Samstag, 7. november 2009
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15:25
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veröffentlicht in: Laufen und Geniessen
Nachdem ich eine Woche lang wegen einer Dienstreise jeden Tag durch`s dunkle Köln gelaufen bin, konnte ich heute einen tollen Lauf durch die heimische Natur, in bekanntem Gelände machen.
Nachdem ich mich richtig ausgeschlafen hatte, stieg ich in meine Laufschuhe und lief los. Die Sonne schaffte es nur sehr selten, sich durch die dicken Hochnebelfelder zu kämpfen. Stattdessen begann
es zu regnen. Pünktlich, als ich loslief.
Aber das störte mich überhaupt nicht - im Gegenteil. Es war schön, als ich die dicken Regetropfen spürte. Innerlich war mir bereits nach kurzer Zeit warm. Ich lief den Berg hinauf und lies den Ort
hinter mir. Vor mir lag der herbstlich bunte Wald - es war ein gigantisch schöner Anblick, den nur die Natur so schaffen kann. Weit und breit war kein Mensch zu sehen - nur die Bäume, der Wald, die
Felder und die wunderschönen Farben des Herbstes.
Mich durchflutete die lang ersehtne innere Ruhe und ich spürte, wie der Stress der letzten Woche Stück für Stück abfiel. Ich genoß die Freiheit um mich herum, die Weite und Ruhe der Natur. Ein
Lächeln zauberte sich auf mein Gesicht.
Unter mir raschelte das Laub, viele bunten Blätter mischten sich unter die Regentropfen. Es wird nicht mehr lange dauern und die Bäume haben ihre Blätter vollständig abgeworfen. Der
Winter wird nicht mehr lange auf sich warten lassen.
In der Vorfreude auf die schönen Seiten des Winters beginne ich Pläne zu schmieden für das nächste Jahr, beginne wieder mal zu träumen - mit offenen Augen. Kurz vorm Ende meiner Runde laufe ich an
den Angelteichen vorbei. Trotz Regen präsentiert er sich in schillernden Herbstfarben.
Jeder Regentropfen wird zu einer kleinen runden Welle. Vor mir steht eine Trauerweide, deren Äste tief hinabreichen - ihre Spitzen berühren das Wasser. Davor eine Buche, die kontrastreich noch
viele grüne Blätter trägt und sich bisher noch erfolgreich wehrt, ihre Blätter der Natur zu übergeben. Das Schilf hat bereits seine herbstlichen Farben angenommen. Der ganze Teich ist in Aufruhr
und gleichzeitig in einer tiefen Stille versunken.
Ich halte kurz inne und sauge diese so widersprüchliche Stimmung in mir auf. Viel zu kurz ist dieser schöne Moment.
Ich begebe mich auf den Heimweg, laufe teilweise mit geschlossenen Augen. Es gibt nichts Schöneres, als diesen, meinen täglichen Lauf.
Er gibt mir die innere Ruhe und Ausgeglichenheit, die mir als Ausgleich für meine berufliche Tätigkeit so wichtig und unentbehrlich geworden ist.
Es ist meine Art und Weise, dem Stress zu begegnen und mir meine tägliche Erholungsphase zu gönnen. Es ist wie ein Stück Urlaub - täglich.
Als ich zu Hause ankam, sprühte ich vor lauter Energie und Lebensfreude. Mein Kopf ist wieder frei und die nächsten Herausforderungen können kommen.
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