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Veröffentlicht von Petra

"Laufen sollte nicht nur immer daraus bestehen, wie kann ich eine Strecke in kürzester Zeit zurücklegen und nur die Zeit ist wichtig. Es gibt viel andere schöner Erlebnisse auf der Strecke, die man mit nur schnell laufen verpasst."
(Klaus in seinem Kommentar zu Holgers Bericht)

Dieser Kommentar hat mich heute begleitet - den ganzen Tag und  jawohl - auch abends beim Laufen.

Ich habe meine Laufpause beendet!

Den ganzen Tag habe ich mich schon so darauf gefreut! Ich mußte heute arbeiten und immer wieder fiel mein Blick durchs Fenster in die schöne, fast schon sommerliche Landschaft. Ich konnte es kaum noch erwarten!
Vor wenigen Tagen habe ich in meinem offenen Brief an Martin geschrieben, daß ich immer auf meinen Körper hören werde. Genau das habe ich heute getan. Ich wollte, mein Körper wollte laufen!
Ich glaube, ich habe noch nie einen solchen "Heißhunger" auf`s Laufen verspürt.  Als ich zu Hause war, sprang ich in die Laufklamotten,  warf  erst einen Blick in unser kleines, liebevolles Rennsteiglaufforum, las das Thema Startseite-Lied ausknipsen  und lief los. Jetzt logischerweise mit Ohrwurm :) - dem Rennsteiglauflied. Ich summte es ständig vor mich hin und mußte immer wieder über unsere Diskussion im Forum  schmunzeln. Allerdings habe ich festgestellt, daß ich auch nicht sonderlich textsicher bin und beschloß für mich, daran bis zum nächsten Rennsteiglauf noch ein wenig zu "arbeiten"
Mit dem Rennsteiglauflied im Ohr lief  es von Anfang an locker und leicht, ich habe mich schon lange nicht mehr so wohl gefühlt! Die Laufpause hat mir gut getan, aber jetzt ist sie vorbei! Martin wird schon dafür sorgen, daß ich es nicht übertreibe, aber das will ich auch nicht.
Immer wieder denke ich über Holgers Bericht nach und das Echo, das es ausgelöst hat. Klaus hat gestern in seinem Kommentar genau meine Empfindungen zum Ausdruck gebracht und mich die Frage stellen lassen: Worin besteht der Sinn des Laufens?
Sicher hat da jeder seine eigene Meinung. Aber ich habe in vielen Diskussionen diesen verbissenen Ehrgeiz rausgehört, auf Teufel komm raus noch ein paar Sekunden rauszuholen, nur an neue Bestzeiten zu denken und sich dafür zu "quälen"!
Versteht  mich nicht falsch, ich habe wirklich nichts gegen Leistungssport. Aber immer häufiger begegnet mir auch im Volkssport dieser verbissene Ehrgeiz. Ich kann mir nicht vorstellen, wie man das Laufen "geniessen" kann, wenn man nur neuen Bestzeiten "nachjagt". Ich laufe durch den Wald, sehe die Bäume, die Natur, fühle mich glücklich und frei. Kann es ein schöneres Ziel geben? Wäre ich glücklicher, wenn ich einen Marathon in 4 Stunden schaffen würde?
Ich würde mich freuen, wenn noch viel mehr Läufer den Weg als ihr Ziel betrachten würden.
Viele Anfänger schrecken vielleicht auch davor zuück, weil sie sich vom "Leistungsgedanken" im Freizeitsport erschlagen fühlen... und einfach Angst haben, nicht schnell genug zu sein? Und deshalb vielleicht as Laufen aufgeben, bevor sie richtig angefangen haben?
Oftmals höre ich Läufer, insbes. Laufanfänger, wie sie sich entschuldigen (müssen), daß sie langsam laufen.
Das ist eigentlich nur schade.
Ich bin froh und glücklich, daß ich inzwischen Freunde gewonnen habe, die mit mir langsam und genußvoll laufen.
Mein Leben ist dadurch reicher geworden.
Danke Klaus, für deinen Komentar. Danke auch Dir lieber Joghi, fun walker, Petra, Ramona und Etzelmania für eure Kommentare zu Holgers Bericht.
Danke auch Dir, lieber unbekannter Holger (der nicht mit dem Holger aus dem Bericht identisch ist), daß Du Holgers Bericht im  Forum der Streakrunner verlinkt hast, damit ihn noch möglichst viele Läufer lesen.

Ich war heute nicht sehr lang unterwegs, aber ich bin nach Hause gekommen und war glücklich.

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Ramona 06/02/2008 22:45

Hallo Petra, jetzt habe ich Deinen Bericht auch gelesen. So ist das, wenn man erst spät am Abend nach Hause kommt. Ein Glück, dass ich doch noch hier reingeschaut habe. Danke für Deine Zeilen, sie sprechen mir aus der Seele. Ich will das nicht weiter ergänzen, da eigentlich schon alles gesagt wurde. Auf jeden Fall freu ich mich, dass Du endlich wieder läufst. Das wurde ja aber auch Zeit!
Wünsch Dir viel Spaß dabei!
Ich freu mich auch, mit Euch zusammen laufen zu dürfen und denke, wir werden viel Spaß haben! :)

Petra 06/02/2008 18:47

Danke, liebe Sostu für Deinen Kommentar. Ich finde es klasse, daß Du das auch so siehst und daß wir gemeinsam mit Ramona einen Teammarathon laufen werden! Danke! Danke! Danke!
Ja Etzelmania - da hast du recht: Die Rennsteigläufer sind faire Sportsmänner/Frauen. Ich habe mich dort am Foritisch auch so richtig wohlgefühlt unter all den Super- und Halb-und Ganz-Marathonis, den Walkern und den Wanderern!
Lieber Bergschnaufer: Na klar, - ich bin jetzt auch richtig froh, daß die lauffreie Zeit vorbei ist!Hatte gestern gleich wieder eine wahnsinnstolle Stimmung! Aber das Handy unterwegs immer mitnehmen ist nicht so prickelnd - das hat ja auch ziemliche "Nachteile"....Wenn ich laufe, bin ich für keinen erreichbar und will das auch in Zukunft nicht sein. Aber so als Ausnahme zum Fotografieren...??? Kann ja mal darüber nachdenken!
Liebe Grüße an @all
Petra

sostu 06/02/2008 10:48

Hallo Petra & alle,

die das Laufen (und nicht Bestzeiten, Siege etc) lieben!!
Ihr sprecht mir aus dem Herzen!!
Ich habe den Bericht von Holger schon vor ein paar Tagen gelesen und er hat mich auch sehr beschäftigt. Wir leben unbestreitbar in einer Leistungsgesellschaft und die meisten von uns müssen sich dem auch stellen. ABER ich finde, man soll sich Freiräume offenhalten, in denen es NICHT um Leistung, Effizienz, Funktionieren usw. geht. Funktionieren muss ich z.B schon auf Arbeit und bei der Bewältigung des Alltags. Hobby soll für mich Ausgleich sein. Dazu gehört für mich auch ab und zu ein (Leistungs)anreiz, wie z.B. der ERSTE Supermarathon. Aber bitte - es ging um "mit Würde ankommen und erleben, wie es ist" und nicht der erste Supermarathon in Bestzeit.
Also - egal wie weit & schnell, entscheidend ist zuallererst, DASS ich mich draussen im Freien bewege.
Ich achte Wanderer die trotz zeitlicher und / oder gesundheitlicher Problemen wandern/walken auch höher als die superschnellen fitten Supercracks, die ausser Laufen nach Zeit sonst im Leben nichts kennen...
Es gibt da auch noch andere Prioritäten, z.B. die Familie, um die man sich kümmert, Freunde und was für die Seele... die stehen höher als Bestzeiten.
Und überhaupt: Lieber langsam als gar nicht

sostu

etzelmania 06/02/2008 09:27

Du sprichst mir aus der Seele, Schwesterherz. Ich komme mir auch manchmal etwas komisch vor, dass ich zum Rennsteiglauf NUR wandere und nicht möglichst schnell am Ziel sein möchte. Bei der Party hatte ich aber nicht den Eindruck, dass ich als Wanderer irgendwie komisch angeguckt werde. :-) Wenn, dann eher andersrum: Ich habe etwas ehrfürchtig zu den Marathonis und erst recht zu den Supermarathonis aufgeschaut, die trotz der Laufstrecke noch Kraft und Lust zum Feiern hatten.

Bergschnaufer 06/02/2008 07:04

Na Gott sei Dank hat Deine lauffreie Zeit jetzt eine Ende :-)
Wenn Du den Lauf so richtig genießen willst, solltest Du ab und zu stehen bleiben und Fotos von besonders schönen Stellen machen. Diese Stellen bleiben Dir dann nämlich auch ganz besonders im Gedächtnis.
Liebe Grüße, Beate