Artikel teilen! Die Ruhr-Eroberung Teil1: Wohin fahrt ihr denn in den Urlaub? An die Ruhr. Hä? An die was? Ist euch nichts Besseres eingefallen? Was wollt ihr d ...
Wohin fahrt ihr denn in den Urlaub? An die Ruhr. Hä? An die was? Ist euch nichts Besseres eingefallen? Was wollt ihr denn da?
So bzw. so ähnliche Dialoge spiegelten im Vorfeld dieses ganz besonderen Kurzurlaubes die Skepsis vieler meiner Freunde wider. Wer fährt schon an die Ruhr?
Tja - nicht nur wir, sondern noch eine ganze Reihe verrückter Täglichläufer mit ihren Partnern, Verwandten und Freunden trafen sich, um gemeinsam laufend bzw. radelnd die Ruhr zu erobern. Geplant waren ca 115km entlang der Ruhr - von Duisburg nach Schwerte.
Wir waren sehr gespannt, was uns im Ruhrgebiet erwarten würde. Eigentlich hatte ich gar keine rechten Vorstellungen - außer daß es dort sehr viele Industrieanlagen gibt, von denen auf Grund der Zechenschließungen viele nicht mehr in Betrieb sind.
Ich war jedenfalls sehr gespannt auf die Strecke, die vor uns lag. Bereits am Mittwoch trafen sich einige der Streakrunner-Truppe am Töppersee, um gemeinsam mit Kornelia einen kleinen " 5km-Prolog" zu laufen und Kornelias schönes Laufgebiet zu erobern.
Mit einem gemeinsamen Abendessen am Töppersee liesen wir den Abend ausklingen. Leider mußten wir uns sehr früh verabschieden, da wir rechtzeitig im Hostel sein mußten. Das war sehr schade, aber wir hatten ja noch 4 schöne (Lauf)tage vor uns.
Am nächsten Morgen holten uns Esther und Göga ab und wir fuhren gemeinsam zum Start am Bahnhof Ruhrort. Dort trafen so nach und nach alle ein:
Marc, Heike und Susanne
Frank, Esther, Göga
Christel
Herzensbrecher Grobi
Marianne, Petra, Heike und Mini Kolibri
und natürlich auf der "große" Kolibri, Hanka, Stefan und Radbegleiter Rainer. Klaus und Tina sowie Uwe mit dem zweiten "Herzensbrecher" Balto würden später zu uns stoßen - der nicht vorhanden grünen "Umweltplakette" sei Dank...
Nachdem wir lautstark und ziemlich falsch unsere Ruhrlaufhymne gesungen hatten, ging es auch schon los. Wir liefen singend eine Runde um den Parkplatz bevor wir in Richtung Ruhrmündung aufbrachen.
Gut gelaunt und voller Energie begaben wir uns auf den Weg, der uns heute vorbei an Mühlheim bis nach Kettwig führen sollte. Schon von weitem leuchtete unsere grellen Shirts, wir waren wirklich nicht zu übersehen....
Die ersten Kilometer waren tatsächlich geprägt von vielen Industrieanlagen - so wie ich es mir vorgestellt hatte. Trotzdem hatte auch diese Landschaft ihren Reiz.
Während ich im vergangenen Jahr bei unserem ersten Etappenlauf noch ziemlich viel Angst hatte, ob ich das schaffe, ging ich diemal ziemlich locker an die ganze Sache heran. Vor uns lag ein Spaßlauf, bei dem das gemeinschaftserlebnis im Vordergrund stand und es um keine Zeiten oder Siege ging.
Als wir auf den Ruhrtalradweg einbogen, gab Frank die Strecke frei und jeder lief für einige Kilometer sein Tempo. Regelmäßig machten wir Pausen und warteten aufeinander. Keiner sollte sich unter Druck gesetzt fühlen und ich hoffe, daß uns das auch gelungen ist.
An einem der "Wartepunkte" mußten wir ziemlich lang warten - wo war Frank? Bereits nach wenigen Kilometern gab es die erste Hiobsbotschaft: Franks Rad war kaputt und er mußte erstmal aufs Begleitauto umsteigen. Das fing ja gut an!
Am ersten Verpflegungsstand erwarteten uns Hanka, Uwe, Susanne, Balto und ein Tisch voller leckerer Sachen.
Da blieb kein Läufermagen hungrig oder durstig. Leider führten gerade diese "Leckerlis" dazu, daß sogar der Rettungswagen zum Einsatz kam...
Irgendwie schien uns das Pech zu verfolgen. Aber bereits nach relativ kurzer Zeit hatten wir unseren HD wieder und er konnte auch schon wieder ein bisschen lachen... Nur mit dem Essen war es
schlecht - für die nächsten 3 Tage waren vom Arzt Kartoffelbrei, Süppchen und Co "verordnet" worden.
Wenige Kilometer nach der Verpflegung trafen wir auf Klaus und Tina, die ihr Wohni bereits im Ziel geparkt hatten und uns nun entgegengelaufen kamen. Gemeinsam liefen wir weiter.
Nun gewann die Natur die Oberhand und es waren nur noch sehr wenige Industieanlagen zu sehen.
Ein Fischreiher erhob stolz sein Haupt, als wir vorbeiliefen.
und viele Blumen erfreuten uns am Wegesrand.
Mittlerweile war es richtig heiß geworden und wir warteten sehsüchtig auf den nächsten Verpflegungsstand. Endlich sahen wir Uwes orangene Shirt von weitem leuchten und konnten uns wieder stärken. Glücklicherweise hatten unsere Radbegleiter zusätzliche Getränke am Rad, so daß wir immer gut versorgt waren.
Nach einer kurzen Pause liefen wir weiter - noch etwa 6km waren es bis zum Ziel. Diese hatten es allerdings in sich. Die Sonne war so drückend, daß uns allen das Laufen ziemlich schwer fiel. Wir waren richtig froh, als wir nach ca 28km das erste Etappenziel Kettwig erreichten.
Unsere Gastgeber - der Kanuclub Kettwig gewährte uns in seinem Bootshaus Unterkunft. Wir schlugen unser Matratzenlager auf und wir alle schliefen vermutlich zum ersten mal "unter einer Brücke".
Der Kanuclub war interessanterweise in die Brücke eingebaut. Unter uns das Wasser, über uns die Strasse. Glücklicherweise hatten wir Oropax dabei - aber ganz so schlimm wurde es dann doch nicht.
Gemeinsam verbrachten wir den Abend in einer schönen Gaststätte. Leider fing es jetzt an zu regnen, so daß wir blitzschnell mit unserem Besteck und den Getränken nach innen ziehen mußten. Aber egal - das konnte unsere gute Laune nicht trüben. Wir füllten unsere Kalorienspeicher wieder auf und fielen später totmüde ins Bett.
Ich war so müde, daß ich vom Straßenlärm und dem Wasser nichts mehr hörte... Im Einschlafen inbegriffen freute ich bereits auf den nächsten Tag, auf die nächste Etappe.
Wer Lust auf viele schöne Fotos hat, der findet diese hier.
Ein toller Bericht und schöne Bilder (bis auf das mit dem Rettungswagen natürlich). Das Ruhrgebiet hat in der Tat ein paar wunderschöne Ecken!
Nun würde ich ja noch zuuu gern mal Eure Ruhrlaufhymne hören... :-)
Ein schöner Bericht liebe Petra. Auf den Bildern kommt mir das ein oder andere ziemlich bekannt vor, ist ja klar. Das Ruhrtal hat viele schöne Ecken. Aber auch sonst lässt es sich im Ruhrgebiet gut leben und schön laufen.
Weiterhn alles Gute
Dietmar
Hallo Eddy,
im ersten Moment waren wir alle ziemlich erschrocken, aber nach der ärztlichen Behandlung und drei Tagen Breinahrung war glücklicherweise alles (fast) wieder vergessen. Falls irgendjemand unseren Gesang aufgenommen hat, wird derjenige dies ganz bestimmt nicht veröffentlichen, so falsch haben wir gesungen... (So nach dem Motto: Nicht schön, aber falsch) Deshalb bleibt es wohl deiner Phantasie überlassen, wie wir das Rennsteiglied umgedichtet haben...
Viele liebe Grüße
Petra
Lieber Dietmar,
ja, ich war überrascht, wie schön das Ruhrtal ist. Es wurde von Etappe zu Etappe schöner. Ich war echt erstaunt, wieviel Tourismus hier entstanden ist.
Viele liebe Grüße
Petra
Wieder ein Beweis dafür, dass Laufen nicht unbedingt nur in der Ferne schön sein kann. Finde ich eine klasse Idee von Euch sowas aufzuziehen. Hoffe ihr habt weiterhin einigermaßen gutes Wetter!
Liebe Grüße
Martin
Hallo Petra,
vielen Dank für den schönen Bericht mit den tollen Fotos dazu! Die spiegeln den Spaß, den wir alle hatten, noch viel deutlicher wieder.
Ja, es waren tolle Tage und zum Glück endete das Ganze auch für HD glimpflich. Ich finde es grandios, was man mit so wenigen Menschen auf die Reihe kriegen kann und wieviel Freude wir gemeinsam in der Natur gefunden haben.
Auch Dich in meinem Laufrevier hier am Töppersee mal begrüßen zu können, war sehr schön für mich. Ich bin schon gespannt, auf Deine weiteren Berichte.
Liebe Grüße auch an Reiner
Kornelia
Lieber Martin,
man muß nicht immer in die Ferne schweifen... Es gibt so schöne Ecken in Deutschland, die es wert sind "erobert" zu werden...
Liebe Kornelia,
ja - es war wunderschön mit euch allen - ein wirklich tolles und emotionales Erlebnis. Laufen mit Freunden - das macht einfach Spaß! Und nun kenne ich auch den Töppersee - da lese ich deine Laufberichte mit ganz anderen Augen...
Viele liebe Grüße euch beiden
Petra
Hallo liebe Petra,
danke, dass du so ausführlich berichtest. So kann man euch wenigstens virtuell begleiten. Die Bilder sind auch super und zeigen, wieviel Freude ihr hattet! Traurig ist, dass ein Krankenwagen zum Einsatz kommen musste. Aber mittlerweile geht es dem Patienten ja schon wieder ganz gut.
Viele liebe Grüße
Ramona
Liebe Ramona,
es ist ja gottseidank alles glimpflich ausgegangen und HD konnte weiter mit dabeisein - wenn auch nicht laufenderweise.
Ja - dieser Lauf hat uns viel Spaß gemacht - viel mehr als der Kampf um Sekunden!
Viele liebe Grüße
Petra
Hallo Petra,
habe hier ja überhaupt nix zu geschrieben, sorry!
Natürlich bin ich begeistert von Deinem Bericht.
Vielen Dank fürs Berichten und den Bildern.
Liebe Grüße
Erika