Overblog Folge diesem Blog
Edit post Administration Create my blog

Seiten

Veröffentlicht von Petra

Der Tag begann wie in letzter Zeit ziemlich oft. Der Wecker klingelt, aber ich bin so müde, daß ich mich nicht aufraffen kann, um aufzustehen und loszulaufen. Aber für mich stellt sich nicht die Frage, ob ich laufe, sondern nur die Frage wann. So wurde mein Jubiläumslauf eben heute ein Abendlauf.

Mein Job ist eine tägliche Herausforderung, die nicht nach 8 Stunden endet. Und trotzdem habe ich es geschafft, 5 Jahre täglich und ohne eine einzigste Unterbrechung zu laufen.

Was vor 5 Jahren als ein Test begonnen hat, ist heute eine zu einer Realität geworden, die ich nie wieder missen möchte.

Welch Freude und Genugtuung, daß ich laufen darf, laufen kann. Das ich die sich ständig wandelnde Natur hautnah erleben darf und zuindestens zeitweise ein Teiil derselben bin.

Wie oft genieße ich die Ruhe nach einem harten Arbeitstag, finde wieder meine innere Ruhe und mein Gleichgewicht, kann abschalten. So auch heute. Es ist schon 20:00Uhr, als ich loslaufen konnte. Es ist die Zeit, in der viele Menschen ihren Fernsehabend beginnen, manche rauchend oder Chips-essend, viele wollen gerade noch den Weg zum Kühlschrank und ins Bett zurücklegen. Aber ich will auf keinen Fall den Zeigefinger erheben, habe ich doch selbst zu lange  zu dieser Spezies gehört. Ich habe nicht gewußt, wie entspannend ein Lauf durch den Wald sein kann, wie um vieles interessanter es ist, zwei balzende Fasane in der Natur zu beobachten, als dies im Fernsehen zu sehen. Oder einen Sonnenuntergang zu beobachten, der die Berge am Horizont zu bizarren Gebilden werden  läßt. Oder warme Regentropfen auf der Haut zu spüren. Oder auch mal an die körperlichen Grenzen zu gehen, sich selbst beweisend, zu was der eigene Körper in der Lage ist.

Leider kann ich nicht wiklich mit einer Täglich-Lauf Statistik aufwarten, mir fehlt einfach die Disziplin, das alles zu notieren. Aber in meinem Herzen habe ich all die schönen Läufe gespeichert, natürlich auch die weniger schönen. Klar gab es auch Situationen, in denen ich kämpfen mußte und in denen meine Serie fast gerissen wäre. Aber gerade diese Situationen haben den Wert meines täglich Laufens erhöht und mir die Gewissheit egeben, daß ich - wenn es sein muß- eine Kämpferin bin..

Aber meist mußte ich nicht kämpfen- der weitaus größte Teil meine Läufe haben mir eine tiefe innere Freude beschert, haben mir Kraft, Ausdauer und Selbstbewußtsein gegeben - Eigenschafften, die mir nicht nur beim Laufen geholfen haben.

Der größte Gewinn aber war und ist für mich mein viel intensiveres Verhältnis zu den Elementen der Natur. Habe ich mir frühr nie vorstellen können, bei Schnee oder Regen zu laufen, genieße ich heute diese Läufe ganz besonders. Im Grunde schaue ich nicht mehr nach dem Wetter. Ich laufe los, wenn ich Zeit habe - den Rest üerlasse ich dem Zufall.

So schließt sich der Kreis des heutigen Tages. Nach einem harten Bürotag laufe ich entlang des Nieuwe Meers, genieße die allerletzten Sonnenstrahlen des Abends undd laufe in die Dunkelheit hinein. Auf den letzten Metern weist mir das Licht eines herannahenden Flugzeuges den Weg, es wirft einen langen Schatten einer rennenden Läuferin auf den Weg - mein Schatten. Ich sehe mich selbst laufen, nur einen kurzen Moment. Dann ist es wieder dunkel. Ich schließe einige Sekunden die Augen und laufe blind, die Gedanken in mich gekehrt. Ich kann es noch nicht realisieren, dass ich es wirklich geschafft habe, 5 Jahre täglich zu laufen.

Und ich stelle mir natürlich die Frage, wohin mich dieser Weg noch führt. Aber es gibt keine Antwort, ich würde sie auch nicht wissen wollen. Ich laufe weiter. Täglich. So lange es geht. So lange ich täglich laufen kann, bin ich gesund. Ich wünsche mir selbst, noch sehr sehr lang gesund zu bleiben.

 

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:

Kommentiere diesen Post

Petra 10/29/2013 17:30


Erst einmal  ganz vielen lieben Dank für eure Glückwünsche. Bitte verzeiht mir, daß ich jetzt erst antworte - aber es hat einfach die Zeit gefehlt. Es ist so vieles liegen geblieben...


Aber ich habe mich über jeden Kommentar riesig gefreut.


@Marrathoni: Das ist gar nicht so schwer. Ich habe im Laufe der Zeit gelernt, immer besser auf meinem Körper zu hören. Nach einem Marathon oder einem Ultra laufe ich so lange kurze Srecken, bis
ich wieder die innere Lust auf lange Strecken spüre. Dann kann mich auch nichts mehr halten, es sei denn, ich werde durch mein Zeitlimit ausgebremst.


Täglich laufen heißt nicht täglich trainieren. Kurze, lockere Läufe zwischendurch fördern eher die Regeneration. Für mich stehen tägliche Läufe und da Laufen von Ultras nicht im Widerspruch.
Beides hat seinen Reiz. Wobei ich aber sagen muß, daß mir meine täglichen Läufe viel wichtiger sind als Marathons oder Ultras. Und ich setze mich nicht unter Zeitdruck.


Viele liebe Grüße euch allen


 


Petra

Maratoni 10/24/2013 09:55


Hey Petra,


Hut ab! Absolut bemerkenswerte Leistung. Mich würde einmal interessieren wie du es denn mit der Regeneration hälst, wenn du denn täglich laufen gehst.

Sepp 10/12/2013 21:26


Eine schöne Beschreibung unserer Art zu Laufen.


Danke Petra, bis bald mal wieder, so hoffe ich!

Petra (Pe) 10/01/2013 18:33


Liebe Petra,


wenn auch etwas verspätet, möchte ich dir ganz herzlich zu deinem Jubiläum gratulieren. Mach weiter so. Ich wünsche dir noch viele schöne Läufe bei bester Gesundheit.


Liebe Grüße aus Leipzig


Petra (Pe)

Ika 09/22/2013 18:13


Liebe Petra,


etwas verspätet, aber heir will ich Dir auch gratulieren.


Du bist eine super Powerfrau.


Ich freue mich immer, wenn ich Dich irgendwo treffe.


So wünsche ich Dir weiterhin viel Freude und Gesundheit für jeden Lauf- Tag.


Liebe Grüße


Erika