Petra

Dieser Spruch stand – etwa an km 7 – auf einem riesengroßen Plakat. Hochgehalten von einem Marathonfan am Straßenrand. Eins von vielen coolen Sprüchen, über die man unterwegs schmunzelt und die mich immer wieder aufmunterten…

Km 7 – das ist allerdings noch nicht unbedingt der Punkt, an dem die Schmerzen beginnen und man darüber sinniert, was man sich hier eigentlich antut und über Sinn und Unsinn eines Marathons nachdenkt.

Berlin. Der größte deutsche Marathon. Und ich mittendrin – als Mit-Läuferin. Ein Riesenevent, zu dem ich dazugehörte. Eine unter 40000. Ein Laufereignis in dieser Größenordnung habe ich noch nie erlebt, entsprechend groß war die Vorfreude.

Bereits am Donnerstag sind wir in Berlin angekommen – mein Mann und „Mänäger“ Rainer und unsere Freunde Beate und Frank vom Lauftreff Ahornweg.

Frank hatte sich ebenso wie ich gut auf den Marathon vorbereitet und wir freuten uns riesig auf dieses Event, das wir mit ein paar schönen Tagen in Berlin verbanden.

Bereits am Freitag machten wir einen schönen Stadtbummel durch Berlin. Da leider keine S-Bahn fuhr, liefen wir wesentlich weiter als geplant und ich war abends so pflastermüde, dass ich mir den Frühstückslauf am nächsten Morgen verkniff und stattdessen nur ein kleines Läufchen vor Ort machte.

Abends trafen wir uns bei Laufmauselke zur Pastaparty. Ihr Mann und Koch des Abends Hartmut verwöhnte uns nach allen Regeln der Pasta-Kochkunst. Ich freute mich riesig, viele Bekannte wieder zu sehen.

Das Wetter versprach supertoll zu werden. Allerdings konnte ich nicht glauben, dass es solch eine Hitzeschlacht werden würde….

Es stellte sich also nicht die Frage, was ich anziehen würde. Kurze Hose und kurzes Shirt – selbst das war schon zuviel . Ärmellos wäre wohl besser gewesen…

Bereits 5.00Uhr war die Nacht vorbei. Immerhin hatte ich es geschafft, ein paar Stunden zu schlafen. Endlich, endlich war es soweit.

Gemeinsam mit Laufmauselke, Klaus, Tina, Erika und den anderen Läufern von Elkes Lauftreff fuhren wir zum Hauptbahnhof. 


Von dort war es nicht weit bis zum Areal für Läufer. Es wurde immer voller und schwerer, das richtige Zelt für die Abgabe der Läuferbeutel zu finden und noch schwerer wurde es, zurück zum Treffpunkt mit Frank zu finden.

Noch eine halbe Stunde. Die Lautsprecherstimme empfahl nun allen Läufern, zum Start zu gehen. Da wir verschiedenen Startblöcken zugeteilt waren, mussten wir uns trennen.

Ich zog also allein los – in den Startblock H, dem letzten Block. Voller Vorfreude stand ich nun da – inmitten eines riesigen Läuferfeldes und doch allein. Ich hatte nicht die Spur einer Chance, bekannte Gesichter zu treffen. Also konzentrierte ich mich ganz auf mich selbst, auf das, was nun kommen würde.

Was im vorderen Teil des Läuferfeldes passierte, bekamen wir nicht mit. Leider gab es da hinten keinen Lautsprecher, so dass wir den eigentlichen Start nur „erahnten“. Gelbe Luftballons stiegen auf und verbreiteten die Kunde, dass nun die ersten auf den 42,195km langen Weg gingen. Haile war schon längst auf dem Kurs, als wir die ersten Meter vorwärts gehen konnten. Aber es ging immer schneller und bereits nach 12min lief ich über die Startmatte. Unzähliges Piepsen zeugte vom endgültigen Start. Vorbei die riesige Anspannung, endlich, endlich ging es los. Für mich ohne I-Pod, ich wollte mich voll und ganz der tollen Stimmung hingeben, mich tief einlassen auf das Abenteuer Berlin-Marathon.

 


Ein konkretes Zeitziel hatte ich mir nicht gestellt. Allerdings hoffte ich insgeheim so ein ganz klein wenig, erstmals unter 5 Stunden zu bleiben. Allerdings wollte ich nicht krampfhaft an diesem Ziel festklammern, falls ich merken würde, dass es nichts wird.

Viel wichtiger war mir – unter dem Motto „grenzenlos laufen“ die Berliner Atmosphäre in mir aufzunehmen, die neue vereinte Hauptstadt zu „erspüren“. Immerhin haben wir während der Zeit des Mauerfalls in Berlin gewohnt und diesen hautnah miterlebt. Jetzt wollte ich „laufend“ sehen, was diese pulsierende Stadt aus sich gemacht hat – also „Sightseeing“ pur.

Schon allein der Blick zur Siegessäule am Start war einfach gigantisch.

Bereits jetzt schien die Sonne mit voller Kraft und schon nach einem Kilometer lief der Schweiß aus vollen Strömen…

Vorbei am Ernst Reuter Platz ging es in Richtung Moabit. Am Straßenrand stehen immer wieder Bands, die mit ihrer Musik die Läufer anheizten. Es herrschte eine Wahnsinnsstimmung überall. Ich lies mich mitreißen. Lief einfach mit, lies mich treiben vom Meer der Läufer. Links und recht klatschten die Zuschauer frenetisch Beifall. Manche Läufer sah ich immer wieder – mal vor mir, mal überholte ich sie wieder…. Ich studierte die coolen Sprüche auf den Shirts – Sprüche z.B.  wie „Haile ankommen“. Auch die Schilder am Straßenrand waren überaus kreativ und haben mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht.

Mittlerweile waren wir in meinen damaligen „Heimatbezirk“ Mitte angekommen und wir überquerten die Straße, in der ich vor 20 Jahren wohnte. Sie war kaum wieder zu erkennen, alles war neu. Auch der Rosenthaler Platz war kaum wieder zu erkennen.

Bei mir lief es relativ gut. Das Gefühl, eine Blase zu bekommen, versuchte ich von vornherein zu ignorieren. Zu so einem frühen Zeitpunkt durfte das einfach nicht sein. Ich schaffte es also erfolgreich, meine Gedanken in eine andere Richtung zu drängen.

Ganz bewusst hatte ich mein Pulsmesser und den Laufsensor zu Hause gelassen. Ich wollte einfach nur nach Gefühl laufen. Die einzigsten „Eckpunkte“, die ich mir setzte, waren die Zwischenzeiten, die nach jeweils 5km angezeigt waren. Und so setzte ich mir auch meine 5km-Etappen. Niemals daran denken, wie weit es insgesamt noch ist.

Meine nächste Etappe war allerdings der Halbmarathonpunkt. Hier würde ich nicht nur eine neue Zwischenzeit sehen, sondern hier erwartete mich Rainer mit meiner „Notration“. Diese bestand aus einem gemixten Gel und einer Salztablette.

Allerdings merkte ich sehr früh, dass ich nicht bis dorthin warten konnte und nahm die erste Salztablette viel früher. Mein Gesicht war schon beim km 15 voller Salz. Das hieß für mich: höchste Krampf-Alarm-Stufe.

Nach 2:20 erreichte ich den Halbmarathonpunkt. Rainer war da – ich freute mich einfach riesig, ihn inmitten der Menschenmassen entdeckt zu haben. Irgendwie hatten wir vergessen, uns eine Seite auszumachen, an der ich laufen und er stehen würde. Naja – einen Marathon dieser Dimension kannte ich bis dahin auch nicht.

Mein nächstes Ziel war jetzt km 25, danach 30… Dort am Hohenzollerndamm  wartete Rainer wieder auf mich. Diesmal war er es, der mich entdeckte – ich wäre doch glatt vorbei gelaufen… Ich nahm mein Fläschchen „Spezialgetränk“ und lief weiter.

Mittlerweile machte mir die Hitze immer mehr zu schaffen. Ich freute mich über jede „Dusche“, jede Möglichkeit, die Hitze des Körpers etwas zu reduzieren….  Die Blase schien sich aber glücklicherweise  nicht als solche weiterzuentwickeln.  Am Nollendorfplatz bei km 36 wollte Rainer noch ein letztes Mal an der Strecke stehen. Meine Blicke fielen wanderten immer wieder zum Streckenrand – aber er war einfach nicht zu finden… Ich war schon ganz traurig, da sah ich plötzlich Billy vom Streakrunnerforum stehen. Ich habe mich riesig gefreut und es lief gleich wieder etwas besser…

Vor mir sah ich nun schon den Potsdamer Platz. Von dort aus waren es nur noch 4km! Bis dahin hatte ich ganz bewusst vermieden, rückwärts zu rechnen….

Die Sonne strahlte immer stärker und in mir begann eine Übelkeit aufzusteigen, die ich so nicht kannte. Meine Beine sagten mir: Lauf ein wenig schneller, das Ziel ist nicht mehr weit. Aber meine Vernunft sagte mir: Tu es nicht, das tut deinem Körper nicht gut.

Das Wichtigste für mich aber war und ist immer, gesund anzukommen.  Deshalb nahm ich ganz bewußt das Tempo raus und lief langsam weiter. Bei Erika am letzten Verpflegungspunkt auf dem Gendarmenmarkt trank ich noch einen Becher Wasser und machte mich auf den Weg zum Brandenburger Tor, zum Ziel.

Nur noch 2km lagen vor mir, 2  nun unendlich lang scheinende Kilometer. Der Punkt war gekommen, an dem ich einfach nicht mehr wollte, nicht mehr konnte…

Vor mir sah ich das Brandenburger Tor, so unendlich nah und trotzdem noch einen ganzen Kilometer weit entfernt. Ein Kilometer, der mir noch mal richtig schwer fiel. Aber je weiter es in Richtung Ziel ging, desto stärker wurde der Beifall. Ich lies mich tragen von der Stimmung im Zielbereich. Ich lief mit Gänsehaut durch das Brandenburger Tor – jener Grenze, die bis vor 20 Jahren unüberwindbar schien.  Nur noch wenige Meter. Der Zielbogen in greifbarer Nähe. Ich merkte meine Beine nicht mehr, ich lief einfach und lief… Die Endorphine sprangen im Dreieck, ich war einfach nur glücklich – und fertig. Es hätte keinen Meter weiter gehen dürfen… Ich sah mich um und konnte leider keinen meiner Freunde und auch meinen Mann nicht entdecken. Im Zielbereich durfte keiner rein, was mich ganz traurig machte. Zu gern hätte ich meine Lieben umarmt und meine Freude  mit ihnen geteilt… So ging ich allein und kämpfte mich erstmal zu den Wasserbechern vor. Es ging kaum vorwärts und die Sonne schien mich endgültig schachmatt zu setzen. Weit und breit kein schattiges Plätzchen. Ich war total überhitzt und unendlich froh, einen Baum für mich gefunden zu haben, hinter den ich mich erstmal setzen konnte.

Langsam, ganz langsam kam ich wieder „runter“ und war in der Lage, duschen zu gehen. Jetzt wollte ich nur noch eins: Meinen Mann und meine Freunde am vereinbarten Treffpunkt finden, was auch reibungslos klappte.

Jetzt lagen wir uns einfach nur noch in den Armen und waren glücklich. Frank hatte seinen Marathon in einer tollen Zeit geschafft und auch Vroni und Orange waren erfolgreich ins Ziel gekommen.

So nach und nach erfuhren wir per SMS oder in den Foren, dass alle uns bekannten Läufer erfolgreich gefinisht haben.

An dieser Stelle möchte ich euch allen ganz herzlich zu diesem grandiosen Lauf und eurem persönlichen Erfolg gratulieren!

Fast hätte ich es vergessen: Mein Zeitziel habe ich erreicht. Ich bin nach 4:53:04 ins Ziel gekommen - mein erster Marathon unter 5 Stunden!

 

 

 

Mon, 21. sep 2009 18 Kommentare

Liebe Petra, vielen Dank fürs Mitnehmen. Du hast sooo schön geschrieben, jetzt bin ich doch nochmal dabei gewesen. Herzlichen Glückwunsch zum Bärlin-Finish und zu dieser tollen Zeit! Ich musste immer daran denken, wie Ihr die Hitze vertragen würdet, wenn sie sich schon bei Haile ausgewirkt hat. Jetzt wünsche ich Dir eine gute Erholung. Und es war schön, Dich bei Elke getroffen zu haben.

Sei lieb gegrüßt, Marianne

 

Marianne - der 22.09.2009 um 06h13
Hallo liebe Petra,
von mir und von Jens die aller herzlichsten Glückwünsche (euch allen) zum erfolgreichen finish des Berlin-Marathons. Man könnte richtig neidisch werden, aber an genau diesem Wochenende waren ja auch wieder soooo viele Laufveranstaltungen...
Ich kann mir diesen gigantischen Ansturm kaum vorstellen, da ist wohl der Rennsteiglauf eher ein urbaner Volkslauf dagegen...??!!
Jetzt geniesst erstmal alle euren verdienten Stolz und eure wohlverdiente Erholungsphase!!
Elke II (und Jens I.)
Elke II - der 22.09.2009 um 07h45
Liebe Petra,

meinen herzlichsten Glückwunsch zu Deinem erfolgreichen Finish. Toll wie Du gekämpft hast und es ist so schön, dass Du auch Dein geheimes Zeitziel schaffen konntest. (auch wenn es, wie bei mir auch immer, nicht im Vordergrund steht).
Danke auch für Deinen wundervollen Bericht. Da kam mir doch die Erinnerung an jeden Kilometer meines BM im letzten Jahr und ich spürte noch einmal dieses wahnsinnig schöne Gefühl, diese Riesenstimmung.
Nun räckel Dich mal noch genußvoll ein paar Tage auf Wolke 7 und schone Dich und Deine Beinchen ein wenig.

LG Sybille
Sybille - der 22.09.2009 um 08h31
Das ist so ein Bericht, für den es sich lohnt in Blogs rumzustöbern. Berlin ist schon was ganz besonderes, selbst wenn man den Trubel gar nicht so mag.
Gratulation zur tollen Zeit unter schwierigen Bedingungen.


Jörg
Joerg - der 22.09.2009 um 08h38
Liebe Petra, vielen Dank für Deinen eindrucksvollen Laufbericht und auch hier nochmal herzlichen Glückwunsch zu Deiner tollen Zeit. Ich wünsche Dir eine gute Erholung. Liebe Grüße von Laufmaus Elke
laufmauselke - der 22.09.2009 um 08h46
Liebe Marianne,
vielen lieben Dank! Ich habe mich auch riesig gefreut, dich mal wieder gesehen zu haben. Jetzt hatten wir auch endlich mal Zeit, ein wenig zu quateschen.

Auch euch, liebe Elke und lieber Jens, vielen, vielen Dank! Ja- gegenüber Berlin geht es auf dem Rennsteig eher beschaulich zu. Aber dafür hat man Natur pur. Jeder Lauf ist auf eine andere Art reizvoll.

Liebe Billy,
du glaubst gar nicht, was es mir für einen Motivationsschub gegeben hat, als ich dich am Straßenrand entdeckte. Es war einfach toll!

Vielen Dank, lieber Jörg - für die Glückwünsche und das Kompliment. Ich freue mich, daß dir der Bericht gefallen hat. Auch bei dir lese ich sehr gern!

Liebe Elke,

auch an dich ganz vielen Dank. Nicht nur für die Glückwünsche, sondern vor allem auch für eure wundervolle Gastfreundschaft, die wir am Vorabend bei der Pastaparty genießen durften. Grüße bitte Hartmut ganz lieb von mir und sage ihm: Danke, danke, danke, danke.....

Petra - der 22.09.2009 um 09h31
Herzlichen Glückwunsch, liebe Petra! :) Obwohl ich kein Marathonmensch bin, habe ich Deinen Bericht doch sehr interessiert gelesen. Das muß schon ein spannendes Gefühl sein, unter so vielen Menschen zu laufen. Sicher eine tolle Atmosphäre. Aber ich gebe zu, für mich wäre das nichts. Ich bin zur gleichen Zeit im einsamen Wald gelaufen. Wir Menschen sind eben unterschiedlich – und das ist auch gut so. Ich wünsche Dir weiterhin so schöne Läufe, auch wenn es vielleicht partiell hart war. Alles Gute, liebe Grüße Marcus
Marcus - der 22.09.2009 um 09h51
Hallo Petra!
Vielen Dank für diesen Superbericht! Bin aus reiner Neugier gestern mal die letzten Meter in Frankfurt 2007 virtuell mit dir gelaufen (war mein erster Marathon, daher ist mir der Zieleinlauf noch sehr nah). Da warst du ja schon happy, aber gegen diesen Sonntag war das wohl gar nix, oder?! Jedenfalls hast du mich richtig mitgerissen. Danke dafür!
LG
Esther
kanko - der 22.09.2009 um 09h57
Hallo Petra,

erst mal ein Riesenjubel und ca. 2000 La-Ola-Wellen in deine Richtung! Glückwunsch zum Erfolg! Das hast du wunderbar beschrieben, wie man sich über diese Strecke tragen lassen kann. Ich habe es auch wieder genossen, mein Bericht kommt bald. Aber haste was gemerkt? Es läuft, wie der Kopf programmiert ist - nach 42 km hätte es nicht weitergehen dürfen, wie du schreibst. Wäre der lauf 55 km lang gewesen, hätten wir es aber auch geschafft. Spannend, nicht? Angenehme Regeneration und liebe Grüße!

Holger
Holger - der 22.09.2009 um 10h17
Hallo Petra,

ganz herzlichen Glückwunsch für deinen erfolgreichen Marathon und noch dazu in so einer tollen Zeit und das bei dem warmen Wetter. Deinen Bericht zu lesen hat wieder viel Spaß gemacht. Ich kann mir vorstellen, dass es bestimmt eine wahnsinnige Atmosphäre ist bei so vielen Tausend Läufern und Zuschauern zu laufen. Es motiviert mich jedenfalls immer mächtig, wenn ich lese, wie du dich erfolgreich durchkämpfst. Na ja, vielleicht gelingt mir das ja nächstes Jahr auch. Ich "arbeite" jedenfalls fleißig daran. Ich hatte heute frei und mir deshalb ein längeres Läufchen (2,5 h) gegönnt. Erst war es noch recht neblig und Tausende von Spinnweben glitzerten am Wegesrand. Dann kam die Sonne raus und es wurde recht warm. Es war einfach schön.
Wir sehen uns ja dann in Schmiedefeld. Bis dahin lass es dir gut gehen und regeneriere dich ordentlich.
Liebe Grüße
Katrin
Katrin Helle - der 22.09.2009 um 18h23