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Veröffentlicht von Petra

Eigentlich wollte ich heute nach Wernigerode fahren, um an der dortigen Harzquerung teilzunehmen. Aber an einem Tag jeweils fast 4 Stunden hin und zurückzufahren, dazwischen 51km laufen... Das erschien mir einfach zu viel und so cancelte ich dieses Unternehmen.

Was also tun? Eigentlich wollte ich endlich mal wieder einen schönen langen Lauf machen - und nun? Ich beschloß also, mir hier in der Nähe selbst eine schöne Strecke zu suchen und zu diese allein zu laufen.

Die Strecke war auch bald gefunden - das Weiltal, der Quelle entgegen... Ich fuhr mit dem Bus zu meinem Start in der Nähe von Weilmünster und begab mich auf den Weg in Richtung Schmitten. Ich war also auf der Strecke des Weiltalmarathons - aber in entgegengesetzter Richtung. Das bedeutet. daß es tendenzeill bergauf geht. Ein gutes Training also.

Das Wetter spielte ebenfalls mit, mich erwartete strahlender Sonnenschein, der erste Sommertag des Jahres.

Es ging auch gleich steil nach oben, noch bevor ich richtig warm war. Aber das machte mir nichts aus, ich  war einfach voller Vorfreude und genoss jeden einzelnen Meter entlang der Weil.

 

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Die Bäume zeigten bereits ein tiefes Grün, es war ein Genuß, die aufblühende Natur zu sehen.

Ich hatte und nahm mir alles Zeit der Welt, machte auf einer Jagdkanzel Rast und träumte einige Minuten in der absoluten Stille.

 

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Als Kind einer jagdbegeisterten Familie war es immer eine "Strafe", stundenlang zu still zusitzen und nicht zu sprechen. Heute war es einfach schön, für einige Minuten außer dem zwitschern der Vögel nichts zu hören.

Der Wald wechselte sich ab mit schönen  Wiesen, immer das Wasser in der Nähe.

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Weiter ging es. Immer weiter bergauf, bis ich Schmitten erreichte. Der REWE kam mir gerade recht. Die Hitze machte extrem durstig und mein Getränke vorrat ging zu Neige.

 Ich kaufte Nachschub und konnte es mir nicht verkneifen, beim Bäcker einen leckeren Capucchino zu trinken..

 

Der Weg zurück zum Weiltalweg war gar nicht so leicht zu finden, aber schlußendlich war ich doch wieder auf dem richtigen - Weg. Es ging - wie immer - bergauf.

Mein nächstes Ziel war das "Rote Kreuz" unweit der Weilquelle. Der Weg wurde immer steiler, und die Weil schmaler.

 

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Die Quelle war nicht mehr weit, aber der Weg schwierig und steil. Aber das störte mich überhaupt nicht und irgendwann hatte ich es geschafft:

 

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Einige nette Leute hatten sich um die Quelle versammelt und waren auch gleich bereit , mich  zu fotografieren.

Nach einer kurzen Pause ging es weiter. Noch 1km bergauf und ich hatte den Gipfel des Feldberges erreicht, nicht ohne vorher noch einmal den toll Ausblick zu genießen..

 

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Nun hatte ich auch wieder die Gelegenheit, meinen Getränekvorrat aufzufüllen, was bei der  - nun drückenden Hitze - auch notwendig war. Und ich erfüllte mir meinen Wunsch nach einem eiskalten alkoholfreien Hefeweizen... Boah ey, war das lecker!

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Der Aufstieg war also geschafft. ich hatte bereits 29km in den Beinen. Aber es waren noch ein paar Kilometer bis zum Auto. Ich lief zum Fuchstanz, der etwa 2,5km entfernt war. Es ging  nur bergab. Laufen mußte ich eigentlich gar nicht mehr, ich lies es laufen...

Am Fuchstanz hatte ich die Wahl zwischen 2 Routen - 12 oder 7 km. Die 7km Route kannte ich - aber warum nicht auch mal was Neues probieren? Und da die isotonische Wirkung des Hefeweizens gerade in vollem Gange war, entschloss ich mich für die 12km  Route.

Zunächst war es sehr schön. Mitten im Wald, immer bergab, zwitschernde Vögel... Bis ich irgendwann in Königstein landete. Bis zur Ortsmitte war die Strecke noch ausgeschildert, aber danach verlief sich jede Spur.

Da ich so ungefähr wußte, in welche Richtung ich mußte, versuchte ich es auf eigene Faust, teilweise fragte ich mich durch, lief wieder zurück, versuchte eine andere Strecke - und irgendwann sah ich wieder ein Schild und war dann doch ziemlich froh.

So kamen noch mal ungeplant 4km dazu, was dazu führte, daß ich zum ersten Mal in meinem Läuferleben so ganz allein für mich mehr als einen Marathon lief.

Aber wie auch immer: Ich habe jeden (geplanten und ungeplanten) Meter genossen!

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Petra 06/02/2012 21:32


Liebe Sandra,


herzlich willkommen auf meinem Blog! Es ist schön, daß du zum Laufen gefunden hast und ich hoffe, es macht dir viel Spaß! Und glaube mir - es müssen keine 50km sein. Gerade am Anfang ist es
wichtig, nicht gleich zu übertreiben...


Ich wünsche dir viele schöne Läufe!


Viele Grüße


Petra

Ika 05/06/2012 13:04


Liebe Petra,


was für eine schöne Umgebung hast Du.


Das gefällt mir sehr.


Und ich kann auch verstehen, dass Du die stundenlange An- und Abfahrt gecancelt hast und alleine gelaufen bist.


Im Streß des Alltags muss man für sich immer wieder die Prioritäten überdenken und sich event. revidieren.


Das mache ich auch gerade wieder... ;-)


Liebe Grüße


Erika

Petra 05/09/2012 23:26



Liebe Erika,


wie heißt es so schön? Warum in die Ferne schweifen...


Es war genau die richtige Entscheidung. Alles andere wäre nur Stress gewesen.


Viele liebe Grüße


Petra



Marianne 05/02/2012 13:56


Liebe Petra, du hast dir die richtige Gegend für einen eigenen Marathon ausgesucht! Diese Distanz alleine zu laufen ist ja nicht ohne - aber wenn es so schön ist, kann ich verstehen, dass es Spaß
gemacht hat. Ich hatte ja im vergangenen Jahr auch darüber nachgedacht, die Harzquerung vor dem SM zu laufen, andererseits wollte ich dann aber kein Risiko eingehen. Naja, so richtig gut
vorbereitet fühle ich mich auch nicht... Aber vielleicht schaffen wir es ja gemeinsam?


Liebe Grüße


Marianne

Petra 05/09/2012 23:24



Liebe Marianne,


 


du wirst das schaffen - da bin ich mir ganz sicher. Und wir laufen ganz bestimmt einige Kilometer zusammen!


Viele liebe Grüße


Petra



Martin 04/30/2012 21:20


ist doch eine tolle Sache so einen Marathon privat laufen zu können, oder? kein Stress, keine Hektik-einfach nur laufen. Und die Gegend ist doch wirklich herrlich!


Weiterhin viel Spaß-mit oder ohne Marathon

Petra 05/09/2012 23:22



Hi Martin,


gell - das ist wirklich eine traumhafte Strecke! Aber du hast es im Pfälzer Wald auch wunderschön....


Viele liebe Grüße


Petra



Kornelia 04/30/2012 16:58


Dein Bericht läßt erkennen, was für ein wunderbarer Lauf das für Dich gewesen sein muss. Super. Das freut mich für Dich. Ja, die einsame Natur in vollen Zügen genießen zu können, das macht Spaß.


Liebe Grüße


Kornelia

Petra 05/09/2012 23:21



Danke, liebe Kornelia!


Ja, ich habe es wirklich in vollen Zügen genossen.


Viele liebe Grüße


Petra