Thursday, 2. july 2009
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20:50
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veröffentlicht in: Was mich sonst noch bewegt
Ich bin so zusagen fast von Geburt an ein Verfechter der Gleichberechtigung. Schon als Kind achtete ich darauf, daß mein Bruder mindestens ebenso viel im Haushalt helfen mußte, wie ich. Schließlich
gibt es ja Gleichberechtigung.
Nach der Schule tat ich das, was Millionen anderer Frauen auch tun: Ausbildung,Studium, Kind, Beruf.
Bei mir lief dies problemlos, obgleich ich mir sicher bin, daß dies längst nicht allen Frauen so erging. Heute arbeite ich in einer Firma, in der Gleichberechtigung insofern kein Thema ist, weil
sie selbstverständlich gelebt wird. Auch Frauen in der obersten Führungsebene sind bei uns selbstverständlich.
Das sind Frauen, die durch ihre Leistung überzeugt haben.
Wenn z.B. die männlichen Kollegen meines kleinen Teams achtungsvoll von "ihrer" Chefin sprechen, so macht mich das doch ein wenig stolz.
Viele Frauen stehen beruflich ihren "Mann", sind geachtet und anerkannt. Ich verschließe aber nicht die Augen davor, daß es ebenso viele Frauen gibt, bei denen die Gleichberechtigung noch nicht
angekommen ist - sei es beruflich oder aber auch privat.
Um diesen Frauen zu helfen und die Gleichberechtigung in der Öffentlichkeit zu manifestieren, hat sich in den letzten Jahren eine Sprache herausgebildet, die der wachsenden Gelichberechtigung
Rechnung tragen soll.
So ist es heute selbstverständlich, daß es nicht nur Mitarbeiter, sondern auch MitarbeiterInnen, nicht nur Bürokaufmänner, sondern auch Bürokauffrauen gibt. Die Sprache entwickelt sich parrallel
zur gesellschaftlichen Entwicklung und wir von ihr stark beeinflußt. Das ist auch gut und richtig so.
Aber: Wenn die Sprache solche Blüten treibt, daß es nun auch Krankenschwestern und KrankenschwesterInnen gibt, so ist das meilenweit von ursprünglichen Anliegen entfernt.
Was ich heute in einer Laufzeitschrift gelesen habe, hat mich dann bald vom Stuhl gehaun. Nein - es gibt jetzt nicht mehr nur
Deutsche, sondern auch
DeutschInnen.
Mit Verlaub, mit Gleichberechtigung hat diese Verhohnepiepelung der Deutschen Sprache nichts mehr zu tun. Hier fühle ich mich als Frau nicht mehr in meine gleichberechtigten Rolle gestärkt, sondern
verschaukelt.
Ich als Frau möchte, daß mich die Männer achten wegen meiner Leistungen und nicht wegen irgendwelcher Wortschöpfungen, die die deutsche Sprache in den Ruin treiben. Und genau diese
Wortschöpfungen helfen ganz bestimmt auch den Frauen nicht, für die die Gleichberechtigung noch nicht verwirklicht ist. Diese Frauen brauchen eine ganz andere Unterstüzung als die Verweiblichung
jedes, aber auch jeden Begriffes.
Goethe hätte sich wohl im Grabe rum gedreht.
Ich hoffe, daß es zukünftig nicht vielleicht noch Mülltonninnen, Schaufelinnen oder Hundehäufinnen gibt.
Das haben wir Frauen doch nicht nötig, oder?
Gruß
Kornelia
Aber schlimm ist es schon, was manche im Namen der Gleichberechtigung machen oder es vermeintlich tun. Der Ursprung des Ganzen liegt ja in der Frauenbewegung - aber ich fühle mich da nicht angesprochen. Ich denke, daß Frauen dieser Art Sprachverschandelung wirklich NICHT brauchen und das sich damit die Gesellschaft etwas vormacht.
Mittlerweile ist es ja schon so, daß der Verfasser eine Stellenausschreibung wegen Diskriminierung verklagt werden kann, wenn nicht sowohl Frauen als auch Männer angesprochen werden. Aber: Ich glaube, hier geht es nur um Worthülsen. Entscheidend ist doch - jedenfalls für die meisten Arbeitgeber - die Kompetenz des Bewerbers. Und wenn ein Arbeitgeber keine Frau einstellen will, dann tut er es auch nicht - egal, ob die weibliche Form angesprochen ist oder nicht. Damit erreicht man nicht wirklich eine Gleichberechtigung. Die muß in den Köpfen der Menschen wachsen.
Viele Grüße
Petra
ich finde das auch toll, wenn Männer gleichberechtigt im Haushalt helfen. Es muß ja nicht jeder alles machen. Wir teilen uns auch rein - das geht gar nicht anders, wenn beide arbeiten.
So, jetzt mache ich mich auf den Weg nach Thüringen und werde gleichberechtigt mit allen Startern und Starterinnen
Ich wünsche Dir auch ein tolles Wochenende!
Liebe Grüße
Petra
Ich finde, es wird manchmal übertrieben mit der Sprache. Im Management gibt´s immer noch wenig Frauen - je höher, umso weniger.
ich schau nach langer abstinenz auch mal wieder bei dir vorbei- die überschrift hat mich gelockt
goldig, über was du dir so gedanken machst. ich bin da eher das gegenteil- so eine, wie eva hermann sie gerne hätte *g. also dieses ganze gleichberechtigungsdingens muss es bei mir nicht geben- in der sprache schon gar nicht. frauen sind frauen- männer sind männer und wenn man da zu sehr die welten vertauscht- dann kommt wohl sowas bei raus.
sei lieb gegrüsst- ich hoffe, es geht dir gut- bis bald- athena!
Viele liebe Grüße, Beate
Lieber Xamantao - ja da hast du recht: Im oberen Management gibt es noch viel zu wenige Frauen - aber da hilft auch die Verhohnepiepelung der deutschen Sprache nichts... Ich denke, hier spielt wirklich die biologische Rolle der Frau einen wichtige Rolle. Oft müssen sich Frauen für Kind oder Karriere entscheiden, weil beides zusammen nicht in Einklang zu bringen ist.
Hallo liebe Athena,
schön, daß du dich mal wieder meldest! Wenn Du dich in deiner Rolle als Frau und Mutter wohlfühlst, dann ist es auch genau das richtige für Dich. Das ist für mich auch ein Stück Gleichberechtigung, daß jese Frau selbst entscheiden kann, ob sie nach der Geburt der Kinder längere Zeit zu Hause bleibt oder arbeiten geht. Leider ist das aber aus finanziellen Gründen auch oft nicht möglich.
Hallo liebe Beate - Krankenbrüder, das ist ja auch so eine geniale Wortschöpfung!
Liebe Grüße euch allen
Petra