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Veröffentlicht von Petra

Was für ein schöner Tag!  Noch in der Dunkelheit lief ich los - bei minus 10°. Dick eingemummelt mit mehreren Lagen Laufwäsche - so konnte mir die Kälte nichts mehr anhaben. Da wir später mit Familie und Freunden verabredet waren, hatte ich nicht so viel Zeit und lief nur eine kleine 7km Runde. Voller Endorphine und mit tüchtig Appetit kam ich zurück.

Gleich nach dem Duschen fohren wir los - auf dem Feldberg zum 4. Adventsbrunch. Als wir diesen Termin planten, ahnte keiner von uns, daß es so kalt sein würde. Aber es kam noch heftiger....

Bereits nach 2/3 des Weges wurde es immer glatter, die Straße komplett schneebedeckt... Die Temperaturanzeige im Auto zeigte mittlerweile 14° und der Wind wurde mit jedem Höhenmeter heftiger.
Wir fuhren bis zum letzten Parkplatz. Dachten wir jedenfalls. 200m mußten wir noch gehen bis zum Feldberghof. Ich glaube, mir sind noch nie in meinem Leben 200m sooo lang vorgekommen. Orkanartige Böen schlugen uns entgegen, die gefühlte Temperatur hatte bestimmt die 20°-Marke weit überschritten.
Ich war froh, daß ich meinen ursprünglichen Plan, da hochzulaufen, nicht in die Tat umgesetzt hatte. Jedenfalls an diesem Tag.

Wir waren froh, als wir das Restaurant erreicht hatten und nun dieses Naturschauspiel aus sicherer und warmer Perspektive verfolgen konnten. Nach dem ersten heißen Tee begann es zu schneien. Erst wenig, dann ein wenig mehr, dann noch mehr.... Mit jedem Gang stieg die Angst und der Respekt vor der Heimfahrt, zumal sogar der Wirt die Gäste warnte.

Allerdings dachten wir, daß wir nur ein paar Höhenmeter nach unten überstehen müßten und im Tal alles trocken wäre... Weit gefehlt. Die Heimfahrt gestaltete sich schwieriger als gedacht. Es schneite auch untern heftig und wollte gar nicht mehr aufhören.

Vollgefuttert wie ich war juckte es mir dennoch in den Füßen... Laufen im Schneegestöber - ach das wär schön... und Bewegung würde mir nach dem üppigen Mal bestimmt nicht schaden....

Der Schneefall begleitet uns bis nach Hause. Es war märchenhaft anzusehen. Alles weiß, das Grüne unter dem Schnee war längst nicht mehr zu sehen.

 Als wir zu Hause ankamen, gab es kein Halten mehr. Ich machte etwas, was ich seit Beginn meiner Serie noch nie gemacht habe: Ich bin ein zweites Mal am Tag losgelaufen!

Winter2009.jpg

Die Schneeflocken tanzten fröhlich und tauchten alles in weiß. Auf den Straßen, den Wegen und natürlich in meinem Laufareal. Es gab kaum Fußspuren, kaum ein Mensch weit und breit zu sehen...
Die Nidda begann langsam zu vereisen. Je weiter ich mich vom Ort entfernte, umso breiter wurde die Eisschicht. Bis ich letztlich statt Wasser nur eine weisse Fläche sah - an der Stelle, an der gestern noch das Wasser voller Energie floss. Ich hätte es nie für möglich gehalten, daß die Nidda in so kurzer Zeit zufriert. Innerhalb eines Tages hat sich hier das Bild vollkommen gewandelt.

Ich lief nochmal 8km - so als hätte ich Flügel. Ganz in mir versunken war ich Teil dieses Naturschauspiels, genoss jede Schneeflocke, jeden Schritt durch die weiße Pracht... Es kam mir auch gar nicht mehr so kalt vor...

Glücklich wie immer, endorphingeladen und voller Schnee kam ich wieder zu Hause an. Und der Magen war auch nicht mehr so voll...

Winter2-2009.jpg

Nicht der Winter hat mich fest im Griff, sondern ich ihn!



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Petra 12/29/2009 20:40


Hallo lieber Marcel,

herzlich willkommen auf meiner Seite! Ich freue mich sehr, daß auch du zum Laufen gefunden hast und wünsche Dir viel Erfolg bei der Erreichung aller Deiner Ziele. Gerne werde ich dich
verlinken  und Deinen Weg auf deinem Blog verfolgen.
Alles Gute für Dich - lebe Deinen Traum!

Viele liebe Grüße
Petra



Marcel 12/29/2009 00:21


Hallo liebe Petra, Heute habe ichmir zum ersten Mal deine Seite angesehen da ich schon einige der Kommentare auf der Seite von Markus gesehen habe die ich gut fand. Nun möchte ich mich bei dir
melden und dir sagen, dass ich vor dem was du da mit 48 Jahren angefangen hast einen riesigen Respekt habe. Ich finde es toll das du dir diese wundervollen Erlebnisse noch in dein Leben geholt
hast. Viele Menschen träumen leider nur davon doch machen es nie. Nun habe ich gerade deinen Marathonbericht gelesen und finde ihn sehr schön geschrieben. Wenn du möchtest kannst du dir ja mal
meinen durchlesen denn ich bin auch noch nicht so lange dabei. und habe erst vor ca 2 Wochen mit meinem Blog angefangen. Auch bei mir dreht sich seit meinem ersten Marathon das Leben in eine neue
Richtung. Und so trainiere ich gerade für meienen ersten Ultra im April.
Das wird dann wenn alles gut läuft die Harzquerung werden auf die ich mich riesig freue. Ich würde mich auch sehr freuen wenn ich dich als weitere Leserin meines Blogs begrüßen dürfte und würde
mich auch sehr über einen Link in deiner Blogrol freuen.
Liebe Grüße aus Schmerwitz im Lande Brandenburg sendet dir Marcel...


Petra 12/21/2009 20:55


Liebe Marianne,
schön, mal wieder was von dir zu lesen! Schön, daß es dir gut geht, du noch täglich läufst und deine Läufe so genießt.

Lieber Marcus,

das hätte ich mir nicht träumen lassen, daß ich jetzt schon 2x am Tag loslaufe... aber es war soooooo schön!

Danke, lieber Jörg!

Viele liebe Grüße an euch alle
Petra


Joerg 12/21/2009 16:30


Enfach super!


Marcus 12/21/2009 12:53


Ja, manchmal muß man zweimal am Tag laufen. Sofern der Grund wirklich gut ist und das war er in Deinem Fall! :) Ich wäre mit Sicherheit auch nochmals gelaufen, um die weiße Welt zu genießen. Jetzt
der Winter, ist sowieso eine wunderbare Zeit. Nur schade, daß das bald wieder vorbei ist, die Tage, an denen Schnee fällt, sind einfach zu selten. Darum sollten wir das besonders gut schätzen! In
diesem Sinne, liebe Petra, viel Freude beim Laufen, egal ob ein- oder zweimal! ;) Liebe Grüße Marcus