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Veröffentlicht von Petra

Ich bin so zusagen fast von Geburt an ein Verfechter der Gleichberechtigung. Schon als Kind achtete ich darauf, daß mein Bruder mindestens ebenso viel im Haushalt helfen mußte, wie ich. Schließlich gibt es ja Gleichberechtigung.
Nach der Schule tat ich das, was Millionen anderer Frauen auch tun: Ausbildung,Studium, Kind, Beruf.
Bei mir lief dies problemlos, obgleich ich mir sicher bin, daß dies längst nicht allen Frauen so erging. Heute arbeite ich in einer Firma, in der Gleichberechtigung insofern kein Thema ist, weil sie selbstverständlich gelebt wird. Auch Frauen in der obersten Führungsebene sind bei uns selbstverständlich.
Das sind Frauen, die durch ihre Leistung überzeugt haben.
Wenn z.B. die männlichen Kollegen meines kleinen Teams achtungsvoll von "ihrer" Chefin sprechen, so macht mich das doch ein wenig stolz.
Viele Frauen stehen beruflich ihren "Mann", sind geachtet und anerkannt. Ich verschließe aber nicht die Augen davor, daß es ebenso viele Frauen gibt, bei denen die Gleichberechtigung noch nicht angekommen ist - sei es beruflich oder aber auch privat.
Um diesen Frauen zu helfen und die Gleichberechtigung in der Öffentlichkeit zu manifestieren, hat sich in den letzten Jahren eine Sprache herausgebildet, die der wachsenden Gelichberechtigung Rechnung tragen soll.
So ist es heute selbstverständlich, daß es nicht nur Mitarbeiter, sondern auch MitarbeiterInnen, nicht nur Bürokaufmänner, sondern auch Bürokauffrauen gibt. Die Sprache entwickelt sich parrallel zur gesellschaftlichen Entwicklung und wir von ihr stark beeinflußt. Das ist auch gut und richtig so.
Aber: Wenn die Sprache solche Blüten treibt, daß es nun auch Krankenschwestern und KrankenschwesterInnen gibt, so ist das meilenweit von ursprünglichen Anliegen entfernt.
Was ich heute in einer Laufzeitschrift gelesen habe,  hat mich dann bald vom Stuhl gehaun. Nein - es gibt jetzt nicht mehr nur Deutsche, sondern auch DeutschInnen.
Mit Verlaub, mit Gleichberechtigung hat diese Verhohnepiepelung der Deutschen Sprache nichts mehr zu tun. Hier fühle ich mich als Frau nicht mehr in meine gleichberechtigten Rolle gestärkt, sondern verschaukelt.
Ich  als Frau möchte, daß mich die Männer achten wegen meiner Leistungen und nicht wegen irgendwelcher Wortschöpfungen, die die deutsche Sprache in den Ruin treiben. Und genau diese Wortschöpfungen helfen ganz bestimmt auch den Frauen nicht, für die die Gleichberechtigung noch nicht verwirklicht ist. Diese Frauen brauchen eine ganz andere Unterstüzung als die Verweiblichung jedes, aber auch jeden Begriffes.
Goethe hätte sich wohl im Grabe rum gedreht.
Ich hoffe, daß es zukünftig nicht vielleicht noch Mülltonninnen, Schaufelinnen oder Hundehäufinnen gibt.
Das haben wir Frauen doch nicht nötig, oder?




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Petra 07/05/2009 22:01

Danke, lieber Marcus - den schönen Lauf hatte ich! Auch wenn es mir unterwegs nicht so gut ging, so habe ich mich doch durchgekämpft und wieder neue Grenzen gesetzt.Lieber Xamantao - ja da hast du recht: Im oberen Management gibt es noch viel zu wenige Frauen - aber da hilft auch die Verhohnepiepelung der deutschen Sprache nichts... Ich denke, hier spielt wirklich die biologische Rolle der Frau einen wichtige Rolle. Oft müssen sich Frauen für Kind oder Karriere entscheiden, weil beides zusammen nicht in Einklang zu bringen ist.Hallo liebe Athena,schön, daß du dich mal wieder meldest!  Wenn Du dich in deiner Rolle als Frau und Mutter wohlfühlst, dann ist es auch genau das richtige für Dich. Das ist für mich auch ein Stück Gleichberechtigung, daß jese Frau selbst entscheiden kann, ob sie nach der Geburt der Kinder längere Zeit  zu Hause bleibt oder arbeiten geht. Leider ist das aber aus finanziellen Gründen auch oft nicht möglich.Hallo liebe Beate - Krankenbrüder, das ist ja auch so eine geniale Wortschöpfung!Liebe Grüße euch allenPetra

Beate 07/05/2009 19:19

Krankenschwestern und Krankenschwesterinnen? Waren das nicht Krankenschwestern und Krankenbrüder? Was für ein Schrott!!! Aber guter Artikel!Viele liebe Grüße, Beate

athena 07/04/2009 22:16

hallo, liebe petra-ich schau nach langer abstinenz auch mal wieder bei dir vorbei- die überschrift hat mich gelockt .goldig, über was du dir so gedanken machst. ich bin da eher das gegenteil- so eine, wie eva hermann sie gerne hätte *g. also dieses ganze gleichberechtigungsdingens muss es bei mir nicht geben- in der sprache schon gar nicht. frauen sind frauen- männer sind männer und wenn man da zu sehr die welten vertauscht- dann kommt wohl sowas bei raus.sei lieb gegrüsst- ich hoffe, es geht dir gut- bis bald- athena!

Xamantao 07/03/2009 21:12

...von Männinnen habe ich schon gelesen. Aber wie heißt dann - gereichter Weise - die männliche Form von Frauen? Frauern vielleicht, male-Weib? uuuh übel. Ich finde, es wird manchmal übertrieben mit der Sprache. Im Management gibt´s immer noch wenig Frauen - je höher, umso weniger.

Marcus 07/03/2009 16:20

Ich wünsche Dir ein wunderbares Wochenende, mit einem ebenso schönen Lauf - ohne Gewitter!

Alles Gute,

Marcus