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Veröffentlicht von Petra

Seit Tagen freue ich mich auf unser Wochenende - der Auftaktveranstaltung der Aktion "Geh aufs Ganze" 2009 mit dem Höhepunkt, dem Gipfellauf. Ich habe mich gefreut auf euch alle, die ihr teilnehmt. Die "Alten" wie die "Neumarathonis".

Heute habe ich eine ganz traurige Mitteilung erhalten. Marianne wird leider nicht dabei sein. Warum - das könnt ihr hier
lesen. Mariannes Chef muß Insolvenz anmelden. Von heute auf morgen wird ihr damit der Boden unter den Füßen weggezogen. Das macht mich traurig und wütend.

Traurig, weil wir uns schon seit Wochen auf das gemeinsame Wochenende gefreut haben, weil wir zusammen laufen und Spaß haben wollten.
Wütend, weil unsere Gesellschaft mit ihren  Gesetzen es möglich macht, daß Menschen unverschuldet in Not geraten.
Ich habe diese Gefühl noch nie erleben müssen, aber ich stelle mir das sehr schlimm vor. Alles, was man sich aufgebaut hat, droht zusammen zubrechen. Findet man nicht innerhalb kürzester Zeit einen  neuen Job, droht Hartz 4.
Vorher "darf" man natürlich noch alles Ersparte für den Lebensunterhalt ausgeben, so man etwas hat.

Das in unserer Gesellschaft Existenzangst zur Normalität geworden ist,  ist meiner Meinung nach einfach nur menschenverachtend. Keiner, der diese Gesetze beschlossen hat, war wahrscheinlich schon einmal in einer solchen Situation und kann sich hineinversetzen, wie es Betroffenen dabei geht.
Es wird Zeit, daß das Recht auf Arbeit verfassungsrechtlich verbrieft wird.

Liebe Marianne,
ich bin am Wochenende in Gedanken bei Dir, Ich laufe für Dich und werde auf jedem Gipfel an Dich denken.
Ich drücke Dir die Daumen, daß Du bald einen neuen Job findest und doch noch mit uns gemeinsam "Aufs Ganze" gehen kannst.

Herzliche Grüße
Petra

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laufmauselke 10/31/2008 12:37

Hallo Ihr Lieben,ich komme wegen zu viel Arbeit heute erst dazu, hier zu lesen.@Ramona, Dich bewundere ich schon so lange, wie ich Dich kenne, für das, was Du tust. Ich drücke Dir auch die Daumen, das es doch noch mit einem Job klappt. Bleib so stark und optimistisch.@Marianne, auch Dir wünsche ich bald wieder einen neuen, dauerhaften Arbeitsplatz. Ich bin auch der Meinung, das Du als Sportler vernünftig mit der Situation umgehen wirst.@Pertra, ich finde es gut, wie Du Dich mit all den schwierigen Themen auseinandersetzt. Ich lese mir das auch immer alles durch. auch wenn ich manchmal nicht kommentiere. Wenn ich zum Lesen komme, ist die Diskussion meist schon beendet :-)@zu Otto sag ich nichts.Liebe GrüßeElke

Petra 10/31/2008 12:14

Doch, liebe Ramona,Du machst alles richtig. Du bist für Deine 4 Kinder da, Du arbeitest, was möglich ist, bemühst Dich einen Job zu finden, an dem Du noch mehr arbeiten kannst. Und bis es soweit ist, arbeitest Du ehrenamtlich. Das ist wichtig für das Selbstbewußtsein. Ich bewundere Dich dafür.Zu den Kombilöhnen: Das ist wirklich ein schwieriges Thema und es ist bestimmt kein Allheilmittel. Aber unter bestimmten Voaussetzungen kann es m.E. funktionieren.Der Hintergrund ist einfach, für bestimmte Jobs im Niedriglohnsektor Zuschüsse zu zahlen, die geringer als Hartz4 sind, aber das Gehalt so aufstocken, daß der Arbeitnehmer davon leben kann - und der Staat spart auch, weil er geringere Zuschüsse als bei Hartz 4 zahlen muß.Die Problematik besteht wirklich darin, daß damit reale Beschäftigungsverhältnisse vernichtet werden könnten, wenn man es nicht richtig steuert. So ähnlich passiert es ja jetzt mit den 1€ Jobs - da wird auch viel Schindluder getrieben und reale Jobs vernichtet und an 1€-Jobber vergeben.Und, lieber Otto, ich habe auch nicht behauptet, daß der Kombilohn das einzig Wahre ist. Aber - in einem Land wie Deutschland muß es doch möglich sein können, daß jeder, der es will, auch arbeiten kann. Und da ist nun mal auch die Politik gefragt, um die Rahmenbedingungen zu schaffen. Und (Schein)selbständigkeit allein kann auch nicht die Lösung sein. Ich bin auch für Eigenverantwortung - aber erklär dochmal einer z.B. 55jährigen Frau, warum sie keinen Job findet. Weil sie zu alt ist, für Arbeitgeber zu teuer, weil sie überqualifiziert ist, weil der AG nur noch 20jährige einstellen will und und und....Sollen die jetzt alle Putzen gehen oder Dönerbuden oder so was ähnliches aufmachen? Das gibt der Markt nicht her. Insofern ist es bis zu einem gewissen Grad scheinheilig, den Arbeitnehmern auf diese Srt und Weise den schwarzen Peter zuzuschieben.Im übrigen: Voraussetzung für eine rcihtige Selbständigkeit ist ein gewisses Maß an Eigenkapital. Das solltest Du bei Deinen Überlegungen nicht vergessen. Wenn die Eigenkapitalquote nicht stimmt, ist das Scheitern meist vorprogrammiert. Damit ist dann auch keinem gedient.

Ramona 10/31/2008 11:20

Falls Du meinen Namen gelesen hättest, d.h. lesen würdest, hättest Du mitbekommen, dass ich das nicht geschrieben habe, sondern Petra! Zu den Kombilöhnen kann ich nichts sagen, da mir dazu einfach das genauere Wissen fehlt.Meine Hochachtung, dass Du einen Kleinbetrieb führst! Mir fehlt einerseits schlichtweg das Kapital dazu, zweitens bin ich leider nicht so risikofreudig einen schlecht florierenden Kleinbetrieb aufzumachen, und das in einer Gegend, wo immer mehr Firmen pleite gehen (und mit 4 Kindern im Hintergrund). Vielleicht ist das mein Fehler. Sicher ist das so. Werden wir jetzt eine Gesellschaft voller Alleinbetriebler? Am besten, es werden alle Großfirmen abgeschafft. Keine Arbeitnehmer mehr, nur noch Selbständige. Klasse! Soll ich jetzt eine Dönerbude aufmachen? :) Oder Versicherungsvertreter? Staubsaugerverkäufer? Amway? Tut mir leid, da bin ich zu doof dazu. Und zu feige! Da engagiere ich mich lieber ehrenamtlich bei der "Kindertafel", die wir derzeit in unserer Gemeinde organisieren! Hier wird die Armut immer größer. Aber das will ja keiner sehen. Petra, Hilfe, wir sind vom Thema abgewichen. Hier ging es um Marianne. Sie ist sicher besser drauf als ich und wird es schaffen!Otto, ich will mich nicht streiten! Ich möchte einfach nur eine Chance. Und die sehe ich nicht in der Kleinstselbständigkeit, das ist für mich eine Scheinselbständigkeit, die noch mehr ins große Loch führt. Ich kenne genug Selbständige, die am Existenzminimum herumkrebseln. Ich bewunder sie, dass sie trotzdem weitermachen. Im Übrigen, ich bekomme kein Arbeitslosengeld und kein Hartz 4, nehme demzufolge auch kein Geld vom Staat! Und: ich zahle Steuern, da ich es vorgezogen habe, ein versicherungspflichtiges Mindesteinkommen zu erhalten! Vielleicht war das ein Fehler. Ich weiß es nicht. Ich versuche einfach nur, alles richtig zu machen. Doch irgendwie gelingt es mir nicht.

Petra 10/31/2008 11:12

Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, daß du hier Deine Meinung als die absolute Wahrheit verkaufen willst.Aber um es mal ganz deutlich zu sagen: Ich schreie auch nicht nach dem Geld anderer. Ich habe das Privileg, einen unbefristeten Arbeitsvertrag zu haben und kann mit dem Geld, das ich verdiene, gut auskommen. Ich bezahle brav meine Steuern und leiste damit meinen Beitrag für die Allgemeinheit. Dafür, daß ich heute diese Job habe, bin ich mehr als 10x in meinem Leben umgezogen. Und ich weiß, wovon ich spreche, wenn ich das Wort "Existenzangst" in den Mund nehme. Wir haben auch erstmal ein tiefes Tal durchschreiten müssen.Aber das war noch in einer Zeit, als die Globalisierung erst in den Abfängen steckte.Heute kann man - auch als Kleinselbständiger - meist kaum überleben. Trotzdem - und da stimme ich dir zu - ist es gut, wenn man sich seinem Schicksal stellt und versucht, etwas daraus zu machen. Und genau das machen Marianne und Ramona, die  sogar sehr viel  ehrenamtlich arbeitet. Marianne wird ihren Weg auch finden.Was mich hier stört, ist deine Arroganz gegenüber den hier angesprochenen Problemen. Jeder Mensch hat sein eigenes Schicksal, jeder ist individuell. Wir sind alles keine Politiker. Aber ich laufe mit offenen Augen durch die Gegend, kenne viele aktive Leute, die trotzdem kaum eine Chance haben, soviel zu verdienen, daß sie davon leben und vielleicht sogar etwas fürs Alter beiseite legen können. Keiner will hier reich werden. Wir wollen alle arbeiten, um leben zu können. Nicht mehr und nicht weniger. Und wenn das in einem so reichen Land wie Deutschland nicht möglich ist, dann ist was faul.Wohlgemerkt: Ich spreche nicht von den Leuten, die nicht arbeiten wollen. Die gibt es auch. Diese Leute belasten unsere Sozialsysteme  und sollten m.E. kein Geld bekommen. Aber darum ging es in dieser Diskussion eigentlich nicht.

otto 10/31/2008 10:48

Ein letzes Mal.Du schreibst:"Ein Recht auf Arbeit kann man jedenfalls nicht mit einem 1€ Job verwirklichen. Aber mit sinnvollen Kombilöhnen schon."Damit schreist Du nach dem Geld anderer. Denn Kombilöhne werden von dem Geld der Anderen bezahlt. Und damit werden diese (unsubventionierten) Arbeitsplätze in Gefahr gebracht. Denn die haben plötzlich doppelte Last. Die müssen sich nun gegen die Konkurenz - die sie auch noch selbst füttern - behaupten, und haben weniger Geld für Innovationen zur Verfügung. Damit setzt Du eine Abwärtsspirale in gang. Bald sind die gesunden Arbeitspläte auch krank. Und dann?Zu meiner Arbeit: ich mache mir meinen Arbeitsplatz selbst. Mal geht das gut, mal schlecht. Mal habe ich Geld, mal nix zu Essen. Ich bin nicht von anderen abhängig - nur von dem, was ich mache. Geht natürlich nur solange gut, wie Du Gesund bist. Aber ich habe diese Einstellung auch Krank getragen und mein Stolz und meine Ehre behalten. (Und wenig Geld führt zu einem schlanken Selbst -:). Mit viel Willen und viel Laufen bin ich nun auf dem Weg aus dem tiefen Tal. Aber ohne nach staatlicher Hilfe zu schreien. Und: ganz ganz ehrlich: ich habe nicht viel übrig für Menschen, die nach Kombilöhnen und einer Aufbesserung von Harz oder nach Beschäftigungsmodellen schreien. Ich habe viel übrig für Menschen, die sich ihrem Schicksal stellen, ihr Leben in die Hand nehmen und selbst etwas daraus machen. Ok. Da hat jemand seine Arbeit verloren. Und es gibt keine Stelle. Warum überlegt derjenige sich nicht, "was kann ich machen?". Warum kommt die Mehrzahl der Kleingewerbetreibenden aus der "nicht-deutschen" Bevölkerung? Ja, haben die Deutschen denn weniger Mut und Ehre wie die deutschen-Türken? Otto