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Veröffentlicht von Petra

Urlaub. Die schönste Zeit des Jahres. Lange, lange geplant, Kataloge gewälzt, Ziele ausgesucht, wieder verworfen - und dann letztendlich entschieden: Wanderurlaub im herbstlichen Bayrischen Wald.

Weg vom Schreibtisch, hinaus in die Natur, hinaus in den Wald.

Jeder der mich kennt, weiß, daß ich ein ausgesprochener Naturmensch bin und ganz besonders meinen Thüringer Wald liebe.

Hier im Bayrischen Wald hatte ich die Gelegenheit, einen ganz anderen Wald kennenzulernen. Ich war total überrascht, aber es gibt ihn noch (oder genauer gesagt wieder) den Urwald in Deutschland.

Bisher war für mich der tropische Regenwald der Inbegriff von Urwald - aber nun weiß ich, dass das nur eine Seite ist.

Ein Urwald kann überall auf der Welt existieren. Es ist ein Wald, der nicht bewirtschaftet wird, sondern desses natürlicher Kreislauf der Natur selbst überlassen bleibt.

Ohne Eingriff des Menschen entsteht ein Wald - den ich so bisher noch nicht gesehen habe und der mich vollständig in seinen Bann gezogen hat.

Es ist ein Wald, in dem jeder Baum ein Zeugnis des Entstehens und Vergehens ist, ein Zeugnis es Klimas, des Wetters und der gegenseitigen Abhängigkeiten, ein Zeugnis der Überlebensfähigeit und Anpassungsfähigkeit der Natur.

Keine Pflanze, kein Tier und überhaupt kein einziges Lebewesen existiert ohne Zweck. Alles hat seinen Sinn, alles bedingt sich gegenseitig.

 

wunderbarer Urwald

 

Im Urwald ist alles ganz anders als im bewirtschafteten Wald.  Es gibt ganz kleine Bäumchen, die sich einen Platz erkämpfen müssen und sich dazu diverse Überlebensstrategien entwickeln. Es gibt Bäume, deren Umfang und deren Größe auf ein sehr langes Leben schließen lassen. Es gibt sehr alte Bäume und totes Holz, dessen Zerfall wiederum zu einem humusreichen, Feuchtigkeit haltenden, nahrhaften Waldboden führt.

Alles hat seinen Sinn.

 

Hier seht ihr die Strategie der Tannen. Um sich gegen die hohen Gräser durchzusetzen, wachsen sie im Urwald vorzugsweise auf umgefallenen Baumstämmen - die ja liegenbleiben und nicht weggeräumt werden. Sie bieten beste Bedingungen für den "Tannennachwuchs"...

Tannenstrategie 2

 

Die stärksten Tannen setzen sich durch. Der liegengebliebene Baumstamm ist irgendwann zu Erde verfallen. Aber nun sind die Wurzeln der Tanne so stark - sie suchen und finden den Weg ins Erdreich.

Nach vielen Jahren sieht das dann so aus:

Tannenwurzel

 

Hier seht ihr einen Baum, der schon fast zu Erde geworden ist.

Ein Baum wird zu Erde

 

Und hier kann man nur noch erahnen, wo der Baumstamm mal lag. Die Reste der Wurzel sind noch erkennbar...

Hier lag einmal ein Baum

 

Hier hat ein neuer Baum seinen Weg in den Überresten eines alten Baumes seinen Platz gefunden.

Tanne im Baumstamm

 

Der Urwald bringt wahre Wurzelwunderwerke hervor...

im Urwald

 

Werke der Natur

 

Jeder Blick nach links und rechts lohnt sich - es gibt immer neue Wunderwerke der Natur zu sehen. Man muß nur die Augen aufmachen.

Angeheizt durch einige Schilder, die zum Nachdenken anregen sollen, entzündet sich in der Wandergruppe eine heiße Diskussion. Was ist besser? Urwald oder bewirtschafteter Wald? Haben wir das Recht, den Stop der weiteren Zerstörung der tropischen Regenwälder zu fordern, aber bei uns selbst den urwäldern wenig Raum und kaum eine Chance zu geben?

Unsere Wanderführerin erzählt uns einiges über die Widerstände insbesondere der Waldbauern, die ja von dieser Bewirtschaftung leben. Ich kann beide Seiten verstehen, aber mir wäre es lieber, wenn es noch viel mehr solche Oasen der Natürlichkeit gäbe.

nochmal - wie wahr!

 

 

kein Kommentar

 

Nachdenklich laufen wir weiter. Es regnet. Aber es ist schön. Hier kann man richtig abschalten, kann seinen Gedanken freien Lauf lassen. Die Natur weiß auch ohne die Menschen, was sie zu tun hat. Ein schöner Gedanke. Aber ich weiß auch, daß es kein Zurück in der menschlichen Entwicklung geben wird und kann nur hoffen, daß die Ausbeutung der Natur nicht zu deren vollständigen Zerstörung führen wird.

 

Wer Lust hat, alle meine Fotos zu sehen - der findet sie hier in diesem Album. Ich bin zwar keine besonders gute Fotografin, aber ich denke,  sie sind es wert, daß man sie sich anschaut.

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laufmauselke 10/31/2012 21:42


Danke liebe Petra. Das ist ein sehr schöner Bericht, der mal wieder zum Nachdenken anregt. Und Deine Bilder sind wunderschön.
Liebe Grüße
Elke

Martin 10/23/2012 09:17


Das ist doch genau der Wald den ich so liebe. Ursprünglich, lebendig, wild! Toller Bericht uns sehr lehrreiche Bilder! Danke!

Bianca 10/21/2012 08:46


Tolle Bilder, Petra. Sieht nach einem gelungen Urlaub aus. Wahrscheinlich unser nächstes Urlaubsziel im Sommer.


Viele Grüße,Bianca

Täglichläufer 10/15/2012 14:52

Nichts geht über die Schönheit der Natur, liebe Petra. Vielen Dank für das Teilhaben daran - in bildhafter Form. Möge jene Welt erhalten bleiben. Liebe Grüße Marcus

Petra 10/14/2012 22:38


Liebe Kornelia,


ja - wie es wohl aussehen würde? Die Natur wäre bestimmt viel gesünder und alles im Einklang... Aber das ist leider nur Wunschdenken. Aber ich freue mich sehr, daß es wenigstens noch einige Oasen
der unberührten Natur gibt.


Danke für Deine lieben Grüße. Ich wünsche dir einen guten Start in die neue Woche!


Lieber Holger,


schön mal wieder was von dir zu hören! Das klingt nicht nur nach Erholung - das war auch welche! Leider war es nur eine Woche. Wir hätten gut und gern da noch eine Woche dranhängen können. Aber
es ging leider nicht, die Pflicht hat gerufen.


Viele liebe Grüße euch beiden


Petra