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Veröffentlicht von Petra

Bevor ich meinen eigentlichen Reisebericht über unsere Rundreise durch Costa Rica veröffentliche, möchte ich einen ganz besonderen Teil meiner Reise mit einem "gesonderten" Blogbericht würdigen - dem Täglich Laufen in Costa Rica.

Dass das eine besondere Herausforderung werden würde, war mir schon klar. Aber das ich mit meinem täglichen "Lauf" so viele kuriose Erlebnisse hatte, damit habe ich nicht gerechnet...

Es fing schon am Tage vor dem Abflug statt.... Wir hatten ein Zimmer in einem Hotel am Flughafen, da wir früh schon sehr zeitig abfliegen wollten. Was natürlich zur Folge hatte, das ich vor lauter Aufregung nicht schlafen konnte. Nach mehrstündigen vergeblichen Einschlafversuchen, entschloß ich mich kurzerhand aufzustehen und in das hoteleigene Fitnesstudion zu gehen, welches glücklicherweise 24 Stunden geöffnet hatte.

Noch war genug Zeit. Also lief ich 12km und machte noch ein paar Geräteübungen mit Blick auf das Flughafengelände, das ohne Flugbewegungen eine ziemliche Ruhe ausstrahlte. 

Als es endlich Zeit wurde, aufzustehen, ging ich zurück ins Hotelzimmer und wecke meinen Mann. Nun konnte die Reise losgehen. Meinen Lauf für heute hatte ich gemacht. Wer weiß, wann ich die nächste Gelegenheit dazu bekomme...

Am nächsten Morgen verliesen wir das Hotel in San Jose sehr zeitig und kamen erst kurz vorm Dunkelwerden zurück. Allerdings bekamen wir als Touristen die Empfehlung, nachts nicht durch die Stadt zu laufen.... Also mußte mich beeilen und schaffte gerade noch 2km vorm Dunkelwerden.

Am nächsten Tag befanden wir uns bereits im Dschungel. Was das Laufen nicht gerade einfach macht. Nicht wegen der Schwüle... Man kann nicht einfach rausgehen und loslaufen... Das war nur auf den Stegen möglich, die unsere kleinen Dschungellodges miteinander verbúnden haben. O.K. - wenn es nicht anderes geht, laufe ich eben 15 Minuten auf dem Steg auf und ab.

 

Costa Rica 2014030

 

Am nächsten Tag "lief es ähnlich",  allerdings konnte ich meine Stegstrecke etwas erweitern bis zum Swimming Pool, vorbei an allen Häusern, wieder zurück, das Ganze nochmal und nochmal... Aber es hat trotzallem viel Spaß gemacht, ebenso wie am nächsten Morgen, als mein Lauf vom Geschrei der Brüllaffen begleitet wurde.

Bereits am nächsten Tag waren wir in der kleinen Stadt La Fortuna. Mein kleiner Morgenlauf wurde zunächst von einem kläffenden Hund unsanft unterbrochen. Ich mußte stehen bleiben, um ihn abzuwehren.... Also startete ich von vorn und erkundete noch vorm Frühstück den ganzen Ort. Am Tag danach war es mir sogar vergönnt, beim Laufen über Stock  und Stein den noch aktiiven Vulkan Arenal in voller Pracht, ohne Wolkenschleier zu sehen.

Unsere nächstes Reiseziel lagn mitten in den Bergen. Um überhaupt laufen zu können, ging es erstmal steil bergauf. Ein Berg in Thüringen ist da nichts dagegen... Glücklicherweise war es dort nicht ganz so heiß... Leider endeten aber dort die Wege immer relativ schnell am Rande des Waldes. Und da kann man eben nicht so einfach reinlaufen. Also mußte ich den Weg mehrmals hin und her laufen, was ordentlich Höhenmeter mit sich brachte.

Unser nächstes Ziel war Samara, ein kleiner Ort an der  pazifistischen Küste. Hier wurde es endlich mal Zeit, barfuß am Strand zu laufen. Im Badeanzug. Was keine wirklich gute Idee war. Schon nach einer halben Stunde brannte die Haut und für die nächsten 2 Tage war Laufen im Schatten angesagt., zumindestens soweit es ging.

Aber es kamen weitere Herausforderungen auf mich zu. Nach einem Bad im Pazifik kurz vor dem Ende unserer Rundreise habe ich den einzigsten Stein weit und breit 2x getroffen - einmal auf den Weg hinein ins Meer und beim 2. Mal auf dem Rückweg. Mit dem Ergebnis, daß eine meiner Zehen in voller Größe blau anlief und ich schon dachte, er wäre gebrochen. Das erste, was mir allerdings durch den Kopf ging, war die Frage: Kann ich nachher laufen? Ich konnte. Zwar mehr schlecht alls recht, aber es ging.

Danach bin ich nur noch rumgehumpelt...

Die größte Herausforderung aber war es,  am Abreisetag meinen Lauf zeitlich einzuordnen. Auf Grund der Länge der Resie und der Zeitverschiebung hatte ich nur die Wahl: Entweder vor der Abholung im Hotel, oder auf dem Flughafen in Atlanta. Ich entschied mich für den frühen Morgen. Da es aber um 4 frühmorgens in San Jose noch stockdunkel ist und man da nicht allein draussen rumrennen darf, hatte ich nur eine Chance: Laufen auf dem Hotelflur. Der war zwar nicht sonderlich lang, aber wenigstens war er schon "draussen" . Eine Seite des Flurs war begrenzt von tropischen Garten, während auf der anderen Seite die Zimmer lagen. Boah ey - und das mit kaputten Zeh. Ich bin bestimmt nicht besonders "sanft" aufgetreten und es  tat ziemlich weh. Und dann entdeckte ich neben dem Bewegungsmelder auch noch eine Kamera... Oh mein Gott, da sitzt jetzt bestimmt irgendwo unten an der Reception jemantd der sich jetzt köstlich amüsiert.

Und das ist der, der "berühmte" Flur... Allerdings stammt die Aufnahme von einem anderen Tag, als es bereits hell war. Nachts um 4, humpelnd auf dem Hotelflur hatte ich keine Lust zu fotogrqafieren. :)

 

Costa Rica 2014009

 

Wenige Tage später sah meine Zehe schon wesentlich besser aus und meine Läufe wurden wieder länger. Zurück in Europa ist das Laufen wieder einfacher. Aber ich bin stolz, daß ich es geschafft habe, auch unter besonderen Umständen meinen täglichen Lauf zu absolvieren. Meine Läufe waren zwar kurz, aber es hat mir trotzdem richtig Spaß gemacht!

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Petra 12/09/2014 20:48


Etwas??? Ich glaube, ich bin ganz schön verrückt!   


Liebe Grüße


Petra

Jörg 12/09/2014 14:03


Ist schon etwas verrückt!


Liebe Grüße


Jörg

Petra 12/08/2014 21:00


Ja, lieber Dietmar - laufen im Dschungel hat schon was!


Allerdings ist es bei etwas kühleren Temperaturen doch ein wenig angenehmer. Aber als Täglichläufer interessiere ich mich weniger für die Umstände, Laufen kann man immer, wenn man will. Klar,
manchmal ist das schon eine Herausforderung, aber letztendlich zaubern mir diese Lauferlebnisse in Costa Rica  jetzt immer noch ein Lächeln auf die Lippen....


Viele liebe Grüße


Petra

Dietmar 12/08/2014 07:49


Liebe Petra,


Du bist Täglichläuferin mit Leib und Seele. Das wird durch  Deinen aktuellen Bericht wieder einmal deutlich. Hundernisse und Ausreden werden "einfach" beiseite geschoben. In der Tat, gerade
an Anreise- und Abreisetagen muss man sehen, wie man das Laufen irgendwie noch hinbekommt. Glückwunsch, dass Du es hinbekommen hast. Und wer kann schon von sich behaupten, dass er/sie als
Täglichläufer/in im Dschungel gelaufen ist? Auf Deinen Reisebericht bin ich sehr gespannt.


Alles Gute


Dietmar