Samstag, 2. august 2008
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15:20
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veröffentlicht in: Training
Seit Tagen bin ich auf der Suche nach einer geeigneten Strecke für meinen heutigen langen Lauf.
25 bis 28km sollten es werden und die Strecke sollte ein Profil haben, das - soweit möglich - dem Profil meines geplanten
Alpenmarathons entspricht.
Natürlich gibts hier keine Alpen, aber ein paar Höhenmeter im nahen
Taunus schon.
Deshalb startete ich heute nicht von zu Hause aus, sondern fuhr ins 30km entfernte Oberursel, das genau 189Meter über NN liegt. Von dort aus begann ich meinen Run auf den 825m hohen
Feldberg.
Da ich mit der Planung der Strecke im Internet nicht so richtig klar gekommen bin, lief ich einfach aufs Geradewohl los und beschloss, mich an den Wegweisern zu orientieren. Erstmal rauf auf den
Feldberg und dann wollte ich, abhängig von den bis dahin zurückgelegten Kilometern entscheiden, ob ich auf dem gleichen Weg zurücklaufen oder noch eine Schleife einbauen werde.
Bereits nach einem km begann die Steigung, allerdings sehr sanft. Es war eine traumhafte Strecke und um diese Uhrzeit auch noch nicht von Touristen übervölkert. Nur wenige Walker und Radfahrer
waren unterwegs. Meine Powermusik begleitete mich und so fielen die ersten km recht leicht. Nach einigen km landete ich aber doch auf der Landstrasse und mußte einen km dort laufen. Jetzt wundert
es mich nicht mehr, daß es auf dieser bergigen und kurvenreichen Strecke so viele Verkehrsunfälle gibt - hier scheint ein Biker-Renn-Paradies zu sein. Mir stand einige Male das Herz fast still, als
die Biker um die Kurven rasten.
Ich war echt froh, daß dieser Streckenabschnitt schnell vorbei war und ich wieder auf Waldwegen laufen konnte. Jetzt wurde der Weg auch immer steiler. Kurz vor dem Ziel mußte ich dann doch ca 200
gehen, weil mein Puls einfach zu hoch war.
Oben auf dem Feldberg angekommen, füllte ich ersteinmal meine Getränkereserven auf und überlegte, welche Strecke ich weiterlaufen wollte. Immerhin war ich erst 11 km gelaufen und es solten ja noch
ein paar mehr werden.
Also lief ich weiter zum 622m hoch gelegenen Fuchstanz. Es ging auf wenigen km steil bergab und der Weg erinnerte mich nicht nur einmal an die Hohle bei Masserberg. Hier merkt ich zum ersten mal,
daß auch das Bergablaufen Kraft fordert und die Oberschenkel ganz schön beansprucht. Bisher habe ich mich immer aufs Bergablaufen gefreut - heute habe ich erstmalig richtig Respekt davor
bekommen.
Am Fuchstanz vorbei ging rechts ein Weg ab zum 798m hoch gelegenen Altkönig. Ein Blick auf die bisher gelaufenen Kilometer sagte mir, daß der Umweg über diesen Berg durchaus noch drin ist. Also
beschloß ich, den 2. Berg zu "erlaufen".
Es erwartete mich ein steiniger Weg, von Wurzeln übersät, der meine ganze Aufmerksamkeit forderte. Das wird mich beim Alpenmarathon in der Schweiz wohl auch erwarten: Dort geht es auch über Stock
und Stein und unbefestigte Wege und Almwiesen. Es war also eine gute Trainingsstrecke für mich.
Immer wieder hatte ich zwischendurch herrliche Ausblicke auf das Umland - bis nach Frankfurt hinein. Leider konnte ich dies nicht in Bildern festhalten, da ich das Handy nicht dabei hatte.
Die letzten Meter hoch zum Altkönig mußte ich gehen, es war einfach zu heftig - sowohl von der Steigung, als auch von der Beschaffenheit des Weges.
Nachdem ich einen kleinen Moment den Ausblick und die unendliche Ruhe in mir aufgesogen hatte, machte ich mich auf den Weg zurück. Es ging jetzt das gleiche Stück wieder herunter vom Berg und ich
mußte höllisch aufpassen, daß ich nicht stürze.
Aber es ging alles gut und bald kam ich auch wieder an den Abzweig nach Oberursel. Von dort aus waren es nur noch 6km bis zum Auto. Es ging nur noch bergab, wenn auch nicht mehr so steil.
Mittlerweile waren die Wege auch wieder besser.
Auf den letzten km machte ich wieder meine Powermusik an und lies mich von ihrem Rhythmus treiben. Jeden Schritt habe ich jetzt genossen, auch wenn der ein oder andere Muskel und vor allem meine
Fußgelenke ein wenig gezuckt haben. Der Boden war wirklich sehr schwierig zu laufen, aber es war ein gutes Training für den Alpenmarathon - in jeder Hinsicht.
Nach genau 26km war ich Ziel. Einen kleinen Moment überlegte ich, noch eine kleine Schleife von 2km zu laufen, damit ich auf 28km komme, aber dazu war ich einfach nicht mehr bereit.
26km - über Stock und Stein - mit über 800 Höhenmetern - das war geneu der Trainigslauf, den ich auch für meine Psyche noch brauchte.
Und trotzdem bleibt noch ein Restzweifel, ob ich die 42km mit den 1500Höhenmetern in den Schweizer Alpen schaffe. Das ist eine Nummer größer als der Rennsteiglauf.
Aber ich werde kämpfen.
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