Wir - das sind: Sostu, Ecky, Orange, der Hönower und Schildkröte aus Berlin, Elke und Jens aus Thüringen und ich
aus Hessen - also ein fast "internationales" Team.
Natürlich nicht zu vergessen unser
sächsisch/berlinerisches Betreuer- und Fotografenteam Christina, Etzelmania und Sabine.
Wir waren also gut gerüstet. Da wir insgesamt 7 Läufer waren, aber eine Mannschaft nur aus 6 Läufern besteht, entschloß ich mich, als Einzelläuferin zu starten und mein eigenes Tempo zu laufen.
Das nahm mir ein wenig den Druck, da ich ja ohnehin zu den langsamen "Laufschnecken"
gehöre.
Kurz vor dem Start trafen wir uns - im Schnee, es war eiseskalt, aber trocken und die Sonne schien.
Pünktlich 9.30 Uhr wurden wir Einzelläufer nach einer Sportplatzrunde gemeinsam mit den Viertelmarathonis unter Beifall auf die Strecke geschickt.
Voller Vorfreude machte ich mich auf den Weg und ich war ganz froh, daß ich allein laufen durfte. 2 Stunden und 15min als Zielzeit wären für mich wohl auch nicht drin gewesen. Meine bisherige Bestzeit stand bei knapp 2h24min - der Sprung wäre wohl doch einfach zu groß.
Unsere Mannschaft startete 5min nach mir, danach jede Minute eine weitere Mannschaft. Die Mannschaften, die sich die schnellste Zielzeit vornahmen, starteten zum Schluß.
Da ich immer eine ganze Weile brauche, um warm zu werden, lief ich sehr verhalten los. Nach etwa 2km hatte ich mein "Tagestempo" gefunden und ich lief locker und gleichmäßig. Bald waren die meißten Läufer aus meinem Gesichtsfeld entschwunden. Nur einige Viertelmarathonis liefen hinter mir. Ein älterer Walker war lange Zeit auf meiner Höhe. Ich zollte ihm meinen tiefen Respekt. Ich lief etwa 9km/h - er walkte dieses Tempo. Alle Achtung!
Nach etwa 6 oder 7km hörte ich Stimmen von hinten - ich drehte mich um und entdeckte die weitleuchtende orange Mütze in Mitten der Manschaft mit den weißen Shirts. Unser Rennsteiglaufforumteam!
Nach einem fröhlichen Hallo und einem kurzen Plausch zogen sie weiter - in einem Tempo, das für mich einfach nicht drin ist. Ich war stolz auf "meine" schnellen Jungs und Mädels von vorm und hinter dem Berg und freute mich für sie. Ich war mir sicher, daß sie gut und vor allem alle 6 zusammen isn Ziel kommen würden.
Am Ende der 1. Runde überholten mich immer mehr Mannschaften, zum Teil mit verbissen Ehrgeiz, aber viele auch mit einem aufmunternden Wort oder einer kleinen Unterhaltung. Besonders gefreut habe ich mich über dasTeam, daß den Namen unseres Rennsteiglaufvereines trug: GutsMuths. Sie erzählten mir, daß sie auch im nächsten Jahr wieder dabei sein werden und der Rennsteig für sie in jedem Jahr zum absoluten "Muß" gehört.
Viele Teams erwiesen sich so richtig kreativ bei ihren Teamnamen, wie z.B. die Jelly Bears oder die Kilometerfresser, die wohl aus dem Kilometerspiel entsprungen sind.
Auch Achim Achilles war dabei, ist mir "Schnecke" aber leider nicht über den Weg gelaufen. Das war vielleicht mein Glück, sonst wäre ich vielleicht Opfer seines Humors geworden und hätte Mona
Konkurrenz gemacht.
Auch die vielen Streckenposten hatten immer wieder ein aufmunterndes Wort für mich, so daß es nie langweilig wurde auf der Strecke.
Nachdem ich so in etwa nach 1h10min die Hälfte passiert hatte, nahm ich mir eine Zeit von unter 2h20min vor, wollte also versuchen, im gleichen Tempo wie in der ersten Runde bis zum Schluß durchzulaufen. Manchmal kam ich ins Träumen und fiel in meinen "Schlurfschritt". Aber sobald ich wieder "erwachte" ermahnte ich mich selbst und zog das Tempo wieder ein wenig an.
Etwa bei km 17 oder 18 fuhr plötzlich ein Fahrradfahrer neben mir. Es war Peter, der Verantwortliche für die Streckenposten von der "Stolpertruppe". Er sagte mir, daß ich die letzte
Einzelläuferin sei und er jetzt bei mir bleibt - sozusagen der Besenwagen der Einzelläufer.
Nachdem er merkte, daß ich nicht mit rotem Gesicht und heraushängender Zunge lief, kamen wir sehr schnell ins Gespräch. Er erzählte mir, daß er selbst ein begeiterter Rennsteigläufer war und einige Mal selbst am Rennsteig gelaufen ist. Das hat mich als Mitglied im Rennsteiglaufverein schon riesig gefreut. Man merkt in Berlin, daß der Rennsteig und sein größter Lauf hier sehr bekannt ist.
Er gab mir das Gefühl, daß hier bei dieser Veranstaltung JEDER gern gesehen ist, auch und gerade der oder die Letzte. Das fand ich so toll und es hat mich zusätzlich motiviert.
Seit Peter bei mir war, schaute ich nicht ein einziges Mal auf die Uhr. Ich lief mein Tempo und ich hatte es im Gefühl, das es genau das Tempo der ersten Runde war.
Als ich auf den Sportplatz einbog, sah ich schon von weitem die 5weißen nund das eine orangene Shirt. Das war unsere Mannschaft, die geschlossen auf mich wartete.
Jetzt riskierte ich doch einen Blick auf die Uhr und wußte, das es reicht, ich würde meine Zielzeit erreichen. Auf den letzten Metern lief ich einfach nur noch freudestrahlend und glücklich bis ins Ziel und wurde von "meinem" Team und unseren lieben Betreuern empfangen. Wieder mal tanzten die Endorphine im Dreieck. Ich war so glücklich, es wiedermal geschafft zu haben - und das in 2Stunden 18 Minuten und 57 Sekunden. Wow - eine solche Zeit hatte ich noch nie geschafft.
Auch wenn ich meinen HM allein bestritt, fühlte ich mich doch zum Team zugehörig. Ich war ein Teil des Teams und darauf war ich stolz.
Ich danke euch allen für diesen schönen Lauf und für das schöne Wochenende. Vielen lieben Dank auch an unsere Coaches Hansi, Sabine und Christina für ihr liebevolle Betreuung.Herzlichen Dank auch
an Sonja und Christina für die schönen Fotos, die ich hier veröffentlichen durfte.
Es hat sich gelohnt, nach Berlin zu kommen.
Der Rennsteig ist überall - auch in Berlin!
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