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Veröffentlicht von Petra

Wir sind mittendrin in den olympischen Spiele in Peking - wir freuen uns über unsere Olympiasieger, wir leiden mit den vielen Sportlern, die sich ihre Träume nicht erfüllen konnten.

Und: Wir schauen, was sonst noch so passiert.

 Da klatschen die vielen Chinesen Beifall. Ist eigentlich nichts außergewöhnliches. Ist vollkommen normal. Wirklich normal?

Nein, das ist kein spontaner Beifall, wie wir ihn kennen. Die chinesischen Behoerden haben doch tatsächlich Vorschriften für einen korrekten olympischen Beifall ersonnen. Wichtigste Regel, so schreibt die "Welt Kompakt": Der Beifall muß zivilisiert sein und es sollen auch ausländische Athleten beklatscht werden. Ist das nicht eigentlich selbstverständlich? Ich glaube, die chinesischen Sportfans brauchen diese Regelwut nicht. Ich bin überzeugt, daß die meisten von ihnen aufrichtig stolz sind, daß die Spiele in ihrem Land ausgetragen werden. Ein Volk braucht keine Bevormundung.

 
Total entrüstet hat mich der Bericht über die kleine Ya
ng Peiyi, die bei der Eröffnungsfeier das Lied singen durfte, aber durch ein Double ersetzt wurde. Einfach, weil sie nicht so hübsch ist wie ihr Double Lin Miaoke. Was ist das für eine perverse Welt? Ein Mädchen mit einer Wahnsinns-Stimme wird einfach durch ein anderes Mädel ersetzt, das  Ruhm und die Ehre einsteckt für eine Leistung, die es nicht erbracht hat. Wie soll ein Kind das verstehen und verkraften? Ein Kind, daß regelrecht betrogen wurde. Weil es angeblich nicht so hübsch ist. Wer entscheidet eigentlich über Schöhnheit? Ich finde Yang Peiyi süß. Sie ist wie jedes Kind einzigartig und schön.
Mir stehen die Nackenhaare zu Berge. Wie kann man einer Kinderseele sowas antun?           
Aber es gibt auch Beeindruckendes zu berichten. Wenn sich  Sportler kriegsführender Nationen in den Armen liegen, sagt das mehr als tausend Worte. Sportler brauchen
keinen Krieg. Vielleicht haben auch sie ein ganz kleines bischen beigetragen zum Waffenstillstand.

Und ihr liebe Leser: Was denkt ihr darüber? Was hat euch in Peking beeindruckt? Was erschüttert euch? Wie empfindet ihr die Olympischen Spiele im Reich der Mitte? Ich freu mich auf eure Meinungen und Kommentare.

olympische Grüße

eure Petra

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Petra 08/15/2008 19:36

Hi Etzelmania,Dein Kommentar hat mich so nachdenklich gemacht, ß ich ihm einen eigenen artikel gewidmet habe. Du findest ihn hier: http://www.runningpetra.com/article-21989856.html
Ich wünsche Dir und allen anderen Lesern ein schönes Wochenende!

Sonne 08/15/2008 07:24

Guter Kommentar, regt auf jeden Fall zum Nachdenken an.

etzelmania 08/15/2008 00:16

Sorry, ich muss Petra da doch mal deutlich widersprechen. Ich finde nicht, dass es ein Fehler war, die Spiele nach China zu vergeben. War es ein Fehler, 1980 die Spiele nach Moskau zu vergeben, weil die UdSSR nach Afghanistan einmarschierte? War es ein Fehler, Spiele in die USA zu legen, die einen jahrzehntelangen Krieg in Vietnam führten und nun in Afghanistan oder Irak dasselbe machen wie die Russen damals? (Weitere Beispiele ließen sich problemlos in der Geschichte finden. Und klar haben die Russen damals Afghanistan unterdrückt und jetzt wird es von uns befreit.)China macht genau nichts anderes, als alle anderen Länder auch, die olympische Spiele ausrichten. Die Chinesen möchten der Welt beweisen, dass sie dazu in der Lage sind, so ein Sportereignis durchzuführen und ringen um Anerkennung in der Welt. Das ist erst mal legitim. Dass teilweise (für uns) seltsam anmutende Dinge passieren, finde ich auch nicht in Ordnung und die verurteile ich auch. Aber trotzdem hat China mit den Spielen die Chance, sich der Welt zu öffnen. Das hat die Welt ja auch jahrzehntelang lautstark gefordert. Dass aber jede Pressetante, jeder Rundfunkreporter, jeder Fernsehmoderator der Meinung ist, er könne festlegen, welche Politik China zu machen hat, finde ich meilenweit daneben.Nebenbei, ich gucke auch kaum was von den Spielen. Die Eröffnung z.B. habe ich teilweise gesehen. Wenn ein Kommentator bei so einem wirklich ganz toll gemachten Ereignis in jedem 2. Satz das Wort Menschenrechte und in jedem 4. Satz das Wort Doping verwendet, finde ich das nur noch daneben. Der Sport findet im Fernsehen kaum statt. Es ist Kriegsberichterstattung mit allen Mitteln der dazu gehörenden psychologischen Beeinflussung. Anders kann man das nicht nennen. Und warum das alles? Die Chinesen machen eine andere Marktwirtschaft, als sich das die Europäer oder die Amerikaner vorstellen, und das auch noch erfolgreich. Das macht uns Angst, vielleicht sogar berechtigt. Wer will schon, dass Siemens in ein paar Jahren eine chinesiche Firma ist? Oder VW? Deshalb wird in der Berichterstattung alles, aber auch alles pedantisch unter die Lupe genommen und jedes noch so kleines Detail hämisch ausgeschlachtet. Tolle Medienfreiheit!Die Leidtragenden sind wie in Moskau oder Los Angeles die Sportler, auf deren Rücken politische Machtspielchen ausgetragen werden, die ihre Leistungen zur Nebensache werden lassen.Hinzu kommt, dass offensichtlich die chinesischen Sportler doch ganz gut zu sein scheinen. Natürlich nur scheinen, weil solche Leistungen natürlich NUR mit Doping erreicht werden können. Oder etwa nicht? Könnte vielleicht auch eine völlig andere Sportförderung als in Deutschland die Ursache sein? (Dumme Frage, Deutschland ist unfehlbar.)Der Gipfel war vorhin ein Interview mit Michael Johnson, bei dem sich ein Johannes B.Kerner nicht entblödet hat, ihn danach zu fragen, ob er gedopt habe, weil sein 400m-Weltrekord seit einigen Jahren Bestand hat. Und für solche Instinktlosigkeiten zahle ich auch noch Rundfunkgebühren!Habt Ihr Euch mal überlegt, das Ihr vielleicht auch nur wegen dem doofen Gequatsche bei JEDER Übertragung keine Lust mehr habt, Euch das anzutun? Weil es Politikshow aus der untersten Schublade und keine Sportberichterstattung ist?So, nun könnt Ihr meinen Beitrag in der Luft zerfetzen. ;-) Kann mich allerdings die nächsten 3 Tage nicht wehren. Ich hoffe, dass auf dem Highfield wirklich Rockmusik im Vordergrund steht und mich außer den SPORTfreunden Stiller nichts an Sport erinnert. Höchstens vielleicht die Ergebnisse der Bundesliga, denn da gibt's ja nun wirklich kein Doping. (Ob Johannes beim nächsten Interview Jürgen Klinsmann fragen wird, ob er gedopt hat, weil er 'n paar tore für die Nationalmannschaft geschossen hat?)Bis Montag verabschiedet sich von Euch mit ganzLG etzelmania

Petra 08/14/2008 17:57

Mir geht es genauso wie euch - das hat alles einen ganz bitteren Beigeschmack. Mir tun aber die Athleten leid, die sich 4 Jahre auf dieses Event vorbereitet haben. Eigentlich werden sie doch betrogen. Schon allein weil sie nicht die Euphoriewelle spüren, die die anderen Sportereignisse so entwickeln.Es war m.E. (ich schreibe bewußt nicht IMHO:))) ein großer Fehler, die Spiel nach China zu geben.

Marsav R. 08/14/2008 11:38

Es sind auch die ersten olympischen Spielen, bei denen ich nur mal ab und zu auf den Medaillenspiegel schaue und mehr nicht. Obwohl ich bisher all die Jahre immer die Sportarten verfolgt habe, die mich interessieren.Aber diese Spiele haben für mich einen ganz komischen Beigeschmack. Deshalb will ich garnicht schauen.LG Marsav