Artikel teilen! Ohne Wasser kein Leben: Meinen heutigen Lauf schiebe ich immer weiter nach hinten... Erst gegen 17:00Uhr kann ich endlich aufbrechen. Inzwischen ...
Meinen heutigen Lauf schiebe ich immer weiter nach hinten... Erst gegen 17:00Uhr kann ich endlich aufbrechen. Inzwischen haben sich die Wolken zusammengezogen, der Wind wird immer stärker und kälter. Regen liegt in der Luft. Lang ersehnt - nicht nur von mir.
Die ersten Tropfen. Sie berühren kaum die trockene Erde. Gierig verschlingt sie jeden Tropfen. Ich laufe los. Spüre die nassen Tropfen auf meiner Haut. Wow, was für ein Gefühl! Ich atme die feuchte Luft ein und genieße den Duft. Unter mir stöhnt der trockene Weg, die wenigen Tropfen vermögen kaum das Defizit des Wassers ausgleichen. Obwohl wir erst Mai haben, sind die Wiesen ausgetrocknet und die Gräser braun. Selbst die Brennesseln wachsen nur langsam. Ohne Wasser - kein Leben!
Ich laufe entlang der Nidda. Wie lang ist es her, als hier das Wasser alle Felder überflutete? Nichts ist davon mehr zu merken. Das Wasser hat einen historischen Tiefstand erreicht. Meine kleine Insel hat sich zur Halbinsel entwickelt und ich könnte sie trockenen Fußes erreichen.
Der gelbe Raps sieht zwar schön aus, aber viele Seitentriebe hängen kraftlos hinab. Ohne Wasser kein Leben. Jeden Pflanze dürstet so sehr nach Wasser, die ihr der ausgetrocknete Boden z.Z. nicht geben kann.
Ich laufe weiter - entlang eines Maisfeldes. Die kleinen Pflänzchen sind kaum gewachsen. Auch ihnen fehlt das Wasser.
Inzwischen hat es bereits wieder aufgehört zu regnen, auch das nahende Gewitter hat sich wieder verzogen. Es war nur einen Tropfen auf den heißen Stein. Die Wege sind nach wie vor staubig. Die Hoffnung auf morgen. Nach mehr Regen. Wasser ist Leben.
Was geht es mich an - höre ich einige Menschen fragen. Ich kaufe mein Wasser im Supermarkt - da ist immer genügend da. Besser noch - ich kaufe Cola, Fanta, Red Bull und wie das ganze Zeugen so heißt. Wasser ist so profan. Wir Menschen trinken was "Besseres", Wasser schmeckt doch nicht. Ist nicht auch für den Menschen das Wasser ein grundlegendes Lebenselyxier?
Würden wir etwa unsere Pflanzen mit Cola gießen? Oder dem Hund Fanta vorsetzen? Vermutlich würde der verächtlich die Nase rümpfen oder die Fanta keines Blickes würdigen. Er hat ja auch noch einen natürlichen Instinkt, der ihm sagt: Das Zeug tut mir nicht gut, das saufe ich nicht!
Unser Körper besteht zu ca aus 50% Wasser. Für jede einzelne Funktion unseres Körpers ist es lebensnotwendig. Nach wenigen Tagen ohne zu trinken würde der Mensch sterben. Aber braucht der Mensch Cola?Fanta? Oder gar irgendwelches aufputschends Bonbonwasser? Ohne dieses Zeug könnte der Mensch sehr wohl leben...
Meine Gedanken sind wieder in der Pflanzenwelt. Der Regen hat isich komplett verzogen. Es war so wenig, daß er nicht in den Boden eingedrungen ist, den Durst der Pflanzen nicht gestillt hat. Wenn sie nicht wachsen können, werden wir dies im Verlaufe des Jahres merken. Das Angebot an frischen Früchten, Gemüse und allen Nahrungspflanzen wird geringer ausfallen, die Preise steigen.
Wie abhängig sind wir vom Kreislauf der Natur. Sie allein entscheidet über das Wohl und Wehe der Menschen. Der Kreislauf des Wassers sollte uns heilig sein. Wir sollten das Wasser wieder als etwas sehen, was es ist: Wasser ist Leben! Es ist ein so hohes Gut der Natur, tausendmal mehr wert als jeder Euro, jeder Dollar, jeder Cent. Der Mensch kann kein Geld essen und auch nicht trinken.
Mittlerweile bin ich auf dem Weg nach Hause. Der Weg entlang der Nidda ist jetzt kein Naturweg mehr, er wurde asphaltiert. Damit hier auch Skater fahren können. Wieder ein Stück Natur weg. Am Ortsrand soll ein neues Baugebiet ausgewiesen werden. Auch hier wird wieder ein Stück Natur sterben und damit auch wieder ein Stück des Wasserkreislaufes. Und das nicht nur in meinem Wohnort - überall wird der Natur Tag für Tag ihre Grundlage entzogen. Richten wir uns selbst zu Grunde?
Ich höre eure Gegenargumente: Trockenperioden hat es immer gegeben und wird es immer geben. Ebenso hat es immer wasserreiche Perioden gegeben. Ja. Aber die Extreme nehmen immer mehr zu. Auf der einen Seite werden riesige Ländereien überschwemmt, auf der anderen Seite stöhnen die Menschen unter der Trockenheit.
Wann werden die Menschen endlich vernünftig? Wann lassen wir endlich wieder der Natur ihren Raum?
Ich bin wieder zu Hause. Nachdenklich. Hoffend darauf, daß der Regen morgen wiederkommt und die Natur sich erholen kann. Wasser ist Leben.
Neueste Kommentare