Sunday, 26. september 2010 7 26 /09 /Sept. /2010 20:24
- Community: Laufen
veröffentlicht in: Laufen und Geniessen

Ein schöner, kleiner Abendlauf sollte es werden...

Nach einem wiedermal heftigen Arbeitstag (ja ich muß auch ab und zumal Sonntags ran) freute ich mich auf mein Läufchen... Den ganzen Tag schon war es überall dunkel und wolkenverhangen. Jeden Moment erwartete ich den Regen, aber es kam nichts. Drohend schauten die Wolken herab. Aber genau in dem Moment, in dem ich loslief, lugte die Sonne hervor und bescherte mir einen wunderschönen Lauf.

Die Sonne stand schon sehr tief. Ihr Strahlen bohrten sich durch die Wolkenlücken. Nicht mehr lange. Bald wird es abends dunkel sein. Die wenigen Tage, die ich noch im Hellen laufen kann, will ich genießen. Es ist kühl, aber sehr angenehm zum Laufen. Es läuft sich wie befreit.

Ich laufe zur Nidda. In den letzten Tagen ist es hier richtig Herbst geworden. Die Blätter sind bunt, es sieht wunderschön aus. Die Felder sind abgeerntet und bieten den Häschen keinen Schutz mehr.

Es begegnet mir kein Mensch. Um mich herum einsame Stille. Ich genieße jeden Schritt. Eigentlich wollte ich nur eine kleine Runde laufen, aber meine Beine wollten weiter. Sie bestimmten, wo es langging. Und ehe ich mich versah, war ich auf der größeren Runde. Ich lief bis zur Wickstädter Brücke und von dort über den Berg  Hügel zurück.

Der Blick in den Taunus war gigantisch. Die Gipfel waren in tiefe Wolken gehüllt, die Täler teilweise sonnendurchflutet. Über Frankfurt hingen dicke Regenschauer. Alle Schauspiele der Natur gab es  auf wenigen Quadratkilometern zu bewundern. Auf den Strommasten und in den Bäumen sammelten sich unzählige Vögel. Bald sind sie unterwegs in den Süden.

Es wird nicht mehr lange dauern und der Winter hält Einzug. In den Supermärkten liegen jetzt schon Weihnachtsmänner, Lebkuchen und Dominosteine. Früher waren sie der Höhepunkt zu Weihnachten. Heute werden sie bereits im September gegessen. Zu Weihnachten kann sie keiner mehr sehen.

Verkehrte Welt? Wohl nicht. Auch Weihnachten ist zum Kommerz verkommen.

 

Glücklich kehre ich zurück. Das es wieder ein ganz besonderer Lauf war, brauch ich wohl nicht extra zu schreiben. Für mich ist jeder Lauf etwas ganz Besonderes.

von Petra
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