Friday, 17. october 2008 5 17 /10 /Okt. /2008 18:46
- Community: Wellness und Gesundheit
veröffentlicht in: Gesunde Ernährung
Essen wir uns krank?
Das ist das Thema einer Diskussionsrunde, die wir während unseres gemeinsamen Wochenendes in Schmiedefeld anläßlich der Auftaktveranstaltung der Aktion "Geh auf`s Ganze" durchführen werden.
Dieses Thema hat mich sofort inspiriert, meine Gedanken zu Papier (äh... ich meine Computer) zu bringen und mit euch schon mal vorab ein wenig zu diskutieren.

Essen wir uns krank?


JA, davon bin ich überzeugt. Aber: Warum?
Spontan höre ich schon einige Begründungen. Weil wir zu fett essen, wir essen zu viel Süßes, wir bewegen uns zu wenig, wir essen zu viel Fertignahrung und und und....

Über die dicke Dame, die gerade im Cafe ein lecker Törtchen verspeist, wird herablassend gelächelt.

Das dicke Kind, das jetzt schon kaum noch gerade auslaufen kann, wird zur Diät verdonnert, die es ohnehin nicht einhält, wenn der Hunger gar so groß ist. Da das Kind aber nicht ohne Süßigkeiten kann und zu quengeln beginnt, bekommt es solche "gesunden" süßen Dinger die "Vitamine und Naschen" in sich vereinen. Mutti ist beruhigt.

Auf den übergewichtigen Nachbarn wird mit Fingern gezeigt, weil er gerade wiedermal ein fettes Eisbein vertilgt. "Der sollte endlich mal Diät machen" heißt es dann, aber das "schafft er sowieso nicht".

Das schlanke junge Mädel darf in den Augen der Mitmenschen Döner, Hamburger, Fritten & Co essen, sie kann es ja "vertragen".
Aber: Ißt und ist sie deshalb gesünder? Ißt auch sie sich krank?

Da stellt sich mir die Frage: Welche Chance hat ein normaler Durchschnittsdeutscher, sich gesund zu ernähren? Wer entscheidet, was gesund ist?

Ist es die Lebensmittelindustrie, die uns vollstopft mit geschmacksverstärkenden Zusatzstoffen, mit denen die Ungenießbarkeit eines Produktes geschickt übertüncht wird? Die Branche, die wirbt mit scheinheiligen Parolen, wie der "Extraportion Miclh", aber gleichzeitig verschweigt, daß ein Kind davon Unmengen essen müßte, um seinen tägllichen Kalziumbedarf zu decken und dabei noch größere Mengen Fett und Zucker in sich hineinstopft?
Ist es die Lebensmittelindustrie, die geschickt alle Möglichkeiten der Lebensmittelkennzeichnung so umgeht, daß der Verbraucher eigentlich nichts weiß von dem, was er kauft und ißt?
Oder ist es der Optiker um die Ecke, der die Brillen noch stärker machen muß, daß man auch die kleinste Schrift bei der Angabe der Inhaltsstoffe entziffern kann?
Oder ist es der Kunde, der Verbraucher selbst, der lediglich zu dumm ist, sich im Wirrwarr der Angaben auf unseren Lebensmittel zurechtzufinden?
Da wird Zucker umdeklariert zu Kohlehydraten, die weit weniger gefährlich klingen, als der bloße raffinierte Zucker, da wird verschwiegen, daß der natürliche Fruchtjoghurt wohl so gut wie keine Frucht gesehen hat, sondern "naturidentische" Aromastoffe, die dem Ganzen Geschmack geben und uns vorgaukeln, wir hätten was Gutes und Gesundes gegessen.
Light Produkte werden als kalorienarm angepriesen, die geeignet sind zum Abnehmen. In Wahrheit führen sie früher oder später zu Heißhungerattacken und die Kalorien, die man mit dem Lightprodukt eingespart hat, ißt man hinter her doppelt und dreifach. Dazz kommt noch, daß gerade Lightprodukte besonderts vollgestopft sind mit Aromen und Zusatzstoffen, sie strotzen geradezu vor lauter "E"s, die kein noch so gut aufgeklärter und mündiger Verbraucher wirklich einordnen und einschätzen kann und die lediglich dazu dienen, die Lebensmittelproduktion billiger und billiger zu machen. Nicht dafür, die Preise zu senken, sondern um den Produzenten den Gewinn zu sichern.
Und wir essen das Ganze. Tag für Tag. Und werden immer dicker.  Viele jedenfalls, nicht alle. Aber auch schlanke Menschen bekommen Allergien, Krebs... Was wir an Lebensmittel eingespart haben, geben wir nun an Medikamenten wieder aus.

Aber: Hatten wir eine Wahl?

Ich behaupte NEIN. Wir hatten keine Wahl. Wer nicht verhungern will, muß das kaufen, was die Supermärkte bieten, muß es kaufen, obwohl man nicht weiß, was eigentlich drin ist, wie stark es mit Pestiziden belastet ist oder mit Dioxin. Aufklärung findet faktisch nicht statt. Wenn der Verbraucher mündig werden will, muß er Lebensmittelkunde studieren.
Die EU hat das erkannt - aber nur bei Zigaretten. Da ist es wohl zu offensichtlich, daß sie ungesund sind. Das darf so gut wie nicht mehr  geworben werden. Aber wer schützt uns vor dem, was man heute als Lebensmittel bezeichnet?
Wer informiert mich über die Produkte, die wirklich gesund sind und keine Zusatzstoffe enthält, die sich hinter irgendwelchen ominösen Bezeichnungen wie  "Würze" verbergen?
Wieso hat ausgerechnet Fruchtnektar so einen verlockenden Namen, wo es eigentlich nur aufgepepptes Zuckerwasser ist? Wer kennt ihn eigentlich, den Unterschied zwischen Saft, Fruchtsaftgetränk und Nektar?

Das alles läßt mich zu dem Schluß kommen, daß der Mensch, der Verbraucher nicht wirklich mündig ist. Er fällt - weil er ja nicht die Lebensmittelkennzeichnungsverordnung und diverse andere Gesetze kennt- auf die Aussagen der zugegebenermaßen gut gemachten Werbung herein. Und ißt. Und Ißt. Und ißt. Wird nicht mehr satt. Ißt noch mehr.  Weil der Körper Hunger hat, Hunger auf Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente. Was er in unserer Fertignahrung nicht mehr kriegt. Und er wird krank.

Er wird nie nachweisen können, daß es am Essen lag. Das weiß unsere Lebensmittelindustrie und produziert munter weiter den Müll, den sie als "Lebensmittel" bezeichnen. Sie haben keine Konsequenzen zu fürchten.
Verbraucherschutz im Bereich der Lebensmittel gibt es faktisch nicht.
Ich denke: wir haben kein Recht darauf, auf andere dicke Leute mit Fingern zu zeigen. Ihnen hilft nur richtige, neutrale Aufklärung und Bewegung. Sie müssen dem Sumpf der Werbung entrinnen. Das ist verdammt schwer.
Regelmäßige Bewegung bringt die totgeglaubte somatische Intelligenz wieder zum Vorschein. Man ißt automatisch wieder das, was der Körper braucht: Eiweiß, gesunde pflanzliche Fette, frisches Obst, frisches Gemüse.
Schade und beängstigend, daß auch dieses teilweise so belastet ist, daß es keine Gesundheit mehr schenkt.

von Petra
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Kommentare

Hallo Petra,

Dein letzter Satz bringt's auf den Punkt.
Natürlich wissen wir eigentlich, was gesund ist und was nicht. Im Groben zumindest schon. Wir lassen uns halt manchmal gehen. Aber wenn dann das, was doch eigentlich gesund sein soll, auch noch belastet ist, finde ich das schon oberübel!
Ich kenne übrigens den Unterschied zwischen Saft und dem Rest, aber nicht den Unterschied zwischen Fruchtsaftgetränk und Nektar. Ist eins der beiden noch verwässerter als das andere?

Liebe Grüße
Kommentarnr1 gepostet von Beate am 17.10.2008 um 20h17
Hallo liebe Beate,
Fruchtsaftgetränke haben einen Mindestfruchtanteil von 40% und der Nektar braucht lediglicht mindesten 25% Fruchtanteil (je nach Fruchtsorte) zu haben.  Bei Nektar darf bis zu 20!!!! % Zucker zugesetzt werden. Darüber  hinaus kommt da noch Milchsäure (E270, 5g/l) Zitronensäure (E330) und Ascorbinsäure
(E 300) rein.
Selbst bei Direktsäften dürfen 15g Zucker pro Liter zugesetzt werden ohne daß dies gekennzeichnet werden muß. Das finde ich ist auch ein  Oberhammer!
Liebe Grüße
Petra
Kommentarnr2 gepostet von Petra am 17.10.2008 um 20h29

Dann gobt's auch noch die Prblematik sozialer Status, Bildungsniveau, "Migrationshintergrund" und und und ... die Fauchleute tagen und diskutiern, liefern Lösungsansätze etc. Bloß, was bringt das samt Aufklärung und Kennzeichnung, wenn das Nahrungsmittelangebot nicht entsprechend ist?

Und die zwangaften Gesund-Esser?

lg, nicole

Kommentarnr3 gepostet von équilibriste am 18.10.2008 um 14h42
Die Lebensmittelindustrie ist ein Industriezweig, der die Menschen umbringt! Der nächste ist die Pharmaindustrie. Wie Du sagtst, da wir ja essen müssen, müssen wir diesen Mist essen. Es ist eine Schande.
Und ich habe auch noch heute Nachmittag, bei der Chorprobe mit Kaffeetrinken, viel Kuchen gegessen. :( Nun muss ich sehen, dass ich mir das morgen wieder ablaufe.
Nein, Dein Thema heute ist eins, was mich eigentlich immer auf die Palme bringt. Das Schlimme ist, dass man dagegen eigentlich praktisch nichts machen kann. Es sei denn man hat die Kraft, auszusteigen und baut alles selbst an, pflückt sich alles in Wald und Flur. Aber das geht heutzutage auch kaum noch, da ja der Industriesmog und Felddüngungen Wald und Flur auch schon verseucht hat.

Es ist ein Teufelskreis.

LG, Ramona
Kommentarnr4 gepostet von Ramona am 18.10.2008 um 19h47
Hallo Nicole und Ramona,
da gebe ich Dir, liebe Nicole recht - wie im Gesundheitswesen gibt es auch in der Ernährung eine 2 Klassengesellschaft. Diejenigen, die sich Bio leisten können und dijenigen, die sich nichtmal einen Apfel leisten können und denen mit der Brechnung von Hartz 4 die billigsten Lebensmittel vorgeschrieben werden, die zumeißt besonders mit Zusatzstoffen und Konservierungsstoffen zugemüllt sind.
Dabei steht im Grundgesetz das Recht aud körperliche Unversehrtheit, was bei uns massenhaft mißachtet wird. Im Lebensmittelbereich gibt es praktisch keinen Verbraucherschutz. Unser Verbraucherminister ist zugleich Landwirtschaftsminister und sieht eindeutig den Vorrang bei der Vertretungder Bauern. Und deren Interessen -so billig wie möglich zuproduzieren und so viele Subventionen wie möglich zu kassieren- stehen den Verbraucherinterssen diametral gegenüber.
Es gibt keine Lobby der Verbraucher und unsere Lebensmittelindustrie versucht alles, eine solche auch nicht zuzulassen. Kritische Hinterfragung dessen, was die uns zu essen anbieten, wird nicht gewünscht. Es exisitert eigentlich kein wirklicher Markt auf dem Sektor Lebensmittel. Aber alles, liebe Ramona,  wieder selbst anbauen kann wohl nur für einige Wenige die Lösung sein - aber der "saure Regen" ereilt auch diese Felder.
Im Grunde genommen sind wir in einem Kreislauf gefangen, der die Menschen krank macht. Das Schlimme ist nur, daß das nur wenige erkennen/können. Aber die, die es wissen und ändern könnten, wollen dass nicht . Auch deshalb ist das Lebensmittelrecht und die Kennzeichnungsverodrnung so kompliziert, damit der Verbraucher nicht durchblicken kann. Das ist gewollt und hat System.
Aber Nicole -  was ich mir nicht vorstellen kann, ist die Tatsache, daß es viele krankhafte "Gesundesser" geben soll.
Seid herzlich gegrüßt von eurer
Petra
Kommentarnr5 gepostet von Petra am 18.10.2008 um 20h38
So, nun möchte ich meinen "Senf" halt auch noch dazugeben.

JA, wir essen uns krank und das möchte ich hinzufügen dick.

Bis vor 5 Jahren war ich schlank, eigentlich schon superschlank, ohne Sport ohne alles. Ich wog bei einer Körpergröße von 165 cm gerade mal 52 Kilo und war anfang 40. Über Essen machte ich mir keine Gedanken, ich aß, wenn ich Hunger hatte, ließ auch ab und zu mal eine Mahlzeit aus wegen dem beruflichem Umfeld.
Einzigster Nachteil, zu dieser Zeit rauchte ich ca. 50 Zigaretten am Tag. 
Im Januar 2003 hörte ich dann von einem zum anderen Tag auf zu Rauchen. Eine Woche später lag ich mit Lungenentzündung im Bett. Und ich nahm zu, von Tag zu Tag. Ich begann, mich mit Essen auseinanderzusetzen, fing an, Kalorien zu zählen. Im Mai, 4 Monate später, bekam ich die ersten Asthmaanfälle. Ich war schon immer irgendwie Allergiker, aber mit Asthma hatte ich bis dato nichts zu tun. Im Augsut 2003, 8 Monate nach Rauchstop wog ich dann 78 kg. Ich meldete mich bei Weigth Watchers an und nahm auch am Anfang problemlos ab. 
Mein Asthma blieb. Ich konnte kaum noch eine Treppe hochgehen. 
Durch WW fing ich an, mich verstärkt um Essen zu kümmern, was ist gesund, was nicht. Dann fing ich mit dem Laufen an, und von da an beschäftigte ich mich nur noch, welche Inhaltsstoffe ein Essen hat. Ich las tagelang, wie ich durch Essen schneller werde, was mein Körper angeblich braucht.
Nun lief ich täglich, sehr langsam, aber ich lief. Schneller wurde ich nicht, aber aufgrund der aufgenommenen Kohlenhydrate, die mein Körper bei meinen Geschwindigkeiten überhaupt nicht braucht, wieder dicker.

Wieder beschäftigte ich mich mit dem, was ich falsch mache. Da ich mein ganzes Leben nunmal schlank war, konnte ich mich mit einem BMI von 25 auch nicht arrangieren. Im Ende hatte ich Heißhungeranfälle und aß immer, wenn es was gab und wenn es kostenlos war. Ein Teufelskreis ohne Ende. Alle meine Gedanken drehten sich um Essen und Gewicht.

Bis vor 3 Wochen: Da bekam ich das Buch von Dr. med. M.O.Bruker  in die Hand, "Unsere Nahrung - unser Schicksal ". Und irgendwie begriff ich langsam, dass ich nicht schlanker werden kann. Und auch nicht schneller.

Seit 3 Wochen nun versuche ich, natrubelassten zu essen, und vorallen Dingen nur dann, wenn ich Hunger habe. Es ist schwer, nicht den ganzen Tag an Essen zu denken, aber ich muss da durch. 
Gewichtsmäßig geht es nun langsam wieder abwärts, ich hoffe, ich behalte den Trend bei.

Ja, aus eigener Erfahrung kann ich sagen, wir Essen uns krank. Und nachdem ich Allergiker bin, kommt noch dazu, dass ich wahrscheinlich eine ganze Reihe von Lebensmitteln gar nicht vertrage. Pfeffer und Beifuß nicht, Ananans und Banane macht Kreuzallergie mit Latex, Bohnen und Kakao ist nicht gut bei Nickelallergie und auch sonst verträgt sich vieles nicht. Bei Milch bekomme ich eine Stunde später Bauchkrämpfe, aber nicht immer. 
Alles was über 10 km beim Laufen ist, bekomme ich Bauchkrämpfe und muss in den Wald. da ist es schon fast egal, ob ich morgens Miclch, Joghurt oder Vollkorn zu mir genommen habe.
Ich laufe und nehm nicht ab. Ich kann zwar immer weiter, aber immer langsamer laufen. Mein Körper hat keine Kraft trotz des Essens.
Ich bin jetzt soweit, einen Allergietest machen zu lasse, was ich wirklich vermeiden sollte. Ich darf eigentlich so schon nicht viel essen, was mich nicht krank macht. Aber ob mein Körper wirklich auf Ananas und Banane reagiert, weil ich die Allergien dazu habe, dass weiß ich nicht. Das wird der Test zeigen.   

Bis jetzt schränke ich mich bei der Nahrungsauswahl nicht ein, weil ich nichts genaues weiß. Aber ich vermute es ganz stark.

Also, mein Selbstversuch läuft, ich kann Euch dann ja mal berichten.   

LG Martina
Kommentarnr6 gepostet von Teamcharlie am 20.10.2008 um 10h55
Oh, das klingt ja alles erschreckend. Ich habe auch verschiedene allergische Reaktionen auf alle möglichen Lebensmittel. Zum Glück kein Asthma, immer "nur" Magen-Darm-Krämpfe oder Blähungen, was aber auch ziemlich unangenehm sein kann.

Naturbelassene Lebensmittel essen ist gut, aber ist das überhaupt möglich? Gibt es sowas überhaupt noch? Durch die große Informationsflut wird man ja verrückt. Der Eine sagt dies, der Andere jenes. Immer wie man es braucht. Und wir werden immer "kranker", weil nämlich dann noch eine Essstörung hinzukommt. Es ist ein Teufelskreis.

Marianne, hast Du mal versucht, weniger Kohlehydrate zu essen?

Viele Grüße
Ramona
Kommentarnr7 gepostet von Ramona am 20.10.2008 um 15h25
Hallo,

Ramona, du meinst bestimmt mich ( Marianne???? ).

Ja, im Moment esse ich frühs Kohlenhydrate, mittags gemischt und abens Salat oder Obst.

Weight Watchers hat mir zwar immer 3 Mahlzeiten ( vollwertige ) eingebleut, aber ich kann im Moment drauf verzichten.

Das mit ww ist wirklich so. Das Grundkonzept von ww ist alle Points essen und dein Essen planen. Und irgendwann kommt der Punkt, da ist du nur noch, weil es ww sagt oder weil du noch Points übrig hast. Aber du isst nicht mehr, wenn du Hunger hast.

Ist sicher o.k. für viele Leute, aber nicht für perfektionisten. Die geraten dann in eine Essstörung. Ich hab es selber gemerkt, weil es konte nicht normal sein, dass ich mich den ganzen Tag mit Essen beschäftige.

Eigentlich wußte ich es schon lange, hatte auch nach therapeutischer hilfe gesucht, nur leider keine bekommen. Also muss man selber im Leben Abschnitte setzen.

Und so versuche ich es im Moment  mit Gemüse vom Gemüsebauern, Vollkornbrot aus der Getreidemühle ( weil ich keinen Bäcker finde, der tatsächlich Voll-korn-Brot backt). Ich bin von der künstlich hergestellten Margerine wieder zur Butter gekommen. Esse Leinöl aus der Straupitzer Ölmühle (Handpressung), dass mach ich aber schon ca. 3 Jahre. Statt Cremefine gibt es wieder einen Eßlöffel Schlagsahne, so wie früher, wo ich schlank war. 
Denn nicht das Fett macht fett, sondern das Zeugs, dass sie uns als gesund und fettarm verkaufen.

Und damit ich mich nicht wieder von diesen selbsternannten Gesundheitsaposteln irre machen lasse, habe ich mich bei der Aktion Aufs Ganze angemeldet. Zu irgendwas muss ja dann die gesunde Ernährung gut sein.

Naja, und der Test kostet 250 Euronen, muss mal schauen, ob das meine gute AOK übernimmt. 

Liebe Grüße

Martina

    
Kommentarnr8 gepostet von TeamCharlie am 20.10.2008 um 17h06
Hallo liebe Martina,
das klingt ja alles ziemlich erschreckend und  ich hoffe, daß wir im November da wirklich ausgiebig diskutieren können.
Von Weight Watchers halte ich nicht viel, bzw. gar nichts. Da muß Du ja kirre werden, wenn Du Deine sämtlichen Mahlzeiten in Points umrechnest. Logisch, daß Du den ganzen Tag nur noch ans Essen denkst. Außerdem werfen die ale Nahrungsmittel kalorienmäßig in einen Topf. Nur ein Beispiel: Die Avocado.
Die Avocado hat 25% Fettanteil - eigentlich eine Kalorienbombe. ABER: Die Avocado beinhaltet einen Komplex von Inhaltstoffen, die der Körper so, wie er sie dort vorfindet braucht. Neben vielen Vitaminen, insbes. aus der  für die Nerven wichtige Vitamin B- Gruppe enthält die Avocado auch ein Enzym, daß den Abbau der Fettmoleküle fördert und das Fett so aufspaltet, daß es besonders gut vom Körper verbraucht wird. Das war für mich in meinem Prozess des Abnehmens eine fundamentale Erkenntnis: Der Körper braucht Fett und wenn er keins bekommt, verkümmert das Gehirn. Aber wenn das Gehirn Fett aus er kalorienreduzierten Margarine aus der Fabrik bekommt, entstehen Plackzellen, die irgendwann zu verlangsamten Gerirnströmen und Alzheimer führen können. Vielleicht ist das noch nicht bis ins letzte Detail bewiesen, aber darauf muß ich ja nicht warten. Mir reicht der begründete Verdacht.
Noch ein anderer Aspekt: Solange der Körper damit beschäftigt ist, Giftstoffe aus seinem Körper zu spülen, solange hat er keine Zeit, Fettpölsterchen abzubauen.
Martina, wenn Du jetzt versuchst, naturbelassene Nahrungsmittel zu essen, bis Du auf dem richtigen Weg.  Denk auch ans Würzen - nimm nur natürliche Gewürze und keine Mischungen mehr, die fast ausschließlich Glutamat enthalten.
Und wenn Du regelmäßig läufst, kommt vielleicht irgendwann der Punkt, an dem Die Dein Körper sagt, was er braucht.
Noch eine Bemerkung zur Milch: Auch wenn ich mit dieser Meinung allein auf weiter Flur stehe - ich halte Milch nicht geeignet für die menschliche Ernährung. Kuhmilch hat die Natur vorgesehen für ihre Kälber - aber nicht für die Menschen. Es gibt in der Natur keine einzige Spezie, die Milch einer anderen trinkt. Reine Kuhmilch könnte einen Säugling töten. Aber für größere Kinder und Erwachsene soll das dann das Beste sein, was man kriegt? Lass die Milch und alles, was daraus produziert wird einfach weg, es gibt andere Alternativen, ohne daß Du  Angst haben mußt, Du bekommst nicht genug Kalzium.
Bezüglich des Obstes würde ich Dir mal folgendes empfehlen: Iß es morgens, jeden früh eine große Schüssel. Damit hat dein Körper fast alles, was er braucht und der Hunger kommt erst später. Außerrdem hat Dein Körper seinen Heißhunger auf Süßes bereits gestillt und der Appetit auf Schokolade wird geringer. Außerdem können all die Vitamine und Mineralstoffe den leeren Magen sehr schnell passsieren und räumen den Darm gründlich auf.
Kurz gesagt: Zurück zur Natur - und viele Probleme lösen sich von allein. Du mußt natürlich Deine Allergien dabei beachten und gewisse Dinge dann eben meiden.
Damit Du nicht denkst, ich bin ein oberschlanker Moralapostel - ich habe auch BMI 25 und kann damit ganz gut leben. Ich sage mir dann halt immer, daß das die Muskelmasse wäre... :))))
Liebe Ramona,
ähnliche Probleme wie Du hat mein Mann auch. Mittlerweile ist ziemlich sicher, daß diese ständigen Magen - Darm Krämpfe und Durchfälle vom  Süssstoff ausgelöst wurde. Für einen Diabetiker fatal. Es ist bekannt, daß Süssstoff solche Wirkungen haben kann und ist trotzdem auf dem Nahrungsmittelmarkt zugelassen. DAS halte ich für einen Skandal, wie vieles andere auch.
Das Schlimmste ist, man kann dem kaum entrinnen. Aber das, was man kann, sollte man auch tun.
Seid herzlich gegrüßt
Petra
Kommentarnr9 gepostet von Petra am 20.10.2008 um 17h57
Entschuldigung für die Namensverwechslung. Ja, ich meinte Dich, Martina.
Ich denke auch, Du bist auf dem richtigen Weg. Vielleicht sollte man auch nicht so sehr aufs Gewicht achten, sondern auf die allgemeinen Veränderungen am Körper, z.b. wenn plötzlich die Hose locker sitzt u.ä. Ich habe mal bei einer Internetseite "Schlank im Schlaf" ein Prinzip gefunden, was mir einleuchtete. Früh sollte man kein Eiweiß essen, Mittags Kohlehydrate und Eiweiß und am Abend nur noch eiweißhaltiges Essen und keine Kohlehydrate. Aber so ähnlich ernährst Du Dich ja schon.

Vielleicht solltest Du beim Laufen mehr neue Reize setzen. Mal etwas schneller laufen, mal langsamer und länger. Immer wieder Abwechslung bringen, damit Dein Körper wieder was neues erlebt und wieder anfängt zu "verbrennen".

Liebe Petra, ich nehme keinen Süßstoff. Ich bekomme die Blähungen bei sämtlichen Milchprodukten, aber auch bei Weizen, Roggen, Nüssen und sogar Sojaprodukten. Da bleibt nicht mehr viel. Wenn ich dann noch Blähgemüse esse, kannst Du Dir vorstellen, was da los ist. :)
Ich habe einfach die Nase voll, mir darüber immer wieder Gedanken zu machen.
Übrigens mit der Kuhmilch bin ich ganz Deiner Meinung. Aber ich esse kein Fleisch, dafür sehr gerne Käse und Quark. Ich habe keine Alternative, da ich wie schon gesagt Soja auch nicht vertrage. Außerdem soll man nicht so viel Soja nehmen. Diese Ernährungsgeschichte ist so kompliziert, dass man da irgendwann einfach keine Lust mehr hat, sich damit zu beschäftigen. :(

Liebe Grüße
Ramona

PS Wie geht's Deinem Rücken?
Kommentarnr10 gepostet von Ramona am 20.10.2008 um 22h52
Hallo Petra, wie geht es Dir. Dein Streak läßt nichts Gutes ahnen. Ich drücke Dir ganz doll die Daumen, das Du bald wieder fit bist.
Liebe Grüße von
Laufmaus Elke
Kommentarnr11 gepostet von Laufmauselke am 20.10.2008 um 22h59
Naturbelassene Lebensmittel??? Wie soll das gehen?
Ich habe versucht, das Wichtigste bei mir im Garten anzupflanzen:
Salate, Gurken, Tomaten, Zuccini, Blumenkohl, Kohlsorten. Außerdem Äpfel, Birnen, Kirschen, Erdbeeren usw. also von vielem etwas. Auch ich bin der Meinung, dass unbehandeltes Obst und Gemüse gesünder ist.

Doch was nützt das alles, wenn der Nachbar vier mal im Jahr sein Pflanzenschutzmittel versprüht ... weil er seine Erdbeeren und sonstiges Obst und Gemüse auf dem Markt verkaufen will?

Kommentarnr12 gepostet von Marsav R. am 22.10.2008 um 20h46
Das ist traurig..... aber wahr. Keiner von uns kann auf einer Insel leben. Deshalb könnte dieses Problem nur gesamtgesellschaftlich gelöst werden. Aber da gibt es leider zu viele Interessengruppen, die dagegenstehen. Nämlich hauptsächlich die, die ihren belasteten Müll als Lebensmittel an uns verkaufen wollen.
In der EU gibt es z.B. genaue Mindestmaße für Äpfel - Hallo? Natur - wo bleibst Du da? Das ist doch pervers, daß ein natürlich gewachsener kleiner Apfel nicht verkauft werden darf, weil er nicht den gewünschten Mindestmaßen entspricht!
Viele Grüße
Petra
Kommentarnr13 gepostet von Petra am 22.10.2008 um 20h54

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