Wednesday, 19. august 2009
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20:55
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veröffentlicht in: Was mich sonst noch bewegt
Sich einmal fühlen wie Dagobert Duck - das wünschen sich gerade verdammt viele Leute in Deutschland. Die Deutschen sind heiß auf den italienischen Jackpot. Wenn wir schon im Fußball nicht gegen die
Italiener gewinnen, so wollen so gar manche Deutsche wenigestens den Italienern den Jackpot vor der Nase wegschnappen.
Was lassen sie sich nicht alles einfallen! Ganze Billigflieger werden gechartert, um mal eben nach Italien zu fliegen und einen Tipschein abzugeben. Oder es werden diverse Gewinnspielchen in
einigen Privatsendern veranstaltet, deren Hauptgewinn - man glaubt es kaum - ein ausgefüllter und abgestempelter italienischer Spielschein ist.
5 oder 6 Millionen reichen nicht mehr - es müssen schon 140 Millionen Euro sein.
Ich gehöre nicht zu den aktuellen Italien-Reisenden. Trotzdem geriet ich so ein wenig ins Träumen. Was würde ich mit dem Geld machen?
Naklar - so ein paar Wünsche gäbe es schon. So würde ich z.B. eine in unserem Haus noch freistehende Wohnung kaufen und darin ein paar Fitnessgeräte aufstellen und ein Partyzimmer einrichten. Dort
könnten sich alle meine Nachbarn jederzeit gemeinsam treffen oder die vielen Anlässe gemeinsam feiern. Oder wir könnten im Winter zusammen Sport machen.
Vielleicht würde ich auch beruflich etwas kürzer treten und nur noch Teilzeit arbeiten. Vielleicht würde ich auch das Segelfliegen lernen - das ist ein Traum meiner Kindheit, den ich nie
verwirklichen konnte. Und ich würde was gegen die Kinderarmut in Deutschland tun. Alle meine Freunde und Verwandten würde ich bedenken.
Aber: Ich würde bleiben wollen, wer ich bin. Dafür brauche ich keine 140 Millionen. Mir fallen die Sprüche meiner Oma ein, die ich in meiner Kindheit so oft zu hören bekam: "Geld verdirbt den
Charakter" oder "Geld macht nicht glücklich". Ich bin kein Illusionist und weiß, in der heutigen Zeit geht ohne Geld nichts.
Deshalb bin ich froh, einen guten Job zu haben und so viel zu verdienen, daß ich meinen Lebenunterhalt bestreiten kann. Ich bin dankbar, nicht auf Hartz 4 oder ähnliches angewiesen zu
sein.
Aber brauche ich wirklich 140 Millionen?
Nein - die brauche ich nicht. Nicht, um ich selbst zu bleiben. Einen Marathon kann man nicht kaufen. Den muß man selbst laufen. Täglich laufen - das kann man nicht kaufen. Die Erlebnisse in der
Natur, das herrliche Gefühl, durch die Wälder zu streifen - auch das kann man nicht kaufen. Das ist es aber, was ich zum glücklich sein brauche.
Glücklich bin ich, wenn ich es geschafft habe, den Berg zu bezwingen, wenn ich nach 42km ins Ziel einlaufe, wenn ich triefend nass von einem Regenlauf nach Hause komme.
Glücklich bin ich, einen lieben Mann und eine ganz tolle Familie zu haben. Glücklich bin ich, weil ich nach vielen Jahren alle meine Geschwister gefunden habe. Ich bin glücklich, weil ich
eine Tochter habe, auf die ich sehr stolz sein kann.
Eigentlich ist mein Leben - so wie es ist - genau richtig für mich.
Ich glaube, ich hab es nicht nötig, nach Italien zu fliegen. Nicht wegen 140 Millionen.
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