Sonntag, 7. juni 2009
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17:57
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veröffentlicht in: Laufen und Geniessen
Heute habe ich mich in unbekanntes Terrain begeben. So ungefähr wußte ich, wo ich starten und wo ankommen wollte.
Mein Mann Rainer brachte mich mit dem Auto nach Wehrheim. Von dort wollte ich quer durch ein großes Waldgebiet über den Berg nach Ockstadt laufen, wo mich mein Mann wieder abholen
wollte.
"Ausgesetzt"

am Waldrand in Wehrheim, die grobe Richtung im Kopf, lief ich los.
Das Wetter war durchwachsen. Ab und zumal lugte die Sonne durch die Bäume. Die Vögelein zwitscherten um die Wette. 2 Rehe kreuzten gemächlich meinen Weg. Sie schienen es überhaupt nicht eilig
zu haben, obwohl ich auf sie zulief.
Da es gestern geregnet hatte, waren die Wege nicht nur nass, sondern regelrecht matschig. Das störte mich aber überhaupt nicht. Ich lief immer weiter im Labyrinth der Waldwege. Ob ich auf dem
richtigen Weg war, vermochte ich nicht zu sagen.
Plötzlich stand ich vor einem riesigen Zaun: militärisches Sperrrgebiet! Hier ging es also nicht weiter. Ich mußte mich entscheiden, ob ich links oder rechts weiterlaufen wollte. Ich entschied mich
für rechts und landete auf dem wunderschönen Limes-Radweg. Allerdings ging es hier nicht bergauf, wie ich hoffte, sondern mittlerweile immer stärker bergab.
Ich landete am Salburg Bahnhof, wo ich eigentlich überhaupt nicht hin wollte.
Ich lief ein Stück durch den Ort und wieder den Berg hoch. Ein mir entgegenkommender Wanderer bestätigte mir, daß ich auf diesem Weg nach Ockstadt kommen würde - aber das sei sehr, sehr weit...

Ich lächelte vor mich hin und lief weiter. Ob es weit war oder nicht, war mir egal. Ich hatte mir ohnehin einen 2-3
Stundenlauf vorgenommen.
Plötzlich stand ich wieder vor dem riesigen Zaun. Irgendwie war ich im Kreis gelaufen. Aber all das störte mich nicht wirklich - es war wunderschön hier und der Weg war mein Ziel.
Meine Orientierung hatte ich längst verloren und mir war es mittlerweile vollkommen egal, in welchem Ort ich landen würde.
Ich lief also nur noch bergab - so war ich mir sicher, aus dem Wald herauszukommen.
Die nahenden Autogeräusche liesen die Nähe der Autobahn vermuten. Also doch Ockstadt? Nein, es war nicht die Autobahn. Ich blickte über das vor mir liegende Feld und sah den Berg, den ich
eigentlich bezwingen wollte, majestätisch vor mir liegen. Ich - immer noch auf der falsche Seite.
Da ich aber bereits 2 1/2 Stunden unterwegs war und auch weit und breit kein Weg in Richtung Berg zu sehen war, beschloss ich, Rainer anzurufen, um mich abzuholen zu lassen. Ich lief noch eine
kleine Zusatzrunde und setzte mich nach 2 Stunden und 45 min glücklich ins Auto.
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