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Veröffentlicht von Petra

Laufen macht Spaß, bringt Freude, hebt das Selbstbewußtsein, hält fit und gesund... Ich könnte die Liste unendlich weiterführen. Manchmal denke ich an früher, an die Zeit, in der ich noch nicht lief. An die Zeit, in der ich etliche Kilo mehr wog und die Sportschau im Fernsehen das Einzigste war, was mich mit Sport verband. Dann der Traum: einmal im Leben einen Marathon laufen. Den Traum gelebt. Dann ein zweiter Marathon, ein dritter. Bald reichte der Marathon nicht mehr. Es "durfte" schon gern auch mal mehr sein...

Es machte Spaß, immer weiter zu gehen, zu sehen, was der Körper in der Lage ist zu leisten...

Und irgendwann im Laufe dieser Jahre - es ist jetzt fast 3 1/2 Jahre her - begann ich täglich zu laufen. Einer meiner "wichtigsten" Herausforderung und Fragen war damals, ob ich es schaffe, am Tag nach einem Marathon wieder laufen zu gehen.

Das erwies sich schon bald nicht mehr als Problem. Es ging - und sogar recht gut. Also machte ich weiter - mit dem täglichen Laufen UND dem Marathon bzw. Ultra`s. BEIDES machte Spaß, ich mochte auf keines von beiden verzichten.

Bei meinen täglichen Läufen fand (und finde ich) ich Ruhe und Entspannung, kann abschalten, habe meine tägliche Bewegung, kann hinaus in die Natur, die frische Luft genießen...

Bei diversen Laufveranstaltungen treffe ich Freunde und Bekannte, konnte (und  kann) mich richtig auspowern und auch an meine Grenzen gehen. Beides gehörte für mich dazu.

Bereits zu Jahresbeginn plante ich in den letzten Jahren immer genau, an welchen Laufveranstaltungen ich teilnehmen wollte, mein Leben richtet sich stark danach - bis hin zur Urlaubsplanung.

In den letzten Wochen bemerke ich immer stärker ein Wandel in meinem Denken. Während ich auf der einen Seite meine täglichen Läufe immer mehr genieße (auch wenn diese z.Z. oft nur in der Stadt machen kann) schwindet die Lust, mich an Laufveranstaltungen anzumelden und auch die Lust, sehr lange Strecken zu laufen.

Gestern war ich wieder mal bei einem Ultra angemeldet - in Marburg beim Lahntallauf. Seit dem Teammarathon in Leipzig hatte ich - auch aus Zeitgründen - keine langen Läufe mehr gemacht und es ist absehbar, daß ich auch in Zukunft wenig Zeit dazu haben werde.

Ich lief also los, hatte am Anfang Spaß dabei. Aber am Ende der dritten Runde nach 30km war ich einfach platt - und: Ich wollte einfach nicht mehr. Ich habe aufgehört. Vielleicht spielte auch eine Rolle, daß ich mich in der Fastenzeit nur von Rohkost ernähre und der Körper sich noch in der Umstellung befindet. Aber entscheidend war, was sich in meinem Kopf abgespielt hat.

Muß ich wirklich so lange Strecken laufe? Tue ich das wirklich für mich? Tut mir und meinem Körper das gut? Schlägt die positive gesundheitliche Wirkung des Laufens vielleicht in sein Gegenteil um?

Die Frage schwelt schon lange in mir. Aber der gestrige Lauf - in Verbindung mit den Selbsterkentnissen, die das Fasten unweigerlich hervorbringt, hat mir das Signal gegeben, mich  zu entscheiden: Entweder weiter so wie bisher - oder aber auf Ultras zu verzichten und das Laufen auf das zu reduzieren, was mir Freude, Genugtuung, Glück, Zufriedenheit, Wohlergehen bringt.

Sprich: Einfach "nur" noch täglich Laufen und den ganzen Rest zu lassen. Im Grunde genommen weiß ich, daß das einfach das Beste für mich wäre - auch im Kontext meiner beruflichen Situation.

Vielleicht is diese Selbsterkenntnis der erste Schritt, auch tatsächlich eine Änderung herbeizuführen. Noch will ich nicht alles canceln, was in diesem Jahr geplant ist. Der Rennsteiglauf und im Herbst den Marathon in Oslo - das würde ich schon noch gern machen. Aber viel mehr wird es nicht werden.

Und ich glaube, das ist auch gut so.

 

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Ika 04/04/2012 23:29


Hallo Petra,


habe ja lange nicht hier rein geschaut, aber ich vermisse Dich!


Ich finde Deine Überlegungen gut und wichtig.


Gut, dass Du solche Entscheidungen nicht für alle Zeiten beibehalten musst, sondern immer wieder neu Entscheidungen für oder gegen die Laufveranstaltungen treffen kannst.


Bei Deiner momentanen Belastung ist es eigentlich eine logische Entscheidung.


Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Kraft und Freude und Gesundheit.


Werde mich freuen, wo immer ich Dich treffen werde!


Und falls Du beim Mauerwegslauf bist, würde ich Dich gerne (und Ranmona auch) wieder ein kleines Stück begleiten.


Liebe Grüße


Erika

Petra 04/09/2012 14:31



Liebe Erika,


schön wieder mal was von dir zu hören. Ich bin mir sicher, daß auch wir wieder die Möglichkeit haben, ein Stück zusammen zu laufen - vielleicht auch auf dem Mauerweg.


Aber im Moment kann ich da nichts planen.


Viele liebe Grüße


Petra



Marathon Runner 03/22/2012 22:18


Hallo,


 


ich würde mich an Deiner stelle nicht von einem "schlechteren Lauf" nicht runter ziehen lassen. EInen schlecht Tag , kann man trotz Vorbereitung auf jeden Fall immer mal haben. Zudem spielt 
die Fastenzeit ein nicht so unerhebliche Rolle. Der Körper benötig Energie!!


Ich würde sagen, Du versuchst es noch einmal, wenige Wochen nach Deiner Fastenzeit und Du wirst sehen, dass es ( Du ) Läufst


 


Gruß Marathon Runner

Petra 04/09/2012 14:27



Hallo lieber Marathon Runner,


 


du hast schon recht - und inzwischen hatte ich auch wieder 2 längere Läufe, bei denen ich micht wohl gefühlt habe. Trotzdem muß ich ein wenig zurückschrauben. Die Zeit gibt einfach nicht mehr
her.


Aber ich werde dem Laufen treu bleiben!


Viele liebe Grüße


Petra


 



laufmauselke 03/22/2012 21:08


Liebe Petra, ich melde mich jetzt auch mal zu Wort. Habe lange über Deinen Beitrag nachgedacht, und auch über unsere Gespräche. Hier wurden ja schon viele gute Gedanken geäußert. Die möchte ich
nicht wiederholen.
Ich weiß, wie gerne Du läufst, und dass Du Dich auch auf den langen Strecken (fast) immer sehr wohl gefühlt hast. Aber bei Deiner beruflichen Beanspruchung kann ich auch gut verstehen, dass
beides zur gleichen Zeit nicht möglich ist. Deshalb kann ich Dich auch sehr gut verstehen. Man muß einfach Prioritäten setzen. Dazu gehört auch viel Stärke und Willenskraft.
Ich finde es gut, dass Du das tägliche Laufen nicht aufgegeben hast. Genieße es, egal, wie lang die Strecken sind. Wichtig ist nur eins, DU mußt Dich wohl fühlen.
Ich wünsche Dir alles, alles Gute und hoffe auf ein baldiges Wiedersehen.
Liebe Grüße
Elke

Petra 04/09/2012 14:25



Vielen Dank, liebe Elke!


Ganz besonders freue ich mich, daß wir wirklich bald die Gelegenheit haben, zusammen einen schönen Lauf zu machen! (und natürlich uns dabei ausgiebig zu unterhalten)


Viele liebe Grüße


Petra



Petra 03/11/2012 21:41


Liebe Marianne,


ja - ich habe mir die schönsten Highlights des Jahres ausgesucht, auf die ich mich richtig freue und die auch vollkommen ausreichend sind. Vor allem auf die gemeinsame Harzeroberung freue ich
mich - auf das Wiedersehen mit euch und eine wunderbaren Urlaubswoche!


Viele liebe Grüße


Petra


 

Marianne 03/11/2012 19:26


Liebe Petra,


wichtig ist doch wirklich nur, was dir wichtig ist. Und wenn du im Moment durch deine Arbeit andere Prioritäten gesetzt hast, dann ist das sicher für dich richtig! Du hast doch schon so viele
Herausforderungen gemeistert und dir Ziele gesetzt und auch erreicht, da gibts halt auch mal eine ruhigere Zeit. Ich finde, mit dem Rennsteig, der Harz-Eroberung und dem Oslo-Marathon hast du
doch schöne Highlights gefunden. Und ich freue mich auf unser Wiedersehen!


Liebe Grüße


Marianne