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Veröffentlicht von Petra

In meinem heutigen Artikel  über gesunde Ernährung geht es um die richtige Lebensmittelkombination und die Frage, die Holger in seinen Kommentaren aufgeworfen hat: 

Wie kann ich mich gesund ernähren, ohne daß ich mich kasteien muß oder ohne daß meine sozialen Kontakte darunter leiden?

Holger schrieb:  Ich war zuanfangs auch begeistert von dieser Ernährung und habe über Wochen versucht, mich vegan zu ernähren. Man stößt dort aber sehr schnell an seine Grenzen. Man stößt weitestgehend auf Ablehnung durch die Umwelt. Es gibt kaum vegane Restaurants, soziale Kontakte leiden darunter usw. Es liest sich alles sehr schön in den Büchern mit den bunten Garniervorschlägen vom frischen Obst. Aber mach es einfach mal über Monate und prüfe, wie du dich damit fühlst. Es ist auch sehr schwierig sich abwechslungsreich und ausgewogen zu ernähren.

Bevor ich nun auf Holgers Fragen eingehe, möchte ich einige Bemerkungen zur richtigen Lebensmittelkombination machen. Bestimmt hat jeder von euch schonmal etwas von Trennkost gehört, sie vielleicht auch probiert, mehr oder weniger lange durchgestanden, vielleicht auch Erfolge gehabt.
Ich konnte mir nicht vorstellen, daß die richtige Kombination von Lebensmitteln wirklich erfolgreich sein kann - weil ich auch nie versucht hatte, zu hinterfragen warum dies so ist. Außerdem erschien es mir viel zu kompliziert, mit einem Buch unterm Arm mein Essen zu kochen.

Ein wenig überzeugte mich die Theorie, daß beim gleichzeitigen Genuß von Stärke und Eiweis die Wirkung der basischen und sauren Verdauungssäfte sich gegenseitig behindern, da Säuren und Basen sich ja gegenseitig neutralisieren. Richtig ist, daß schlecht kombinierte Lebensmittel lange im Magen verweilen und dem Körper wenig Energie zuführen. Wer kennt sie nicht, die Müdigkeit nach einem richtig fetten Weihnachtsessen? Nachdem man sich eigentlich nur noch schlecht fühlt?
Trotzdem konnte ich mich nicht so richtig dazu durchringen, mich mit der "Wissenschaft" der richtigen Lebensmittelkombination zu beschäftigen. Das dies eine halbe Wissenschaft ist, liegt wohl auf der Hand. 

So versuchte ich mir wieder mal vorzustellen, wie unseren Vorfahren, die ja keine Ernährungsberater hatten, früher aßen. Sie aßen Früchte und Obst, die sie im Wald sammelten. Und ab und zu mal einen Braten. Wenn der Sippenführer einen Säbelzahntiger erlegt hatte, wurde der gefressen - allerdings ohne Sosse und auch ohne Kartoffeln. Die gabs damals nämlich noch nicht. Unsere Vorfahren aßen immer nur ein Nahrungsmittel und niemals alles auf einmal.
Wir muten heute unserem Magen sehr viel zu. Den Weg aus meiner ganz persönlichen Sackgasse fand ich sowohl bei Allan Carr (Endlich Wunschgewicht) als auch bei Marilynn Diamond (Fitonics fürs Leben). Beide gehen davon aus, daß der Mensch aus 2/3 Wasser besteht. Wenn der Mensch nun seine Ernährung zu 2/3 aus Lebensmitteln mit einem hohen Wassergehalt bestreitet und diese mit immer nur einem konzentrierten Nahrungsmittel kombiniert, kann der Körper auch mit dem restlichen einem Drittel umgehen, bei dem man eigentlich essen kann, was man will. Dies erschien mir sehr interessant und ich probierte es aus.

Ich fing an, meinen Tag mit einer Riesenschüssel Obst zu eröffnen. Mittags folgte eine große Portion Salat, die ich wahlweise mit einem Vollkornbrötchen oder mit ein wenig Käse aß. Oder ich kombinierte ihn mir mit Kidneybohnen. Mein Dressing machte ich mir selbst aus kaltgepressten Olivenöl und Zitronensaft. Frische Kräuter und Sprossen durften nicht fehlen. Damit hatte ich eigentlich bereits 2/3 meiner täglichen Nahrung mit frischen Lebensmittel mit einem hohen Wassergehalt abgedeckt. Bei meiner dritten Mahlzeit konnte ich nun essen was ich wollte.
Das war wichtig für die Psyche. Ich DARF ALLES essen. 1/3 pro Tag. Ich ertappte mich selbst dabei, wie ich dieses Drittel immer seltener in Anspruch nahm. Frische Nahrungsmittel spielten eine immer stärkere Rolle. Und ich nahm ab - weit über 20kg. Jawohl, in dieser Zeit war ich ziemlich radikal und habe auch gemerkt, daß man da mit seiner Umwelt den einen oder anderen Konflikt ausfechten muß.
Da ich aber meine sozialen Kontakte nicht gefährden wollte, habe ich mich an dieses Drittel, bei dem alles erlaubt ist, erinnert.
Wenn ich also heute bei Freunden eingeladen bin, esse ich, was auf den Tisch kommt. Wenn ich die Möglichkeit habe, kombiniere ich mir das Essen selbst. Wenn nicht, esse ich wie die anderen. Wenn das die Ausnahme ist, kommt mein Körper damit zurecht, er wird nicht krank.
Wenn ich heute in ein Restaurant gehe, frage ich die Kellnerin, ob ich statt der Pommes eine doppelt so große Portion Salat bekommen kann. Ich kann euch versichern - das hat bisher ohne Ausnahme funktioniert. Ich esse dann auch mal ein Steak dazu - aber das ist sehr selten. Auch Käse und Eier sind für mich Lebensmittel geworden, die ich sehr selten esse  - meist auch nur, wenn es nichts anderes gibt. Die 2/3 Regel läßt mir aber diese Möglichkeit.

Lieber Holger, ich glaube jetzt bin ich mitten  dabei, Deine Fragen zu beantworten. Ich glaube auch, daß es oftmals schwer praktikabel ist, sich vegetarisch oder gar vegan zu ernähren. Mir gelingt dies auch nicht immer. Aber ich sehe es als nicht so schlimm an, wenn man ab und zumal und ausnahmsweise auch Fleisch und Käse ißt. Und wenn du dieses "ab und zu mal" genau dann machst, wenn du z.B. eingeladen bist oder in ein Restaurant gehst, hast Du keine Probleme. Wenn du dann die übrigen Mahlzeiten so gestaltest, wie Du es möchtest (vegan oder vegetarisch), hast Du wahrscheinlich überhaupt keine Probleme - weder mit der Gesundheit, dem Wohlbefinden noch mit Deinen sozialen Kontakten.

Ich habe es mit der 2/3 Methode geschafft, mein reduziertes Gewicht zu halten und ich fühle mich super wohl dabei. Es gibt aber immer mehr Tage, an denen ich diese Regel nicht ausschöpfe, nicht ausschöpfen will. Aber wenn ich es will - z.B. zu Weihnachten - dann kann ich das auch ohne schlechtes Gewissen tun. Dann esse ich auchmal ein Stück Kuchen und ich sehe es nicht als Sünde, sondern ich genieße es.

Der angenehmste "Nebeneffekt" der Nahrungsumstellung und der Gewichtsreduktiion war aber für mich, daß ich auf einmal einen solchen Bewegungsdrang verspürte, daß ich zur Läuferin wurde.







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Petra 06/17/2009 15:10

Hallo liebe Nela,versuche es dochmal umgekehrt: früh das Obst essen - dann, wenn noch nichts im Magen ist. Du wirst sehen, Du gewöhnst Du Dich ganzt schnell daran. Beim späteren Müsli lass mal die Milch weg und nehme stattdessen Sojamilch. Milch ist. m.E. nicht für die menschliche Ernährung geeignet - schau Dir doch mal diesen Artikel an. Oft ist die Milch die Ursache für Blähungen und eine schlechte Verdauung überhaupt.Oft ist es auch so, daß Nahrungsmittel, die nicht zusammen passen, Blähungen veruursachen - nicht nur Bohnen o.a. Hülsenfrüchte. Die Tiere in der Natur essen nunmal immer nur ein Lebensmittel, niemals mehrere gleichzeitig. Bei einem Brot mit Wurst ist nicht mehr viel Natur übrig.Es kann aber auch sein, daß du die ein oder andere Obstsorte nicht veträgst. Dies herauszufinden ist natürlich schwer und geht eigentlich nur, wennn Du die Sorten einzeln (auf nüchternen Magen) ißt und dann schaust, was passiert...Probiere es doch einfach mal!Liebe GrüßePetra

Kornelia 06/17/2009 08:19

Hallo Petra,zum Frühstück gibt es derzeit bei mir immer ein Müsli mit lauwarmer Milch, wochentags so gegen 5.15 Uhr. Im Büro bestand mein morgens halb zehn in Deutschland eine Zeit lang aus einem großen Obstteller mit z. B. je 1 Banane, Apfel, Birne und Kiwi. War köstlich und hat mich gesättigt. In der Mittagspause gibt es oft vom Dönerladen oder auch von Maredo einen Salatteller. Alles schmeckt gut und ich weiß, der regelmäßige Verzehr solcher Dinge gibt einem ungeahnte Kräfte. Jedoch der aufgeblähte Bauch und das Geblubber darin ist schon sehr unangenehm.Zwischendurch gibt es immer auch noch ein Butterbrot mit Wurstbelag. Hast Du einen Tipp, wie man vielleicht mit weniger Beschwerden da durch kommen kann?Vielen Dank für Deine Mühe im voraus.Liebe GrüßeKornelia

Petra 06/16/2009 23:21

Hallo liebe Nela,achte doch bitte mal drauf, wann Du dein Obst ißt. Sicher oft als Nachtisch?Wenn der Magen gefüllt ist, hat er mit der Verdauungsarbeit zu tun - und das dauert je nachdem was und wieviel man gegessen hat, entsprechend lang. Wenn man dann noch Obst ißt, verweilt dies sehr lang im Magen und es kommt zu Gärungsprozessen, bevor die eigentliche Verdauung begonnnen hat. Die Folge: Unangenehme Blähungen oder auch Durchfall.Obst sollte man ausschließlich nur mit leeren Magen essen und auch frühestens 1/2 Stunde nach dem Obstgenuß was anderes essen. Dann können alle wichtigen Nährstoffe und Vitamine gut vom Körper aufgenommen werden und es ist leicht verdaulich. Ich esse bereits seit 10 Jahren zum Frühstück nur Obst - ich könnte mir nichts anderes mehr vorstellen. Aber nach dem Mittagessen - als Nachtisch würde ich kein Obst mehr runterkriegen. Mein Magen würde sich sofort mit Sodbrennen o.ä. rächen.Liebe GrüßePetra

Kornelia 06/16/2009 14:16

Hallo Petra,finde ich interessant, was Du da schreibst. Ich hätte aber eine dezente Frage. Wenn Du so viel Obst und Gemüse isst, bekommst Du da nicht Probleme mit Blähungen? Ich habe im Büro auch mal eine Zeit lang viel mehr Obst gegessen als jetzt und entsprechende Probleme bekommen, ebenso wie meine Kollegin.GrußKornelia

Petra 12/12/2008 21:22

Hallo liebe Beate und liebe Athena,naklar - euch beide würde ich auch mögen, wenn Ihr sonstwas essen würdet! Ich glaube, das Entscheidende ist, daß man seinen Freunden und Bekannten nicht den eigenen Stempel aufdrücken will. Das passiert genau dann, wenn man die eigene Art zu leben und zu essen zum einzig Wahren erklärt und jeden davon überzeugen will, es gleich zu tun. Wenn man das macht, leiden die sozialen Kontakte wirklich. Es gehört - wie mit allem - einen Grundeigenschaft dazu, die TOLERANZ. Vielleicht haben die Grünen früher zu diesem Vorurteil gegenüber veganen Essen beigetragen, aber ich denke, das ist schon lange nicht mehr so. Und liebe Athena - grün mit lila Glitzer passt doch gut, nicht wahr? In diesem Sinne - seid ganz herzlich gegrüßt und ich wünsche euch beiden ein tolles Wochenende!Eure Petra