Sonntag, 7. märz 2010
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21:29
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veröffentlicht in: Laufen und Geniessen
Es ist Sonntag - und ich muß arbeiten. Die Sonne scheint, aber es ist eisig kalt. Die Kälte will in diesem Jahr nicht weichen. Aber die Sonne beginnt so langsam, ihre Kraft zu entfalten.
Ich freue mich auf den Abend, auf meinen Lauf.
Mittlerweile ist es nicht mehr zu übersehen, daß die Tage wieder länger werden. Es ist schön, im Hellen nach Hause zu kommen und wenigstens im Hellen den Lauf zu beginnen....
Ich versuche, pünktlich nach Hause zu kommen. Die Sonne strahlt immer noch in vollem Glanz. Die Luft ist so klar und während der Heimfahrt kann ich weit in den Taunus hineinschauen. Wenn nur die
Kälte nicht wäre...
Aber was soll`s - dann ziehe ich mir eben wieder eine Lage mehr an... Gegen 18.00 laufe ich los. Die Sonne steht tief am Horizont und wirft lange Schatten. Ich beschließe, seit langem mal wieder
meine Sommer-Runde zu laufen. Auf den letzten Kilometern wird es dann schon dunkel sein, aber egal. Der Teil der Strecke, die durch den Wald führt, würde ich noch im Hellen schaffen.
Ich laufe durch den Ort und berghoch aufs Feld. Rechts von mir sehe ich die Ausläufer des Taunus. Die Sonne will gerade hinter den Bergen verschwinden. Sie strahlt in einem tiefen Rot. Der ganze
Horizont nimmt die tiefe Farbe der Sonne auf - ein Lichterglanz erstrahlt, der nach den vielen grauen Wintertagen das Herz erwärmen läßt. Auch wenn die Temperatur wieder unter den Gefrierpunkt
gesunken ist.
Kurz bevor in in den Wald einbiege, ist die Sonne verschwunden. Die Shilouette der Bergkette erhebt sich am Horizont, angestrahlt von der Sonne, deren Stand man jetzt nur noch erahnen kann.
Im Wald geben sich bereits die Vögel ein Stelldichein und kündigen den nahen Frühling an. Die Wege waren gut zu laufen, es war nichts mehr gefroren. Weit und breit war kein Mensch zu sehen - nur
ich allein. Ich spüre meinen Atem, höre meine Schritte. Der Berg hoch habe ich keine Mühe, es geht ganz leicht, es läuft fast von allein.
Oben angekommen laufe ich aufs freie Feld. Der eiskalte Wind trifft mich mit aller Wucht. Ich versuche, der Kälte zu entkommen, in dem ich schneller laufe.
Den rot erstrahlenden Horizont habe ich nun im Rücken, aber das Licht ist stark genug, die Felder um mich herum in einem goldenen Glanz zu tauchen. Es ist ein atemberaubender Blick.
Es geht bergauf und bergab - bis ich im nächsten Ort abbiege und in Richtung Nidda laufe. Kurz vorher mache ich noch einen kleinen Abstecher zu den Angelteichen.
Das Wasser ist klar, der rotglühende Horizont strahlt die Trauerweiden an, die sich in diesem Lichterglanz im Wasser spiegeln. Es ist ein Bild von traumhafter Schönheit. Ich halte einen Moment inne
und genieße diesen einmalig schönen Anblick.
Ich kann ihn nicht fotografieren - aber ich trage ihn in mir. Bis nach Hause. Ich laufe nun in die Dunkelheit hinein, laufe immer schneller und schneller. Höre nur noch mich. Meine Schritte setze
ich wie automatisch. Ich laufe nicht mehr bewußt - ich lasse laufen. Lass es einfach nur noch geschehen, bin ganz weit weg in meinen Gedanken. Merke gar nicht, daß ich plötzlich vor unserem Haus
stehe.
Es war ein traumhaft schöner Lauf, einer der Schönsten überhaupt. Unwichtig wie weit und wie lange. Es gibt nur eins, was wichtig ist: es war einfach schön!
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