Artikel teilen! Laufend helfen - meine 24 Stunden in Breitscheid: Dieses Wochenende war für mich persönlich ein ganz Besonderes. Ein 24 Stundenlauf wollte ich ...
Dieses Wochenende war für mich persönlich ein ganz Besonderes. Ein 24 Stundenlauf wollte ich bestreiten. Noch nie zuvor hatte ich mich an so etwas herangewagt, zu unvorstellbar erschien es
mir...
Doch dann las ich im Streakrunnerforum von diesem Lauf. Da in meinen ziemlich straff
geplanten Laufwochenenden genau an diesem Wochenende noch eine Laufveranstaltung reinpasste, war der Entschluß sehr schnell gefasst. Ich werde laufen und werde es einfach mal testen, mal sehen,
was so geht.
Besonders symphatisch fand ich es, daß es sich um eine Benefizveranstaltung handelte, deren Reinerlös einer Behindertenschule in Breitscheid zu Gute kam. Und um es gleich vorwegzunehmen - ich
fand es toll, wie auch die Behinderten und ihre Lehrer in dieses ganze Event integriert waren und jeder so, wie er konnte auch selbst teilnahm.
Das galt natürlich für alle - jeder wie er will und kann. So konnte man auf der Runde nicht nur eine Einradfahrerin oder eine Rhönradtruppe bewundern, sondern es waren Skater, Walker, Läufer und
auch Radfahrer unterwegs. Mich persönlich hat es nicht gestört, die Strecke war nicht überfüllt. Nur die Autofahrer waren mitunter nervig.
Aber nun der Reihe nach. Gegen 13:00 Uhr wollten mich Esther und HD abholen und gemeinsam im Bussi wollten wir nach Breitscheid fahren. Soweit der Plan. Es wäre auch alles gut gegangen, aber
Bussi hatte sich entschieden, zu streiken.
Also - Planänderung und ich fuhr mit
dem eigenen Auto los. Wie ich nach dem Lauf wieder nach Hause komme, darüber machte ich mir erstmal keine Gedanken - Hauptsache ich kam pünktlich zum Start um 18:00 Uhr an.
Aber es war Freitag nachmittag und der eine oder andere Stau zerrte schon an meinen Nerven. Aber kurz nach 17:00Uhr war ich dann doch da und schaffte es sogar noch, mein Basislager einzurichten.
Naja, nicht ganz allein. Ein Ultraläufer hatte wohl meinen hilflosen Blick bemerkt und ist mir umgehend zu Hilfe gekommen...
Ich hatte alles eingepackt, was mir so einfiel und ich hoffte, für die 24 Stunden würde es ausreichend sein.
Punkt 18 Uhr wurden wir auf die Strecke geschickt. Ganz stolz trug ich mein Streakrunner Shirt und hoffte, daß mich Reinhard und Christoph beim Überholen erkennen.
Chrisoph und Lina sahen wir dann auch sehr schnell - die beiden liefen zügig ihre Runden... Nach einer Weile schloß Reinhard zu mir auf. Er war etwas später angekommen und gestartet. Wir liefen
zusammen weiter. Nach der zweiten Runde erspähten wir Esther, HD und Grobi, die gerade eingetroffen waren.
Zwar nicht mit Bussi, aber es gibt ja glücklicherweise noch einen PKW.
Die nächste Runde liefen wir alle gemeinsam, auch Grobi hatte seinen Spaß.
Wie es so ist, wenn Streakrunner im Rudel auftreten, wurden wir auch immer mal wieder angesprochen. Nachdem Estherli aufhörte, liefen wir mit HD weiter. Leider hat es Grobi wohl nicht so gut
gefallen, ohne Frauchen weiterzulaufen. Nach der Hälfte der Runde wollte er nicht mehr und Herrchen hatte so seine Mühe, ins Ziel zu kommen... 
Nun lief ich allein mit Reinhard weiter. Das Tempo war für mich o.k., obwohl ich die Befürchtung hatte, daß es für einen 24 Stundenlauf zu schnell ist. Aber wir konnten uns locker unterhalten -
das ist doch immer das sichere Zeichen, daß man nicht zu schnell läuft...
Wir liefen Runde für Runde... Es war Nacht und empfindlich kalt geworden. Die Strecke sah komplett anders aus im Dunkeln. Ich war froh, daß ich nicht allein war. An ganz dunklen Stellen standen
zwar Lampen und ich hatte auch meine Strinlampe dabei, aber ich war trotzdem froh, daß Reinhard bei mir blieb.
Mitternacht - wir hatten gerade den ersten Marathon (der erste Marathon - wie das klingt...) geschafft - liefen wir erst einmal unsere Streak und liesen dafür die Getränkestelle links liegen.
Die Getränkestelle unterwegs wurde äußerst liebevoll von einem älteren Ehepaar in ihrer Hofeinfahrt betrieben. Jeder Ulraläufer schrieb auf seinen Becher seine Startnummer und fand in der
nächsten Runde den Becher wieder voll vor. In der Nacht oder wenn gerade mal keiner da war, füllten wir unsere Becher selbst. Sogar ein kleiner Fernseher wurde aufgestellt, damit wir über das
Spiel unserer Fußball-Nationalmannschaft auf dem Laufenden blieben. Das ist doch Service, oder?
Nach der 10. Runde lies ich Reinhard ziehen. Ich beschloß, noch eine Runde zu gehen und mich dann hinzulegen. Auch diese Runde mußte ich nicht allein bewältigen. Ich lernte Inge vom Marathonteam
Ratingen kennen. Gemeinsam liefen wir durch die Nacht und die Runde verging wie im Flug.
Gegen 2:00Uhr verabschiedeten wir uns. Nach einer heißen Dusche fiel ich in meinen Schlafsack und schlief wie ein Murmeltier... Ohne Wecker wäre ich wohl nie wieder munter geworden. Aber
pünktlich 6:00Uhr klingelte es. Wider Erwarten hatte ich keine Probleme aufzustehen und es fühlte sich sogar richtig gut an, als ich wieder loslief. Es war ziemlich kalt, aber nach wenigen
Kilometern schon war ich wieder warm. Die erste Runde in den neuen Morgen hinein war wunderschön... Der Nebel lag auf den Feldern, die Schafe wurden wieder wach, an den Gittern der Gartenzäune
spiegelten sich die Spinnennetze. Alles war ruhig, auch auf der Strecke war noch nicht viel Betrieb.
Gegen 9:00 Uhr wollte Kornelia kommen - bis dahin wollte ich 3 Runden laufen in Ruhe gefrühstückt haben. Was gäbe ich jetzt für einen heißen Kaffee! Das kalte Sprudelwasser ging um die Uhrzeit
gar nicht. Eine nette Dame vom TUS Breitscheid spendierte mir noch vor der offiziellen Frühstücksbeginn einen Kaffee - ich war ihr so dankbar und habe mich riesig gefreut.
Später beim richtigen Frühstück traf Kornelia ein. Wir haben uns sehr gefreut, daß wir uns nun auch mal im "richtigen Leben" kennenlernen. Von nun an hatte ich wieder Begleitung und es machte
gleich nochmal so viel Spaß. Bei mir lief es immer noch locker und ich wunderte mich schon über mich selbst. 70km, 75km, 80km...
Inzwischen war auch Esther wieder da und mit ihr, Kornelia und Grobi hatte ich sogar einen richtigen Fanclub um mich herum... Wir fielen auf, mit unseren Streakrunner - Shirts... 
Kornelia lief absolut locker, es ging ihr richtig gut und so beschloß sie, in ihrem Tempo allein weiterzulaufen - wenigstens noch 10km - oder doch noch mehr?
Für Esther war nach 15km Schluß - was auch sehr vernünftig war. Immerhin hatte sie for Sonntag einen 28km Lauf geplant. Da sollte sie schon ihre Kräfte sammeln.
Nach der 20. Runde und dem Erreichen der 100km Marke legte ich nochmal eine Duschpause ein - ich wollte endlich frische Laufklamotten anziehen. Danach war irgendwie die Luft raus, anlaufen ging
nur sehr mühselig. Kurz vor Ende der Runde 21.Runde traf ich wieder auf Inge. Leider hatten wir uns den ganzen Tag aus den Augen verloren. Sie war kurz nach mir wieder auf die Strecke gegangen
und hatte auch 100km geschafft.
Wir beschlossen, nochmal eine Runde zusammen zu gehen. Laufen ging bei ihr nicht mehr und ich war auch ganz froh, mal eine Runde nicht laufen zu müssen.
Gegen 16:30Uhr waren wir zurück. Inge verabschiedete sich von mir und ich zog los - auf meine nächste und letzte Runde.
Da es hier um nichts ging und es auch keine Restmetermessung (oder wie nennt man das?) gab, hatte ich alle Zeit der Welt für diese, meine letzte Runde. 2 Runden waren nicht mehr schaffbar, also
nutzte ich diese Runde, um mit dem Fotoapparat die Stimmung der Laufrunde einzufangen, genoß die Landschaft und saugte noch einmal die Atmosphäre dieses wunderschönen Spätsommertages in mir auf.
Ach ja - das hier ist Thorstens Meditationsbank. Aber wer und wo ist Thorsten? Wir haben ihn nie auf der Bank gesehen. Richtig - Thorsten hatte keine Zeit zum meditieren - er ist den ganzen Tag gelaufen....
Noch einmal mußte ich den "Himalaja"
- den etwa 10m hohen "Berg" kurz vorm
Ziel "besteigen".
Dann war es geschafft! 24 Sunden laufen, laufen,laufen, laufen... 115km hatte ich in den Beinen.
Wow -115 km, das hätte ich nie geglaubt! 100km war mein heimliches Ziel und ich freu mich sooo sehr, daß es sogar 115km geworden sind.
Kornelia und Esther erwarten mich. Ich blickte in Kornelias glückliche Augen und wußte - sie hat ihren ersten Marathon seit dem erneuten Laufbeginn geschafft.
Tja und dann bogen HD und mein Mann um die Ecke. HD war extra mehr als 400km gefahren, um meinen Mann abzuholen, damit ich mich jetzt nicht selbst hinters Steuer setzen muß.
Ich war so glücklich und deshalb jetzt nochmal ein ganz herzliches Dankeschön dem weltbesten Betreuerteam!
Tja - und nun ist ein Tag vergangen. Es geht mir gut, auch wenn ich ziemlich kaputt bin. Mein Gang ist recht unrund, aber mein heutiges Läufchen habe ich gut hingekriegt. Am Fuß habe ich eine
dicke Blase, aber sonst ist nichts weiter lädiert.
Die Blase und der "Eiergang" werden vergehen, aber der Stolz über das Erreichte wird bleiben.
Der Helen Keller Schule wurde zum Abschluß unter großem Beifall ein Scheck in Höhe von 5555€ übergeben. Es ist ein gutes Gefühl, laufend geholfen zu haben.
Ein ganz herzlichen Dank an dieser Stelle an die Organisatoren vom TUS Breitscheid für diese liebevoll organisierte Veranstaltung. Laufen ohne Leistungsdruck und dazu noch für einen guten Zweck - da werde ich gerne wiederkommen!
Der Schmerz geht, der Stolz bleibt! Liebe Petra, auch hier meinen herzlichsten Glückwunsch zu dieser grandiosen Leistung. Das hast Du ganz super gemacht und Du kannst sehr stolz auf Dich sein.
Danke auch für Deinen schönen Bericht. Er macht Mut, es doch auch einmal mit einem 24-h-Lauf zu versuchen.
Ich wünsche Dir nun gute Erholung. Lass es die Woche ruhig angehen.
LG Billy
Wahnsinn, liebe Petra! Ich drück dich mal ganz dolle! Und herzlichen Glückwunsch!
Ich war heute morgen ganz überrascht, als ich den Eintrag unter meinen Verlinkungen las. Ich hatte in den letzten Tagen im Forum nicht wirklich viel im Breitscheid-Beitrag gelesen und so wohl auch von deinem Vorhaben nichts mitbekommen.
Das hast du toll gemacht. Vor allem was alles geht, wenn man sich dann traut!
Ich wünsche dir eine Gute Erholung.
Liebe Grüße, Marianne
Liebe Petra,
auch auf diesem Wege möchte ich dir noch einmal ganz herzlich zu dieser tollen Leistung gratulieren. Ich fand den Samstag in Breitscheid wunderschön. Es war ein besonderer Moment, dass wir uns mal persönlich kennenlernen und auch einige KM zusammen laufen durften.
Es war rundherum eine sehr gelungene Veranstaltung, die eine Wiederholung wert ist. Nun erhole Dich gut und genieße mit Stolz das, was Du Dir erkämpft hast. Du hast es Dir wahrlich verdient.
Liebe Grüße
Kornelia
Auch ich möchte Dir hier noch einmal recht herzlich gratulieren! Ein großartiges Ergebnis hast Du erzielt! Du kannst sehr stolz auf Dich sein!
Liebe Grüße
Ramona
Danke Marcus für deine lieben Zeilen! Es war wirklich ein unbeschreibliches Gefühl während und nach diesen 24 Stunden. Die Verbindung, mein liebstes Hobby auszuüben und gleichzeitig Gutes zu tun ist einfach perfekt. Es hat keinen interessiert, wer schneller war oder wer mehr gelaufen ist als der andere. Das gemeiname Laufen - egal ob Ultra oder Radfahrer, Walker, Behinderter oder nicht Behinderter - das war es, was diese 24 Stunden ausgemacht haben.
Die Nachwehen sind heute schon viel geringer als gestern. Ich gönne trotzdem meinem Körper jetzt Erholung. Aber meine kleine 3km Runde und das anschließende sanfte Dehnen hat mir richtig gut getan.
Ich wünsche dir auch eine angenehme Woche!
Vielen Dank, liebe Billy, für deine Glückwünsche! Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, daß dir mein Bericht Mut macht, so etwas auch zu probieren. Du hast doch schon soviel mehr als ich geschafft - trau dich einfach ran. Du wirst bestimmt richtig viele Kilometer laufen. Ich freue mich auch schon wieder auf Rodgau und ich hoffe, daß du wieder mit dabei bist.
Ich danke auch dir ganz dolle, liebe Marianne! Die Entscheidung für Breitscheid ist erst 3 oder 4 Wochen alt. Und man kann ja auch nicht alles lesen - soviel schaft kein Mensch!
Ich glaube, es war genau der richtige Zeitpunkt nach dem NOK, der hatte einen richtig tollen Trainingseffekt.
Vielen Dank, liebe Kornelia! Ich hoffe, es geht dir gut und die schlimmsten Strapazen sind überstanden. Es war toll, dich kennengelernt zu haben!
Dankeschön, liebe Ramona! Hättest du dir das vor einem oder zwei Jahren vorstellen können? Ich ganz bestimmt nicht...
Ich schicke euch allen ganz liebe Grüße
Petra
Ja , warum nicht? Jeder entwickelt sich irgendwie weiter. Dass Du in die Richtung gehst, war durchaus möglich! :) An Deinen Fähigkeiten habe ich nie gezweifelt!
Liebe Grüße
Ramona
Liebe Petra, das ist ja wirklich eine Wahnsinnsleistung. Du hast offensichtlich alles richtig gemacht. Ich gratuliere Dir zu diesem Erfolg. Dann sehen wir uns vielleicht auch mal in Biel.:-) Du weißt ja jetzt, das Du es kannst.
Nun erhole Dich mal gut. Laß Dich drücken und sei lieb gegrüßt von
Laufmaus Elke
Es ist schön, daß du meine läuferische Entwicklung immer ein bischen begleitet hast - du warst und bist für mich immer ein Vorbild!
Ja, liebe Elke - irgendwann muß man nach Biel... Wahrscheinlich aber werde ich im nächsten Jahr erstmal meine Rechnung beim Thüringen Ultra begleiten - beides geht nicht, da es zu eng beieinander liegt. Aber vielleicht 2012?
Viele liebe Grüße euch beiden
Petra
2012 Biel wäre toll. Ich bin ja auch bloß alle 2 Jahre dort. Und 2012 steht bei mir wieder auf dem Plan.:-) Das passt doch.:-)
LG Elke
Na, dann nehmen wir doch mal das Projekt Biel 2012 in Angriff!
Liebe Grüße
Petra
Freu, hüpf, freu :-))))
Da freu ich mich gleich mit!
Wie du es so schreitts, ist es ja fast leicht mal so eben über 100km zu laufen
Für mich nicht vorstellbar- aber so eine
Veranstaltung schon. Ich glaube ich würde mich da auch wohl fühlen ! Herzlichen Glückwunsch!
Hallo lieber Martin,
naja - leicht war es nin nicht gerade. So nach km 90 wurde es schon ganz schön hart. Aber das gehört beim Ultralaufen auch dazu. Und trotzdem macht es Spaß.
Bei dieser Veranstaltung aber konnte ja jeder laufen, wie er mochte. Du hättest dich in Breitscheid bestimmt wohl gefühlt.
Viele liebe Grüße
Petra
Hey Petra,
da fällt mir wieder nichts mehr ein als "Verrücktes Huhn!" :-)
Warum hab ich nur den Artikel jetzt erst gelesen? Das ist ja ein tolles Erlebnis und ein schöner Bericht, menno, menno! Glückwunsch ohne Ende zu dieser Leistung!
Liebe Grüße vom Holger
Vielen Dank, lieber Holger! Über deine Glückwünsche freue ich mich ganz besonders. Ja, ein wenig verrückt bin ich schon - aber das sind wir doch alle ein wenig...
Mittlerweile sind 10 Tage seit Breitscheid vergangen und ich fühle mich schon wieder topfit. Es ist erstaunlich, wie schnell der Körper inzwischen regeneriert. Das hätte ich mir nie träumen lassen.
Viele liebe Grüße zurück
Petra