Um es gleich vorwegzunehmen - ich bin gestern keinen Ultra gelaufen. Es waren "nur" 35km. Aber dieses kleine Wörtchen "nur" möchte ich eigentlich gleich wieder streichen. Es waren gestern für mich
35km wunderschöne, aber äußerst schwierig zu laufende Kilometer.
Bereits am Freitag Abend kamen Ramona, Laufmauselke und Billy aus Demmin bzw. Berlin hier in Hessen an. Gemeinsam freuten wir uns nicht nur auf einen schönen Lauf, sondern auf ein schönes
Wochenende.
Es ist toll, wenn sich Läufer treffen. Wir hatten uns viel zu erzählen und so verging die Zeit wie im Fluge. Wie bereiteten noch unsere Laufsachen vor und gingen dann zeitig ins Bett. Auf Grund der
Witterungslage fuhren wir am nächsten morgen sehr zeitig los, aber die Anfahrt gestaltete sich ohne Probleme.
Mein Ziel heute war es ja, einen schönen langen Trainingslauf zu machen. Als Minimum sollten es 30km, maximal 40km werden. Noch hatte ich wenige lange Trainingsläufe gemacht. Daher war es
eigentlich vermessen, jetzt gleich einen 50km Ultra zu laufen - dazu war mein Trainingszustand einfach noch nicht ausreichend.
Bereits in der Turnhalle trafen wir viele bekannte Gesichter aus dem Streakrunner Forum.

Gemeinsam mit Esther, Elkli, Ramona, Billy und Laufmauselke reihten wir uns in die lange Schlange der Laufwilligen ein und begaben uns an den Start. Da wären wir fast noch zu spät gekommen, weil
Elke und ich zu lange beim Anziehen gebummelt hatten. War ja auch nicht ganz einfach - die richtige Kleiderauswahl...
Da ich ja eine bekennende Frostbeule bin, habe ich mich für mehrere Lagen an Laufwäsche entschieden und es nicht bereut.
Die ersten Runden liefen ziemlich gut. Während Eke und Billy bald unseren Blicken entschwunden waren, begannen Ramona und ich unsere Runden zu ziehen. Bald schloß das Elkli zu uns auf und wir
liefen zu dritt, quatschten viel und hatten unseren Spaß. Esther war bei ihrer Freundin geblieben und erwartete uns später im Zielbereich.
Am Start trafen wir auch auf Evi vom Rennsteiglaufforum und ihre Freundin Beate, mit denen wir auch ein ganzes Stück zusammen liefen.
Die Bodenverhältnisse waren sehr schwierig und wir spürten sehr bald, daß dies eine enorme Belastung für die Füße werden würde.
Immer wieder überholten uns Foris und andere Läufer, die uns mit Namen ansprachen oder wieder mal "Steakrunner" statt Streakrunner auf unsere Shirts gelesen hatten. Hanka kam uns öfters entgegen
und feuerte uns an. Stefan, Padre, Roland und Frett hatten beim Überrunden immer ein aufmunterndes Wort für uns. Mathias strahlte wie die Sonne, die sich leider nicht zeigte. Aber Mathais Lächeln
war ein guter Ersatz...

Leider habe ich kein Bild von Mathias`Lächeln... Dafür strahlte
Stefan umso mehr...
Ehe wir es uns versahen, waren drei Runden gelaufen. Einmal pro Runde durften wir an der Verpflegungsstelle in Elklies pinkfarbene Veschberdösle greifen und eine Mozartkugel naschen.
In der 4. Runde schmerzte Ramonas Fuß immer mehr und sie humpelte stark. Trotzdem wollte sie weiterlaufen, so daß mir nichts anderes übrig blieb, als ein Machtwort

zu sprechen. Da es Elkli auch nicht so gut ging, hörten beide nach 20km auf und ich lief
allein weiter. Es war sehr schade, wir waren so ein gutes Team!
Am Ende der 4. Runde überrundete mich Laufmauselke und auch Billy. Von Runde zu Runde entschied ich mich, ob ich weiterlaufe oder nicht. Die Bedingungen waren ziemlich hart. Nicht die Temperatur
und auch nicht der Schneefall - es war der Boden, der uns allen sehr zu schaffen machte. In der 7. Runde hatte ich dann das Gefühl, stellenweise beim Laufen "Stehversuche" zu machen, so daß ich
mich entschied, nach 35 km meinen Lauf zu beenden.
Ich war trotzdem happy, daß ich soweit gekommen bin. Es war ein schöner langer Trainingslauf für mich - der mich wieder ein Stück näher an mein Ziel bringt - nach Schmiedefeld, dem wohl schönsten
Ziel der Welt.
Am Ziel erwarteten mich neben Ramona und Elke mein Mann und unsere Freunde Beate und Frank. Ich habe mich riesig gefreut, als ich sie sah.
Nicht zuletzt haben wir uns aller über die süßen Köhlerküsse gefreut, die sie uns mitgebracht haben...
Kann Genuß eigentlich schöner sein?
Billy hat es sich aber richtig verdient. Sie ist die ganzen 50km durchgelaufen und hat Platz 5 in ihrer AK belegt. Herzlichen Glückwunsch, liebe Billy!
Mittlerweile hatte es richtig angefangen zu schneien, dicke Flocken wirbelten auf uns herab. In kurzer Zeit war unser Auto zugeschneit.
So warteten wir nicht mehr allzulange und fuhren nach Hause, was sich als sehr schwieirg gestaltete. Wir waren sehr froh, als wir die nur 50km in 1 1/2 Stunden geschafft hatten.
Nach einem gemütlichen Abend und einer kurzen Nacht machten wir gemeinsam heute früh so kurz nach 04.00 Uhr ein kleines Morgenläufchen. War das schön! Alles war weiß, wir liefen gemeinsam an der
Nidda entlang durch die Nacht. Das, was ich sonst allein mache, durfte ich heute mit Freunden genießen.
Das hat mich ganz besonders gefreut, da dies heute der 500. Tag meiner Laufserie war. Es war für mich - auch wenn nur sehr kurz - heute etwas ganz Besonderes.
Nach einem schönen Frühstück brachte ich die drei zum Bahnhof. Mittlerweile sind sie unterwegs in Richtung Berlin.
Es war ein tolles Wochenende! Danke, daß ihr bei uns zu Gast wart!
Weitere Bilder findet ihr
hier. Vielen Dank an Elke, Ramona und Beate, daß ich eure Bilder veröffentlich darf!
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