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Veröffentlicht von Petra

Nun ist es der Rennsteiglauf 2014 schon 2 Wochen her - noch nie habe ich so lange gebraucht, um meine Gedanken in Worte zu fassen. Es fehlte einfach die Zeit...

Aber nun möchte ich doch meine Gedanken mit euch teilen und nicht nur den diesjährigen, sondern auch meine vergangenen Rennsteigläufe Revue passieren zu lassen. 

Angefangen hat alles 1978 - ja so früh.... Ich hatte gerade die Schule abgeschlossen und  die verrückte Idee, den Rennsteigmarathon zu laufen. Ich kann mich noch daran erinnern, in einer Schule auf einem harten Boden geschlafen zu haben, bevor das Abenteuer begann. Ich war so ziemlich unvobereitet, außer dem Schulsport hatte ich nichts getan. Ein 800 Meter Lauf war so ziemlich das Schlimmste, was ich vorher in der Schule machen mußte - aber den Rennsteig wollte ich trotzdem laufen. Ich war jung, ein bissle verrückt und konnte mich durchkämpfen. Ich schaffte das fast Unmögliche und auch im Jahr darauf kam ich - zwar mit vielen Blasen und einem bärischen Sonnenbrand - ins Ziel.

Was dann folgte war eine... lange Pause... Studium, Start in den Beruf, ein Kind... und das Laufen geriet in Vergessenheit. Für Sport blieb keine Zeit - heute weiß ich, daß ich mir sie einfach nur nicht genommen habe.

Es dauerte bis 2005 bis ich wieder mal ans Laufen dachte und wieder einen Einstieg schaffte.Und da kam auch wieder die Erinnerung an den Rennsteiglauf, bei dem es inzwischen auch einen Halbmarathon gab. Also -  angemeldet, gelaufen, angekommen und Lust auf mehr bekommen. 2007 lief ich den Marathon, den ich dann insgesamt 3x finishte. Dann folgte der Supermarathon, der bisher immeer unvorstellbar für mich war...

Mittlerweile habe ich den Supermarathon 4x gefinisht. Mit jedem Jahr wurde ich unaufgeregter und immer gelassener... Ich habe mich gefreut über die vielen Freunde, die ich am Brunnen getroffen habe, über die gemeinsam zurückgelegten Kilometer mit Marianne und Christelchen, über die vielen netten Begegnungen unterwegs, die vielen nette Gesprächen, die Natur um mich herum...

Auch Karl Heinz traf ich wieder - kurz vor dem Verpflegungspunkt an der Ebertswiese. Wie immer mit Fotoapparat - für ein Foto unterwegs. Soviel Zeit muß sein. Meine Freude, ihm zu sehen, sieht man mir an.

Km 36 - die Hälfte ist eschafft!

Kurz darauf die Ebertswiese - empfangen werde ich mit der Speisekarte. Ich lasse mir den Heidelbeerschleim schmecken, esse noch ein paar Apfelstücke und laufe weiter, bzw. gehe erstmal den Berg hinauf.

 

Speisekarte an der Ebertswiese

 

Noch nie habe ich beim Supermarathon über einen hohen Berg geflucht, noch nie habe ich mit mir gehadert. Nur manchmal habe ich 10km lang auf das nicht kommen wollende nächste km Schild gewartet... Diesmal war es das 50km Schild, das einfach nicht kommen wollte.


Noch niemals habe ich am Grenzadler jemals ernsthaft darüber nachgedacht, aufzuhören - und noch nie hatte ich nach 72km das Gefühl "bis hierher und keinen Schritt weiter"
In unseren "internen" Wettkampf versuche ich immer, meine Freundin Beate und Ines, die auf der 37km Walkingstrecke unterwegs sind vor`m Grenzadler einzuholen. Diesmal habe ich es geschafft! Ach wie tut so eine Begegnung untrwegs gut!


Am Grenzadler warten Rainer und Miles auf mich und "assistieren" mir beim Essen und Umziehen. Ich beeile mich, damit die beiden Zeit haben, Beate und Ines zu empfangen und laufe schnell weiter.

Es sind nur noch 17km, erstmal nur bergauf. Aber ich freue mich auf die letzten Kilometer - da kann man es nochmal so richtig "laufen" lassen. Ich habe das Gefühl, jedes Stück des Weges bereits zu kennen und genieße jeden Meter - auch wenn es schon ein bisschen schwerfällt.

Aber Schmiedefeldt ist nicht mehr weit - und komischerweise folgen das Kilometerschild 70, 71 und 72 auch sehr schnell hintereinander. Einen kleinen internen "Wettstreit" mit einem netten jungen Mann  kann ich für mich entscheiden. Ja, auch das gehört dazu. Beim Rennsteiiglauf  im hinteren Drittel des Feldes.

Die letzten paar hundert Meter genieße ich einfach nur und lasse mich ins Ziel treiben, wo ich trotz der späten Stunde begeistert empfangen werde. Ich höre meinen Namen rufen - es ist Steffen, der mich 50 Meter vorm Ziel stoppt, um mich zu fotografieren.

Kurz vorm Ziel

 

Endorphingeladen blicke ich in die Kamera bevor ich glücklich ins Ziel laufe. Hier erwarten mich Marianne, Petra und ihr Mann ist da und kurze Zeit später kommt auch schon Christelchen ins schönste Ziel der Welt. Aber wo ist Rainer? Der im Ziel auf mich warten wollte? Just in dem Moment hatte ihn der Hunger gepackt und eine echte Thüringer Bratwust wanderte gerade in seinen Magen... Auch das ist der Rennsteig, da gehört die Bratwurst dazu.

Natürlich gehört auch das Festzelt zum Rennsteiglauf. Wie viele schöne Parties durfte ich dort schon erleben.  In diesem Jahr waren wir nur kurz dort - aber es war sehr schön, sooo viele Freunde zu treffen. Solch eine Stimmung gibt es nur am Rennsteig. Da wird sogar die Volksmusik salonfähig.

Diesen Weg auf den Höh`n....
Ich könnt schon weder trällern. Als Kind mußte ich mal in ein Konzert mit Herbert Roth, weil mich meine Oma da hingeschleppt hat. Heute sing ich freiwillig aus voller Kehle mit

Abends waren wir noch lecker essen, in Suhl, in der Büchs. Die Kellnerin kennt uns schon, auch wenn wir nur einmal im Jahr kommen.
Nur der abendliche Fußball fand ohne mich statt - ich bin totmüde ins Bett gefallen.

Ich war total kaputt - aber unendlich glücklich. Und nächstes Jahr folgt ganz bestimmt der 11.! Einmal Rennsteig, immer Rennsteig.

Am nächsten Tag bekomme ich noch eine tolle Überraschung von Karl Heinz. Er hat mir wieder eine ganz tolle Urkunde kreiert. Das I-Tüpfelchen sozusagen. Danke, lieber Karl Heinz!

Urkunde Collage Petra 2014

Ein ganz herzliches Dankeschön an Karl Heinz und Steffen, daß ich ihre Fotos hier veröffentlichen darf.

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Petra 06/19/2014 20:55


Lieber Marcus,


vielen lieben Dank für Deine Glükwünsche! Mittlerweile sind einige Wochen vergangen, aber das Erlebte sitzt immer noch tief in meinem Herzen. Laufen ist doch die schönste Nebensache der Welt -
und ich schätz mich glücklich, daß ich  täglich laufenkann und  darf.


Lieber Mathias,


auch dir herzlichen Dank für Deine Glückwünsche. Ich würde mich freuen, wenn du nächstes Jahr dabei bist!


Viele liebe Grüße uch beiden


Petra

Matthias 06/05/2014 17:55


Herzlichen Glückwunsch!!!! Der Rennsteig ist immer ein besonderes Erlebnis und vor allem immer anders. Nächstes Jahr bin ich auch wieder dabei. :-)


viel Grüße Matthias

Täglichläufer 06/02/2014 09:51

Liebe Petra, ich gratuliere Dir herzlich zum 10. absolvierten Rennsteiglauf. Als Preuße, der Berge und Höhenmeter nur aus den Märchenbüchern kennt, kann ich da nur staunen. ;)) Im Ernst, ich nehme
an, der zehnte Lauf war ein ganz besonderer für Dich und wird entsprechend in Deiner Erinnerung weiter leben, auch in dem Kontext - „kaputt, aber glücklich“, was den Lauf, die absolvierten
Kilometer um so wertvoller für Dich macht. In diesem Sinn, gebe Dich der Vorfreude auf den 11. hin; die Zeit rennt – täglich – und schneller als Du denkst, ist es soweit. Liebe Grüße, Marcus