Artikel teilen! Vom Glück laufen zu können: Gestern hatte ich eine wunderbare Begegnung. Nach meiner Laufrunde durch das Ossenheimer Wäldchen begebe ich ...
Gestern hatte ich eine wunderbare Begegnung. Nach meiner Laufrunde durch das Ossenheimer Wäldchen begebe ich mich wieder auf den Rückweg. Es geht bergauf, nicht steil - also kein Problem für mich.
Vor mir müht sich ein junger Mann auf einem zum Handbike umgebauten Rollstuhl den Berg hinauf. Er hat es sichtlich schwerer als ich, aber er kämpft sich tapfer hinauf.
Als ich ihn überhole, grüße ich ihn freundlich - in meiner Stimme bringe ich ihm allergrößte Hochachtung entgegen. Irgendwie fühlten wir uns in diesem Moment sehr verbunden - als Sportler. Er auf dem Handbike, ich laufend. Jeder, wie er kann.
Mir wird wieder mal bewußt, welch wertvolles Privileg ich habe. Ich kann, darf laufen. Ich bin gesund.
Aber - als behinderter Mensch nicht den Kopf in den Sand zu stecken, sondern all seine Kraft in den Sport zu stecken, den man betreiben kann - das finde ich spitzenmäßig.
Ich laufe weiter, der Berg ist bald geschafft.
Ich verlasse den Wald und laufe über den Feldweg - nun geht es bergab.
Während ich so vor mich hin träume, höre ich plötzlich ein Geräusch und drehe mich um. Es ist der junge Mann in seinem Handbike. Er lacht mich fröhlich an und mit den Worten: "Es gibt doch noch eine Form der Gerechtigkeit" rollt er zügig an mir vorbei - läßt mich sozusagen "stehen"....
Noch ein freundliches Winken - und weg ist er.
Jawoll - es gibt noch eine Form der Gerechtigkeit. Für die, die sich täglich bewegen, die täglich ihren Sport betreiben. Egal welchen. Die reich beschenkt werden mit Wohlbefinden, innerer Zufriedenheit, mit Glück.
In diesem Moment spürten wir beide wohl diese innere Verbundenheit, zwischen vollkommen unterschiedlichen Menschen, die aber eins eint: Ihr Hobby, ihre Liebe zur Bewegung. Egal welche.
Ich liebe meine täglichen Läufen - auch oder gerade wegen solchen wertvollen Begegnungen mit Menschen, die es nicht so leicht haben wie ich, die aber trotzdem dem Sport treu bleiben.
Lieber Marcus,
ich kann mich sehr gut an Deinen Artikel erinnern - unsere Empfindungen waren bzw. sind sehr ähnlich.
Solche Begegnungen machen uns doch immer wieder bewußt, welches Glück wir eigentlich haben, wie priviligiert wir doch sind mit unserer Gesundheit. Aber auch das kann sehr schnell vorbei sein.
Vielleicht können wir ja mit unseren täglichen Läufen doch einigen Krankheiten davonlaufen? Und dem Alterungsprozess so ein ganz kleines bisschen ein Schnippchen schlagen?
Ich wünsche dir ein wunderbares Wochenende! Bleib gesund!
Viele liebe Grüße
Petra
Ein sehr berührendes Erlebnis, liebe Petra. Ja, Laufen zu dürfen ist ein großes Glück. Und der Handbiker hat positiv gezeigt, dass man sich nicht unterkriegen lassen muss, auch wenn das Schicksal einem übel mitspielt. Wahrscheinlich gibt es immer noch andere Menschen denen es schlechter geht. Ja, wir Läufer genießen ein großes Privleg.
Liebe Grüße
Dietmar
Lieber Dietmar,
ja diese Begegnung hat mich wirklich tief berührt. Wenn ich dann in die ungläubigen Gesichter vieler meiner Bekannten schaue, die nicht verstehen können, daß ich meine Entfernungen nicht mit dem Auto zurücklege...
Es bedarf schon eines langen Weges bis zu der Erkenntnis, dass es wirklich ein Privileg ist, laufen zu können bzw. zu dürfen. Laufen nicht als ein "Muss" zu betrachten, sondern als ein "ich will" .
Gerade in solchen Situationen ertappe ich mich immer wieder bei der Frage, wie lange es noch gehen wird. An ein Ende vermag ich nicht zu denken.
Ich glaube, es ist wirklich das Beste, immer nur an den einen Lauf zu denken, den man gerade absolviert. Und am nächsten Tag kommt der Nächste und....
Ich wünsche auch dir einen wunderbaren Sonntag!
Viele liebe Grüße
Petra
Liebe Petra,
eine schöne Begegnung! Einem Handbiker begegne ich seltener, dafür einem älteren Radfahrer, der jeden Tag mit seinem Rad unterwegs ist. Wir unterbrechen dann immer unsere Runden, schwatzen ein paar Minuten, bis jeder wieder seines Weges läuft/radelt. Es ist schön, wie man sich sehr schnell versteht.
Ein schönes Wochenende!
Ramona
Hallo liebe Petra,
solche Menschen verdienen auch meinen größten Respekt!!!! Leider geht es aber nicht allen Menschen so, die können nicht so am Leben teilnehmen! Man kann nur so viel vom Leben haben, wenn man versucht - mit seinem Schicksal klar zu kommen. Ob ich das so hinbekommen würde, wenn es mich so treffen würde ? Ich weiß es nicht.... Auf jedem Fall "HUT AB" für solche Menschen.
Liebe Grüße
Angelika
Liebe Ramona,
es ist doch erstaunlich, wie schnell man Kontakt findet unter Gleichgesinnten - und so ein kleiner Schwatz ist doch auch mal eine willkommene Abwechslung!
Einschönes Wochenende kann ich dir leider nicht mehr wünschen - aber noch einen schönen "Restsonntag" und einen guten Start in die Woche!
Viele liebe Grüße
Petra
Liebe Angelika,
"Hut ab" - das trifft es ganz genau. Ich weiß auch nicht, ob und wie ich mit einem solchen Schicksal klar kommen würde. Deshalb hat jeder, der sein Leben so toll im Griff hat, meine Hochachtung!
Ich wünsche dir auch einen schönen Abend und einen guten Start in die Woche!
Viele liebe Grüße
Petra
Ein schönes Erlebnis war das wohl, eins, was schon beim Lesen unter die Haut geht.
Es zeigt auch, dass man aus jeder Situation etwas machen kann und dass Sport auch für Behinderte etwas sehr Wichtiges ist.
Liebe Grüße
Kornelia
Ja liebe Petra, das sind wieder sehr schöne, aufrüttelnde Gedanken. Ich bewundere auch jeden Menschen, der sich täglich aufrafft, und der aus seinem Leben etwas macht. Jeder nach seinen Fähigkeiten. Ob eingeschränkt oder behindert. Wo ist die Grenze? Jeder kann etwas für sich tun. Und wir alle können Helfen, oft mit ganz wenig Mitteln. Manchmal reicht schon eine Geste, oder ein Wort, um einen Menschen glücklich zu machen. Das zeigt uns auch Deine besondere Begegnung.
Liebe Grüße
Elke
Liebe Elke,
es war in der Tat eine wunderbare Begegnung, an die ich gern zurückdenke. Ich habe diesen Mann sehr bewundert. Es ist schön zu sehen, wie Menschen ihr Schicksal meistern und sich durch nichts unterkriegen lassen. Das verdient unser aller Hochachtung.
Viele liebe Grüße
Petra