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Veröffentlicht von Petra

Gestern - am fast längsten Tag des Jahres - war es endlich soweit.

Pünktlich 05.00Uhr startete der 11. Rennsteigstaffellauf von Blankenstein nach Hörschel über ca 170km. Naja, die genaue Kilometerangabe schwankt schon ein wenig, aber das sei den Thüringern nachgesehen. Schließlich ist es auch im Zeitalter von GPS & CO nicht so einfach, jahrzehntealte Entfernungsangaben zu ändern.....



Unsere Staffel betrug jedenfalls exakt 171,3km, was vermutlich an den Strecken lag, die teilweise geringfügig vom eigentlichen Rennsteig abwichen.
Bereits am Vorabend hatte sich unser Starterteam im Startort Blankenstein eingefunden, um nach alter Sitte ein Steinchen aus der Selbitz zu fischen, welches wir über den ganzen Rennsteig weitergeben und dann in Werra werfen wollten.



Und hier ist er - unser Staffelstein - stolz präsentiert von unserem Schleicher, der aber im wahren Leben eher rennt wie ein Wiesel.



Für uns hatte Ecki die schwierige erste Etappe mit einem gigantischen Anstieg hoch auf den Rennsteig übernommen. Im rechten Bild ist  er nicht zu übersehen in unseren weißen Shirt und seiner alles überragenden Größe.


















Nach einer gigantischen Sprint-Leistung hoch auf den Berg übergab Ecki an unser Geburtstagskind Sonja, die es Ecki gleich tat und einen gigantischen Lauf hinlegte. Von ihr übernahm Schlawiner den Stein, die ihr hier in höchster Konzentration auf ihren "Auftritt" warten seht...



















Schlawiner legte einen göttlichen Lauf hin und unterbot wie Sonja und Ecki ihre geplante Zielzeit.
Ich starrte immer wie gebannt auf meine Handy in Erwartung einer SMS, die den Wechsel bestätigte.
Bereits die 2. SMS kam nicht und ich machte mir Sorgen. Aber Katrin beruhigte mich und sagte mir, ich solle doch meinen Staffelkameraden mehr Vertrauen schenken als der Technik. Wie recht sie hatte! Ich hatte Vertrauen zu allen und ich wußte, sie werden das bravourös hinkriegen!
Auch bei den weiteren Wechseln kamen die SMS nur sehr unregelmäßig, aber ich machte mir darüber schon längst keinen Kopf mehr.

Inzwischen war Schleicher unterwegs und holte ebenfalls mehrere Minuten gegenüber seinem Plan heraus. Insgesamt hatten unsere ersten 4 Starter 16min herausgelaufen. Da aber jeder 1/2 Stunde vor seinem geplanten Start da sein sollte, waren wir im grünen Bereich.

Ich befand mich inzwischen mit Katrin und Kai auf dem Weg zum Grenzadler, dem Start der 7. Etappe. Die Etappen 5 und 6 teilten sich Jörg und Franky.
Allerdings erhielt ich wiederum keine SMS, als Jörg auf Franky wechselt. Wir hielten uns an den Zeitplan, der besagte, das der Wechsel 16 min füher stattfindet. Plötzlich tauchte Jörg auf, der uns sagte, daß Franky laufe wie ein Gott und in spätestens 5min hier auftauchen würde.
Katrin schaffte es gerade noch so, lauffertig am Wechselpunkt zu stehen, als Franky auch schon ankam. Wow - Jörg und Franky hatten beide fast eine halbe Stunde rausgelaufen!
















Nun war es an Katrin, den Stein vom Grenzadler zur neuen Ausspanne zu bringen. Ich fuhr mit Kai dorthin und wir warteten gemeinsam auf ihre Ankunft.
Kai steckte mich ein wenig mit seiner Nervosität an. Aber was sollte schon schiefgehen?
Wir beklatschten die anderen Staffeln und beobachteten die Läufer. Einige verausgabten sich bis zum Äußersten und waren nicht mal mehr in der Lage, ihre Staffelpartner bei der Übergabe anzusehen. Da stellte ich mir schon die Frage, ob man  - zumindest wenn man nicht auf Sieg läuft - sich so verausgaben muß. Da bleibt der Spaß auf der Strecke und das wollten wir auf keinen Fall.

Pünktlich kam auch schon Katrin den Berg hinab gelaufen und übergab mit einem strahlenden Lächeln an Kai, der sich auf den Weg zum Kleinen Inselsberg machte.


Nachdem Katrin sich wein wenig erholt hatte, schlängelten wir uns aus der inzwischen ziemlich groß gewordenen Autoschlange an der neuen Ausspane und machten uns auch auf den Weg zum Kleinen Inselsberg.
Dort trafen wir auf Vroni, die sich dort auf die  9. Etappe vorbereitete und auf Carsten, der mich dann zu meinen eigenen Start an die Hohe Sonne bringen würde. Gemeinsam warteten wir auf Kai und trafen in dieser Zeit auf viele Bekannte.

Diese kleine Hundedame eroberte mein Herz im Sturm.

















Bei netten Gesprächen verging die Zeit wie im Flug und schon kam Kai angerannt. Er hatte alles gegeben und ebenfalls eine tolle Zeit hingelegt.


Vor Vroni lag der Große Inselsberg, auf den sie hinauf mußte, bevor es für sie vorwiegend bergab auf ihre 19km lange Strecke ging. Gegen 19.30Uhr erwarteten wir ihren Zieleinlauf an der Hohen Sonne, hatten also genügend Zeit.
Wir fuhren los bei schönstem Sonnenschein und je weiter wir in Richtung Hohe Sonne kamen, entlud sich der Himmel geradezu und öffnete alle Schleussen. Vroni war bestimmt pitschenass und auch ich fror jämmerlich. Die Frage ob lang oder kurz hatte sich für mich erledigt und erweiterte sich um die Frage ob ich mit oder ohne Regenjacke laufen sollte.
Etwa 20min vor der erwarteten Ankunft von Vroni verließ ich mit Carsten und einem Regenschirm das Auto. Ich wollte wenigstens versuchen, trocken loszulaufen. Wenn ich dann nass werden würde, war mir es egal.
Der Regen lies etwas nach. Kurz vor 19.30Uhr sahen wir Vroni dem Ziel entgegenlaufen. Spontan enschied ich mich, die Regenjacke auszuziehen, gab sie Carsten und übernahm von Vroni den Chip und das Steinchen.

Nun lag es an mir, die Staffel ins Ziel zu laufen. Ich schätzte mich stolz und glücklich, daß ich die letzte Etappe laufen durfte. 14,6km trennten uns noch von unserem Staffelerfolg. Ich lief nicht nur für mich, sondern für uns alle. Ich lief, so schnell ich konnte. Aber so, daß ich noch in der Lage sein würde, lächelnd durchs Ziel zu laufen. Auf diesen Augenblick habe ich mich schon den ganzen Tag gefreut.
Obwohl ich die Strecke kannte, war ich mir an manchen Stellen nicht so sicher, ob ich richtig war und ich freute mich immer über jede Wegmarkierung. Der Regen lies nach, nur auf meiner Brille waren noch unzählige kleine Regentropfen, die in allen Regenbogenfarben schimmerten. Inzwischen war die Sonne wieder herausgekommen. Um mich herum alles grün. Trotz des für meine Verhältnisse hohen Tempos konnte ich die Schönheit der Natur genießen. Ich war fast allein auf der Strecke, nur wenige Läufer überholten mich.
Nach gefühlten 12km rief ich Vroni an, um mein Ankommen zu avisieren. Ich wußte, daß sie alle auf mich warten und gemeinsam mit mir durchs Ziel laufen würden. Das verlieh mir zusätzliche Kräfte und ich wurde immer schneller. Jetzt ging es nur noch bergab und ich lief was das Zeug hielt.

Da sah ich auch schon Ecki, der die Kamera zückte und Trin und Kai, Vroni, Sonja, Elke, Jens, Carsten, Franky  - sie waren alle da, umringten mich und liefen die letzten 200m mit mir ins Ziel.
















Wir haben es geschafft!

















Ich spüre jetzt noch die Gänsehaut beim Zieleinlauf. Glücklich lagen wir uns in den Armen und warfen gemeinsam unser Steinchen ins Wasser.
Damit es auch jeder sehen kann, hat Ecki den Steinwurf mit einem roten Pfeil verfolgt...





Nun gab es nur noch eins: Feiern, feiern, feiern, feiern, feiern....





Spät nach Mitternacht war die Tragbar, das Bier und der Kümmerling  geleert, Sonjas Geburtstagstanz beendet und so trennten wir uns müde, aber megagglücklich.
Es war gigantisch schön und wir freuen uns schon aufs nächste Mal.
Weitere Bilder seht ihr hier... Vielen Dank an Elke, Ecki, Vroni und Katrin, die mir diese Bilder zur Verfügung stellten und die ich hier veröffentlichen darf. Jörgs Bilder findet ihr hier.

Ramona hat sich in ihrem Kommentar ein Foto gewünscht, auf dem wir alle zu sehen und zu erkennen sind - ich hoffe diese Auflösung ist ausreichend:



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Petra 06/30/2009 20:02

Tja, liebe Katrin - im Rennsteiglauf-Forum anmelden und wer weiß - vielleicht bist du ja im nächsten Jahr dabei!LGPetra

Katrin 06/30/2009 15:54

Hallo Petra, das habt Ihr ja alle super gemacht :-) . Herzliche Glückwünsche! Bei diesem Bericht bekommt man Lust zum mitlaufen :-)LG Katrin

Petra 06/22/2009 20:35

Vielen, vielen  Dank liebe Billy, Ika, Beate und Marianne für eure Glückwünsche und dafür, daß ihr euch die Zeit genommen habt, den Bericht zu lesen... Ich freue mich sehr, daß er euch gefallen hat. Ja, es war wirklich ein gigantisches Erlebnis. Es ist schön, wenn sich solch ein Gemeinschaftssinn entwickelt. Wir waren wirklich ein Team. Jeder hat für die Mannschaft gekämpft und einfach alles gegeben. Und der Spaß ist natürlich auch nicht zu kurz gekommen... Ganz besonders gefreut habe ich mich auch über meine neue Hundefreundin - die war soooooooooooo suß!Liebe Grüße euch allenPetra

Ika 06/22/2009 19:35

Äh ja, Herzlichen Glückwunsch Euch allen.GrüßeIka

Ika 06/22/2009 19:33

Hallo Petra,ich habe richtig mitgefiebert beim Lesen, so mitreißend hast Du geschrieben.Ist sicher ein total schönes Gefühl, so ein Gemeinschaftssieg. *seufz*Wünsche dir weiter viel Freude beim Laufen und freue mich über weitere Berichte.Liebe GrüßeIka