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Veröffentlicht von Petra

Mittlerweile ist es eine schöne Tradition geworden. Am ersten Juliwochenende fahren Rainer und ich zu Angela und Axel. Axel und Rainer machen sich ein schönes Wochenende und wir beiden Frauen auch: Laufend bzw. radelnd beim Thüringer Ultra. Es geht 100km durch den Thüringer Wald, bergaus bergab. Angela fährt mit dem Bike und ich laufe. Wobei ich mir nich sicher bin, was schwieriger ist... Bergauf habe ich wahrscheinlich einen Vorteil, während es Angela bergab leichter hat....

Aber letztendlich íst das auch egal, es ist für jeden eine Herausforderung. Für mich als Läuferin ist es jedenfalls eine unwahrscheinliche Hilfe solch eine treue und hilfbereite Radbegleiterin wie Angela zu haben.

Bereits am Tag vorher holten wir meine Startunterlagen und trafen Esther, HD, Am Tag vorherGerd, Christine, Sepp , Achim und Heike und viele Bekannte. Es ist fast wie ein großes Familienreffen. Noch ist es aber ruhig auf der großen Wiese. 

Am nächsten Morgen - Punkt 4 Uhr ging es los. Noch war es dunkel, aber die Feuer links und rechts wiesen uns den Weg. Dann ging ees hinaus in den Wald und über Felder. Ich genoss es, in den Tag hinein zulaufen, das ist etwas ganz Besonderes... Nur begleitet von Angela und den Vögeln...

Auf den ersten 54km ging es mir super gut, es lief, ich hatte keine Probleme, hatte Freude am Laufen und an dieser tollen Strecke. Ich habe die Natur regelrecht in mir aufgesogen…und konnte komplett von der Arbeit abschalten.
So insgeheim hatte ich den Wunsch, mich nicht von HD überholen zu lassen. Er war ja in der Staffel mit Gerd eine Stunde später gestartet.  Aber ich hörte ja unterwegs, dass es ihm nicht gut ging, was mir mächtig leid tat.  


Meine Radbegleiterin Angela sorgte sich rührend um mich – ich hatte sozusagen einen all-inclusiv-rundum-sorglos-Paket. Das ist echt ein Riesenvorteil und ich habe auch die vielen Gespräche unterwegs genossen.
Irgendwann erwartete ich, dass mich Silke überholt, aber sie kam und kam nicht… Da habe ich es doch tatsächlich mal geschafft, vor ihr in Floh Seligental auf dem Sportplatz zu sein. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass ihr Team die Frauenstaffel gewonnen hat.

Das schönste Stück auf der teilweise neuen Strecke aber ist für mich nach wie vor der ehemalige Radweg hinunter nach Floch Seligental. Es wechsseln sich herlliche Ausblicke ab mit schmalen Tälern, einer Brücke, dem Tunnel - ich stellte mir wieder einmal vor, wie herrlich romantisch es damals in einer alten Bahn mit Dampflok gewesen sein muß..

Ich lief mit einer Gruppe von Läufern in einem gleichmäßigen Tempo bis hinunter zum Sportplatz.

Floh Seligenthal

in Floh Seligenthal

 

Dort wurden wir von Rainer und Axel empfangen und wir trafen Jürgen dem Rennsteiglaufvereinsvorsitzendend, der mit seiner Sabine eine Staffel lief. Auch Hanka war da - wir haben uns riesig gefreut,sie zu treffen...

Eine ganz besondere Freude aber hat mir Axel bereitet. Ich bekam von ihm ein gekühltes alkoholfreies Hefewizen - im Glas.

kurze Pause in Floh Seligenthal 

Da guckten selbst die netten Damen und Herren vom VP neidisch...

 
Nach einer kurzen Pause ging es dann den Berg hoch, der mir dann schon merklich schwerer fiel. Hier drehte sich dann der Spieß rum – in diesem Jahr überflog mich Gerd und schoss regelrecht den Berg hinauf, während ich mich nun doch schon etwas quälte... 

An der nächsten Verpflegungsstelle konnte ich kaum was essen, was sich wenige Kilometer später bitter gerächt hat. Der Weg nach Tambach Dietharz zieht sich wie Kaugummi und mir wurde schon richtig schlecht. Angela sah das wohl und reichte mir wortlos einen Traubenzucker. Oooops – jetzt fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren: Ich muss wohl was essen, um wieder Energie zu tanken. Ich aß den Traubenzucker, dann noch ein Fruchtmuss, dann fiel mir ein, dass da noch ein Riegel in der Tasche liegen musste… Alles verschwand in kürzester Zeit in meinem Magen, der wohl ein großes Loch hatte. So fuhr Angela kurzerhand vor zum VP und kam mit einer Butterstulle entgegen, die ich auch noch gierig in mich reinschob.

Dann ging es mir langsam besser. Ich glaube, ich hatte einen richtigen Hungerast. So konnte ich den letzten Rest bis Tambach Dietharz laufen. Dort angekommen, nahm ich den Schmerz war, der von meinen Füßen ausging. Da mussten sich einige Blasen gebildet haben. Ich zog die Schuh aus und hatte im Nu eine Packung Blasenpflaster aufgebraucht. Auf meinem Fußballen hing die Haut großflächig regelrecht herunter. Es sah schlimm aus. Mein erstes Auftreten danach war die Hölle und ich dachte zum ersten Mal ans Aufgeben. Als mich dann noch Hanka mit einem Eis verführen wollte wäre ich fast schwach geworden. Aber nein, ich wollte diesen 2. Stern. Unbedingt.


Zeitlich lag ich so, dass – wie auch immer es kam – ich keine Probleme mit den cut off Zeiten bekommen würde. Also eierte ich los. Laufen oder Walken konnte man das nicht wirklich nennen. Solange ich auf Asphalt ging, war es zu ertragen – aber auf den unebenen Wegen war es die Hölle, vor allem bergab. Es tat mir in der Seele weh, dass ich es bergab nicht rollen lassen konnte, aber der Schmerz war einfach zu groß.
An den VP`s trafen sich jetzt immer die gleichen Sportler, mal war der eine vorn, mal der andere. Irgendwie hatten alle zu leiden, aber jeder kämpfte weiter. Und immer hatten wir ein freundliches Wort füreinander.
Ich verfluchte nun jeden Berg, es umgab mich eine schleichende Unlust, weiter zu machen. Aber ernsthaft ans Aufgeben dachte ich nicht. Als wir dann von weitem den KM 95 VP hörten, verlieh mir das nochmal Kräfte und ich versuchte, zu laufen solange es auf Asphalt ging.

 

Chearleader-empfang


nur noch 5km

Wir wurden herzlichst begrüßt, die Stimmung war einfach gigantisch.95km Anlauf

s
Stimmung am letzten VP

Axel und Rainer waren schon da und brachten uns unssere grünen T- Shirts von unserem Rennsteiglaufverein. Angela stieg nun vom Rad in die Laufschuhe und lief mit mir gemeinsam die letzten 5km. Komischerweise kamen mir diese nun gar nicht mehr so lang vor…die letzten 5km

 

kurz vorm Ziel
Angela und Axel halfen auf diesem letzten Stück selbstlos einem Sportler, dem es nicht gut ging. Auch das ist für mich Sport - nicht nur an sich selbst zu denken.

Als wir endlich die Wiese vor dem Dorfgemeinschaftshaus erreichten und es nur noch wenige Meter waren, konnte ich wieder laufen, nix tat weh. Das müssen wohl die Endorphine gewesen sein…

nur noch 1 km

Zielfoto

 

Ich war überglücklich, es geschafft zu haben und lies mir die Medaille umhängen. Direkt am Zieleinlauf saßen Hanka und ihr Team: Stefan und Bernd in schweinchen-rosa.  Ich lies mich in einen Stuhl fallen und war von diesem Moment an sozusagen bewegungsunfähig…Im Ziel


Aber diese halbe Stunde mit dem rosaroten Hanka Team, mit Kolibri, meiner Radbegleiterin Angela und unseren Männern – die habe ich unendlich genossen. Und natürlich Stefans Radler 
   
Als wir dann bei Angela ankamen, war ich nach einem Bad nur noch in der Lage ins Bett zufallen und zu schlafen. Tief und fest, 9 Stunden. Das Wochenende fand seinen tollen Abschluß mit einem meisterlichen Brunch - kreiert von Axel, der ein unwahrscheinliches Koch- und Garnierungstalent hat. Wir haben es uns schmecken lassen.

Ich möchte mich hier an dieser Stelle ganz, ganz herzlich bei Axel und un Angela für die wunderbare Gastfreundschaft bedanken - es war toll bei euch!

Und einen ganz besonderen Dank geht natürlich an Gunter und sein Team vom Lauffeuer Fröttstädt, diie wieder eine erstklassige Veranstaltung organisiert haben. Als ich in Fröttstädt eintraf war es ein bisschen wie nach Hause kommen. Als wir wieder nach Hause fuhren, wußten wir: Wir kommen wieder!

Wer noch mehr Bilder sehen möchte, der findet sie hier.

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Conchi 07/15/2013 12:49


Das war sicher eine tolle Tour, und


ihr hattet ja auch richtig gutes Wetter.


Sowas würde ich auch gerne mal wieder machen,


aber ich gehe dafür oft hier in der Gegend spazieren.


 


LG Conchi

Petra 07/14/2013 21:25


Vielen Dank, liebe Petra!


Mittlerweile ist ja schon fast wieder alles gut ;)


Ganz liebe Grüße


Petra


 

Petra (Pe) 07/14/2013 21:02


ach Petra, das tut mir leid, dass du dir solche Blasen gelaufen hast. Du hast wieder eine tolle Leistung vollbracht und eine so tolle Radbegleitung ist natürlich etwas besonders wertvolles.
Super, super!


Petra (Pe)