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Veröffentlicht von Petra

Nun nehme ich ihn schon zum dritten Mal unter die Füße - den Marathon in Frankfurt. Eigentlich wollte ich ja keine Stadtmarathons mehr laufen. Ein Lauf in der Natur ist viel schöner, aber....

Frankfurt liegt bei mir vor der Haustür, es ist sozusagen mein Haus-und Hoflauf... Aber nicht nur das. Er ist einfach wunderschön, die Stimmung an der Strecke ist gänsehauterregend und kaum zu toppen. Die Innenstadt von Frankfurt ist wie geschaffen für einen Marathon. Der Opernplatz - eine einzige Fanmeile. Die Hauptwache bebt unter dem Klang der Bässe. Zuschauer jubeln - von ganz klein bis ganz groß. Kinder ebenso wie Oma und Opa.

Marathon in Frankfurt - das ist nicht nur 42,195km laufen. Marathon in Frankfurt - das ist ein ganzes Wochenende voller Laufverrückte in der Stadt. Bereits am Freitag abend öffnen die Tore der Marathon Mall auf dem Frankfurter Messegelände.

Ich holte mir allerdings erst am Samstag meine Startunterlagen. Gegen Mittag waren wir verabredet - Esther und Göga, s´Elkli, Ute, Beate und Frank, Conny und Hans. Natürlich treffen wir uns am Rennsteiglaufstand bei Rosi und Horst, die wieder unermüdlich für unseren wunderschönen Rennsteiglauf werben.

Ich freue mich riesig, die beiden wieder zusehen.  Während wir quatschen, kommen Beate und Frank - mit einer schon fast traditionellen Kiste Köhlerküsse. Naja - so ein paar Kalorien dürfen wir uns heute schon leisten. Fotos von der Naschorgie habe ich leider keine - das ist aber auch vielleicht besser so...

 

Gemeinsam gehen wir zur Nudelparty. Die Freude über unser Treffen und die Vorfreude auf den Lauf steht allen im Gesicht. Nach mehreren Telefonaten gelingt es uns endlich, Heidi zu finden bzw, sie uns. Welch eine Freude für uns alle, diese so starke Frau kennenzulernen. Sie hat soviel geschafft in ihrem Leben, sie ist ein wahres Vorbild für viele. Sie ist den steinigen Weg vom Couchpotatoe zur Läuferin gegangen - und das überaus erfolgreich.

 

Wir verabreden uns für den nächsten Tag - schließlich wollen wir (zumindestens die SchneckentempoläuferInnen) morgen gemeinsam im letzten Block starten. An der Säule Nr. 2 sind wir verabredet - die ist weithin zusehen. Eigentlich kann da gar nichts schiefgehen. Aber nur eigentlich. Wir Blondies haben es nämlich tatsächlich nicht gschafft, uns zu finden... Elkli, Anabell und ich auf der einen Seite, wartend auf die nichtkommenden Esther, Göga, Conny und Hans...

Auf der vermutlich anderen Seite Esther und Co, die sich die Augen nach uns wundschauten...

 

Ich ging nochmal kurz in die Festhallen und hielt einen Moment inne. Hier, an diesem Ort will ich in wenigen Stunden einlaufen. Hier, wo die Gänsehaut garantiert ist. Noch ist der rote Teppich leer...

 

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Ich begab mich mit Elkli zum Start, in der Hoffnung, daß wir die anderen unterwegs finden...

 

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Vor uns steht ein Jubilar, der heute seinen 50. Marathon laufen wollte. Im Gepäck jede Menge Naschereien und eine Kisten alkoholfreies Hefeweizen... Spontan bekam ich einen Becher eingeschenkt. Den lies ich mir schmecken. Bier vorm Start - das hatte ich bisher noch nie...

 

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Der Startschuss fällt - weit von uns entfernt im ersten Block geht es los. Wir warten geduldig, bis wir endlich loslaufen können. Erst langsam, dann immer schneller. Wir verfallen in einen lockeren Laufschritt, überqueren die Matte. Es geht los!

Am Arm trage ich ein kleines blaues Bändchen. 4:45 steht darauf als Zielzeit. Außer Elkli weiß keiner was von diesem Bändchen und ich wollte auch nur darauf schauen, wenn es gut lief.

 

Die ersten Kilometer durch Frankfurts Innenstadt haben wir einfach nur genossen. wir haben uns unterhalten, uns gemeinsam auf den MIAU gefreut, uns vorgestellt, wie wir in Innsbruck einlaufen... Dieser Marathon würde ein erster kleiner Vorbereitungslauf für unser großes Vorhaben sein.

 

Plötzlich entdeckten wir Heidi mitten in der Menge, die gemeinsam mit Coach Martin ihre Staffel anlief. Nach dem wir ihr nochmal viel Erfolg gewünscht hatten, sahen wir auch schon Esther und Göga und kurze Zeit später auch schon Conny.

Es ist einfach toll, wen man ein solches Ereignis, die viele Freude mit Freunden teilen kann. Geteilte Freude ist doppelte Freude.

Etwa an km 12, kurz vor der Brücke stand Anabell und reichte uns einen Riegel. Nun ging es auf die andere Seite des Mains in Richtung Niederrad. Immer noch liefen wir locker und ein Blick auf mein blaues Bändchen verriet mir, daß ich genau da lag, wo ich hinwollte... Es lief einfach gut und ich spürte, daß es heute kein 2. Köln geben würde. Ohne es zu wollen wurde ich wieder ein wenig schneller...

Elke gab mir zu verstehen, daß es für sie kein Problem ist, wenn ich loslaufen würde...

So lief ich etwa ab km 16 oder 17 allein weiter und zog das Tempo noch ein wenig an. Kurz vor der Halbmarathonmarke traf ich zum ersten Mal auf den ersten Teil meines "privaten Fanblocks". Katrin und Kai warteten auf mich, reichten mir ein Gel und eine Salztablette.

 

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Der zweite Teil des Fanblocks - Rainer und Hansi warteten in Höchst auf mich, wo sie mich gleich 2x anfeuern konnten. Mir ging es immer noch gut und ich konnte mein Tempo gleichmäßig weiterlaufen. Ein Blick aufs Bändchen verriet mir, daß ich immer noch voll im Plan war. Ob ich es schaffen könnte?

 

Nach dem letzten Staffelwechsel in Nied waren auf einmal einige Geher vor mir. Boah ey, die waren ganz schön schnell! Naja, sie waren ja auch frisch auf die Strecke gekommen. Ich versuchte dranzubleiben. Als es ein Stück bergab ging, verfielen sie aber  auf einmal auch in den Laufschritt. Vielleicht ist das bei den Gehern jetzt so üblich?

Trotzdem gelang es mir, sie dann doch hinter mir zulassen...

Plötzlich tauchte neben mir ein grell leuchtendes Shirt auf - es war HD! Ich habe mich riesig gefreut und wir liefen gemeinsam ein Stück. Allerdings verloren wir uns an der nächsten Verpflegungsstelle wieder.

30km waren geschafft. Meine Beine begannen ein klein wenig müde zu werden, aber ich konnte mein Tempo immer noch locker halten. Ich war immer noch im Zeitplan, fast auf die Sekunde genau...

Jetzt kam das schwerste Stück. Noch etwa 4 km entlang der Mainzer Landstrasse, dann würden wir wieder in der Innenstadt sein. Ich schaltete mein I Pod ein. "Livin on a prayer" in Endlosschleife... Wow, ist das ein Lied! Da vergißt man, daß man müde ist, da laufen die Beine von ganz alleine.

Noch einmal stehen Katrin und Kai an der Strecke und feuern mich an. Auch das Ut`sche steht an der Strecke und gibt mir nochmal Kraft für die letzten 7km. Jetzt wird es schwer. Immer noch liege ich im Zeitplan...

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Ich gönne mir noch ein Gel als Power für die letzten Kilometer. In der Innenstadt tobt der Bär. Überall Musik und jubelnde Menschen. Sie zeugen allen Läufern Respekt, auch den Volsläufern. Die Elite ist längst mit Streckenrekorden im Ziel. Die letzten Kilometer - 5, 4, 3, 2 - nur noch 1km! Kurz vorm Ziel treffe ich erneut auf HD und Esther. Gemeinsam laufen wir auf das Ziel zu, die Festhalle ist schon zum Greifen nah, der rote Teppich wartet auf uns...

In mir steigt eine unbändige Freude auf. Bald sind wir da! Wir laufen vorbei an jubelnden Menschen, biegen um die Ecke, sehen den Eingang der Festhalle und laufen auf den roten Teppich. Nur noch 100m - dann ist es geschafft. Diese letzten Meter genieße ich einfsch, sauge die Stimmung in mir auf, kämpfe mit den Tränen. Kein Zieleinlauf ist so emotional wie der in der  Festhalle in Frankfurt.

Überglücklich falle ich Esther und HD in die Arme und kurze Zeit später auch unserem Elkli, Conny und Heidi. Alle haben es geschafft und strahlen um die Wette.

Am Ausgang warten meine Lieben auf mich. Rainer, Katrin, Kai und Hans Jürgen und kurze Zeit später treffen wir auch Frank und Beate. Frank hat eine wahnsinstolle Leistung geschafft. Er ist unter 3:30 geblieben - eine Zeit, die er vorher niemals für möglich gehalten hat.

Tja und meine Zeit? Ich habe auf den letzten 5km eine Minute verloren, so daß ich knapp über meiner Wunschzeit geblieben bin. Verloren habe ich aber nicht wirklich etwas - im Gegenteil. Ich habe gewonnen - einen wunderschönen Tag, einen wunderschönen Lauf, ein Treffen mit Freunden, einen wunderschönen Abend mit der Familie und meinen Freunden. Und - es  war es mein schnellster Marathon, den ich je gelaufen bin. Aber im Grunde genommen ist das unwichtig.

 

Ich gratuliere allen Frankfurter Läufern ganz, ganz herzlich!

 

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Petra 11/14/2010 12:29



Vielen Dank, liebes Laufmäuschen! Ich würde mich sehr freuen, dich auch mal in Frankfurt begrüßen zu können!


Viele liebe Grüße


Petra



laufmauselke 11/12/2010 22:24



Frankfurt muss ein toller Marathon sein. Davon liest und hört man nur gutes. Und Ihr hattet dort auch so viel Spaß. Das kann man aus jeder Zeile lesen.
Vielen Dank, liebe Petra fürs Mitnehmen und für die wunderschönen Bilder.
Und meinen ganz herzlichen Glückwunsch zu Deinem starken Finish.
Ganz liebe Grüße von
Laufmaus Elke



Petra 11/12/2010 14:48



Hallo liebe Katrin,


da läufst du auch in Frankfurt und ich erfahre es erst eine Woche später? Man, ist das schade. Ich hätte dich so gern  getroffen, zumal wir am Samstag auch ziemlich lang auf der Messe waren.


Viele liebe Grüße


Petra



Katrin 11/11/2010 11:39



Hallo Petra,


herzlichen Glückwunsch auch von mir  . Dann hätten wir ja fast zusammen laufen können. Viel Spaß weiterhin und
lieben Gruß, Katrin



Petra 11/04/2010 21:59



Hallo Martin,


habe gerade deinen Bericht verschlungen - schön, daß du ihn auch als so schön empfunden hast!


Lieber Roland,


herzlich willkommen auf meinem Blog und ganz herzlichen Dank für deine Glückwünsche!


Viele Grüße euch beiden


Petra