Overblog Folge diesem Blog
Edit post Administration Create my blog

Seiten

Veröffentlicht von Petra

Schlafen im Heu - das war mal was ganz Neues für mich. Nicht nur für mich - wahrscheinlich für jeden von uns NOK Eroberern. Trotz der Müdigkeit konnte ich nicht gleich einschlafen, die Erlebnisse des Tages schwirrten noch in meinem Kopf herum. Die 35,5km der ersten Etappe hatte ich gut verkraftet. Morgen wollte ich noch komplett durchlaufen. Im Hinterkopf schwirrte aber immer noch die Möglichkeit des Run and Bike - aber wenn, dann frühestens am dritten Tag. Das hatte ich mir jedenfalls ganz fest vorgenommen.

 

Als der erste von uns sein Heubett verlies, war es um die Ruhe geschehen und einer nach dem anderen schälte sich aus dem Schlafsack. Nach einem guten Frühstück fuhren die ersten Autos zum heutigen Zielort Breiholz. Wir gingen zum vereinbarten Start am Kanal und warteten gemeinsam auf die Rückkehr der "Autovorhut".

Der Morgen am Kanal war wunderschön.

 

Morgen am Kanal

 

tierische Begleiter-Kopie-1

 

Endlich traf Hanka mit den anderen Läufern ein und Frank gab das Zeichen zum Start. Auf den ersten Metern hatte ich das Gefühl, wie auf Eiern zu laufen - es lief nicht sonderlich rund. Aber es dauerte nicht lange, bis die Muskeln warm waren und das Laufen wieder Spaß machte.

Der Regen vom Vortag hatte sich gänzlich verzogen, die Sonne schien.

 

fröhlich laufen

 

 

Klaus und Co

 

Gegen Mittag trafen wir in Rendsburg ein - einer wunderschönen kleinen Stadt am NOK. Hier verliesen wir das Ufer des Kanals und machten einen kleinen "Stadtrundlauf" - sightrunning sozusagen. Wir liefen entlang der "blauen Linie", die sich auf 3,2km Länge durch Rendsburg schlängelt und an allen Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbeiführt. Aber ich glaube, an diesem Tag waren wir die Sensation der Stadt. Die Leute staunten nicht schlecht, als wir durch die Fußgängerzone liefen...

Mittlerweile hatten wir fast das halbe Tagespensum geschafft und wir hatten alle tierischen Hunger. Deshalb beschlossen wir an der Schiffsbegrüßungsstelle, an  der jedes Schiff mit der Nationalhymne begrüßt wird, einen kleinen Imbiss einzunehmen, der sich dann allerdings etwas länger hinzog... Nicht, weil wir nicht mehr konnten, sondern weil die Gastronomie mit unseren Wünschen nicht mehr hinterherkam... Aber immerhin konnte ich dann irgendwann das vielleicht teuerste Butterbrötchen der Eurozone essen...

Trotzdem ging es nach eine gefühlten Ewigkeit weiter. Leider konnten wir nicht mit der benachbarten Schwebefähre übersetzen, da diese gerade gewartet wurde. Aber es war sehr interessant, diese Konstruktion zu bestaunen.

 

Schwebefähre

 

Aber es gibt nicht nur Fähren und Brücken über den NOK, sondern auch einen Tunnel. Da uns Frank versprochen hatte, alle Überquerungsmöglichkeiten zu nutzen, führte er uns nun zum NOK Tunnel in Rendsburg. Da wir aber auf dieser Seiter bleiben wollten, liefen wir kurzerhand einmal den Tunnel hin und wieder zurück. Hier unten war es angenehm kühl und es machte tierischen Spaß, Stefan zu bewundern, wie er die nach unten rollende Rolltreppe nach oben lief und das auch schaffte. Alle Achtung Stefan!

 

Tunnellauf

 

Nach doch einigen Unterbrechungen in Rendsburg liefen wir nun weiter. Mittlerweile brannte die Sonne unbarmherzig, aber es wehte auch immer mal ein Lüftchen, so daß die Hitze erträglich war.

Unser heutiges Etappenziel war der Sportplatz in Breiholz, ein kleines Örtchen etwas abseits vom NOK.

Nach etwa 30km bogen wir am Kanal rechts ab - Breiholz war nah! Allerdings zogen sich die letzten Kilometer wie Kaugummi und sie fielen mir doch ganz schön schwer. Ich war so froh, als wir endlich auf dem Sportplatz eintrafen. Sarah lief noch 2 Extrarunden auf dem Sportplatz, um die 70km  voll zubekommen. Für sie war es heute leider die letzte Etappe, da sie am Wochenende noch etwas anderes vor hatte.

Kurz nach unserer Ankunft traf Günter ohne H ein - das Urgestein vom TSV Breiholz. Ich fand es toll, daß wir die Sportanlagen zum Zelten nutzen konnten - auch wenn ich Günters Dialekt so gar nicht verstand...

Wir duschten, bauten unsere Zelte auf und gingen dann zum gemeinsamen Abendessen in der Breiholzer Dorfgaststätte. Auch Günther war da und überreichte jeden von uns eine Breiholzer Medaille und ein Basecap, das zwar herrlich blöd aussah, aber bei St. Pauli Kult sein soll...

 

Breiholz.jpg

 

 

Stefan und Esther

 

Andrea schützte sich vor dem immer lauter werdenden Günter mit einer origniellen Methode - ob das geholfen hat?

Gehörschutz

 

Wir hatten jedenfalls viel Spaß und dann irgendwie keine Lust mehr, nochmal zum Kanal zu laufen und die Aidacara zu bestaunen. Todmüde fielen wir in unsere Schlafsäcke.

Ich war glücklich, soweit gekommen zu sein und faßte für mich den Entschluß, es ohne Bike zuversuchen und laufend durchzukommen. Noch 2 Etappen - aber ich war mir sicher, daß ich es schaffen könnte.

 

 

Bericht 1. Etappe 

Bericht 3. Etappe 

Bericht 4. Etappe

Album 4. Etappe und Kanaltaufe

Kommentiere diesen Post

Petra 08/12/2010 23:27



Vielen dank, liebe Kornelia!


Weißt du, was das Schönste an diesem Lauf war? Alle hatten so eine gute Stimmung und eine positive Lebenseinstellung, da konnte man so richtig gut abschalten und einfach mal das Leben genießen.
Und das war bei allen so - egal ob Läufer, Radfahrer oder Autobegleiter.


Schöner und intesniver kann ein Urlaub gar nicht sein.


Viele liebe Grüße


Petra



Kornelia 08/12/2010 16:15



Hallo Petra,


die Bilder und Dein Bericht sind wirklich toll. Man bekommt einen sehr guten Eindruck, wieviel Spaß Ihr alle beim NOK-Lauf hattet. Finde ich echt gut.


Liebe Grüße


Kornelia