
Eine wichtige Frage beim Abnehmen ist immer die Frage nach dem "Wann". Wann soll ich essen?
Die Meinungen gehen weit auseinaner. Aber bei einem sind sich die meisten einig: Nicht so spät am Abend, danach verbraucht man kaum noch Kalorien und das Essen setzt an. Betrachtet man rein den
Kalorienumsatz so mag das stimmen, aber ich glaube, das wäre zu einfach.
Aber wann soll man dann essen?
Die Natur hat dafür ein geniales Instrument geschaffen: den Hunger. Wenn der Mensch nicht regelmäßig ißt, würde er verhungern. Damit dies nicht geschieht, hat die Natur den Menschen mit der
Möglichkeit ausgestattet, Hunger zu empfinden. Hunger signalisiert dem Körper: Hallo - meine Nährstoffe gehen zur Neige - ich brauch Nachschub! Du mußt was essen!
Genau das ist der Zeitpunkt, wann der Mensch essen soll. Wenn er Hunger hat - und nicht Punkt 12, wenn gerade die Mahlzeit auf dem Tisch steht und danach ruft, vertilgt zu werden.
Das bedeutet allerdings nicht, daß nicht mehr um 12 gegessen werden darf.
Aber: Wenn ich weiß, daß ich um 12 Mittagessen will, dann esse ich nach dem Frühstück nichts mehr, damit sich der Hunger entwickeln kann. Wenn ich dann richtig Hunger habe, esse ich - und zwar
solange, bis ich satt bin. Dann höre ich auf. So einfach ist das.
Seht den Hunger als das was es ist - als etwas Postiives. Es ist ein Zeichen, daß der Körper Nährstoffe braucht, aber er tut nicht weh.
Und die Natur hat gleich noch ein weiteres Instrument oben drauf gepackt: den Geschmack.
Probiert doch einmal folgendes: Verzichtet einmal solange auf die nächste Mahlzeit, bis der Hunger unerträglich wird. Dann eßt ihr etwas, was ihr eigentlich nicht so sehr mögt. Stellt euch vor, es
steht nichts anderes zur Verfügung.
Ihr werdet erstaunt sein. Es wird euch toll schmecken, jedenfalls solange, wie der Hunger da ist.
Was glaubt ihr, mit welcher Wonne ich mich vor einigen Jahren , als ich am Abnehmen war, auf mein Obst stürzte.
Ich habe mich den ganzen Abend auf meine Obstmahlzeit am nächsten Morgen gefreut. Und ich habe es genossen, habe mir vorgestellt, wie die vielen gesunden Nährstoffe in meinen Körper gelangen und
mir Gesundheit und Vitalität schenken. Ich habe gegessen, bis ich satt war. Es war mir eigentlich egal, wieviel Obst ich gegessen hatte. Es war mir auch egal, wieviele Kalorien ich da verspeist
hatte und wieviele Kohlehydrate es waren.
Früher kannten die Menschen diese ganzen Begriffe nicht. Die haben gegessen, wenn sie Hunger hatten und aufgehört , wenn sie satt waren.
Es schmeckt dann ohnehin nicht mehr so richtig. Wenn man satt ist und trotzdem weiter ißt, fühlt man sich bald ziemlich schlecht, fühlt sich überfressen und der Magen tut weh. Warum sollte man sich
das antun? Also - Schluß, der Rest auf dem Teller muß nicht auf Teufel komm raus aufgegessen werden. Die frühere Methode "Ein Löffel für die Oma" ist absolut untauglich.
Macht doch mal ein zweites Experiment. Wenn ihr mal wieder auf einer Party seid, futtert euch so richtig satt, bis ihr nicht mehr könnt. Und dann holt ihr euch einen Teller mit eurem
absoluten Lieblingsessen.
Ihr werdet sehen - euer heiß geliebtes Lieblingsessen schmeckt auf einmal gar nicht mehr so wie sonst. Kann es auch nicht, ihr seid ja pappesatt.
Bei kleinen Kindern funktioniert der Hunger - Satt - Mechanismus hervorragend. Der leckere Spinat, den das Kind eben noch mit Wonne verputzt hat, wird plötzlich ausgespuckt und landet sonstwo
- aber nicht mehr im Mund. Das Kind hat instinktiv gehandelt. Es ist satt. Und wenn es satt ist, schmeckt es nicht mehr. Das Kind hört auf.
Aber: Wo, wann und vor allem warum sind die natürlichen Instinkte verloren gegangen? Warum funktioniert dieser natürliche Mechanismus, der eigentlich die Menschen sowohl vorm Verhungern
bewahrt als auch vor zu viel Essen schützt, nicht mehr?
Antworten auf diese Fragen gibt es später in einem der nächsten Artikel . Ich bin gespannt auf eure Ergebnisse und Erfahrungen, die ihr mit den beiden Experimenten macht.
Herzliche Grüße von eurer
Petra
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