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Veröffentlicht von Petra

Langsam beginne ich zu begreifen und zu verstehen, was Täglich Laufen bedeutet.
Täglich Laufen - das ist nicht immer nur eitel Sonnenschein. Sonne und Gewitterwolken wechseln sich einträchtig miteinander ab - und das nicht nur im wahrsten Sinne des Wortes.

Am 13.11. 2008 schrieb ich folgende Gedanken über meinen Weg zum Täglich Läufer:

"Aber mein Gefühl sagt mir, daß ich angekommen bin. Gedanklich und auch real. Ich habe das Täglich Laufen verinnerlicht und werde nicht wieder aufhören damit - vorausgesetzt es hindern mich keine höheren Mächte daran und meine Gesundheit bleibt mir erhalten."

Was für ein fataler Trugschluß! Damals - nach etwas mehr als 50 Tagen täglichen Laufens ein solches Fazit zu ziehen, war einfach falsch und voreilig. Zum damaligen Zeitpunkt konnte ich noch nicht im Ansatz ermessen, was es eigentlich bedeutet, täglich - auch bei widrigen Umständen - die Laufschuhe zu schnüren und loszulaufen.
Denn es gibt eben auch die Tage, an denen es "gewittert" oder sonstige Unbilden des Lebens die Wege durchkreuzen.

Tage, in denen man sich fragt, ob es alles so richtig ist, was man tut. An denen man trotzdem losläuft. Glücklich wieder nach Hause kommt. Oder zweifelt - aber niemals verzweifelt.

Heute hatte ich für mich aus Gründen der Vernunft wieder ein kleines Ministreak vorgesehen, 2km nur.

Die Sonne schien, ein warmer Wind streichelte meine Haut. Nur wenige Schritte und ein Gefühl tiefer Freude und Zufriedenheit durchströmte meinen Körper.

Wie schön, daß ich 2km laufen darf, laufen kann - genießen kann. Es sind nur 2km - voller Freude und Genuß. Der Ballast des Tages fällt hinter mir ab. Ich bin mit mir  allein, höre nur meine Schritte, spüre den gleichmäßigen Herzschlag, bin eins mit der Natur.

Was auch kommen mag: Es muß wohl verdammt viel passieren, bevor ich jemals wieder auf meinen täglichen Lauf verzichten werde. Er gehört dazu wie das Atmen, welches man ja auch nicht einfach mal aussetzen kann.

Es ist eine tiefe innere Bindung entstanden - zur  Bewegung im Allgemeinen und zum Laufen im Besonderen. Vergangene Gewitterwolken haben mich mental erstarken lassen und ich habe das Gefühl, daß mir nun nichts mehr was anhaben kann - gleichwohl wissend, daß diese Gewisssheit ein trügerischer Schein ist.

Aber ich freue mich auf jeden einzelnen Tag, jeden einzelnen Lauf, den mir die Zukunft bescheren wird.







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Petra 09/10/2009 21:33

Liebe Nela,vielen Dank für deine lieben Wünsche. Ich wünsche dir ebenfalls eine lange Serie - mit ganz wenigen Widrigkeiten. Aber diese werden nicht ausbleiben und machen uns stärker.Viele liebe GrüßePetra

Kornelia 09/10/2009 07:03

Hallo liebe Petra,dass das tägliche Laufen nicht immer nur mit eitel Sonnenschein verbunden ist, habe auch ich nun schon erfahren müssen. Doch gerade wenn es "gewittert" ist der tägliche Lauf, auch wenn er nur kurz ausfällt, eine Wohltat und Balsam für die Seele. Es ist für mich kein Müssen sondern ein Dürfen. Ich möchte wie Du, nicht mehr so einfach auf meinen täglichen Lauf verzichten. Wenn dieser mal ausfallen sollte, muss schon was ganzes Dickes vorgefallen sein. Doch daran möchte ich nicht denken.Ich wünsche Dir noch ganz viele tägliche möglichst gewitterfreie Läufe.Liebe GrüßeKornelia

Petra 09/09/2009 21:02

Lieber Marcus,der Satz gefällt mir: "Was mir geschenkt wird, ist nichts wert" Wie recht du hast! Unsere Läufe - die kann uns keiner schenken, die müssen wir schon selbst laufen. Das Glück und die Freude, die wir beim Laufen empfinden - das sind wahre Werte.Täglich Laufen ist manchmal eine Gratwanderung. Aber ich habe mir geschworen, immer auf meinen Körper zu hören. Ich vertraue auf ihn - er wird mir irgendwann sagen, wann ich aufhören sollte. Dann werde ich auf ihn hören. Und bis dahin genieße ich einfach jeden Lauf.Liebe Ramona,ich freue mich sehr,daß es auch dir wieder richtig gut geht und du diese kleine Klippe gemeistert hast.Ihr beide seid meine Vorbilder - schön, daß es euch gibt!Viele liebe GrüßePetra

Ramona 09/09/2009 15:10

Liebe Petra, ja jetzt weißt Du, was wirklich wichtig ist. Täglichlaufen ist eine Lebenseinstellung. Entweder man lebt es bewusst oder nicht. Dazu gehören auch die Widrigkeiten. Solange das tägliche Laufen dann nicht zur Qual wird und der Gesundheit eher schadet, ist es gut und richtig. Es gilt eben, das richtige Maß zu finden. Auch ich musste das wieder feststellen und bin froh, meinen "Unpässlichkeiten" vom Samstag nicht nachgegeben zu haben. Es war sogar so, dass die samstägliche kurze Laufzeit die Zeit war, in der ich mich am wohlsten fühlte. Mittlerweile geht es mir, wie hoffentlich Dir auch, wieder richtig gut. 
Als Täglichläufer wirst Du immer wieder in Situationen kommen, Dein Tun neu zu überdenken. Das ist gut so! Du wirst sicher dann die richtigen Entscheidungen treffen.
Liebe Grüße
Ramona

Marcus 09/09/2009 09:07

Ja, was mir geschenkt wird, ist nichts wert. Erst die absolvierten Widrigkeiten verleihen der Konzeption ihren Wert. Und darauf kann man wirklich stolz sein. Aber alles hat seine Grenzen und dann muß man sich fragen, wie weit man gehen kann, darf und will. Das kann nur jeder für sich beantworten – zumal jeder Mensch eben anders ist.

Wie auch immer, Täglichlaufen ist schon sehr speziell – deswegen gibt es auch nur eine Handvoll Läufer, die das praktizieren. Genieße es weiterhin, ich wünsche Dir viele Jahre in diesem Stil!

Liebe Grüße (auch an Susi!) ;))

Marcus