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Veröffentlicht von Petra

Es ist Samstag morgen. Ich habe frei. Schon mit dem Gedanken an meinen Lauf wache ich auf. Ich denke an den Film Sister Act 2. Dort sagte Whoopi Goldberg als Schwester Marie Clarance zu einer ihrer Schülerinnen:

"Wenn du in der Nacht vom Singen träumst, am Morgen aufwachst und an nichts anderes denkst als ans Singen - dann bist du eine Sängerin".

Trifft das nicht irgendwie auch auf das Laufen zu? Ich schlafe ein mit dem Gedanken an den neuen Tag, an meinen Lauf und die Vorfreude darauf.

Heute wollte ich in den  2km entfernten Nachbarort laufen, weil ich dort etwas zu erledigen hatte. Allerdings sollten es nicht wirklich nur 2km werden, etwas weiter durfte es schon sein.

Also nahm ich die erste Abzweigung in die falsche Richtung. Kurz darauf verlies ich den Weg an der Nidda und lief hinein in die herbstliche Wetterau. War das schön hier! Überall bunte Blätter, glasklare Luft und aus den sanften Hügeln eine wunderschöne Fernsicht weithin ins Land.

Die Wege über die Felder waren bereits vom Regen aufgeweicht, die Erntefahrzeuge hatten ihre tiefe Spuren hinterlassen. Bereits nach wenigen Kilometern war das restliche Weis auf meinen Laufschuhen einer dicken Schlammschicht gewichen und meine Waden konnte man vor lauter Schlamm kaum noch erkennen. Die Schuhe wurden immer schwerer, so daß ich eine Zwangspause einlegen mußte, um wenigstens den groben Dreck abzumachen.

Aber all das störte mich überhaupt nicht. Wieder hatte ich die Möglichkeit zu wählen: direkter Weg oder noch eine Schleife einbauen?

Ich entschied mich für die Schleife. Direkter Weg ist doch öde...

Vorbei am Nonnenhof ging es wieder zur Nidda. Hier war wenigstens der Weg schlammfrei. Die Luft war so klar, daß ich jetzt  bis nach Frankfurt blicken und die Skyline bewundern konnte. Ich lief also in Richtung Frankfurt - immer noch in die entgegengesetzte Richtung meines eigentlichen Ziels.

Die nächste Abzweigung aber mußte ich nehmen, eine weitere Schleife würde mich doch zu weit wegführen.

Mittlerweile schoben sich die Wolken über mir bedrohlich zusammen. Die Sonne war verschwunden. Aber egal, ein paar Regentropfen schaden nicht - im Gegenteil, es war schön, die Tropfen im Gesicht zu spüren.

Nun mußte ich nochmal ein paar Hügel "erklimmen".  Es ist ein genußvolles Laufen hier, schön und abwechslungsreich. Mittlerweile laufe ich ganz von allein, meine Gedanken schweifen ganz weit weg. So merke ich fast gar nicht, daß ich plötzlich vor meinem Ziel stehe und 16km in den Beinen habe: Glücklich, zufrieden  und voller Endorphine!

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Petra 10/31/2010 21:28



Nein - ich glaube, das hast du noch nicht erwähnt - aber es ist schön und ich liebe es auch.


Mittlerweile ordnen wir wirklich ziemlich viel dem Laufen unter, Laufen ist die Schönste "Nebensache" der Welt!


Viele liebe Grüße


Petra



Ika 10/31/2010 12:29



Hallo liebe Petra,


der von Dir genannte Satz aus Sister Act 2 ist mir beim Film anschauen auch erneut ins Herz gefallen.


Das Laufen nimmt einen guten Platz in unserem Leben ein, vieles wird dem untergeordnet...


Dein Lauf mit Schleife und Regen liest sich sowas von gut!


Wünsche weiter viele gute Läufe, auch im herrlichen Regen.


Habe ich schon mal erwähnt, dass ich es liebe, im Regen zu laufen?


Liebe Grüße


Erika



Petra 10/19/2010 20:26



Hallo liebe Elke,


von diesem Virus habe ich mich nur zugern anstecken lassen. Es ist einfach geil, sich jeden Tag in die Natur zu begeben, zu laufen und zu genießen... Nichtläufer ahnen gar nicht, was sie
verpassen.


Hallo liebe Ramona - es geht natürlich auch beides - Singen und Laufen! Ein geplantes Training mache ich auch schon
lange nicht mehr. Ich laufe auch nach Lust und Laune - na und entsprechend dem Zeitbudget.  Wenn man das nicht macht, kann es wirklich schnell zum Muß werden.


Ich hoffe du hattest heute einen schönen Lauf mit Silke!


Viele liebe Grüße an euch beide


Petra


 



Ramona 10/19/2010 08:25



Ja, liebe Petra, wie das Leben so spielt. Mir geht es auch oft so, dass ich während des Laufens einfach entscheide, ob ich noch einen anderen Weg "mitnehme". So wird es manchmal mehr, manchmal
aber auch weniger. Das ist gut so. Nicht immer nach Trainingsplan - wobei ich sowieso nicht nach Plan "trainiere", sondern einfach laufe, wie es meinen Beinen so passt. So muss es sein. So kann man auch die Freiheit spüren, das Leben, ohne Druck (denn dann wäre wieder ein MUSS dahinter). Das halte
ich für wichtig.


Zum Träumen. Ich träume von beidem, singen und laufen. Diese Nacht hab ich wieder mehr gesungen und es heute früh
dadurch verschlafen. Nun muss Silke eine halbe Stunde länger auf uns warten. Naja, sie wird's verstehen.


Liebe Grüße


Ramona



laufmauselke 10/18/2010 22:49



Du bist eindeutig infiziert. Den Virus kenne ich. :-)
Ich kann Dich so gut verstehen, das ist nämlich ansteckend.
Die spontanen Läufe in der Natur sind die schönsten.
Danke liebe Petra, das Du uns mitgenommen hast.
Liebe Grüße
Elke