Sonntag, 22. november 2009
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veröffentlicht in: Laufen und Geniessen
Die malerischen bunten Bilder herbstlich gefärbter Bäume gehören nun schon wieder fast der Vergangenheit an - sie sind gewichen den teilweise farblosen Ästen, die ihr Laub bereits dem Winde
übergeben haben. Vereinzelt ist noch die Schönheit des Herbstes zu sehen - nur darauf wartend, ebenfalls in naher Zukunft der Vergangenheit anzugehören.
Herbst - das war für mich bisher nur der Sinnbegriff schöner Farben - den kalten Wind und Regen dieser Jahreszeit vergessend oder verdrängend.
Seit ich meine Laufrunden täglich drehe, laufe ich mit offenen Augen durch mein Laufrevier und ich sehe Nuancen, die mir bisher verborgen blieben. Nein - Herbst ist nicht gleich Herbst.
Beginnend mit einer leichten Färbung, in der noch das Grün des Sommers überwiegt, über ein immer stärkeres Übergewicht der Farben beige und braun bis hin zum endgültigen Verlust der bunten
Farbenpracht und der Vorbereitung der Bäume auf den Winter - fast täglich gibt es Neues zu entdecken, zunächst fast unbemerkt, dann immer stärker sich ausprägend bis es offensichtlich für jedes
Auge ersichtlich ist.
Während meines heutigen Laufes konnte ich wieder viele neue Herbst-Facetten entdecken. Mein Weg führte mich entlang der Nidda, durch den Wald zu Maria Sternbach - einer kleinen Kirche. Als ich sie
das erste Mal sah, erschien sie mir wie eine Fata Morgana, die - mitten im Wald - plötzlich vor mir stand. Auch heute noch finde ich es absolut faszinierend, wie diese Kirche plötzlich aus dem
Nichts auftaucht und rasch wieder im Nichts verschwindet.
Die Waldwege sind voller Laub, der Untergrund ist nicht mehr erkennbar. Plötzlich versinken meine Füße im Schlamm oder verdeckte Wurzeln kreuzen meinen Weg. Ich muß höllisch aufpassen und die Füße
heben, um nicht zu fallen. Es ist einfach herrlich, auf Naturpfaden zu laufen, die Stille und den Regen zu genießen, der unaufhörlich herunterprasselt.
Trotz des Regens kommen mir heute erstaunlich viele Läufer entgegen - allesamt gut gelaunt und freundlich grüßend.
Auf dem Weg nach Hause laufe ich an den Angelteichen vorbei - neugierig, wie es heute dort aussehen wird. Mittlerweile hatte es aufgehört zu regnen und die Sonne schaute scheu hinter den Wolken
hervor.
Es bietet sich mir ein tiefherbstliches Bild, welches bereits Platz macht für den bevorstehenden Winter. Einmalig schön - wenn man die Schönheit sehen will und offen und voller Neugier auch
im November durch die Natur läuft.
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