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Veröffentlicht von Petra

Spontaneität ist eins der Eigenschaften, die mir im Laufe meines Lebens nie abhanden gekommen ist. Frei nach dem Motto: „Und ist der Plan auch gut gelungen, bestimmt verträgt er Änderungen“ und nach 2 Mails zu Esther hin und zurück war klar, dass ich nach Fröttstädt fahre und mir mit HD eine 2x50km Staffel teilen würde…
Es war schade für Esther, dass sie nicht starten konnte und ich hätte auch HD einen 100er gegönnt – aber ich glaube, er war doch ganz froh, dass wir uns die Strecke geteilt haben. Geteilt war allerdings relativ. Auf Grund einer Streckenänderung war der Wechsel in Floh Seligenthal jetzt bei km54 – für mich war die Bambinistrecke daher noch etwas kürzer.


Da ich gleich nach dem Lauf  wieder zurück fahren mußte, entschloss ich mich, mit dem Zug zu fahren. Esther und HD holten mich in Gotha ab und wir fuhren direkt nach Fröttstädt, wo wir auch gleich auf Gerd und seine ganze Lauffamilie sowie Sepp und Beate trafen. Auch Kolibri traf bald darauf ein.

Groß war die Freude, daß ich auch Jörg,  Achim und Heike traf. Achim war vor einigen Jahren mein erster 2x50km Staffelpartner. Seit dieser Zeit treffen wir uns immer mal wieder auf diversen Laufveranstaltungen. Manchmal geplant und manchmal zufällig, so wie auch diesmal.


Für die Staffel mußte mich um nichts kümmern – Esther und HD hatten bereits die Startunterlagen – und dank Gerds Engagement und Gunthers endloser Geduld war nun auch alles klar mit unserer Staffel.
HD schien gut drauf zu sein und auch Esther schien es ziemlich locker zu sehen, dass sie nicht laufen konnte.
Am nächsten Morgen „gestattete“ mir Esther, ein bisschen länger zu schlafen und holte mich 05:30 bei Angela, meiner Fahrradbegleiterin der letzten Jahre ab. In diesem Jahr würde sie Jörg begleiten.
So habe ich den Start von HD und Gerd im wahrsten Sinne des Wortes verschlafen... Aber wir würden sie ja bald treffen - bei km 27, dem ersten Wechselpunkt der 4x25km Staffeln.

 

wunderbare Strecke

Immer mit dabei Gerds Frau Christine, Manfred und seine Frau sowie Didis Frau, die sich kurzerhand an die erste Verpflegungsstelle begab und die Tomaten für die Läufer schnitt.


Obwohl wir (noch) nicht liefen, wurden wir vom Veranstalterteam mit Kaffee versorgt. Mitten im Wald... War echt klasse und den konnten wir auch gebrauchen.


Ziemlich im Zeitplan kamen Gerd und HD in vollem Tempo um die Ecke – beiden ging es offensichtlich gut und beide waren gut gelaunt.

HD und Gerd in Bewegung

 

Auch Jörg kam in Begleitung der ersten Fau.

 

Jörg und die erste Frau

 

Karl Heinz war wie immer ein treuer Radbegleiter.

 

Karl Heinz

 

 

Dann fuhren wir an 2 weitere Verpflegungsstellen, um HD und Gerd und alle anderen anzufeuern.

 

Gerd und HD

 

VP

 

HD und Gerd in Bewegung

 

 

Bei km 43 kam Gerd allein an – HD war etwas zurückgeblieben und hatte Knieprobleme. Kurzerhand zog ich mich schnell um, um ggf. sofort die Staffel zu übernehmen – aber das lies HD nicht zu. Er würde sich in sein Ziel nach Floh Seligental kämpfen... was er auch eindrucksvoll schaffte.
Gerd war nach Seligenthal regelrecht „heruntergeflogen“ und lies sich von Christine verwöhnen.

Eine Weile später kam HD – er hatte sich bravourös ins Ziel gekämpft und übergab mir den Transponder. Eine kurze Umarmung und nun ging es endlich los für mich.


Ich hatte – wie fast immer - keine Ahnung wie es laufen würde. Außer dem 24h Lauf in Bali war mir in diesem Jahr nicht viel gelungen. Aber ich war richtig heiß aufs Laufen und Esther redete mir immer wieder ein, daß – genau 2 Wochen nach Bali – die Superkompensation eintritt. Ich hoffte sie würde recht behalten.
Noch nie zuvor bin ich beim TU den 2. Abschnitt in einer Staffel gelaufen. Den Berg nach Floh Seligenthal kannte ich nur in einem Zustand, in den man schon 50km in den Beinen hat. Also hatte ich ihn schwer, sehr schwer in Erinnerung.


Diesmal konnte ich mit frischen Beinen herangehen. Nach ca 2km war ich warm und spürte: Hier und heute geht was. Ob vielleicht Esther recht hat mit der Superkompensation?
Ich lief den Berg hinauf und lief und lief und plötzlich sah ich Gerd vor mir. Ich habe mich gefreut ihn zu sehen, auch wenn ich niemals gedacht hätte, daß ich ihn einholen würde.
Auf dem anschließenden Weg bergab lief ich mich regelrecht in einen Rausch hinein, versuchte mich aber irgendwie zurückzuhalten. Immerhin sollten es 46km werden – und die werden nicht nach 10 oder 15km entschieden.
An der nächsten Verpflegungsstelle wurde ich bereits erwartet – oder auch noch nicht... und als Esther aus Mannheim begrüßt...
Irgendwie war bei der ganzen Staffelaktion die Namensänderung auf der Strecke geblieben, was mich aber auch nicht störte. Ich widmete diesen Lauf ohnehin Esther, also können sie mich auch als Esther willkommen heißen.


Weiter ging es, nun wieder bergauf. Der Boden wurde teilweise immer schlechter und ich hatte wohl die falschen Schuhe an. Jedes Steinchen spürte ich und durch falsches Auftreten zuckte auch mein rechtes Schienbein. Aber irgendwann wurde der Weg dann besser und ich konnte ohne Schmerzen weiterlaufen.
Es lief immer noch gut, auch wenn ich jetzt die steilen Anstiege ging und nicht mehr lief. Ich „duellierte“ mich mit Jörg, einem netten Hamburger Läufer. Mal war ich vorn, mal er, mal liefen wir gemeinsam und zogen uns gegenseitig.


Die letzten Kilometer vor dem legendären Verpflegungspunkt an Km 95 waren etwas zäh, aber irgendwie war das vergessen, als ich die Musik hörte und die Stimmung schon von weitem spürte.
Dort angekommen schaute ich auf die Uhr: 5 Stunden und 17min war ich unterwegs. Wenn ich mich jetzt ranhalte, kann ich meine Etappe unter 6 Stunden schaffen...


Dann kam mir auch noch Angela entgegen und begleitete mich auf den letzten 5km mit dem Rad. Ich rannte und rannte unter jetzt brennender Sonne – noch 4km, 3km, 2... und dann sah ich auch schon Esther am Kilometerschild 99 auf mich warten. Gemeinsam liefen wir den letzten Kilometer. Am Eingang des Zielkanals wartete HD auf mich. Hand in Hand liefen wir durchs Ziel, Gänsehaut und Glück pur.  Und Esther hat recht gehabt – es war genau mein Tag! Ich weiß ja, daß ich eigentlich eine lahme Schnecke bin – aber gestern war ich richtig stolz auf mich und meine Zeit. Und im ziel wurden wir beide auch mit richtig begrüßt - der Name war korrigiert und ich hieß nun nicht mehr Esther...


Alle haben wir uns mitgefreut, als Gerd eintraf und seinen 5. Stern erkämpft hatte und auch als wir Johann getroffen und ihm zu seinem 3. AK Platz gratulieren konnten. Jörg war längst vor uns im Ziel - mit einer Super Zeit. Herzlichen Glückwunsch Jörg!


Leider mußten wir dann zu meinem Zug, so daß wir nicht mehr auf Michael warten konnten. Aber wie ich inzwischen weiß, hat auch er den nächsten Stern geschafft. Herzlichen Glückwunsch, lieber Micha!
Herzlichen Glückwunsch euch allen ,die ihr gelaufen seid und ein dickes Dankeschön an die Begleiter und an die, die einfach da waren.

Ein herzliches Dankeschön an dich, lieber Gunther und Dein Team für die liebevolle Organisation. Was ihr da auf die Beine gestellt habt verdient das Prädikat MEGASUPER! Soviel Freundlichkeit, soviel Hilfsbereitschaft, Toleranz und Professionalität gibt es bei kaum einer Laufveranstaltung.

Was auch immer passiert – nächstes Jahr will ich wieder dabei sein. Auf welcher Distanz, das hängt davon ab, wie das Jahr so läuft. Aber insgeheim liebäugel ich wieder mit dem 04.00Uhr Start...

 

Leider habe ich keine Bilder von meiner Etappe, aber ich hoffe, daß ich noch welche bekomme. Die werde ich euch dann nicht vorenthalten...

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Petra 07/12/2012 18:01


Liebe Anna,


ich freue mich, daß dir mein Bericht gefällt! Und wenn er wirklich die Freude am Laufen vermittelt, dann freut es mich ganz besonders.


Mit dem Lernen ist das so eine Sache. Gerade beim Laufen muß jeder seine eigenen Erfahrungen sammeln, auch vielleicht seine eigenen Fehler machen. Was dem einem gut tut, ist dem anderen ein
Graus. ich mag z.B. überhaupt keine Tempoläufe, andere wiederum können gar nicht langsam laufen.


Höre einfach immer auf deinen Körper und Dein Bauchgefühl!


Viele liebe Grüße


Petra


 

Anna 07/11/2012 19:48


Eine super Leistung! Gratuliere!


Es ist wirklich eine Freude dein Bericht lesen zu dürfen - er strahlt wirklich Lauffreude aus! Und ich kann viel von
Dir lernen!


Liebe Grüße Anna

Petra 07/08/2012 21:22


Liebe Ramona,


vielen Dank liebe Ramona! Ja, der Körper hat es nicht vergessen. Ich glaube fest daran, daß das tägliche Laufen dafür entscheidend ist - auch wenn es oft nur kurze Strecken waren.


Lieber Jörg,


ich habe mich auch sehr gefreut, daß wir uns mal wieder getroffen haben. Herzlichen Glückwunsch zu deiner tollen Leistung! Du warst wirklich bärenstark!


Erhole dich nun gut! Ja und klar - das Bild kannst du gerne "klauen" - es sieht gut aus auf deinem Blog!


Viele liebe Grüße


Petra


 

jörg 07/08/2012 19:55


Toll gelaufen. Ich habe mich gefreut, dich mal wiederzusehen und der TU macht süchtig.


 


Jörg


P.S. Das Bild klaue ich gleich mal.

Ramona 07/08/2012 19:31


Es freut mich, dass es bei dir richtig gut läuft! So schnell verliert man seine Kondition nicht. Außerdem erinnert sich der Körper und ruft alte Fähigkeiten ab. Hab ich bei mir auch schon öfter
festgestellt. Herzlichen Glückwunsch, liebe Petra!


Liebe Grüße


Ramona