Sunday, 5. october 2008 7 05 /10 /Okt. /2008 14:56
- Community: Laufen
veröffentlicht in: Laufen und Geniessen
Es begann wie jeden Sonntag:
Etwas länger schlafen, aufstehen, rein in die Laufklamotten, etwas Gymnastik, Training mit der Black Roll und los gings auf die "Laufpiste" !

Die Sonne schien und es wehte ein kräftiger Wind, der man schon fast als Sturm bezeichnen konnte. Nicht ganz so dick angezogen wie gestern machte ich mich auf den Weg, der mich zunächst ein Stückchen durch den Ort führte, am Bahndamm entlang hinaus aufs freie Feld.


















Dort schlug der Wind mit geballter Kraft zu. Aber ich hatte ihn im Rücken. Es ging bergauf und der Wind trug mich hinauf. Ich fühlte mich leicht wie eine Feder, es war gigantisch, welche Kraft der Wind entwickeln kann, daß er sogar mich hinaufträgt.

Der Wind war so heftig, daß ich dann doch mein eigentliches Ziel, das Ossenheimer Wäldchen, aufgegeben habe. Dieses Waldstück ist wunderschön, aber seit dem Frühjahr liegen dort viele umgestürzte Bäume auf den Wegen, manche hägen an anderen Bäumen fest, so daß immer die Gefahr besteht, daß ein Baum umstürzt.

Ich drehte um und überlegte mir eine andere Runde. Jetzt ging es bergab, der Wind wehte von vorn. Ich lief, lief gegen den Wind. Es machte mir nichts aus, es ging ja bergab. Ich lief einfach gegen und mit den Natrugewalten.
Der Wind und der Berg hoben sich gegenseitig auf, ich lief und nichts konnte mich aufhalten. Der Wind schlug in mein Gesicht, aber er kostete mir keine zusätzlichen Kräfte. Ich lief bergab und lies mich treiben, aber ich wurde nicht schneller. Der Wind bremste das Tempo.
Ich vergas alles um mich herum, ich lief einfach nur noch, meine Beine trugen mich, ohne daß ich sie bewußt steuern mußte. Es lief von allein.

Unten angekommen, machte ich etwas, was ich so noch nie gemacht habe: Ich drehte mich um und lief noch einmal die gleiche Strecke nach oben. Diese Gefühl wollte ich einfach nocheinmal spüren. Ich ließ mich vom Wnd nach oben tragen und gab mich bergab voll den Naturgewalten hin, im Flow, in dem ich nichts mehr bewußt von der Außenwelt wahrnehme, in dem ich einfach nur noch laufe, eins mit der Natur und mit mir selbst.

Die letzten Kilometer genoss ich einfach nur noch, ich erfreute mich an den schönen Bildern, die die Natur im Herbst hervorzaubert - herrrliche Herbstblumen, bunte Blätter, abgeerntete Felder und die letzten Maisfelder, die noch auf die Ernte warten.



































Ich durfte heute eine der schönsten Läufe meines Lebens erleben.



von Petra
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