Artikel teilen! Es regnet. Es ist kalt. Es läuft. Alles ist gut.: Wieder mal seit einer Woche freue ich mich auf meinen freien Tag. Ein schöner Tag für einen ...
Wieder mal seit einer Woche freue ich mich auf meinen freien Tag. Ein schöner Tag für einen langen Lauf in Mutter Natur.
Es regnet. Es ist kalt.
Es erwarten mich Temperaturen so um den Gefrierpunkt. Der Regen kann sich nicht so richtig entscheiden, ob er als Schnee oder in flüssiger Form auf die Erde fallen möchte. Mir ist es egal. Ich laufe einfach los. Ich hatte mir einen schönen langen Lauf vorgenommen. Wohin es gehen sollte, wollte ich unterwegs entscheiden. Sicherheitshalber habe ich eine Karte der näheren Umgebung mitgenommen. Man weiß ja nie - bei meinem Talent zum Verlaufen ist das wahrscheinlich auch besser so.
Ich brauche so ein paar Kilometerchen zum warm werden. Um mich herum erscheint alles grau in grau. Das Wasser der Nidda ist weit gesunken und hat eine Spur von Schlamm zurückgelassen. Die Wiesen sind immer noch vom Wasser teif gesättigt.
Ich laufe in den Wald hinein. Es wird immer feuchter um mich herum. Jeder Schritt hinterläßt ein tiefes Schmatzen der Schuhe. Ich muß höllisch aufpassen, daß mir der Schlamm nicht in die Schuhe hineinfließt... Zeitweise komme ich gar nicht vorwärts und ich versuche. auf einem ausgetretenen Waldpfad weiter zu kommen. Das geht auch ganz gut - bis, ja bis ich mitten in einem scheinbaren "Urwald" lande. Ich steige über umgefallene Bäume, schlängele mich durch herabhängende Äste und muß höllisch aufpassen, daß ich nicht in einem kleinen Bächlein lande...
Irgendwann taucht vor mir Maria Sternbach - eine kleine Kirche mitten im Wald - auf und damit auch wieder ein fester Waldweg. Es geht wieder etwas zügiger voran. Der Regen verschwindet in den Gipfeln der Bäume und kommt nicht mehr bei mir unten an.
Es läuft.
Fast wie von allein. Und es macht Spaß. Trotz der feuchten Kälte sind die ersten Vorboten des Frühlings nicht zu übersehen. Das erste Vogelzwitschern ist zu vernehmen... Ich beschließe, im Wald zu bleiben und teste ein paar "neue" mir bisher noch nicht bekannte Wege. Leider lande ich öfters als mir lieb ist an belebten Straßen und muß immer mal wieder ein paar Meter direkt neben den Autos laufen. Das macht keinen Spaß - aber ich weiß zumindestens, welche Wege ich zukünftig nicht nehme.
Mittlerweile sind mehr als 2 Stunden vergangen und ich beschließe, mich auf den Heimweg zu machen. Ich laufe zurück zur Nidda und beschleunige mein Tempo. Es ist schön, wenn man nach mehr als 2 Stunden Laufen dazu noch die Kraft hat. Nun kommen mir auch wieder diverse Hundebesitzer mit ihren Hunden und diverse Walker entgegen. Die Einsamkeit ist mit dem Verlassen des Waldes endgültig vorbei.
Als ich zurück komme in die "Zivilisation" fühle ich mich wie in einer anderen Welt.
Aber in mir ist die tiefe Befriedigung nach einem wunderschönen Waldlauf. Das ist das wahre Leben.
Alles ist gut.
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