Sunday, 4. march 2012 7 04 /03 /März /2012 14:52
- Community: Laufen
veröffentlicht in: Was mich sonst noch bewegt

Laufen macht Spaß, bringt Freude, hebt das Selbstbewußtsein, hält fit und gesund... Ich könnte die Liste unendlich weiterführen. Manchmal denke ich an früher, an die Zeit, in der ich noch nicht lief. An die Zeit, in der ich etliche Kilo mehr wog und die Sportschau im Fernsehen das Einzigste war, was mich mit Sport verband. Dann der Traum: einmal im Leben einen Marathon laufen. Den Traum gelebt. Dann ein zweiter Marathon, ein dritter. Bald reichte der Marathon nicht mehr. Es "durfte" schon gern auch mal mehr sein...

Es machte Spaß, immer weiter zu gehen, zu sehen, was der Körper in der Lage ist zu leisten...

Und irgendwann im Laufe dieser Jahre - es ist jetzt fast 3 1/2 Jahre her - begann ich täglich zu laufen. Einer meiner "wichtigsten" Herausforderung und Fragen war damals, ob ich es schaffe, am Tag nach einem Marathon wieder laufen zu gehen.

Das erwies sich schon bald nicht mehr als Problem. Es ging - und sogar recht gut. Also machte ich weiter - mit dem täglichen Laufen UND dem Marathon bzw. Ultra`s. BEIDES machte Spaß, ich mochte auf keines von beiden verzichten.

Bei meinen täglichen Läufen fand (und finde ich) ich Ruhe und Entspannung, kann abschalten, habe meine tägliche Bewegung, kann hinaus in die Natur, die frische Luft genießen...

Bei diversen Laufveranstaltungen treffe ich Freunde und Bekannte, konnte (und  kann) mich richtig auspowern und auch an meine Grenzen gehen. Beides gehörte für mich dazu.

Bereits zu Jahresbeginn plante ich in den letzten Jahren immer genau, an welchen Laufveranstaltungen ich teilnehmen wollte, mein Leben richtet sich stark danach - bis hin zur Urlaubsplanung.

In den letzten Wochen bemerke ich immer stärker ein Wandel in meinem Denken. Während ich auf der einen Seite meine täglichen Läufe immer mehr genieße (auch wenn diese z.Z. oft nur in der Stadt machen kann) schwindet die Lust, mich an Laufveranstaltungen anzumelden und auch die Lust, sehr lange Strecken zu laufen.

Gestern war ich wieder mal bei einem Ultra angemeldet - in Marburg beim Lahntallauf. Seit dem Teammarathon in Leipzig hatte ich - auch aus Zeitgründen - keine langen Läufe mehr gemacht und es ist absehbar, daß ich auch in Zukunft wenig Zeit dazu haben werde.

Ich lief also los, hatte am Anfang Spaß dabei. Aber am Ende der dritten Runde nach 30km war ich einfach platt - und: Ich wollte einfach nicht mehr. Ich habe aufgehört. Vielleicht spielte auch eine Rolle, daß ich mich in der Fastenzeit nur von Rohkost ernähre und der Körper sich noch in der Umstellung befindet. Aber entscheidend war, was sich in meinem Kopf abgespielt hat.

Muß ich wirklich so lange Strecken laufe? Tue ich das wirklich für mich? Tut mir und meinem Körper das gut? Schlägt die positive gesundheitliche Wirkung des Laufens vielleicht in sein Gegenteil um?

Die Frage schwelt schon lange in mir. Aber der gestrige Lauf - in Verbindung mit den Selbsterkentnissen, die das Fasten unweigerlich hervorbringt, hat mir das Signal gegeben, mich  zu entscheiden: Entweder weiter so wie bisher - oder aber auf Ultras zu verzichten und das Laufen auf das zu reduzieren, was mir Freude, Genugtuung, Glück, Zufriedenheit, Wohlergehen bringt.

Sprich: Einfach "nur" noch täglich Laufen und den ganzen Rest zu lassen. Im Grunde genommen weiß ich, daß das einfach das Beste für mich wäre - auch im Kontext meiner beruflichen Situation.

Vielleicht is diese Selbsterkenntnis der erste Schritt, auch tatsächlich eine Änderung herbeizuführen. Noch will ich nicht alles canceln, was in diesem Jahr geplant ist. Der Rennsteiglauf und im Herbst den Marathon in Oslo - das würde ich schon noch gern machen. Aber viel mehr wird es nicht werden.

Und ich glaube, das ist auch gut so.

 

von Petra
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