Overblog Folge diesem Blog
Edit post Administration Create my blog

Seiten

Veröffentlicht von Petra

In einem meiner Komentare zu dem Artikel über "Die Gesellschaft der Zappelphillips" habe ich euch versprochen, in einem weiteren Artikel stärker auf den Zusammenhang von Zuckergenuß und aggressiven Verhalten einzugehen.

Was passiert eigentlich im Körper nach dem Genuß von raffinierten Zucker?
Raffinierter Zucker, dem jegliche Mineral- und Ballaststoffe entzogen wurden, werden sofort absorbiert und gelangen in kürzester Zeit ins Blut. Dort angekommen sorgen sie für einen raschen Energieschub.
Aber: Hoher Blutzucker ist gefährlich, Diabetiker wissen ein Lied davon zu singen.
Deshalb schickt die Bauchspeicheldrüse eines gesunden Körpers das körpereigene Hormon Insulin ins Blut, das dafür sorgt, daß der Zucker so schnell als möglich den Weg in die Zellen findet, wo es als Kraftstoff dient.
Je mehr Zucker konsumiert wird, um so mehr Insulin wird ausgeschüttet.
Die vermehrte Insulinausschüttung bewirkt, daß der Blutzuckerspiegel wieder rasant sinkt .
Und jetzt kommt unser Gehirn ins Spiel.  Das menschliche Gehirn befindet sich in einem sensiblen biochemischen Gleichgewicht. Es benötigt   einen jederzeit stabilen Blutzuckerspiegel.
Durch die Aktivität des Insulins ist aber der gesamte Zucker im Blut verschwunden - das Gehirn greift ins Leere. Das biochemische Gleichgewicht ist gestört.
Habt ihr schon mal Kinder beobachtet, die ohne Grund plötzlich unkontrolliert anfangen zu schreien, um ihren Willen durchzusetzen? Oder schon mal darüber nachgedacht, daß Jugendliche eben aus diesem Grund aggressiv reagieren?
Für den Außenstehenden ist es nicht so offensichtlich, daß vielleicht der Zucker im Frühstücksmüsli oder die süße Limo schuld sein könnte.
 
Aber es gibt  dazu bereits wissenschaftliche Untersuchungen, die genau dieses bestätigen.
In diesem Artikel könnt ihr nachlesen, zu welchem Ergebnis mehrere Langzeitstudien  in einer amerikanischen Haftansatalt und in einer Schule für verhaltenssgestörte Jugendliche gekommen sind:

Die Reduktion des Zuckerkonsums bei den Probanden führte in besagten Studien in signifikanter Weise zu Verminderung aggressiven Verhaltens - sowohl bei Kindern als auch bei Jugendlichen.

Und was machen wir? Wir verhindern erfolgreich, daß solche Studien öffentlich gemacht werden. Wir essen weiter Zucker, Schokolade,süße Frühstücksflocken, trinken Cola, süße Limo, süßen sogar noch den ohnehin schon süßen Direktsaft, verkaufen süße Riegel als gesunde Nahrung und wundern uns, daß unsere Jugendlichen immer aggressiver werden.

Warum klärt uns unser Verbraucherminister nicht auf? Warum wird dem raffinierten Zucker nicht der Kampf angesagt? Warum darf jeder das aggressivitätssteigernde Zeug so ziemlich jedem Lebensmittel zusetzen?

Wieviel friedlicher könnte sich unsere Gesellschaft entwickeln?

Es ist schade, daß dieser Aspekt der Ernährung in Deutschland überhaupt keine Rolle spielt.
Ich frage mich: WARUM?







Kommentiere diesen Post

Petra 12/18/2011 21:18


Hi Shivani,


ich würde mich sehr freuen, wenn ich mal von Ihnen hören würde, ob die Zuckerdiät erfolgreich war.


Viele liebe Grüße und alles Gute


Petra

Shivani Allgaier 12/11/2011 08:17


Guten Morgen!


Das ist genau die Info, die ich gesucht habe. Bin ganz dankbar, dass ich über die Suchbegriffe Zucker und Aggresivität in Ihrem Blog gelandet bin. Habe grade eine Mutter, die anfragt was sie mit
Ihrem aggressiven Sohn machen soll... bevor sie ihn noch mit Ritalin vollstopfen läßt empfehle ich ihr jetzt dringend, dass sie erstmaleine Zuckerdiät macht.


Schwabengruß


Shivani Allgaier

Petra 12/20/2008 22:55

Hallo Moni,jetzt vor Weihnachten würde ich auch nicht mit einer Umstellung anfangen, sondern erst im Januar. Ich glaube, es ist sehr wichtig, daß Dein Sohn weiß, warum er das Süße weglassen soll. Lass ihn sich selbst beobachten und lass Dir regelmäßig von ihm erzählen, wie er sich fühlt, ob er Änderungen an sich bemerkt. Vielleicht schaffst Du es, daß er aktiv mitmacht.Ich wünsche euch viel Erfolg und bin gespannt auf Dein Feedback.LGPetra

Moni 12/20/2008 21:08

Hallo Petra,danke für den Tip. Habe gerade bei A....on ein Exemplar gekauft. Auch für mich persönlich sicher mal wieder ein guter Denkanstoss. Bin auch ein Fan von Süss!Mein Sohn isst schon gerne Obst und an Getränken bekommt er nur Leitungswasser oder Saftschorle. Oft klappt es auch mit dem Obst statt Süssigkeiten, aber ein anderes Mal ist er hartnäckig. Und gerade jetzt zur Weihnachtszeit ist es etwas schwierig, aber das neue Jahr kann ja mal mit einer Änderung beginnen. Werde dir mein Feedback geben, wenn ich das Buch gelesen habe.Liebe GrüsseMoni

Petra 12/19/2008 20:02

Hallo liebe Moni,ich würde dir empfehlen, das Buch Fitonics fürs Leben von Marilyn Diamond und Donald Burton Schnell zu lesen. Dort beschäftigt sich ein Artikel sehr anschaulich und nachvollziehbar mit dem Zusammenhang von Zuckergenuß und Aggressivität. Wenn ich so einen Zappelphillip zu Hause hätte, würde ich es auf jeden Fall ausprobieren. Vielleicht fühlt sich dein Kleiner nach einer Weile viel wohler und verzichtet freiwillig auf den vielen Zucker?Er muß sich ja sicher nicht alles versagen - aber zumindest könntest du erstmal den versteckten Zucker weglassen. (z.B. in den Getränken) Schau mal auf die Verpackungen - in fast jedem Gericht ist Zucker. Natürlich solltest Du Deinem Kind leckere Alternativen anbieten  und ihm vor allem Obst schmackhaft machen, von mir aus auch "spielerisch" Obst essen. Mit Obst lassen sich schöne bunte Teller gestalten, da macht es Kindern Spass zu essen und der Heißhunger auf Zucker läßt nach.Liebe GrüßePetra