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Veröffentlicht von Petra

Mal ehrlich - wer träumt schon nicht davon. am 31.12. den Speck vernichtet zu haben, den man sich während der Feiertag angefuttert hat? Es gibt wohl nur ganz wenige, die nach den Feiertagen mit den viel zu üppigen Mahlzeiten nicht ein wenig Hüftgold entdecken.

Allerdings: Die Läufer, die sich auf die 5km Runde im Berlinder Plänterwald begaben, hatten diese Sorge eher weniger. Einer wie der andere sah schlank und durchtrainiert aus. Trotzdem trafen sich einige Unentwegte zur Speck-Weg-Marathonserie.

An 4 Tagen konnte man 4 Marathons laufen. Bei täglich sinkenden Temperaturen bis in den zweistelligen Minusbereich war das schon eine Herausforderung. Ich könnte jetzt ja saghen, daß ich bei meiner Anmeldung im November nicht damit gerechnet habe, daß es sooo kalt wird, aber das würde nur in die Kategorie "Wer hat die beste Ausrede" passen... Schließlich ist Winter und da muß man halt auch mit Frost rechnen... :))

An-der-Fahre.jpg

 

Allerdings hatte die Bahn wohl nicht damit gerechnet. Dementsprechend lange dauerte auch die Fahrt nach Berlin. Je näher wir an die Hauptstadt kamen, um so langsamer wurde der Zug. So langsam, daß ein pünktlicher Start meinerseits nicht mehr möglich war. Das fing ja gut an.

 

Ich hatte mich schon damit abgefunden, später einzusteigen und eben nur einen langen Lauf zu machen. Aber ich hatte meine Rechnung ohne das Kraftpaket Sigrid Eichner gemacht... Sowas halbes gibbet nicht und sie scheuchte mich erstmal auf die kleine Runde. Es gab überhaupt keine Diskussion. Wolfgang nahm die Nettozeit und ich hatte den Marathon zu laufen - egal wie lange es dauert...
Mir wurde schon ein wenig mulmig, da ich ja ohnehin nicht die "Schnellste" bin - und dann auch noch den anderen hinterherlaufen....


Aber egal, ich begann zu kreiseln, Schritt für Schritt... Runde1, Runde 2,3 ,4.... Gerade hatte ich die vierte Runde beendet, sah ich Billy herannahen und wir liefen gemeinsam eine Runde. Diese Runde und die netten Gespräche haben mir solch einen Auftrieb gegeben, daß ich gar nicht anders konnte als weiterzulaufen... Runde 6 folgte im dicksten Schneefall, den ich sichtlich genoss, in Runde 7 schneite es immer noch und plötzlich war ich auch schon in der letzten Runde.... Langsam wurden meine Finger zu Eisfingern, aber sonst ging es mir ziemlich gut, die Beine waren immer noch locker. Trotzdem konnte ich es kaum erwarten, unter die heiße Dusche zu krauchen. Nur sehr langsam wurde mir wieder warm, immer wieder stieg der Frost in mir hoch... Ich war glücklich, daß ich dank Ramonas Hilfe eine Duschmöglichkeit in der Nähe des Plänterwaldes hatte. Ich glaube, das war meine Rettung.
Abends fiel ich wie eine Tote in mein Bett. Ich hab geschlafen wie ein Murmeltier...

 

Am-Start.jpg

 


Am nächsten Morgen war das Thermometer noch weiter gefallen... Ich zog alles an, was ich dabei hatte und hoffte, daß das reichen würde.
Wegen der katastrophalen Berliner S-Bahn bin ich eines Stunde früher losgefahren, damit ich diesmal pünktlich war....
Aber es hat wider Erwarten alles geklappt und so konnte ich den 2. Tag gemeinsam mit allen anderen beginnen. Es hatte in der Nacht stundenlang geschneit und dadurch war es nochmal schwerer als am ersten Tag. Wir mußten uns mühsam eine Spur laufen. Wenigstens hier hatte ich als langsame Läuferin Glück.  Ich mußte nicht vorneweg laufen...  Später - als unsere Spur ausreichend breit und festgetreten war,  wurde sie von zahlreichen Fußgängern und Wanderern okkupiert, die diese mit Vehemenz verteidigten und uns tänzelnd um sie herumlaufen liesen... Echt, das war schon manchmal nervig, aber ich habe immer versucht, dies mit Humor zu nehmen...So gab es auch das ein oder andere nette Wortgeplänkel mit den vielen Wanderern und Hundebesitzern, die sich im wunderschönen, verschneiten Plänterwald tummelten.


Diesmal holte mich Billy nach der 5. Runde ein und wir liefen wieder eine Runde gemeinsam. Dankeschön, liebe Billy, für diese Begleitung, die diese Runde wieder sehr kurzweilig werden lies.
Mir ging es immer noch erstaunlich gut, auch wenn mir der teilweise buckelpistenartige Boden ein bischen zu schaffen machte. In der letzten Runde bekam ich wieder die obligatorischen "Eisfinger" - auch sonst wurde mir arg kalt. Ich war so froh, als ich unter der Dusche stand und wurde überhaupt nicht mehr warm. Erst die Saunarunde bei meiner Schwester lies mich die Kälte des Tages vergessen.


Am nächsten Morgen war das Thermometer in einen mittlerweile zweistelligen Bereich gesunken. Nichtsdestotrotz machte ich mich auf den Weg in den Plänterwald, um meine Runden zu drehen. Allerdings fühlte ich bereits am Morgen, daß es wohl kein kompletter Marathon mehr werden würde. Irgendwie wurde ich überhaupt nicht mehr warm... Ab dem S-Bahnhof Treptower Park fuhr auch keine S-Bahn mehr in den Plänterwald, aber ich kannte glücklicherwiese eine Buslinie, die mich zum Start brachte.
Dort lernte ich Jörg kennen, der mich 4 Runden lang begleitete. Danach konnte ich mich noch zu 2 Runden motivieren, dann hatte ich einfach keine Kraft mehr, gegen die vereisten Finger anzukämpfen. Ich dachte, die sterben mir ab... Wären sie zwar nicht, aber ich wollte einfach nicht mehr, ich wollte nur noch ins Warme...


So entschloß ich mich, nach 32km aufzuhören und die Serie für mich nach 116km zu beenden.
Ich konnte mich auch nicht dazu aufraffen, am 4. Tag nochmal in den Plänterwald zu fahren und loszulaufen... Durch die Zustände der S-Bahn war ich jeden Tag zusätzlich noch stundenlang unterwegs, es blieb keine Zeit für private Begegnungen mit Freunden und ich hatte kaum Zeit für meine Schwester.


Also nahm ich mir einfach diesen "marathonfreien" Tag in Berlin - und ich habe ihn sehr genossen.  Die überaus harmonische Begegnung mit Marcus  war der Höhepunkt meiner Berlin Reise.  Unsere so tiefgründigen und wertvollen Gespräche werde ich noch lange in guter Erinnerung behalten.


Ich habe mich auch sehr gefreut, daß wir uns abends nochmal in gemütlicher Runde in der Qadmouse getroffen haben - Silke, Billy, Sigrid, Hanka, Stefan und Wolfgang. Wir haben lecker gegessen und uns ganz toll unterhalten.

Heute - einige Tage später spüre ich, daß die Anstrengungen in der Kälte doch nicht ganz ohne waren. Ich habe jetzt noch ein fröstelndes Gefühl. Vorgestern waren wir in der Sauna. Während ich mich normalerweise nach einem Saunagang mutig ins kalte Wasser stürze - war ich diesmal dazu nicht fähig. Schon der Gedanke lies mich erschaudern...brrrrr...


Aber das wird wieder vergehen. Ich bin stolz und froh, so weit gekommen zu sein - auch wenn es keine 4 Marathons wurden. Ich habe auf meinen Körper gehört, der mir genau zu diesem Zeitpunkt sagte, daß es genug ist.

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Petra 01/08/2011 16:41



Dankeschön, liebe Elke! Ich freue mich auch riesig auf unseren gemeinsamen "Quassel"marathon...


Ich wünsche Dir einen tollen Sonntag!


Viele liebe Grüße


Petra



laufmauselke 01/08/2011 13:51



Danke liebe Petra für Dein Berichten. Eins ist sicher, Du hast meinen vollsten Respekt. Ich freue mich riesig auf unseren Lauf in Leipzig.
Liebe Grüße
Elke



Petra 01/07/2011 23:03



Vielen Dank, liebe Erika!


Es kommt nicht darauf, immer alles bis zum bitteren Ende durchzuziehen. Ich halte es für ganz wichtig, sich selbst treu zu bleiben und auf den eigenen Körper zu hören.


Ja - ich hätte es durchziehen können. Aber dann wäre ich wohl nächste Woche nicht in der Lage, den Teammarathon mit Ramona und Elke zu laufen. Und ich hätte keine Zeit für das so angenehme
Treffen mit Marcus gehabt,
ich hätte mich der Gefahr ausgesetzt, daß mein Körper komplett streikt, ja daß meine Gesundheit und Serie gefährdet gewesen wäre.


Nein, es war richtig. Beurteilen kann nur ich das allein - kein anderer.


Ja, schade, daß wir uns nicht gesehen haben. Aber da ergibt sich schon mal wieder die Gelegenheit...


Viele liebe Grüße


Petra



Ika 01/07/2011 22:34



Liebe Petra,


nun habe ich auch hier Deinen Bericht gelesen.


Du hast in meinen Augen großes vollbracht, weil Du die M. gelaufen bist und weil Du den Mut hattest, das zu tun, was Du als richtig empfunden hast.


Schade, dass wir uns nicht sehen konnten, aber iorgendwann irgendwo wieder.


Liebe Grüße


Erika



Petra 01/06/2011 22:10



"Sei froh, daß Dich das Leben zu einer Täglichläuferin bestimmt hat."


Ja, das bin ich - ich bin dankbar für jeden Tag, an dem ich laufen darf. Egal unter welchen Bedingungen - die Natur ist immer schön. Jeder Lauf ist auf seine Art einzigartig und
schön.


Ja - und es ist schön, daß wir uns kennen!


Sei ganz lieb gegrüßt


Petra


PS: Die Formatierung ist doch kein Problem - der Inhalt ist wichtig, oder?