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Veröffentlicht von Petra

 

41 Rennsteiglauf - für Petra
Nach einem Halben und 3 Marathons war dies mein 3. Supermarathon auf dem Rennsteig. Also wahrlich noch keine Routine, aber ich hatte auch kein "Anfängerkribbeln" mehr. Ich traf ziemlich "tiefenentspannt" auf dem Marktplatz in Eisenach ein und freute mich auf die vielen Bekannten Gesichter. Ich konnte Moni, Renate, Silke in die Arme schließen, lernte Lutz kennen, traf meine Namensvetterin Petra, Gabi, Schlawiner und Schleicher, viele Freunde vom Rennsteiglaufverein. Erstaunlich, wie viele Läufer ich nun schon kenne… 
Leider vermisste ich auch ein paar Gesichter, so habe ich u.a. leider Billy nicht getroffen...
Marianne, Esther, HD und Gerd hatten ja auf den Marathon umgemeldet, so dass unser Grüppchen etwas kleiner geworden war und Ramona, meine Begleiterin von 2011, lief mit ihrem Vater den HM. 
Es ging ziemlich leise zu auf dem Marktplatz, wahrscheinlich war es hier in der Innenstadt nicht erlaubt, laute Musik abzuspielen und das Rennsteiglied zu singen... Schaaade... 
Aber trotzdem herrschte überall gute Laune, als sich das Feld Punkt 6 auf den Weg machte.
Nach meiner Erfahrung von 2011 entschied ich mich, trotz langen Shirts noch meine Regenjacke mitzunehmen, die mich auch vor Wind schützen würde. Sicher ist sicher, denn auf dem Rennsteig ist alles möglich. Blödsinniger weise hatte ich auch 2 Hosen angezogen - eine kurze Kompressionshose und darüber ein 3/4 Hose. Das habe ich schon 100m nach dem Start bereut... 
Kurz nach dem Start sprach mich jemand von der Seite an - es war Hans. Wir liefen ein paar Kilometer zusammen und quatschten, bevor sich Hans von mir verabschiedete. Später trafen wir uns noch 2x, bevor er meinen Augen entschwand.
Natürlich lief ich den ersten Anstieg, aber dann machte ich es wie die anderen: Bergauf zügig walken, bergab laufen.
Der Wettergott schien es gut mit uns zu meinen. Es war zwar kalt, aber die Sonne schien. Teilweise war die Aussicht fantastisch. Der Wald ist wunderschön. Allerdings nahm ich mir keine Zeit zum Fotografieren. Ich wollte einfach mal sehen, was tempomäßig so geht. So insgeheim liebäugelte ich mit der 10 Stundenmarke... 
Auf den ersten 25km kämpfte ich eigentlich nur gegen meine 2 Hosen, die mir jeden Schritt doppelt so schwer erschienen liesen :D und ich überlegte, ob ich eine ausziehe und wegwerfe. Ich entschied mich aber dagegen und später zeigte sich, wie gut diese Entscheidung war. ;) 
Weit hinter mir hörte ich jetzt das Singen eines Mannes und die Klänge der dazugehörigen Gitarre... Ich brauchte mich nicht umzudrehen, um zu ahnen, nein zu wissen, wer das war... Nach wenigen Minuten tauchten Stefan und Bernd vom Team Hanka - gekleidet in schweinchenrosa-  auf und Stefan brachte mir ein Ständchen, dessen Text kurzerhand gedichtet wurde. Stefan - das war genial!!!!!!!!!! 
Nach etwa 3:25 (so genau weiß ich das nicht mehr, weil meine Uhr kaputt war und ich mit einer Leihuhr lief) war ich oben auf dem Inselsberg und zwar in einem Zustand, der sich durchaus mit "Es geht mir gut" betiteln lies. Trotzdem war der anschließende bergab-Abschnitt nicht ganz ohne und ging ganz schön auf die Oberschenkel.
An der Verpflegungsstelle lies ich es mir schmecken - die Butterstulle mit Schnittlauch und ein paar Apfelstücken taten mir gut. Und natürlich der Schleim... Ich nahm mir einen Becher und ging weiter, im Gehen trinkend...
Irgendwo so nach ungefähr 30km traf ich auf Fritz. Hach, jetzt wusste ich, wem ich meine Hose "andrehen" konnte...  
Da sich die ganze Angelegenheit als ziemlich schwierig erwies (weil ich zu faul war, die Schuhe auszuziehen ) half mir Fritz, er hat mir sozusagen die Hose ausgezogen  
Man, was war ich froh, die Schritte gingen gleich viel leichter. Nach 500m bekam ich einen Schreck. Mein Handy...wo ist...Sch... Es ist in der Hose und liegt jetzt in Fritzens Auto. Ich sah schon vor meinem geistigen Auge, wie ständig das Rennsteiglied ertönt (das ist mein Klingelton), es aber keiner hört, weil es vom Motor übertönt wird... Aber umkehren? Nein, das wäre jetzt auch blöd. Ich lief weiter und war erst mal froh, dass ich die Hose nicht einfach an den Wegesrand geworfen hatte. 
Auf den nächsten Kilometern hatte ich genügend Zeit, mir was einfallen zulassen, wie ich Fritz ohne Handy eine Nachricht zukommen lassen könnte. Glaubt mir, bei solch einer "Beschäftigung" vergißt man durchaus, das einem die Füße schon ein bisschen weh tun...  
Aber erstmal Kurz vorm 50km Schild hatte ich die Lösung. Dort traf ich nämlich meine Tochter, die auf der 36km Walkingstrecke unterwegs war. Ich will euch jetzt nicht im Detail erklären, was ich da in Gang gesetzt haben und wie viele Leute sich dann bemüht haben, mittels Internet und Telefon Fritz zu erreichen (dessen Nummer ich ja nicht hatte, weil sie war eingespeichert im Handy und das Handy war in Fritzens Auto ) 
Aber last, but not least traf ich Fritz wieder - und zwar am Grenzadler und konnte ihm persönlich mein Mißgeschick erklären... Die Hose hatte er aber logischerweise nicht bei sich und ich wollte weiter. So konnte ich meine Tochter in ihrem Tun nicht stoppen und es haben sich wohl eine ganze Menge Leute über mich amüsiert... ;) 
Am Grenzadler ging es mir immer noch gut und die Zeit lag gerade noch so im 10-Stundenbereich, aber ganz, ganz knapp. Ich ahnte, dass es nicht klappt und hoffte, wenigstens eine persönliche Bestzeit zu schaffen.
Die Berge wurden nun doch etwas mühsamer. Ab und zumal traf ich Bekannte, auch Renate traf ich nochmal. Wir wünschten uns Glück und jeder zog seines Weges...
In Gedanken freute ich mich auf die letzten Kilometer - da, wo es nur noch bergab geht... Inzwischen war mir so kalt, dass ich meine Jacke und Handschuhe angezogen hatte. Der Wind war ziemlich eisig, aber noch war es trocken.
Nur noch eine kleine Steigung... dann ging es hinab, nach Schmiedefeld. So etwa 3km vorm Ziel standen Marianne, Uwe und Jeanette.
Ich habe mich riesig gefreut und es hat mir Ansporn für die letzten Kilometer gegeben. Und genau hier fing es an zu regnen. Aber das war mir schnurzpiepegal.
3km im Regen sind für einen Rennsteigläufer Peanuts :)
Ich sah weder das 70km Schild noch irgendein anderes Schild, aber ich wusste, es kann nicht mehr weit sein. Ich lief und lief und lief - da kam der rote Torbogen: Noch 1086 Meter bis zum Ziel!
Trotz des Regens wurde ich von allen Seiten angefeuert. Ich hörte schon die Lautsprecher vom Sportplatz, ich bekam Gänsehaut als ich einlief und vom Sprecher begrüßt wurde...
Die letzten Meter waren einfach nur noch Freude, Freude über ein Finish in 10:13:58, also 10min schneller als vor 2 Jahren.
Fast parallel zu mir lief Havelwolf ein.  Ich wurde als erstes begrüßt von Horst und Marcus vom Rennsteiglaufverein. Beide haben – ebenso wie alle anderen Helfer - einen tollen Job gemacht.
Dann kamen Elke, Fritz, Marianne auf mich zu und machten Fotos. Ich war so was von glücklich und endorphingeladen!
Marianne holte meinen Beutel, Fritz mein Handy :D und ich ging ganz schnell duschen, weil mir jetzt richtig kalt wurde. Hier traf ich nochmal Gabi – aber nicht, weil sie gerade erst ins Ziel gekommen war, sondern weil sie ihre tolle Zeit schon vor dem Duschen im Festzelt feiern wollte.
Gerade als ich zurückkam war Renate eingelaufen und auch Moni lief glücksstrahlend durchs Ziel! Wow - sie hat ihren ersten Rennsteig SM geschafft!
Herzlichen Glückwunsch, liebe Moni und herzlichen Glückwunsch an alle Finisher - egal auf welcher Strecke! Ihr wart alle toll! Aber auch die vielen Helfer und die Organisation waren toll, es hat einfach alles gestimmt.
Ihr alle – Helfer, Organisatoren und Läufer - ihr seid der Mythos Rennsteiglauf!
Mittlerweile bin ich wieder zu Hause und pflege meine vielen Blasen, die ich mir nach der Matscheinlage am Grenzadler und damit verbundenen nassen Schuhen geholt habe. Aber wie heißt es so schön? Der Schmerz vergeht, aber der Stolz bleibt.
Mein ganz besonderen Dank gilt an dieser Stelle Karl Heinz , der mir diese wunderbare Foto-Collage mit meiner Urkunde gestaltet hat und mir diese Fotos von der Ebertwiese zur Verfügung gestellt hat. Vielen, vielen Dank, lieber Karl Heinz!Ebertswiee3!
 Ebertswiese1
 
Ebertswiese4

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Petra 06/01/2013 11:08


Liebe Pe,


vielen Dank für Deine Glückwünsche! Ja, schade, daß wir uns nicht mhr gesehen haben - aber bei dieser Temperatur und Nässe verständlich...


Viele liebe Grüße


Petra

Petra (Pe) 06/01/2013 10:57


Hinterlassen von: Petra (Pe) vor 4 tagen um 22h32



E-Mail-Adresse: artepjunghanns@web.de


IP: 178.24.240.222






Liebe Petra,


ich gratuliere dir zum Finish . Danke für deinen schönen Bericht. Auch ich bin überglücklich im Ziel angekommen
und darf mich jetzt Supermarathoni nennen, juhu...


Leider haben wir uns in Schmiedefeld nicht mehr gesehen, aufgrund des Regens hatte ich mich entschieden nach Hause zu fahren und nicht im Zelt zu übernachten :-(


Petra (Pe)



Täglichläufer 06/01/2013 10:26

Liebe Petra, ich gratuliere Dir zu diesem erfolgreichen wie schönen Lauf. Vielleicht mache ich eines Tages dort mal mit (inoffiziell), denn landschaftlich betrachtet, ist es dort herrlich. Wenn nur
die anstrengenden Höhenmeter nicht wären. ;))) Ich wünsche Dir ein herrliches Wochenende, liebe Grüße, Marcus

Petra 06/01/2013 11:04



Lieber Marcus,


vielen lieben Dank für Deine Glückwünsche. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, daß du dort das Laufen ganz besonders genießen würdest. Es ist soo schön dort. Glaub mir, ich habe jeden Meter
genossen,auch die Höhenmeter .


Vielleicht läufst du ja mal mit? Aber auf dem Rennsteig kann man auch wunderbar so für sich allein laufen.


Viele liebe Grüße


Petra


 



Jörg 05/28/2013 18:39

Also sich beim Laufen die Hose ausziehen lassen, ne ne Für die Haare hättest du außerdem auch grün wählen sollen. Grüße

Petra 06/01/2013 10:54



Grüne Haare? Ach nöööö...


Da finde ich mein pink doch besser - da fällt man mehr auf