Friday, 18. february 2011 5 18 /02 /Feb. /2011 17:16
- Community: Laufen
veröffentlicht in: Laufen und Geniessen

Wieder mal seit einer Woche freue ich mich auf meinen freien Tag. Ein schöner Tag für einen langen Lauf in Mutter Natur.

Es regnet. Es ist kalt.

Es erwarten mich Temperaturen so um den Gefrierpunkt. Der Regen kann sich nicht so richtig entscheiden, ob er als Schnee oder in flüssiger Form auf die Erde fallen möchte. Mir ist es egal. Ich laufe einfach los. Ich hatte mir einen schönen langen Lauf vorgenommen. Wohin es gehen sollte, wollte ich unterwegs entscheiden. Sicherheitshalber habe ich eine Karte der näheren Umgebung mitgenommen. Man weiß ja nie - bei meinem Talent zum Verlaufen ist das wahrscheinlich auch besser so.

Ich brauche so ein paar Kilometerchen zum warm werden. Um mich herum erscheint alles grau in  grau. Das Wasser der Nidda ist weit gesunken und hat eine Spur von Schlamm zurückgelassen. Die Wiesen sind immer noch vom Wasser teif gesättigt.

Ich laufe in den Wald hinein. Es wird immer feuchter um mich herum. Jeder Schritt hinterläßt ein tiefes Schmatzen der Schuhe. Ich muß höllisch aufpassen, daß mir der Schlamm nicht in die Schuhe hineinfließt... Zeitweise komme ich gar nicht vorwärts und ich versuche. auf einem ausgetretenen Waldpfad weiter zu kommen. Das geht auch ganz gut - bis, ja bis ich mitten in einem scheinbaren "Urwald" lande. Ich steige über umgefallene Bäume,  schlängele mich durch herabhängende Äste und muß höllisch aufpassen, daß ich nicht in einem kleinen Bächlein lande...

Irgendwann taucht vor mir Maria Sternbach - eine kleine Kirche mitten im Wald - auf und damit auch wieder ein fester Waldweg. Es geht wieder etwas zügiger voran. Der Regen verschwindet in den Gipfeln der Bäume und kommt nicht mehr bei mir unten an.

Es läuft.

Fast wie von allein. Und es macht Spaß. Trotz der feuchten Kälte sind die ersten Vorboten des Frühlings nicht zu übersehen.  Das erste Vogelzwitschern ist zu vernehmen...  Ich beschließe, im Wald zu bleiben und teste ein paar "neue" mir bisher noch nicht bekannte Wege. Leider lande ich öfters als mir lieb ist an belebten Straßen und muß immer mal wieder ein paar Meter direkt neben den Autos laufen. Das macht keinen Spaß - aber ich weiß zumindestens, welche Wege ich zukünftig nicht nehme.

Mittlerweile sind mehr als 2 Stunden vergangen und ich beschließe, mich auf den Heimweg zu machen. Ich laufe zurück zur Nidda und beschleunige mein Tempo. Es ist schön, wenn man nach mehr als 2 Stunden Laufen dazu noch die Kraft hat. Nun kommen mir auch wieder diverse Hundebesitzer mit ihren Hunden und diverse Walker entgegen. Die Einsamkeit ist mit dem Verlassen des Waldes endgültig vorbei.

Als ich zurück komme in die "Zivilisation" fühle ich mich wie in einer  anderen Welt.

Aber in mir ist die tiefe Befriedigung nach einem wunderschönen Waldlauf. Das ist das wahre Leben.

Alles ist gut.

von Petra
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Kommentare

Regen. Kälte. Täglichlaufen. Liebe Petra, hier faßt Du einige Grundpfeiler der gelobten Zufriedenheit zusammen. Vereint unter den Elementen des Lebens sein Täglichlaufen zu praktizieren, Herz, was willst Du mehr? Bezüglich Schlammläufe habe ich einen Geheimtip für Dich. Ich kann Dir spezielle hochexklusive Schuhe der Uboot-Kollektion empfehlen – mit jenen Schuhen springst Du mit Freuden in den Schlamm. ;))) Bis auf den „Straßenkontakt“ hat sich der Lauf doch gelohnt. Aber so weißt Du nun, welche Wege Du in Zukunft meiden darfst, ergo hat auch dies einen positiven Sinn ergeben. Ich wünsche Dir ein herrliches Wochenende und angenehmes Laufen – freilich in der einsamen Natur, fern der Zivilisation! Liebe Grüße Marcus
Kommentarnr1 gepostet von Täglichläufer am 18.02.2011 um 18h11

Hallo lieber Marcus,

immer stärker spüre ich in mir diese Gundpfeiler des täglich Laufens...Das ist so ein Entwicklungsprozess. Natürlich war ich schon immer sehr naturverbunden und tierlieb. Aber das beides - in verbindung mit täglich laufen in der natur - das ist einfach nur grandios. Irgendwie finde ich damit  zu mir selbst. Jeglicher Zivilisationsstress wird abgebaut, immer wieder zaubert sich ein Lächeln auf die Lippen.

Tja - so ein paar Schuhe der u-Boot-Kollektion habe ich wohl auch. Allerdings hatte ich heute nicht damit gerechnet, daß es sooo matschig wird. Aber man lern nie aus - die nächsten Läufe im Wald werde ich garantiert mit den ältesten Tretern, die ich besitze, bestreiten. und dann ixt es mir auch wurscht, wie ich da durchlaufe... Allerdings mußte ich höllisch aufpassen, weil der Schlamm arg glatt war. Zeitweise kam ich mir vor wie auf einer Eisbahn. Mein Vorwärtskommen sah ein bischen aus wie beim Schlittschuhlaufen - nur nicht so elegant.

Ich erkunde übrigens gern mal neue Wege - manchmal geht es gut, manchmal auch nicht.  Aber ich sehe das auch positiv: die Waldwege, die auf der Straße enden, werde ich zukünftig meiden. Jetzt kenne ich sie ja!

Ich wünsche dir auch ein tolles Wochenende mit schönen, erfüllenden Läufen!

Viele liebe Grüße

Petra

Kommentarnr2 gepostet von Petra am 18.02.2011 um 18h22

Läuft man erst mal bei scheinbar widrigen Bedingungen los, lernt man deren Vorzüge kennen. Einen schönen Lauf hattest Du da an Deinem freien Tag. Man spürt, wieviel Spaß Du dabei hattest.

Ja, der Frühling ist nicht mehr fern. Man spürt ihn häufig unterwegs.

Liebe Grüße

Kornelia

Kommentarnr3 gepostet von Kornelia am 18.02.2011 um 19h34

Liebe Kornelia,

ich weiß gar nicht mehr, wie ich diese sogenannten "widrigen" Bedingungen bezeichnen soll. Sie sind ja eigentlich gar nicht widrig - jedenfalls nicht für uns. Für den größten Teil der Bevölkerung schon...

Ich wünsche dir ein schönes Wochenende!

Viele liebe Grüße

Petra

 

Kommentarnr4 gepostet von Petra am 18.02.2011 um 20h49
Mit den Jahren verändert sich das Täglichlaufen, wir selbst – und das Täglichlaufen verändert uns. Das kann ich nur bestätigen. Bei mir habe ich eben geschrieben, ohne Natur – kein Täglichlaufen. Diese simple Formel gilt für mich absolut. Wir sollten unsere Uboot-Schuhe einmal vergleichen. Meine werden nur noch durch die Löcher zusammengehalten. :D *lacht* Solange Du beim Schlittschuhlaufen nicht in den Schildkrötenmodus wechselst, ist alles halb so schlimm. ;) Liebe Petra, ich wünsche Dir ein herrliches Wochenende – ich verschwinde nun in den Wäldern. Liebe Grüße Marcus
Kommentarnr5 gepostet von Täglichläufer am 19.02.2011 um 09h07

"Mit den Jahren verändert sich das Täglichlaufen, wir selbst – und das Täglichlaufen verändert uns."

Ja, das kann ich auch nur bestätigen. Am Anfang meines Täglich Laufens hätte ich mir das soo nicht vorstellen können. Aber es ist eine eigene Philosophie, die man lebt oder auch nicht. Die Natur gehört unweigerlich dazu und Leistungsdenken passt da einfach nicht rein.

Hey - vom Schildkrötenmodus war ich bestimmt nicht weit entfernt! Es ging jedenfalls nicht gerade sonderlich schnell vorwärts...

Hab einen schönen Sonntag!

Viele liebe Grüße

Petra

Kommentarnr6 gepostet von Petra am 19.02.2011 um 13h33
Da hast Du mir etwas voraus. Als ich am Anfang stand, habe ich mir gar nichts vorgestellt. Was ich da treibe, nahm ich eigentlich erst so nach acht oder neun Monaten wahr. Freilich auch nicht im Ansatz wie heute. Ich bin da halt hinein gestolpert... ;) Alles Gute, Marcus
Kommentarnr7 gepostet von Täglichläufer am 19.02.2011 um 13h53

Siehst du - und ich konnte da nicht hineinstolpern, weil ich ja vorher deinen Jubiläumsartikel 7 1/2 Jahre Täglich Laufen gelesen habe...

Kommentarnr8 gepostet von Petra am 19.02.2011 um 16h56

Ja so ist es, gerade um diese Jahreszeit.

Und man entdeckt immer wieder Neues.

Winterliche Grüße

 

Jörg

Kommentarnr9 gepostet von Jörg am 19.02.2011 um 19h07

Hi lieber Jörg - ich sende dir keine winterlichen, sondern vorfrühlingshafte Grüße zurück!

Kommentarnr10 gepostet von Petra am 19.02.2011 um 19h21

Hallo Petra,

Regen hatten wir hier gar nicht.

Bei uns ist es nur schön kalt.

Genieße auch jede Art von Wetter beim Laufen.

Liebe Grüße

Erika

Kommentarnr11 gepostet von Ika am 19.02.2011 um 20h35

Liebe Ika,

das Wetter ist wohl zweigeteilt - bei uns ist kein Frost. Trotzdem - die Kälte ist durch die Feuchtigkeit ziemlich unangenehm - was uns aber beim Laufen nicht wirklich stört...

Ich wünsche dir einen tollen Sonntag!

Viele liebe Grüße

Petra

Kommentarnr12 gepostet von Petra am 19.02.2011 um 21h45

Hi Petra,

nicht das Du noch Orientierungsläuferin wirst ?

 

Hast Du in Marburg gemeldet ? Werde in diesem Jahr "Hochwassergeschädigt" sowie "Sturmgeschädigt" ;-) nicht dort starten.

Als guter Ersatz werde ich beim Sri Chimnoy 6h Lauf in Nürnberg eine Woche später starten !!

 

Weiterhin gutes Training und eine schöne Zeit,

liebe Grüße

Frank

Kommentarnr13 gepostet von Frank am 20.02.2011 um 10h11

Toll, liebe Petra! Vielen Dank für deinen Bericht! Die schönsten Läufe sind die in der Natur, die uns umgibt und die ungeplanten, wenn man vorher nicht genau weiß, wo es einen hinträgt. Das hat so ein bißchen was Abenteuerliches. Das ist das, was uns im sonstigen Leben oft fehlt. Man muss dabei gar nicht weit weg reisen. Nicht wahr?

 

Viele liebe Grüße

Ramona

Kommentarnr14 gepostet von Ramona am 20.02.2011 um 18h25

Hallo liebe Petra,

 

na unter "alles ist gut" verstehe ich dann doch was anderes :-) Wenn ich einmal unterwegs bin, stört es mich zwar nicht wirklich, aber haben muss ich so ein Wetter nicht. Ziehe dann doch die Sonne vor - zumindest so lange, bis sie noch nicht so heiß ist :-)

Liebe Grüße

Angelika

Kommentarnr15 gepostet von Angelika am 20.02.2011 um 19h03

Hallo lieber Frank,

nein, ich werde in diesem Jahr auch nicht in Marburg laufen - ich hab da was anderes vor. (Es gibt doch tatsächlich Dinge außerhalb des Laufens, die mir ebenso wichtig sind)

Wahrscheinlich werde ich erst wieder beim Weiltalmarathon starten und zwischendurch lieber so vor mich hinlaufen. Vielleicht fahre ich noch zur Truly nach Hemsbach - da kann jeder laufen so viel und solange er will....

Liebe Ramona,

eigentlich gibt es nichts Schöneres als die Heimat... Man muß wirklich nicht sonstwohin fahren, um die Natur zu erleben. Die hat man vor der Haustür. Man muß bloß die Augen aufmachen....

Und - obwohl ich so ungefähr wußte, wo ich bin - war es doch irgendwie spannend zu sehen, wo ich tasächlich herauskomme.

Liebe Angelika,

na klar liebe ich auch die Läufe im Sonnenschein, aber ich kann mir das Wetter nicht aussuchen. Ich nehme es an, so wie es kommt und finde eigentlich bei jedem Wetter was Schönes... Mal sind es platschende Regentropfen, mal ist es die Sonne, mal der Schnee, mal die Pfützen oder der Schlamm unter mir. Ich versuche jeden Lauf zu genießen und fast immer gelingt mir das auch.

Viele liebe Grüße euch allen

Petra

Kommentarnr16 gepostet von Petra am 20.02.2011 um 20h35

Liebe Petra,

das ist ein klasse Bericht von deinem Lauf, hatte heute auch einen schönen Lauf durch den Wald. Ich genieße es, im Hellen laufen zu können, in der Woche sind es eher kurze Naturläufe und mehr Straße. (noch)

Liebe Grüße Pe

Kommentarnr17 gepostet von Petra am 20.02.2011 um 21h12

Hallo liebe Namensvetterin,

ich genieße es auch immer sehr, im Hellen laufen zu können - obwohl, so ein Lauf in der Dunkelheit hat auch was. Man nimmt so viel wahr - mit allen Sinnesorganen, nicht nur mit den Augen.

Bald kommt der Frühling - und da werden deine Läufe auch länger...

Sehe ich dich bei dem einen oder anderen Trainingslauf?

Viele Grüße

Petra

Kommentarnr18 gepostet von Petra am 20.02.2011 um 21h16

evtl. laufe ich am 1.5.2011 den 34 km Lauf mit.

Gruß Pe

Kommentarnr19 gepostet von Petra am 20.02.2011 um 21h29

Da werd ich wahrscheinlich nicht dabei sein...

Aber wir sehen uns spätestens auf dem Rennsteig oder im Festzelt! Da gibts nämlich ordentlich was zu feiern!

LG

Petra

Kommentarnr20 gepostet von Petra am 20.02.2011 um 21h54

Ja, das sind die Läufe, die ich liebe. Da hätte ich Dich gerne begleitet. Manchmal laufe ich auch gerne ziellos durch unseren Spandauer Forst, immer auf kleinen, unscheinbaren Pfaden, bis ich wieder an einen Hauptweg komme, und irgendwann meine Schritte nach Hause lenke.
Da fällt mir ein, ich sollte es mal wieder tun. :-)
Leider hat Der Vorfall mit der erstochenen Joggerin diese Aktivitäten stark gebremst. Der Fall ist übrigens noch immer nicht aufgeklärt.
Dein Berichten gefällt mir sehr gut. Ich bin in Gedanken mit durch den Wald geplatscht. Einfach schön.
Liebe Grüße
Elke

 

Kommentarnr21 gepostet von laufmauselke am 20.02.2011 um 22h07

Durch den Wald geplatscht ist gut... Aber genau das trifft es! Und einfach mal ziellos durch den Wald laufen, ist einfach schön.

An Deiner Stelle wäre mir auch nicht wohl, dort zu laufen. Aber versuche trotzdem, das auszublenden. Passieren kann immer etwas - aber ich hoffe immer, daß es uns nicht trifft...

Dankeschön für dein Kompliment - ich freu mich ganz dolle, wenn dir mein Bericht gefällt!

Viele liebe Grüße

Petra

Kommentarnr22 gepostet von Petra am 20.02.2011 um 22h26

Alles ist gut. Das ist doch eine schöne Aussage. Ich wünsche Dir auch für dieses Wochenende ein "alles ist gut". Und schicke Dir einen ganz dicken lieben Gruß.

Deine Silke

Kommentarnr23 gepostet von Hoppelchen am 25.02.2011 um 13h44

Vielen Dank, liebe Silke! Auch heute hatte ich wieder solch einen schönen "Alles ist gut" Lauf... Ich werde nachher nochwas darüber schreiben.

Ich wünsche dir auch ein tolles Wochenende!

Viele liebe Grüße zurück

Petra

Kommentarnr24 gepostet von Petra am 25.02.2011 um 19h27

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