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Veröffentlicht von Petra

Eigentlich heißt es ja, man solle das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. Aber nachdem ich heute nachgedacht habe, was denn das Angenehme und was das Nützliche sein sollte, beschloß ich kurzerhand, dieses Sprichwort ein wenig abzuwandeln....

 

Nachdem mein geplanter langer Lauf am Morgen des Heiligabend leider ausfallen mußte, wollte ich diesen unbedingt während der Feiertage nachholen. Aber das ist nicht so einfach, zwischen all diesen üppigen Mahlzeiten...

Auch heute hatten wir eine Einladung zu einem festlichen Menü bei unserer Tochter - worauf wir uns riesig freuten. Das war zweifelsohne das Angenehme des Tages.

Allerdings war ich noch ziemlich gesättigt vom Vortag... Und meinen langen Lauf hatte ich auch noch nicht gemacht. So bekam ich urplötzlich die Idee, zu Katrin zu laufen - entlang der Nidda, etwas mehr als 30 km. Sozusagen das Angenehme mit dem Nützlichen zu Verbinden.

Aber halt: Was ist denn hier das Nützliche? Sicherlich ist Laufen sehr nützlich für die Gesundheit und das persönliche Wohlbefinden - aber für mich war es ebenfalls das Angenehme des Tages.

Also verband ich einfach das Angenehme mit dem Angenehmen und lief los...

Pünktlich zu meinem Start begann es zu regnen. Kein Problem, ein paar Regentropfen machen mir nichts aus. Aber sehr bald merkte ich, daß zum Regen ein ziemlich kalter Wind blies, der - wie nicht anders zu erwarten - mir tüchtig entgegenblies. Vielleicht wäre Rückenwind schöner - aber das kann man sich leider nicht aussuchen.

Nach etwas 5km war ich durchnäßt und rannte immer schneller, um nicht auszukühlen. Irgendwie dachte ich darüber nach, nach 8-10km umzudrehen und wieder nach Hause zu laufen. Bei diesem Wetter schienen mir 30km doch etwas heftig...

Nach 8km lies der Regen etwas nach und der Weg war windgeschützt. Solange es so bleibt, wollte ich nicht umdrehen. Noch hatte ich auch ein wenig Zeit, eine Entscheidung zu treffen. Spätestens nach 13km gab es kein Zurück mehr, da ich sonst zeitliche Probleme bekommen hätte.

Aber jetzt lief es gut, auch wenn es immer mal wieder heftig regnete. Solange der Wind sich in Grenzen hielt.... 10km, 11km, 12km... Irgendwie  dachte ich nicht mehr ans Umkehren. Ich wollte laufenderweise ankommen - pünktlich zu Kaffee.

Mittlerweile war ich auf dem Weg nach Gronau. Die Nidda schlängelte sich links von mir. Es ist Hochwasser, aber die Renaturierung zeigt Wirkung. Immer wieder gab es Ausbuchtungen, die dem Wasser mehr Raum gaben. Mehrere Enten machten sich laut schnatternd bemerkbar. Ihnen machte die Nässe nichts aus - weder von oben, noch von unten. Mir eigentlich auch nicht. Aber der Wind machte mir zu schaffen.

15km waren erreicht - der point of no return. Umkehren wäre jetzt blöd...

Nach etwas 22km hatte ich Bad Vilbel erreicht. Der Himmel ergoß alles Wasser, daß er zur Verfügung hatte über mir aus - aber von weitem sah ich, wie sich die Wolken öffneten und die Sonne ein wenig hervorlugte.

Manchmal hüpfte ich noch um die Pfützen herum, aber irgendwann war es mir dann egal. Mit nassen Füßen ist es eh gleich, ob man in die nächste Pfütze noch reintappt oder nicht.

Mein Entfernungsempfinden sagte mir, daß es wohl etwas mehr als 30km werden würden. Ich hoffte nur, daß ich genügend Kraft hätte. Schon lange bin ich nicht mehr so weit gelaufen. Aber bei diesem Wetter wäre keine Pause drin, es gab keine Chance, zu verkürzen. Jetzt mußte ich durch.

Aber erstaunlicherweise lief es immer noch gut, auch wenn mir die Matschwege jetzt doch ein wenig zu schaffen machten. Meine Schuhe glichen einem braunen Etwas, nichts an mir war noch trocken.

Aber nun schien die Sonne - und ich kam doch tatsächlich noch ins Schwitzen.

Nur noch wenige Kilometer. Einmal mußte ich umdrehen, weil es auf der rechten Seite der Nidda nicht mehr weiterging. Alles stand unter Wasser. Also zurück, über die Brücke nach links - dort war der Weg gut belaufbar.

Nur noch 2 km, die Skyline von Frankfurt konnte ich schon sehen. Klar, die Beine wurden nun schwerer, aber es lief immer noch ganz gut.

Nach 34,5km stand ich vor Katrins Haustür  - exakt zur gleichen Zeit wie mein Mann, der mit der S- Bahn gekommen war.

Ich genoß die Dusche und dann wurden wir mit einem gigantisch tollen Essen und einem wunderbaren Nachmittag/Abend verwöhnt.

Und ich war stolz wie Bolle, daß ich das durchgezogen hatte. Unter diesen Umständen 34,5km  zu laufen und dabei noch Spaß zu haben - das ist schon was ganz Besonderes.

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Kornelia 12/29/2012 14:45


Mensch, da habe ich ja beinahe was verpaßt hier. Da hast Du aber wirklich einen tollen Lauf hingelegt. Respekt!!!


Das war ja dann der richtige Weihnachtslauf für Dich. Und das anschließende festliche Mahl kam dann sicherlich recht.


Ich wünsche Dir nun für 2013 alles Gute und einen guten Rutsch!


Liebe Grüße


Kornelia

Petra 12/29/2012 13:24


Liebe Mariann,


schön, wieder mal was von dir zu hören! Gell - Du kannst dir vorstellen, daß das ein genialer Lauf war... :)


Es geht mir oft so, daß mir die ersten Kilometer relativ schwer fallen. Aber wenn ich dann einmal richtig warm bin, läuft es immer besser...


Ich wünsche Dir und Uwe ebenfalls einen guten Rutsch und ein wunderbares neues Jahr!


Viele liebe Grüße


Petra

Petra 12/29/2012 13:22


Lieber Marcus,


dich kann man doch gar nicht übersehen...


Aber mal im Ernst: Leider hilft mir das Täglichlaufen nur, meine Gewichtszunahme in erträglichen Grenzen zu halten.


Seit ich so oft unterwegs bin muß ich meist in der Kantine und/oder in Gaststätten essen - das ist nicht immer sehr gesund. Auch mein morgendliches Obstfrühstück vermisse ich sehr.


Aber wie auch immer - ich mag mir gar nicht vorstellen, was passieren würde, wenn ich nicht täglich laufen würde... Trotzdem laufe ich nicht mit dem Ziel, abzunehmen. Ich tue es, weil es mir Spaß
macht.


Auch ich wünsche dir nochmal einen guten Rutsch und ein wunderbares neues Täglich-Lauf-Jahr!


Viele liebe Grüße


Petra

Marianne 12/29/2012 12:04


Dass da das Essen hinterher geschmeckt hat, das kann ich mir vorstellen Und dass dich da die gelaufenen Kilometer
besonders stolz gemacht haben! Wenn man das Ziel erreicht hat, merkt man, dass es gar nicht so schlimm war. Aber das
können sich natürlich nicht alle vorstellen. Ich finde, das hast du toll gemacht!


Ich wünsche dir und deiner Familie einen guten Rutsch ins neue Jahr!


Liebe Grüße Marianne

Täglichläufer 12/29/2012 10:43

Dann bin ich beruhigt; zuerst dachte ich, Du siehst mich gar nicht. :D Ich bin immer froh, daß die meisten Menschen so verweichlicht sind, denn so bleiben die alle zu Hause und ich kann in den
Wäldern die Einsamkeit genießen. :) Wer viel läuft, darf viel essen. Wer täglich läuft, darf noch mehr essen. ;)) Aber ernsthaft, damit dürften wir keine Probleme haben, gell? Hauptsache, es
schmeckt! Nochmals alles Gute und einen schönen Jahreswechsel. Liebe Grüße Marcus