Freitag, 23. mai 2008
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veröffentlicht in: Allgemeines
Der Muskelkater ist vorbei, der Körper erholt sich langsam von den Strapazen und ich beginne, mich so ganz langsam auf mein nächstes Ziel einzustimmen - den
Alpenmarathon von Anzere nach Leukerbad im Schweizer Kanton Wallis mit einer Höhendifferenz von 1500m aufsteigend und 1650 Höhenmetern
absteigend. Ich habe 14 Wochen Zeit, mich auf meine nächste Herausforderung vorzubereiten, die noch härter als der Rennsteiglauf sein wird. Am liebsten würde ich gleich wieder loslaufen, aber ich
halte mich diszipliniert an die Hinweise von Martin, der meinen Trainingsplan auch für den nächsten Marathon erstellt.
Eine Woche Ruhe hat er mir verordnet - d.h. eine Woche nicht laufen, was mir ganz schön schwer fällt. "Mut zur Formlosigkeit" hat das Boris in seinem Vortrag wenige Wochen vorm Start zum
Rennsteiglauf genannt. Naja .- so ganz will ich ja meine Form eigentlich nicht verlieren... Aber ich vertraue Martin und halte mich an seine Hinweise. Allerdings bedeutet "nicht laufen" ja nicht,
daß ich überhaupt keinen Sport machen darf....
Deshalb habe ich heute das Rennrad meines Mannes aus dem Keller geholt und bin einfach mal losgeradelt... Nein - ich bin nicht einfach nur geradelt, ich habe schon versucht, ein ordentliches Tempo
anzuschlagen. Das Ziel war das 22km entfernte Bad Vilbel, wo meine Hilfe bei der Beseitigung von Renovierungsspuren in der Wohnung meiner Tochter gefragt war. Nach einigen Stunden war ich
total geschlaucht - und der Rückweg stand noch an.
Trotzdem muß ich wohl ziemlich entgeistert geschaut haben, als mir meine Tochter vorschlug, mit der S-Bahn zu fahren. Das ging mir dann doch gegen meinen Ehrgeiz und ich schwang mich auf`s Rad.
Allerdings merkte ich da schon, daß ich das Radfahren ja nun überhaupt nicht gewöhnt war. Ob ich morgen noch gerade auf dem Stuhl sitzen kann? Irgendwie hatte ich das Gefühl, daß der Sattel immer
härter würde. Vielleicht hätte ich doch mit meinem eigenen Rad fahren sollen? Das ist vielleicht nicht so schnell, aber wesentlich bequemer!
Unterwegs traf ich viele Läufer. Seufz! Neid! Ich wäre auch am liebsten vom Rad abgestiegen und mitgelaufen. Jedenfalls habe ich gemerkt, daß Radfahren für mich keine wirkliche
Alternative darstellt. Ich hoffe, daß ich noch viele Jahre laufen kann, daß ich von Verletzungen und Krankheiten verschont bleibe. Ich kann mir ein Leben ohne Laufen nicht mehr vorstellen und
will es auch gar nicht.
Der Marathon ist 6Tage her - die Schmerzen sind vergessen und ich freue mich auf den Nächsten!
Jetzt heißt es für mich, noch stärker als bisher ins Bergtraining einzusteigen und mitunter auch ein paar km mit dem Auto zufahren, bevor ich loslaufe. Trotzdem: Ich freue mich drauf!
Bald geht das Training weiter!