehe auf die Uhr - 8 Stunden... Mensch Klasse. Nun kam der Abstieg von 910m auf 810m. Bis zum Kreuzwegegetränkepunkt (km 68,2/810m) wurde es vorübergehend nochmals etwas flacher. Hier gab es Tee ohne Zucker, das fand ich gut. Ich hege das Gefühl, die mentale Talsohle ist durchlaufen und bei der verrückten Einsteigerin (ich glaub´s immer noch nicht, fängt die auf dem Rennsteig gleich mit dem „Langen“ an) keimt Hoffnung.


Ziel, wir kommen! Erlösung und Euphorie


Noch mal in den Busch und jetzt das letzte Stück, lass jetzt bloß nichts mehr passieren!
Es kam eine sehr steile Passage (auahaua, jetzt machen das rechte Knie und der Schienbeinmuskel zu), da hieß es Zähne zusammenbeißen! Sabine hat Probleme mit dem linken Knie. Sie bietet mir ihr rechtes Bein an, dann könnt ich schon mal vorlaufen... Haha. Aber offenbar hat sich die Gute wieder eingekriegt und jetzt habe ich das Problem. Die fängt nämlich an zu rennen. Auf der anschließenden flacheren Strecke habe ich jetzt Not dranzubleiben. Hab ich´s nicht gesagt?!!! Aber auch mich hört ja keiner.
Wo war der verdammt km 70? Das muss so an dem Lift gewesen sein – da isser. 8h48min. Das glaube ich nicht.
Wir überholen laut schnatternd Hans-Georg Kremer, der uns hinterher ruft, so wie wir reden und aussehen hätten wir das Ding im Sack. (Hach, sooo viele Komplimente unterwegs, ich frage mich langsam, wie die anderen vor uns ausgesehen haben...).

Man sah nun langsam die ersten Häuser – und diesmal ist das Ziel zu hören. Dann endlich, Kilometer 71!! 710 Höhenmeter. Sabine fliegt und ich auch, die Beinprobleme sind wie weggeblasen. Ich: „Und jetzt kannst du es rauslassen!“ Sabine stiegen die Tränen in die Augen... „Heulen kannst du im Ziel! Jetzt genießen wir die letzten Meter – wir haben es geschafft.“
Noch einen Bogen passieren, dort ist immer laute Musik, aber heute war’s leider nicht AC/DC. Für die letzten 700m wurden wir nochmals angefeuert. Das Ziel kam in Hörweite, dann in Sichtweite Auf der Zielgeraden die letzte Anweisung: Und jetzt langsam – DAS erlebst du ein Mal, also genießen wir es. Wie reißen die Arme hoch und jubeln und jubeln und lachen und heulen zugleich. Die totale Endorphinüberschwemmung.
An der Seite stand Ecki und war sichtlich überrascht, uns schon zu sehen. Neunstundenundfünfminuten. – Wahnsinn. So lange am Stück gelaufen und 72km geschafft, ich war Happy.

Im Ziel trafen wir dann Schildkröte, der war 2 Minuten schneller.
Wir haben uns abgeklatscht, fielen uns um den Hals. Supermarathonis sind die Größten. Wiederholungstäter...

bild3 bild4

bild5



Und Sabine????

Übrigens HAT sie abends auf dem Tisch getanzt... Wie wir alle.