Sunday, 13. june 2010 7 13 /06 /Juni /2010 18:39
- Community: Laufen
veröffentlicht in: Laufen und Geniessen

Es ist schön, neue Laufstrecken zu erkunden. Besonders schön ist es, dies in dem wunderschönen Salzburger Land zu tun - einer Gegend, in der wir seit Jahren Urlaub machen, die Seel baumeln lassen und in der ich seit einigen Jahren auch im Urlaub  laufen gehe.

 

Auch wenn die Sonne - wie schon seit Tagen unerbittlich vom Himmel brennt - hier in den Bergen ist es halbwegs erträglich. Deshalb machte ich mich - trotz der sommerlichen Temperaturen - auf den Weg zu einem langen Lauf.

Gestartet bin ich am idyllisch gelgenen Brandstattgut, unserem Feriendomizil. Mein Ziel war die etwa 15km  entfernte Dichtlalm, auf der ich mich gegen 13.00Uhr mit Rainer zu einer künftigen Jause auf dem Berg treffen wollte. Von dort aus wollte ich dann den Rückweg ebenfalls laufend starten.

Gegen 10.45Uhr lief ich los. Es ging gleich zügig bergan. Innerhalb kürzester Zeit hatte ich bereits 100 Höhenmeter bewältigt. Aber es lief gut und schnell hatte ich die auf dem Berg stehende Sommerholzer Kirche erreicht. Von dort aus ging es in den Wald, in dem mir die Bäume den erhofften Schatten spendeten. Es war absolut still - nur die Vögel sangen um die Wette. Kein Mensch begegnete mir, ich war allein mit den Tieren des Waldes.

Plötzlich  fiel mir siedendheiß ein, daß ich die Karte vergessen hatte. Aber ich hatte mir eigentlich genau eingeprägt, wo ich lang laufen mußte. Vorbei an der goldenen Kutsche, dem Toten Mann und dem Heimkehrerkreuz wollte ich zu Dichtlalm laufen.

Der breite Waldweg wurde immer enger und wurde schließlich zu einem wunderschönem Single Trail. Es ging immer noch bergauf, über Stock und Stein - über Wiesen, durch Felder und mitten durch den Wald. Der Weg war als solches nicht mehr zu erkennen. Orientieren konnte ich mich mittlerweile nur noch an den rot- weißen Markierungen des österrreichischen Torurismusverbandes. Mittlerweile befand ich mich auf dem bekannten Arnoweg, auf dem schon Hape Kerkeling wanderte. Allerdings konnte ich mir kaum vorstellen, wie hier größere Wandergruppen durchkommen können...

Ich jedenfalls fand es schön, allein hier zu sein und genoß die Stille des Waldes. Die goldene Kutsche hatte ich passiert und ich war auf dem Weg zum Kolomannstaferl. Mittlerweile hatte ich mehr als 350 Höhenmeter in den Beinen, es ging mir gut wie schon lange nicht.

Am Kolomannstaferl bog ich ab nach rechts in Richtung Henndorf. Nun mußte ich nur noch den Berg hinab und den Aufstieg zur Dichtlam bewältigen - die geplante Ankunftszeit erschien noch ziemlich realistisch.

Am Heimkehrerkreuz entschied ich mich an der Kreuzung, nach rechts zu laufen. Mein "fotografisches" Gedächtnis sagte mir, daß dies der richtige Weg sein mußte.

Wer mich kennt, weiß wohl spätestens nach dieser Zeile, daß dem nicht so war. Ich lief und lief und lief und lief.... und irgendwann war auch mir klar, daß dies nicht der richtig Weg gewesen war. Immer mal wieder kreuzten andere Wege - allerdings ohne ein Hinweisschild. Mittlerweile hatte ich überhaupt keine Ahnung mehr, wo ich mich befand. Ich dachte mir: solange ich bergab laufe, muß ich ja irgendwo im Tal ankommen, was mir irgendwann auch gelang.

Es war schon nach 13:00 Uhr und ich hatte keine Ahnung, wie lang ich noch bis zur Dichtlalm benötigen würde.

Immerhin fand ich heraus, daß ich direkt am Gut Aiderbichl herausgekommen war. Dies ist ein Gut, auf dem schutzbedürftige Tiere eine neue Heimstatt finden. Leider ist dieses Gut so ca eine Stunde von der Dichtlalm entfernt...

Ich fragte eine Bäuerin nach dem Weg. Bei ihr konnte ich meine Getränkefläschchen wieder auffüllen und  mich unter ihrem Wasserstrahl etwas frischmachen.

Nun lief ich in sengender Hitze auf Asphaltwegen weiter. Irgendwie sahen alle Höfe gleich aus. Bevor ich mich nochmal verlaufe, fragte ich doch öfters nach dem Weg. Ein junger Mann verriet mir eine Abkürzung auf die Alm, die ich gerne nutzte. Vielleicht hätte ich doch auf dem Hauptweg bleiben sollen?

Quer durch den Wald kämpfte ich mich auf den Berg, von einem Waldweg war keine Spur mehr. Egal - ich wollte nur noch nach oben.

Endlich sah ich die kleine Hütte oben am Wald. 2 Radfahrer kamen mir entgegen und sagten mir, daß mein Mann schon sehnsüchtig auf mich wartet. Logisch - ich war schließlich seit 1 1/2 Stunden überfällig.

Gegen 14:30Uhr war ich endlich auf der Dichtlalm und verwöhnte mich selbst mit einen kalten Getränk, einer eiskalten "Teildusche" am Brunnen und einem trockenen Shirt.

Insgesamt war ich fast 3 1/2 Stunden unterwegs und ich beschloß - auch angesichts der Mittagshitze - den Lauf zu beenden und mit Rainer nach Hause zu fahren.

Aber es war ein wunderschöner Erkundungslauf - ich habe jeden Meter genossen. Hier ein paar Impressionen:

Lauf in Sommerholz2

 

 

Lauf in Sommerholz

 

 

Lauf in Sommerholz1

 

 

Lauf in Sommerholz3

 

 

Lauf in Sommerholz4

von Petra
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