Tuesday, 30. june 2009 2 30 /06 /Juni /2009 20:32
- Community: Reif für die Insel
veröffentlicht in: Was mich sonst noch bewegt
Gestern war es wieder soweit - der Monat fast vorbei und der Kauf einer neuen Monatskarte war fällig.
Aufgrund der Einsicht, daß die Bahn die bessere ökologische Alternative für den täglichen Arbeitsweg ist, fahre ich bereits seit Jahren mit dem Unternehmen Zukunft.
Ja, ich bin der Bahn treu geblieben - auch wenn sich der monatliche Fahrpreis in den letzten 10 Jahren mittlerweile verdoppelt hat und nun stolze 150€ beträgt. Der Blick an die Anzeigen der deutschen Tankstellen läßt mich den Blick auf die Fahrkarte leichter ertragen.
Ich habe mich auch daran gewöhnt, daß mein Zug, der mir  eine günstige Verbindung bescherte, vor 2 Jahren kurzerhand gecancelt wurde und ich seitdem täglich eine halbe Stunde früher aufstehen muß.

Auch habe ich mich daran gewöhnt, daß nun statt eines Doppelstockzuges der "Mittelhessenexpress" fährt, dessen Wagen aus ausrangierten S-Bahn Wagen eines anderen Bundeslandes besteht, deren Sitze so eng sind, daß man dem Nachbarn ohne es zu wollen enger auf die Pelle rückt, als es einem selbst lieb ist. Noch schlimmer sind die Stehplätze, die allerdings so gut gefüllt sind, daß keiner der Fahrgäste umfallen kann. Naja - Unternehmen Zukunft halt.

Aber was ich gestern erlebt habe, setzt allem die Krone auf und meine bisherige Treue zum Unternehmen Zukunft ist arg ins Wanken geraten.
Ich betrat also das Reisecenter der Bahn in Frankfurt und wunderte mich schon, daß die von Vergnügungsparks bekannten "Schlangenleitbänder" (oder wie nennt man das?) verschwunden waren. Oh, dachte ich - jetzt dürfen sich die Kunden wohl wieder anstellen, wo sie wollen?
Ich ging also schnurstracks auf eine an einem Schalter gelangweilt dreinschauende Dame und sagte freundlich, was mein Begehr sei. Unwirsch erhielt ich zur Antwort: Wenn ich hier bedient werden wolle, so müsse ich mir erst eine Nummer ziehen - davorn wäre der Apparat.
Ich bin bald aus allen Wolken gefallen und muß wohl ziemlich blöd aus der Wäsche geguckt haben. Der Mund stand offen. Unfähig, was zu sagen ging ich in Richtung Nummernautomat und zog eine 4stellige Nummer. Dann blickte ich mich suchend nach der Anzeige um, welche mir signalisieren sollte, wann meine Nummer denn dran sei. Links und rechts sah ich etwa 10 von Mitarbeitern der Bahn besetzte Schalter, an denen aber meißt keine Kunden standen. Außer den auf Nummern wartenden Kunden in der Mitte des Raumes.
Mittlerweile wurde die Zeit eng - meine S- Bahn fuhr gleich. Ob ich wohl das Nümmerchen umsonst gezogen habe? Nein! Das Unternehmen Zukunft hatte Erbarmen mit mir und ich durfte nun endlich genau zu der Dame, die mich unwirsch weggeschickt hatte und inzwischen noch keinen einzigen Kunden bedient hatte.
Ich bekam meine Monatskarte und war bedient - im sprichwörtlichen und im wahrsten Sinne des Wortes. Ich bin also kein Kunde mehr, nur noch eine Nummer. Oder bin ich vielleicht nur altmodisch und verstehe die neuen Abfertigunspraktiken nicht? Verstehe vielleicht nicht die besondere Kundenfreundlichkeit, die damit eingeführt wurde?
Ich verließ den Laden und überlege seitdem, ob ich dem Unternehmen Zukunft doch wieder den Rücken klehren sollte und mich nach einer Fahrgemeinschaft umschauen sollte.
Oder sollte ich vielleicht laufen? Das ist leider zu weit, selbst für das Rad.
Oder ich kaufe meine Fahrkarte gleich am Auomaten - dort weiß ich wenigstens, daß ich nur eine Nummer bin.
von Petra
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Kommentare

Na endlich hast Du' s begriffen, hat ja auch lange gedauert. Aber mal im Ernst: Das kann's ja wohl nicht gewesen sein. Immerhin lebt die Bahn von uns- ihren Kunden -.so dachte ich bis jetzt immer. Man müsste wirklich ein Exempel statuieren. Wie das konkret aussehen soll, weiss ich auch nicht, denn ich muss ja auch täglich mit der Bahn fahren.
Kommentarnr1 gepostet von Rainer am 30.06.2009 um 23h25
Das ist ja das Problem - der Bahn ist es doch egal ob ein paar Leute mehr oder weniger mit ihr fahren - deswegen wird es wohl auch kein "Exempel" geben. Da müßten sich schon alle Bahnkunden einig sein...
LG
Petra
Antwort von Petra am 1.07.2009 um 20h04
Liebe Petra, dein Ärger ist ja wohl voll berechtigt.
Ich komme ja ziemlich selten in den"Genuss", mit der Bahn zu fahren, aber ich finde den Zustand hier schon seit Jahren zum K... Bei uns gibt es schon seit Jahren keinen Fahrkartenschalter, geschweige denn eine Auskunft. Wenn man also mit dem Internet nicht klar kommt - wie viele ältere Leute - oder der Automat über Monate kaputt ist, bleibt bloss noch der Kauf im Zug.
Wir haben hier zwar noch einen Busbahnhof, der den Fahrkartenverkauf mit übernimmt, aber der hat nur eingeschränkte Öffnungszeiten und am Wochenende geht da gar nichts.
Ja man kann wirklich nicht sagen, dass die gesteigerten Preise auf gesteigerten Kundendienst zurückzuführen sind.
LG Marianne
Kommentarnr2 gepostet von Marianne am 1.07.2009 um 08h39
*ironiemodusein* Du willst doch nicht etwa am Wochenende die Bahn nutzen? Wo jeder Bahnmitarbeiter frei haben will und die Bahn die Zuschläge fürs Personal sparen will? Offnungszeiten am Wochenende sind doch wohl Luxus - und den will sich die Bahn garantiert nicht leisten! *ironiemodusaus*
Liebe Grüße
Petra
Antwort von Petra am 1.07.2009 um 20h07
Das ist doch mal wieder typisch für die Bahn!So nach dem Motto:Hilfe da ist ein Kunde und der will auch noch bedient werden.Eine Nummer ziehen....tztztz...halten die sich jetzt für ein Amt?Ich glaube es ja nicht.
Kommentarnr3 gepostet von Kessy am 1.07.2009 um 09h46
Hallo liebe Kessy,
herzlich willkommen auf meinem Blog!
Das ist so glaube ich der Kernpunkt: Nicht der Kunde bestimmt, wann er bedient werden will, sondern die Bahn gibt vor, wann er zu kommen hat und gnädigerweise bedient wird. Das Verhältnis stimmt nicht, die Bahn behandelt die Kunden von oben herab - ähnlich der vielen Ämter...

Liebe Grüße
Petra
Antwort von Petra am 1.07.2009 um 20h18
Soll ich meine Meinung ehrlich sagen? Vergiss die Bahn! Es gibt doch sicher eine gute Möglichkeit einer Fahrgemeinschaft. Das ist einfach eine Frechheit, die man sich sicher nicht bieten lassen muss! Ein Glück, dass ich nicht auf die Bahn angewiesen bin.
Kommentarnr4 gepostet von Ramona am 1.07.2009 um 12h25
Halle liebe Ramona,
na klar sollst Du Deine Meinung ehrlich sagen!
Meine Kollegen wohnen sogar bei mir in der Nähe und früh wäre es kein Problem. Leider kann ich meist nicht pünktlich Feierabend machen, so daß dies auf der Heimfahrt nicht klappen würde. Aber ich werde mal auf Suche gehen - vielleicht findet sich doch jemand.
Liebe Grüße
Petra
Antwort von Petra am 1.07.2009 um 20h21
Also irgendwie wird meine Formatierung immer noch geschluckt - dafür kann ich nichts, liebe Petra! ;)
Kommentarnr5 gepostet von Marcus am 1.07.2009 um 13h44
Hallo lieber Markus,
mach Dir nichts draus - ich freue mich auch ohne Formatierung über Deine Kommentare!
Ich habe heute ein wenig eperimentiert und die Antwortfunktion getestet. Dabei ist mir leider ein Fauxpas passiert - ich habe versehentlich Deinen ersten Kommentar gelöscht... Sorry, sorry, sorry...
Aber antworten tu ich Dir trotzdem: Das mit der brennenden Lok interessiert mich "brennend" - erzähl doch mal, was da passiert ist!
Liebe Grüße
Petra
Antwort von Petra am 1.07.2009 um 20h27
@ Marcus: Wäre sicherlich ein Thema für das Buch! Kenne auch viele Geschichten...
Kommentarnr6 gepostet von Sportwetten am 1.07.2009 um 15h22
Hallo Sportwetten,
herzlich willkommen auf meinem Blog!
Genau - das wäre ein Thema für ein Buch! Und Marcus wollte schon lange eins schreiben!
Du bist wohl auch ein Bahnvielfahrer und hast diesbezüglich allerhand erlebt?
Liebe Grüße
Petra
Antwort von Petra am 1.07.2009 um 20h29
@Sportwetten, das glaube ich Dir sofort! Ich wüßte auch ein Titel: "Die unendliche Geschichte". ;)))
Kommentarnr7 gepostet von Marcus am 1.07.2009 um 15h34
Siehst Du, lieber Marcus, der Anfang wäre geschafft! Der Titel steht - Du brauchst nur noch schreiben. Wir liefern Dir unsere Stories, dazu noch Deine eigenen Erlebnisse und Dein genialer Schreibstil - wenn das kein tolles Buch wird!
Liebe Grüße
Petra
Antwort von Petra am 1.07.2009 um 20h31
Ja, die Bahn schreibt selten gute Geschichten. Bin froh, nicht drauf angewiesen zu sein. Nur sind leider viele darauf angewiesen, was ich bedauernswert finde. Solche Geschichten müssten alle einzeln veröffentlicht werden. Doch würden sie vermutlich ganze Medien füllen. Preis und Leistung stimmen leider nicht überein und Kundenservice absolute Mangelware. Gibt es für dich keine Alternative?
Kommentarnr8 gepostet von Kornelia am 1.07.2009 um 17h00
Hallo liebe Kornelia,

eine wirkliche Alternative ist leider nur das Auto. Ich habe einen ziemlich weiten Anfahrtsweg - da wäre, wenn ich täglich fahren würde - alle 2 bis 3 Jahre ein neues Auto fällig.... Aber vielleicht gelingt es mir ja doch, mal eine Fahrgemeinschaft zu finden.
Liebe Grüße
Petra
Antwort von Petra am 1.07.2009 um 20h40
Liebe Petra,
das wäre doch etwas für ein Kaberett als Vorlage, früher hätte sowas auch den "Eulenspiegel" interessiert und wäre bestimmt veröffentlicht worden. Aberden gibts wohl nicht mehr.
Meine Idee versuchs doch mal bei einer Zeitung, jedenfalls ist das typisch für die Bahn.
Bin froh, dass ich die Bahnnur ganz selten brauche.
lg Christina
Kommentarnr9 gepostet von christina am 1.07.2009 um 17h43
Hi liebe  Christina,
ich dachte immer, den Eulenspiegel gibt es noch? Naja - der Artikel ist vielleicht nicht unbedingt zeitungsreif - aber wenn Marcus ein Buch über die Bahn schreibt, findet er vielleicht Verwendung, nicht wahr Marcus?
Liebe Grüße
Petra
Antwort von Petra am 1.07.2009 um 20h43
Hallo ihr Lieben,

wie ihr vielleicht gemerkt habt,   habe ich heute ein wenig rumexperimentiert und die Overblog - Antwortfunktion ausprobiert. Meine Antworten zu euren Kommentaren stehen jetzt direkt unter eurem Kommentar.
Aber irgendwie ist es wohl doch nicht so ganz gelungen und ein Kommentar von Marcus leider auf der Strecke geblieben, weil ich versehentlich den falschen Button angeklickt habe.
Lieber Marcus, ich habe Dir oben trotzdem die Antwort auf Deinen jetzt leider nicht mehr vorhandenen Kommentar geschrieben und hoffe, daß Du mir verzeihst....
Das nächste Mal wwerde ich wieder wie gewohnt antworten.... Man muß ja nicht alles nutzen, was angeboten wird...

Viele liebe Grüße
von eurer Petra,
die heute dem Schaffner ähm Zugbegleiter versehentlich die Monatskarte vom letzten Monat gezeigt  und der es nicht mal gemerkt hat! Wozu habe ich eigentlich eine Nummer gezogen? Hätte ich mir eigentlcih sparen können!
Kommentarnr10 gepostet von Petra am 1.07.2009 um 20h51
Ziel ist doch, dass du an den Automaten gehst und der Bahn niciht noch Kostern verursachst. Aber geh mal zur Post, da ist es mindestens genauso krass. Monopolunternehmen sind halt einfach Mist.
Kommentarnr11 gepostet von Joerg am 1.07.2009 um 21h20
Da hast du recht - bei der Post ist es genauso krass. Das sind alles die ehemaligen Stattsunternehmen, die eine Monopolstellung haben. Nur auf dem Telekommunikationsmarkt ist ein echter Wettbewerb entstanden.
Ich fahre das letzte Stück immer mit der Hessischen Landesbahn - die ist überhaupt nicht auf die Fahrpläne der Bahn abgestimmt. Die fährt immer pünktlich - und wenn sie den umsteigenden Fahrgäste buchstäblich die Tür vor der Nase zumacht.
Spass macht das wirklich nicht.
Liebe Grüße
Petra
Antwort von Petra am 2.07.2009 um 21h24
Hallo Petra,
und das ist kein verspäteter Aprilscherz?
Ich "kaufe" meine Fahrkarten nur im Internet.
Allerdings nutze ich die Bahn nur für Urlaubsfahrten, ansonsten fahre ich mit dem Rad. Das tut gleich meiner Figur immer wieder neu gut.
Liebe Grüße
Ika
Kommentarnr12 gepostet von Ika am 1.07.2009 um 22h55
Neee -das ist kein Aprilscherz!
Ich mache auch fast alles im Internet, aber die Monatskarten gibts da leider nicht. Fürs Rad ist es bei mir leider zu weit ... :(
Liebe Grüße
Petra
Antwort von Petra am 2.07.2009 um 21h26
Hallo Petra, die brennende Lok liest sich spektakulärer als es eigentlich war. Der Zug fuhr extrem langsam, was alle Fahrgäste wunderte. Plötzlich trat ein unangenehmer Geruch auf, der immer stärker wurde. Dann stank es eklig. Später kam eine Durchsage, daß die Lok brennt und sie versuchen werden, in den nächsten Bahnhof zu kommen. Was sie auch knapp schafften. Als ich ausstieg, war die Lok kaum mehr zu sehen, nur noch Rauchwolken waren zu erkennen. Warum und wo genau das Feuer entstand, bekam ich natürlich nicht zu erfahren. So ein Buch über die Bahn würde vermutlich sehr dick werden. :D Liebe Grüße Marcus
Kommentarnr13 gepostet von Marcus am 2.07.2009 um 09h17
Hallo lieber Marcus,
na, in dem Zug hätte ich  nicht sitzen wollen.  Da wäre ich wohl lieber gelaufen...
Liebe Grüße
Petra
Kommentarnr14 gepostet von Petra am 2.07.2009 um 21h20

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