So kurz vorm Berlin Marathon wollten Frank und ich nochmal einen 30km Trainingslauf absolvieren. Was lag also näher als in gemeinsames Lauftreff-Event zu organisieren und gestalten?
Gesagt - getan....
Bereits am Vortag fuhr Jürgen die Strecke mit Rad und Entfernungsmesser ab und markierte sie für uns. Da der Niddaradweg in Richtung Frankfurt gesperrt ist, liefen wir diesmal in Richtung Norden -
eine Gegend, in der ich bisher noch nie war - jedenfalls nicht so weit, wie sir heute vorhatten. 15km nördlich sollte es gehen und 15km wieder zurück.
Beate, Rainer und Jürgen wollten uns mit dem Rad begleiten, die "Streckenversorgung" sicherstellen und Irene kümmerte sich derweil um die "Versorgung"

danach. Das konnte doch eigentlich nur ein "Rundumwohlfühlerlebnis" werden...
Da Frank wesentlich schneller läuft als ich, lief ich bereits eine halbe Stunde vor ihm los. Das Wetter versprach gigantisch schön zu werden. Es war noch kühl, einfach angenehm zum laufen. Stolz
und voller Vorfreude lief ich mit meinen "Täglich Laufen" Shirt los.
Mein Hexenschuß war seit gestern nachmittag nach einwöchiger Qual verschwunden. Ich habe die ganze Woche dagegen angekämpft und wollte unbedingt erreichen, daß ich heute dieses langen Lauf machen
kann. Jeden Tag Rückengymnastik, nur kurze Läufe und keine Schmerzmittel. Es hat tatsächlich geklappt! Pünktlich waren die Schmerzen verschwunden. Ob man mit einem starken Willen den
Körper programmieren kann?
Ich lief voller Freude , auf einer noch bekannten Strecke - vorbei am Wickstädter Hofgut in Richtung Florstadt. Die Natur zeigte sich in herbstlicher Vorfreude. Die Felder sind abgeerntet, der
Rasen auf den Wegen gelb. Kaum noch frisches Grün war zu sehen. Man merkt immer deutlicher, das der Herbst nicht mehr lang auf sich warten läßt.
Nach etwa 6km verließ ich die mir bekannte Strecke und lief weiter entlang der Nidda nordwärts. Es war wunderschön hier. Das Flußbett war so, wie es die Natur geschaffen hat. Der Fluß liegt in
einem Landschaftsschutzgebiet und ist wohl somit den früheren Flußbegradigungen entgangen. Warum bin ich eigentlich noch nie hier lang gelaufen? Fest entschlossen, dieses schöne Stück Natur
bald mit der Kamera zu erkunden, lief ich weiter.
Nach etwa 10km kamen Rainer, Jürgen und Beate mit dem Rad und mit ihnen die "Streckenversorgung".
Gemeinsam fuhren bzw. liefen wir ein Stück - eine willkommene Abwechslung bei solch einer langen Laufstrecke. Kurz danach überholte mich Frank und war rasch meinem Blickfeld entschwunden.
Unsere Radbegleiter fuhren nun weiter bis zum geplanten Wendepunkt und kamen mir von dort wieder entgegen. Es gab noch eine kleine Verpflegungspause bi

s wir uns verabschiedeten.
Genau nach 15km hatte Jürgen den Wendepunkt markiert, der ziemlich genau mit der Anzeige meines Laufsensors übereinstimmte. Frank legte noch ein paar Kilometer drauf und war mir noch nicht wieder
entgegengekommen.
Noch voller Kraft machte ich mich auf den Rückweg. Es war mittlerweile ziemlich warm geworden - fast schon zu warm für einen langen Lauf.
Ich genoss trotzdem die Sonne und die vorherbstliche Natur. Die Strecke war so schön und abwechslungsreich, daß die Kilometer nur so an mir vorbei"flogen"... Frank hatte mich inzwischen
wieder überholt. Ein kurzes Stück liefen wir zusammen, bevor er davonzog.
Nun war ich allein auf der Strecke. Die Beine wurden etwas schwerer, aber ich versuchte locker mein Tempo zu laufen. Ganz besonders freute ich mich, daß der Rücken hielt und die Schmerzen nicht
wiederkamen.
Etwa nach km 25 überholte mich ein Radfahrer, der mich mit meinem Namen - den ich ja auf meinem Shirt trug - ansprach und mir viel Erfolg und einen guten Lauf wünschte. Das hat mich noch mal
richtig motiviert und ich legte ein Zahn zu. Vielleicht lag es auch daran, daß es nur noch wenige Kilometer bis nach Hause waren und dort ein lecker Essen auf mich wartete?
Egal, wie es auch sei. Es lief richtig rund auf den letzten Kilometern. Ganz besonders habe ich mich gefreut, daß Beate und Rainer mir nochmal entgegenkamen und mir den inzwischen lästig gewordenen
Gürtel abnahmen.
Nach 30km, 3 Stunden und 44 min kam ich glücklich zu Hause an. Zufrieden, es wiedermal geschafft zu haben und glücklich, daß es mir dabei richtig gut ging und die Schmerzen nicht wiederkamen.
Gemütlich liesen wir den Tag ausklingen - bei einer leckeren Gemüsesuppe (extra für mich mit vegetarischer Variante), Würstchen und Kartoffelsalat, Brezeln, Gemüsesticks und alkoholfreiem,
isotonischen Weizenbier.
Es war wieder ein wunderschöner Tag, ein tolles gemeinsames Event, bei dem jeder seinen Spaß hatte.
Ich finde es ganz toll, daß wir - trotz unterschiedlicher Leistungsfähigkeit - es immer wieder schaffen, solche schönen gemeinsamen Aktivitäten zu organisieren und durchzuführen.
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