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Veröffentlicht von Petra

16.00 Uhr  - noch eine halbe Stunde zu arbeiten. Ein Blick aus dem Fenster. Weltuntergangsstimmung. Es stürmt, Engländer würden sagen: it´s raining cats and dogs....
Katzen und Hunde sind heute eindeutg zu klein für diesen Regen - da müßten schon größere Tiere her...

16.45 Uhr  Ich sitze im Auto. Sturmwarnung. Der Moderator warnt die Hörer, heute möglichst nur dann die Wohnug zu verlassen, wenn es unbedingt sein muß. "Schicken Sie ihren Hund allein Gassi" schloß er seinen Kommentar. Ich muß lachen. Wenn wir usneren Eyko noch hätten - er hätte sich garantiert in der letzten Ecke verkrochen und hätte mich allein vor die Tür geschickt...

17.30Uhr  Zu Hause angekommen. Trotz des Sturmes beschließe ich, das Auto in den Nachbarort zur S-Bahn zu bringen und von dort nach Hause zu laufen. Der Weg zwischen den beiden Orten ist freies Feld - also keine Gefahr von umfallenden Bäumen oder herabfallenden Ästen.
Ich ziehe mich - in Erwartung des kalten Sturmes - etwas zu warm an.

18.00Uhr Trotz meines mulmigen Gefühls wegen des Sturmes fühlen sich meine ersten Schritte leicht und unbeschwert an. Es regnet immer noch die berühmten Katzen und Hunde. Schon nach kurzer Zeit lief  das Wasser an mir herab.  Ich verließ den Ort und lief über einen schmalen Weg auf freiem Feld. Der Wind schlug mir mit voller Wucht entgegen und peitschte mir nadelstichartig entgegen. Es tat fast weh und ich drehte den Kopf immer wieder zu Seite. Ich wurde immer schneller... Nach einigen hundert Metern machte der Weg eine Biegung, so dass der Wind nun von der Seite und später leicht von hinten kam. Ich bekam Flügel...

Plötzlich kommt mir ein Auto entgegen. Ich laufe ganz rechts, soweit es geht. Aber das Auto wird nicht langsamer - obwohl es hier gar nicht fahren dürfte. Kurz bevor wir auf gleicher Höhe sind, blendet der Fahrer auf, als wollte er mir sagen - was willst du hier? Hier fahre ich! Ich verspürte Lust, ihm den berühmten Finger zu zeigen, lasse es aber. Der ist es nicht wert.

Ich laufe weiter und beschließe, noch eine Schleife dranzuhängen. Es ist einfach zu schön, im Dunkeln auf leeren Wegen und Straßen im Regen zu laufen. Ich genieße jeden einzelnen Tropfen, nehme jede Pfütze mit.  Mittlerweile bin ich total durchgeschwitzt - nass von innen und außen. Was mir aber vollkommen egal ist. Ich fühle mich pudelwohl , laufe locker nach Hause und stelle mich unter die kalte Dusche.

19:30 Uhr  Ich lasse meinen Lauf mit einem ausgedehnten Stretching und einer progressiven Muskelentspannung ausklingen.
Mein Feierabend war wie ein kleiner Urlaub. Trotz Sturmwarnung bestand zu keiner Zeit eine Gefahr. Eine Gefahr gab es nur durch die Rücksichtslosigkeit eines Autofahrers...


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Petra 12/02/2009 21:05


Hallo lieber Holger,

so eine Schlammschlacht draussen hat doch was, oder? Zumal man da auch kalt duscht. Das Regenwasser ist nun mal
kalt...

Liebe Grüße
Petra


Holger 12/02/2009 08:03


Hi Petra - so isses gut, was interessiert uns das Wetter? Andere legen sich im Kurhaus in den Schlamm, wir machen das auf dem freien Feld :-) Nur mit deiner kalten Dusche ... grrrrrrr ;-)
Liebe Grüße vom Warmduscher :-)


Petra 11/26/2009 19:40


Hallo liebe Erika,
schön, daß deine lauffreie Zeit vorbei ist - ja man verpasst doch einiges!
Der Autofahrer hat mich trotz der dunkelen Kleidung aber auf jeden Fall gesehen, da ich mehrere Reflektoren an mir hatte. Aber den habe ich mittlerweile verdrängt - der ist es mir nicht wert, daß
ich mich länger ärgere....

Hi liebe Nina,
ich stelle mir gerade so bildlich vor, wie du kurz vor Mitternacht grinsend duch die Gegend rennst... Ja - so einen
kleinen Riss in der Waffel muß man schon haben... Allerdings kann sich wohl kein Nichtläufer in unsere Lage versetzen -
verstehen kann das keiner - aber schön ist es doch!

Viele liebe Grüße
Petra


Janina 11/26/2009 11:43


Klingt phantastisch Petra, und ich dachte neulich schon, ich sei nicht ganz schussecht, als ich mich nachts um 23 Uhr bei strömendem Regen laufend bei einem breiten Grinsen ertappte. Ich kann Deine
Begeisterung förmlich nachspüren, klasse Laufbericht! Und zu dem Autofahrer - ...naja Idioten gibt es immer.   Liebe Grüße! Janina


Ika 11/25/2009 21:46


Hallo Petra,
ich habe gar nicht mitbekommen, dass am Montag solch ein Wetterchen war.
Als "Nichtläufer" versäumt man doch vieles Schöne.
Das habe ich ja nun wieder geändert.
Habe beim Lesen fast die Luft angehalten, als ich das vom Autofahrer las.
Ich ziehe immer ganz bewußt helle Sachen im Dunklen an, weil ich mit der Rücksichtlosigkeit (zu schnell bei Dunkelheit) der Autofahrer rechne.
Ich wünsche Dir viele schöne "Naturläufe".
Liebe Grüße
Erika