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Veröffentlicht von Petra

27.08.08. Die Anreise

Nun hat das Abenteuer endlich begonnen. Nach einer entspannten Autofahrt über Basel, an Bern vorbei, auf einem Autozug durch den Lötschbergtunnel  sind wir nachmittags im wunderschön gelegenen, liebevoll geführten ersten Nichtraucherhotel der Schweiz „Stutz“ auf der Sonnenterasse Grächen im Kanton Wallis angekommen.








Dort erwarteten uns die Teilnehmer des alpinen Trainingslagers, das gemeinsam vom Laufladen Erfurt und dem Hotel Stutz organisiert wurde. Wie nicht  anders zu erwarten, stand auch gleich die nächste Trainingseinheit an, die wir selbstverständlich gleich mitmachten. Es war ein Training mit der „Black Roll“, der schwarzen Rolle, von der wohl keiner von uns bisher etwas gehört hatte.

Was es damit auf sich hat, werde ich euch in einem späteren Artikel berichten. An dieser Stelle nur so viel:  Ich habe wohl noch nie so schmerzhafte Erfahrungen beim Sport gemacht, aber auch noch nie solch eine Wirkung hinsichtlich der Lockerung der Muskulatur erlebt. Leider mussten wir kurzzeitig unterbrechen, da wir auf der Wiese Platz für die Ziegen des Besitzers machen und auf den Sportplatz umziehen mussten  Zum Schluss machte unser Trainer Boris mit uns autogenes Training und progressive Muskelentspannung, bei der ich Mühe hatte, nicht einzuschlafen.

Am Abend wurden wir von einem tollen 3-Gänge Menü von Hans und Ursi im Hotel verwöhnt und wir ließen uns dabei von den ersten Tagen des alpinen Trainingslagers berichten.  Die Läufer, die bereits am Samstag angereist waren, hatten schon den Matterhornlauf über 12,4km mit weit mehr als 1000 Höhenmetern  in den Beinen und etliche Trainingseinheiten absolviert.

Für mich persönlich war es sehr schön, mich mit vielen Gleichgesinnten zu unterhalten und einen entspannten Abend zu verbringen. Das lenkte mich von meiner Nervosität ab und ich hatte erstmalig das Gefühl, gut damit umgehen zu können.

 

28.08.08 Der 2.Tag

Dieser Tag sah keine weitere Trainingseinheit mehr vor, sondern sollte ausschließlich der Entspannung dienen. Trotzdem machte ich morgens eine kleine Laufeinheit – einfach, um mich zu akklimatisieren. Hier geht es allerdings nirgends einfach nur gerade aus, sondern entweder steil nach oben oder steil nach unten. Ich entschied mich für steil nach oben und merkte sehr schnell, dass man das hier nicht mit den Hügeln in der Wetterau vergleichen kann. Ziemlich schnell war mein Puls ziemlich weit oben – und wieder war die Angst da, ob ich das schaffen kann. Aber Boris hat uns gestern eingeschärft, immer positiv zu denken. Ich weiß, dass ich zu Beginn einer Laufeinheit immer Probleme habe, aber wenn die Muskeln einmal warm sind, geht das vorbei. Ich werde mich durchbeißen, auch wenn es zwischendurch mal schwer fällt.

 Nach dem Frühstück gingen wir auf Bergwandertour. Hans vom Hotel Stutz war unser (Berg)führer. Er hatte eine wunderschöne Strecke für uns geplant, mit tollen Aussichten und nicht zu schwierig. Schließlich wollen wir ja in 2 Tagen einen Marathon laufen.
















Deshalb ersparten wir uns den kräftezehrenden Aufstieg und fuhren mit der  Seilbahn auf fast 2000m Höhe. Von dort wanderten wir eine wunderschöne Strecke auf nahezu gleichbleibender Höhe von 2000-2300m Höhe. Ursi hatte uns ein Lunchpaket gepackt, das wir mitten auf dem Berg, auf einem kleinen Plateau, zu uns nahmen.








Immer wieder zeigte uns Hans nicht nur die Schönheit der Schweizer Berge, sondern erzählte uns einiges über deren Geschichte. Die Zeit verging wie im Fluge, bis wir zu unserem Ziel an der Moosalp kamen. Ich glaube, ich habe noch nie solche „Essenskunstwerke“ gesehen, wie auf dieser Alp.







  


Von dort aus ging es im Postauto mehr als eine Stunde in schmalen Serpentinenstraßen durch Törbel nach Stalden ins Tal und von dort mit einem Sammeltaxi zurück ins Hotel. Wir waren den ganzen Tag unterwegs und ich hatte wiederum keine Zeit, mich und die anderen nervös zu machen. Allerdings hatte ich doch die Befürchtung, dass die Wanderung Kräfte fordert, die mir beim Alpenmarathon fehlen würden. Aber es ging mir gut und ich hatte keinerlei „Ermüdungserscheinungen“

 

29.08.08 Der Tag davor

Im Gegensatz zu gestern war für heute „nur“ ein Spaziergang vorgesehen – aber nicht ohne vorher noch eine Trainingseinheit mit der „ Black Roll“ zu absolvieren. Es war schon nicht mehr so schmerzhaft wie beim „ersten Versuch“  , tat aber trotzdem noch gehörig weh. Kaum vorstellbar, dass diese Einheit zum regenerativen Training gehören soll, aber es war tatsächlich so.

Danach ging es nach „Hoghschutten“, einer Aussichtsplattform mitten am Berg mit einer herrlichen Kulisse, wo wir gemeinsam  echtes Schweizer Raclette genießen konnten. Dieses wurde im Freien über einen Holzfeuer einzeln für jeden Gast angerichtet. Es hat nicht nur ganz toll geschmeckt, sondern es war auch sehr interessant, dem Koch dabei zu zuschauen.















Auf dem Rückweg ging es an einem kleinen Kneipp-Becken vorbei, wo uns unser Wanderführer Hans in die Geheimnisse des Kneippens einwies und wir danach durchs eiskalte Wasser stakten. Es war der blanke Wahnsinn, wie frisch sich die Füße danach anfühlten.








Der Rest des Tages war dann einfach nur noch „mentale Vorbereitung“ – jeder, wie er es für sich wollte. Ich packte meine Tasche, mixte mir meine Getränke und überlegte tausendmal, ob ich auch ja nichts vergessen habe. Die Auswahl der Kleidung war kein Problem. Mittlerweile war es klar, dass es ein Hitzemarathon werden würde. Das wird hart, zumal ein großer Teil der Strecke in der Sonne verläuft. Gut, dass der Start  bereits 6.30 Uhr erfolgt. So haben wir wenigstens auf der ersten Hälfte der Strecke angenehme Temperaturen.

Jetzt hat die Nervosität mit ganzer Macht zugeschlagen. Noch eine Nacht überstehen. Morgen  heißt es:  4.00Uhr aufstehen, 4.30Uhr ist Abfahrt zum Startort nach Anzere.

Es wird Zeit, dass es losgeht.
Den Laufbericht findet ihr hier und weitere Bilder von unserer Laufreise
in diesem Album.

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Beate 09/01/2008 16:11

Na das alleine klingt ja schon nach einem supertollen Erlebnis. Gell, ist schön, mal die Füße zu waschen :-)))))